
Geduldspiele...
Foto: Jeremy J. Shapiro / CC-BY-SA-3.0
"Das Studium der Philosophie erfordert also eine besondere Art von Geduld: sie öffnet sich nur einem Verständnis, das nicht in jedem Augenblick alles schon zu verstehen beansprucht. Praktisch heißt das nichts anderes, als daß man am besten einmal einen philosophischen Text sich aussucht, zu dem man sich hingezogen fühlt, und ihn liest, auch wenn man zunächst darin nicht alles versteht. Manches erklärt sich durch Insistenz. Wo man liebt, versteht man. Intelligenz ist kein abgespaltenes Vermögen der Seele, sondern verflochten mit dem, was einen bewegt, was man will. Die Kraft des Beharrens vor dem Gedanken geht weit hinaus über das, was die sogenannte Bildung beistellt."
Theodor W. Adorno
Antifa-Café: Gedenken an die Befreiung vom Faschismus
Am 8. Mai 2016 findet ab 16:30 Uhr das nächste Café im KOMMA (Maille 5-9, 73728 Esslingen am Neckar) statt.
Anlässlich des Jahrestages zur Befreiung vom Faschismus werden wir uns dieses Mal mit der Bedeutung des 8. Mai´s beschäftigen und was Gedenken für uns bedeuten kann.
Zuerst jedoch werden wir dem Stolperstein von Eugen Schönhaar einen Besuch abstatten und Näheres zu ihm und seinem Wirken erfahren. Dazu treffen wir uns im KOMMA-Hof und laufen gemeinsam dorthin.
Mit einem Glas Sekt werden wir den Tag dann ausklingen lassen, denn Gedenken kann auch Feiern heißen. Wir freuen uns auf euch.
Via Antifa Esslingen
nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick
BRASILIEN
Rechte im Parlament von Brasilien positioniert sich gegen Präsidentin Rousseff.
HONDURAS
Die honduranische Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres wurde "wegen ihrer Arbeit ermordet". Das teilte der Direktor der Agentur für kriminaltechnische Ermittlungen der Staatsanwaltschaft am Dienstag in der Hauptstadt Tegucigalpa mit.
KOLUMBIEN
Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat den Beginn der Verhandlungen mit der Guerillaorganisation Nationale Befreiungsarmee (ELN) zurückgestellt, bis die Gruppierung alle Gefangenen entlässt.
KUBA
Unter dem Motto: "Für Kuba: Einheit und Verpflichtung für unseren Sozialismus" fand am Sonntag in Havanna die weltweit größte Maikundgebung statt.
PERU
Der Vorsitzende der Landeskoordination für Menschenrechte in Peru (CNDDHH), Jorge Bracamonte, hat angesichts des wahrscheinlichen Wahlsieges der Rechten von einer „unmittelbaren Gefahr “ für die Bevölkerung gewarnt.
VENEZUELA
Venezuelas Linke wehrt sich gegen die Angriffe der rechten Opposition auf die Errungenschaften des revolutionären Prozesses
Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 06. Mai 2016
Bakunin zu Parlamentarismus und Lohnsklaverei
"Da die bürgerlichen Interessen denen der arbeitenden Massen unbedingt entgegengesetzt sind, so ist gewiß, daß ein bürgerliches Parlament nie etwas anderes wird tun können, als die Lohnsklaverei des Volkes gesetzlich zu machen und alle Maßnahmen zu bewilligen, die darauf ausgehen, sein Elend und seine Unwissenheit zu verewigen. Man muß wirklich sehr naiv sein um zu glauben, ein bürgerliches Parlament könne aus freien Stücken für eine geistige, materielle und politische Befreiung des Volkes stimmen." (Bakunin)
Pressemitteilung der vier festgenommenen Fotografen während der Dokumentation der Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag
Am Vormittag des 30.4.2016 wurden im Bereich der Landesmesse Stuttgart während der Proteste gegen den AfD-Parteitag vier Fotojournalisten von der Polizei festgenommen. Dieser Vorfall wird von uns aufs schärfste kritisiert und verurteilt.
Als Vorwürfe stehen die Beteiligung an einer Sitzblockade auf der A8, schwerer Eingriff in den Straßenverkehr, Nötigung und Landfriedensbruch im Raum. Drei der vier Kollegen wurden auf der Plieninger Seite des "Bosch-Parkhauses" von der Polizei festgesetzt und für mindestens 11 Stunden in Gewahrsam gebracht. Einer der Kollegen erlitt noch während der Erfassung seiner Daten in der Gefangenensammelstelle in Messe-Halle 9 einen Kreislaufzusammenbruch und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Die beiden verbliebenen Kollegen wurden mit Kabelbindern gefesselt und in eine aus Bauzäunen errichtete Zelle in der Halle gesperrt. Immer wieder wiesen sie darauf hin, dass sie einer journalistischen Tätigkeit nachgegangen sind und sich auch zweifelsfrei als Journalisten ausweisen können. Im Laufe des Vormittags kam ein vierter Fotograf in die Gefangenensammelstelle. Er wurde zuvor mehrere Stunden auf einem nahe gelegenen Feld festgehalten. Diesem wurde angeboten, sein Fotomaterial heraus zu geben, um auf eine verfrühte Entlassung aus dem Gewahrsam hoffen zu können. Die Herausgabe wurde jedoch verweigert.
Bei Journalisten handelt es sich nicht um Gehilfen der Polizei, welche den Beamten vermeintliches Beweismaterial zur Verfügung stellen müssen. Kurze Zeit später wurden zwei der drei Inhaftierten einer Haftrichterin vorgeführt. Dieser war es scheinbar egal, dass es sich bei den drei Personen um Journalisten handelte und betonte, dass es einen Grund haben müsse wenn die Polizei sie festgenommen hat, welcher in den Unterlagen vermerkt wurde.
Die Kollegen verweigerten ohne anwaltliche Beratung jedoch die Aussage zu den Vorwürfen. Darauf hin wurde von der Richterin ein "schöner erster Mai hier bei uns" gewünscht, mehrere Stempel und Unterschriften durch die Richterin geleistet und die Anhörung beendet.
Einer der Fotografen wurde komplett erkennungsdienstlich behandelt. Portrait- und Profilfotos wurden erstellt, Fingerabdrücke genommen sowie eine Personenbeschreibung durchgeführt.
Ein anderer wurde zusammen mit einem Aktivisten in eine Gewahrsamzelle im Flughafen gebracht. Dort mussten sich beide bis auf Socken, Unterhose und T-Shirt ausziehen. Auf die Frage nach dem Grund dieser Maßnahme, sagte der Polizeibeamte: "Weil ich es sage."
Nach insgesamt etwa 12 Stunden waren alle inhaftierten Journalisten wieder entlassen.
Der dritte verbliebene Fotograf musste in der Gefangenensammelstelle ärztlich behandelt werden. Er klagte über Übelkeit und Kopfschmerzen. Es konnten Herzrhytmusstörungen festgestellt werden, worauf hin er ebenfalls in ein Krankenhaus verlegt wurde.
Alle vier Kollegen waren an diesem Tage fast komplett zum untätig sein verdammt und konnten ihrer Arbeit, der Berichterstattung über die Proteste und den Polizeieinsatz nicht nachgehen.
Für alle vier Kollegen wurde ein Platzverweis bis 1.Mai 2016 20 Uhr ausgesprochen. Hierbei handelt es sich um gleich mehrere Verstöße der Polizei an diesem Tag.
Der schwerwiegendste ist sicherlich der erhebliche Eingriff die Pressefreiheit.
Blogkino: Tartüff (1925)
Heute zeigen wir in unserer beliebten Reihe Blogkino mit "Tartüff" einen weiteren von Friedrich Wilhelm Murnau gedrehten Film nach Molieres Werk Tartuffe oder Der Betrüger.
"Ein wohlhabender alter Mann wird von seiner Haushälterin gehegt und gepflegt. Da diese es auf sein Vermögen abgesehen hat, versucht sie ihn beharrlich davon zu überzeugen, sie statt seines Enkels im Testament zu berücksichtigen. Durch eine Intrige gelingt ihr dies. Um an das Erbe zu kommen, fängt sie danach an, den alten Mann langsam zu vergiften.
Der Enkel schöpft Verdacht, kommt aber erst einmal nicht an seinen Großvater heran, um ihn zu warnen. Nun stellt sich heraus, dass seine Berufswahl als Schauspieler von Vorteil ist. Er verkleidet sich als Betreiber eines Wanderkinos und fährt vor dem Haus des Großvaters vor. Zuerst will die Haushälterin ihn abwimmeln, doch dann lässt sie sich durch seinen Charme davon überzeugen, ihn eine Filmaufführung im Hause durchführen zu lassen." (WikiPedia)
Bukowski über Traumjobs
“„Übrigens, das ist so eine Sache, die ich immer machen wollte, außer Boxer werden: in Bestattungsunternehmen rumlungern. Ich wollte einer von diesen Typen sein, die die Tür aufmachen und sagen: Herzliches Beileid.“
Revolution an der Tanzbar: Tool - Schism
Grußwort der VVN-BdA an die Demostration in Stuttgart gegen den AfD Bundesprogrammparteitag
Quelle: Instagramm
Die Bundesvorsitzende der VVN-BdA, Cornelia Kerth, ließ folgendes Grußwort an die Demonstration ausrichten:
Aus Hamburg schicke ich einen kämpferischen Gruß an alle, die heute den Programm-Parteitag der AfD mit vielfältigen Protesten begleiten. Es ist angesichts dessen, was auf dort diskutiert und vermutlich beschlossen wird, dringend notwendig deutlich zu machen, wie gefährlich für unsere Gesellschaft wäre, wenn der AfD jemals die Gelegenheit geboten würde, ein solches Programm politisch umzusetzen.
Rassismus ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Strukturell, institutionell und alltäglich, viel zu oft gewalttätig. Die Qualität der AfD geht jedoch weit darüber hinaus. Sie ist die Partei der rassistischen Massenmobilsierungen. Alles, was PEGIDA auf die Straße trägt, findet sich in dem veröffentlichten Programmentwurf. Alle Facetten extrem rechter Ideologie bilden darin die Grundlage für eine andere Republik, die die AfD offensichtlich anstrebt.
Das hier formulierte Programm offenbart ein autoritäres Staatsverständnis auf völkisch-nationalistischer und rassistischer Grundlage: die Regierung soll kaum noch parlamentarisch kontrolliert aber stets begleitet von „Volkes Wille“ in Form von Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild zuständig sein für - wie es heißt -“ innere und äußere Sicherheit, Justiz, Finanzen und Außenpolitik.
Deutschland wir als bedrohtes Land dargestellt, das ständig um seine „Souveränität“ kämpfen muss, dass innen und außen von gewalttätigen Muslimen in seiner Existenz bedroht wird: durch Geburtenrate, Moscheen, „Ausländerkriminalität“ und Terroristen. Ein „sicherheitspolitischer Befreiungsschlag“ sei notwendig, um Recht und Gesetz wieder herzustellen.
Die Staatsbürgerschaft soll wieder an die angeblich „blutsmäßige“ Abstammung gebunden werden, deutsche Frauen sollen viele Kinder gebären, damit ein „ethnisch-kultureller Wandel“ verhindert wird und der Bundeswehr, für die die Wiedereinführung der Wehrpflicht gefordert wird, die Soldaten schenken, die -“ so das Programm -“ einsatz- und kriegsorientiert ausgebildet werden müssten um den „Herausforderungen künftiger Kriege“ gewachsen zu sein.
Die sozialen Sicherungssysteme sollen offensichtlich auf ein Mindestmaß reduziert, die Daseinsvorsorge weitgehend in die Familien verlagert werden. Das extrem reaktionäre Frauen-, Menschen- und Gesellschaftsbild, das in diesem Programm deutlich wird, ist vermutlich der Grund dafür, dass der Kampf gegen das verhasste Gender-Mainstreaming fast genauso wichtig erscheint wie der Kampf gegen den Islam und die Muslime.
Während arbeitende und arbeitslose Menschen von der AfD schlicht nichts zu erwarten haben, können sich Konzerne und die Reichen und Superreichen freuen: Gewerbe-, Vermögens- und Erbschaftssteuer sollen ganz abgeschafft und Obergrenzen Steuern und Abgaben genau wie die „Schuldenbremse“ in der Verfassung festgeschrieben werden.
Die AfD ist rassistisch, asozial und frauenfeindlich. Ihr Programm verheißt autoritäre Herrschaft im Inneren und Kriegsdrohung nach außen. Das alles ist anschlussfähig an offen faschistische Konzepte, was angesichts bekannter Verbindungen -“ insbesondere zur sog. Neuen Rechten nicht wirklich verwundert.
Gut dass so viele dagegen aufstehen. Wir müssen noch mehr werden, damit diese Partei keine Chance bekommt, die Republik nach ihrem Bilde umzugestalten. In einer Woche erinnern wir an die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus. Sorgen wir dafür, dass nie wieder geschehen kann, was einst geschah.
Quelle: VVN-BdA Kreisvereinigung Esslingen



