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»Unsere Gesellschaft scheint nicht mehr verstehen zu können, dass es möglich ist, anders als unter der Herrschaft des Gesetzes zu existieren, das von einer repräsentativen Regierung ausgearbeitet und von einer Handvoll Herrschern verwaltet wird.« Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

Jüdische Berliner Antifaschistinnen und Antifaschisten protestieren gegen Anti-Linke-Kampagne

Das Foto zeigt die VVN-BdA Fahne im Sonnenuntergang. Die Sonne scheint durch die Fahne.
Foto: VVN-BdA

Wir dokumentieren nachfolgend die Stellungnahme von Nachkommen jüdischer Verfolgter des Naziregimes, die mit uns eng verbunden sind, zur Diffamierung der LINKEN nach ihrem Wahlsieg in Berlin:

Wir, jüdische Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kinder derer, die durch den deutschen Nationalsozialismus verfolgt wurden, erheben unsere Stimme gegen die antidemokratische, antisemitische, antiislamische Kampagne der im Berliner Wahlkampf geschlagenen Parteien und der sie fördernden Medien gegen die Partei Die Linke.

Die Nazis haben versucht, alle Jüdinnen und Juden in Deutschland und Europa zu vernichten. Die Familien unserer Vorfahren wurden fast alle ausgelöscht. Unsere Eltern überlebten in Konzentrationslagern, im Exil, als Kämpfer in den alliierten Streitkräften für die Befreiung Deutschlands vom Faschismus. Sie kehrten in das aufgeteilte Deutschland zurück, weil dort wie seit Jahrhunderten Jüdinnen und Juden leben sollten. Das sehen wir durch das Erstarken der AfD und Antisemitismus gefährdet. Diese Tendenzen werden durch die Kampagne gegen die Berliner Linke gestärkt.
Die Berliner Linke hat über ein Viertel der Wählerstimmen erhalten, indem sie sich dafür einsetzt, das Leben der Berlinerinnen und Berliner konkret zu verbessern. Aus Sorge um ihre Pfründe und um sie unterstützende finanzkräftige Kreise wird unter Instrumentalisierung des Antisemitismus durch die AfD, CDU, Teilen der SPD und Grünen ein Angriff auf die Partei Die Linke geführt, um die Bildung einer Stadtregierung unter Führung von Elif Eralp zu verhindern.

Rassismus, Antisemitismus, Antiislamismus, Menschenrechtsverletzungen, durch welche Regierung und politische Kraft auch immer, verurteilen wir aufs Schärfste. Am Tag der Befreiung, dem 8. Mai 2026, hat Erif Eralp den 5-Punkte-Plan „Jüdisches Leben in Berlin stärken und schützen“ vorgelegt. Ihr Landesverband setzt sich konsequent mit jenen Parteimitgliedern auseinander, die zwischen israelischer Politik und dem völkerrechtlich erklärtem Existenzrecht des Staates Israels nicht klar unterscheiden. Dieser Prozess ist nicht beendet.

Die völlig enthemmte Kampagne gegen die Berliner Partei Die Linke instrumentalisiert auf verlogene Weise Antisemitismus und trägt genau dadurch dazu bei, zutreffende Vorwürfe von Antisemitismus unglaubwürdig zu machen. Dagegen protestieren wir als Antifaschistinnen und Antifaschisten mit jüdischen Wurzeln mit aller Entschiedenheit.

Berlin, 26. September 2026

Ellen Händler
Judith Dellheim
Irene Zierke
Michael Brie
Michael Fleischhacker
Thomas Friedländer
André Goldstein

Quelle: VVN-BdA, 26. September 2026


 

46 Jahre Attentat auf das Oktoberfest in München

Das Bild zeigt ein hochformatiges Plakat des DGB München für eine Gedenkveranstaltung zum Oktoberfest-Attentat.  Im oberen Bereich steht vor beigefarbenem Hintergrund das Logo des DGB München. Darunter ist in großen weißen Buchstaben die Überschrift „OKTOBERFEST GEDENKEN“ zu lesen, gefolgt vom Datum 26.09.2026.  Den größten Teil der Bildmitte nimmt die schwarze, grafisch stilisierte Darstellung eines großen Riesenrads ein. Rund um das Riesenrad sind zahlreiche schwarze und weiße, unregelmäßige Splitterformen verteilt. Sie vermitteln den Eindruck, als würde die Darstellung auseinanderbrechen oder durch eine Explosion zerrissen. Im Hintergrund sind schemenhaft weitere Elemente eines Volksfestes zu erkennen.  Der untere Teil des Plakats ist fast vollständig schwarz. Dort steht: „Gedenkveranstaltung an das Oktoberfest-Attentat“. Ganz unten befindet sich die Internetadresse „www.erinnernheisstkaempfen.de“.  Das Plakat verbindet typische Motive des Münchner Oktoberfests mit einer bewusst düsteren und fragmentierten Gestaltung und verweist damit auf das Oktoberfest-Attentat.Am 26.09.2026 jährt sich zum 46. Mal das Attentat auf das Oktoberfest von 1980 – der größte rechtsterroristische Anschlag der bundesdeutschen Geschichte.

Ein Attentat, bei dem 12 Menschen ermordet und Hunderte körperlich sowie seelisch verletzt wurden. Viele darunter leiden bis heute unter ihren Verletzungen. Ein Attentat, bei dem unzählige Angehörige, Familien und Freund*innen mit den Betroffenen mitgelitten haben und immer noch leiden.

Die diesjährige Gedenkveranstaltung setzt sich mit der Courage und der Belastung von Ersthelfer*innen auseinander. Wer waren die Menschen, die kurz nach dem Anschlag als erste zur Hilfe eilten? Was haben sie in diesem Moment gefühlt und vor allem wie geht es ihnen heute damit? Welche Unterstützung haben sie bekommen? Die Gruppe der Ersthelfer*innen wird häufig nicht als Betroffene mitgedacht, doch auch sie sind durch ihre Courage von den Folgen des Attentats betroffen. Sie sind diejenigen, die nicht weggeschaut und geholfen haben als andere in schwerster Not waren. Dieses Jahr soll ihre Perspektive  zu Wort kommen.

Das jährliche Gedenken hat das Ziel, dass die Stadtgesellschaft die Überlebenden, ihre Angehörigen und die Opfer nicht vergisst. Wir als DGB-Jugend München sehen unsere Aufgabe darin, diese Erinnerung am Leben zu erhalten, damit wir nicht vergessen. Denn erinnern heißt kämpfen!

Wir laden ein zur Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung

Ort: Denkmal am Haupteingang zur Theresienwiese
Datum: Samstag, 26. September 2026, 08:00 Uhr

Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr die Stadtspitze der Landeshauptstadt München ein Grußwort sprechen wird.

Mehr Informationen: erinnernheisstkaempfen.de und dokumentation-oktoberfestattentat.de

Quelle: DGB Jugend München, Flyer 2026


 

Faschismus kommt nicht überraschend und fällt auch nicht vom Himmel: Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus

Mit ihren Theorien zum Totalitarismus richtete Hannah Arendt den Blick auf die Wirkungsweisen totalitärer Herrschaft und auf die Voraussetzungen politischen Handelns. Kontroverse Debatten löste 1963 ihr Buch über den Eichmann-Prozess aus. Im Gespräch mit Günter Gaus spricht Arendt unter anderem über ihre Sicht auf Eichmann als kleingeistigen „Hanswurst“ im Räderwerk des Nationalsozialismus.

Die jüdisch-deutsche Publizistin Hannah Arendt (1906–1975), die 1933 über Paris in die USA emigrierte, lehnte die Bezeichnung „Philosophin“ für sich selbst ab. Auch im Interview mit Günter Gaus von 1963, das im ZDF am 28. Oktober 1964 ausgestrahlt wurde, zieht Arendt es vor, ihre Arbeiten als Beitrag zur politischen Theorie zu verstehen: Der Mensch ist für sie nicht nur ein denkendes, sondern immer auch ein handelndes Wesen.

Im Gespräch spricht Arendt über ihre Jugend in Deutschland bis zum Reichstagsbrand 1933, über ihre Hinwendung zur politischen Opposition und ihre Emigration, über die Gleichschaltung der Intellektuellen im nationalsozialistischen Deutschland, über ihr bewusstes Festhalten an der deutschen Sprache und über Auschwitz als einen Zivilisationsbruch, nach dem von „Wiedergutmachung“ nicht mehr im eigentlichen Sinne gesprochen werden könne. Breiten Raum nehmen außerdem ihr Verhältnis zum Nachkriegsdeutschland, die Kritik an ihrem Bericht über den Eichmann-Prozess und ihr Werk Vita activa ein.

Mehr als sechzig Jahre später gewinnt dieses Gespräch eine bedrückende Aktualität. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 erhielt die AfD 43,8 Prozent der Zweitstimmen und wurde mit großem Abstand stärkste Kraft. Sie gewann 38 der 41 Direktmandate. Von einer politischen Entwicklung, die plötzlich und unerwartet über das Land hereingebrochen wäre, kann deshalb kaum gesprochen werden. Die Stärke der AfD ist weder über Nacht entstanden noch war sie vor der Wahl verborgen.

Gerade deshalb erscheint ein Gedanke Arendts aus dem Gespräch bemerkenswert: ihre Skepsis gegenüber der nachträglichen Behauptung, historische Entwicklungen seien vollkommen überraschend gekommen. Politische Verhältnisse entstehen nicht außerhalb der Gesellschaft. Sie werden vorbereitet, normalisiert, hingenommen, unterstützt oder bekämpft – durch Institutionen, öffentliche Debatten und durch das Handeln oder Nichthandeln von Menschen.

Wer angesichts des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt vor allem von einer „Überraschung“ spricht, läuft daher Gefahr, den Blick auf die lange Vorgeschichte zu verstellen. Seit Jahren waren die politischen Positionen der AfD, ihre zunehmende Stärke und ihre Verankerung insbesondere in Teilen Ostdeutschlands öffentlich sichtbar. Überraschend mag die Höhe des Ergebnisses für manche gewesen sein. Dass eine solche Entwicklung möglich war, war es nicht.

Das macht Arendts Gespräch nicht zu einem Kommentar über eine Partei, die zu ihren Lebzeiten nicht existierte. Aber ihre Überlegungen über politische Verantwortung, Anpassung, Urteilsfähigkeit und die Rolle des Einzelnen in gesellschaftlichen Prozessen bieten einen Anlass, genauer hinzusehen – gerade dann, wenn politische Entwicklungen im Nachhinein als etwas dargestellt werden, das niemand habe kommen sehen können.

(Mit Informationen des ZDF: Gaus, Günter. 1964. Zur Person: Hannah Arendt)

 

A/I shuts down - Stay human

Zentral steht ein großer Textblock mit der Überschrift 'GOODBYE A/I'. Darunter folgt in schwarzer Schrift auf beigem Hintergrund die Mitteilung, dass Autistici/Inventati neunzehn Tage vor der Frist eingestellt wird. Rechts daneben befindet sich eine stilisierte Kalendergrafik. Im oberen rechten Bereich steht ein rot unterlegtes Logo mit dem Schriftzug 'NOBLOGS' und dem Zusatz 'Welcome to A/I'. Am unteren Rand sind weitere Informationen und Logos abgebildet, darunter 'sabot.media', der Hinweis auf einen vollständigen Artikel sowie auf ein kostenloses Buch.

An dem Tag, als wir erfuhren, dass wir als globale Terrororganisation eingestuft worden waren, haben wir versprochen, dass wir versuchen würden, so lange wie möglich Widerstand zu leisten, dass wir nicht nachgeben würden, solange wir noch Möglichkeiten sähen, unsere Position zu verteidigen. Seit Jahren pflegen und verteidigen wir stolz eine freie, datenschutzfreundliche, autonome und politisch engagierte Infrastruktur.

„Bleibt menschlich“ ist für uns keine leere Floskel.

Es bedeutet vor allem, dass wir eine Verantwortung haben, unsere Nutzer*innen zu schützen – jene, die die menschlichen Netzwerke aufbauen, auf die wir uns verlassen, und die Gemeinschaften, die uns mit Botschaften der Unterstützung und Solidarität überschüttet haben.

Wir können uns nicht auf einen Kampf einlassen oder uns Manipulationen aussetzen, die das Leben dieser Menschen und ihrer Angehörigen bedrohen und sie der Gnade von Autokraten, Faschisten und Behörden ausliefern, die extralegale Maßnahmen ergreifen. Die Möglichkeit, dass unsere Arbeit rechtliche und finanzielle Konsequenzen für diejenigen nach sich ziehen könnte, die uns nahestehen – oder auch nur irgendetwas mit uns zu tun haben –, lässt uns keine andere Wahl.

A/I wird geschlossen. Das Kollektiv Autistici/Inventati löst sich auf und wird in Kürze alle von uns angebotenen Dienste einstellen.

Es gibt keinen einfachen Weg, dies anzukündigen oder zu erklären

Jeder Tag, an dem wir nach dem 26. August 2026 online geblieben sind, war ein Sieg, doch nun sind wir gezwungen, aufzuhören.

Keiner von uns hält heldenhafte Gesten und Märtyrer für besonders bewundernswert, daher werden wir keine Opfer verlangen. Weder von uns noch von irgendjemand anderem. In diesem politischen Klima gefährdet die Fortsetzung unserer Dienste unsere Nutzer und alle, die Teil unserer Gemeinschaften sind. In einer Welt, in der Anschuldigungen jeglichen Bezug zur Realität verloren haben, können wir nur damit rechnen, dass die Repressionen zunehmend unverhältnismäßig ausfallen werden. Unter diesen Umständen sind wir nicht mehr in der Lage, unsere ursprüngliche Mission aufrechtzuerhalten – nämlich sichere und nichtkommerzielle digitale Tools anzubieten.

Diese 25 Jahre waren fantastisch. Es war eine „unglaubliche Reise“.

Schaltet jetzt eure PCs aus, geht raus aus euren Wohnungen, kämpft, umarmt euch und hört nicht auf zu lächeln. Wir hören auf, aber der Widerstand und die Ideen hören nicht auf. Bleibt menschlich.

Wir werden euch bald Anleitungen schicken, wie ihr den Inhalt eurer Blogs, E-Mail-Postfächer und Websites sichern könnt, zusammen mit weiteren technischen Empfehlungen. Aber denkt daran: Genauso wie die Domain autistici.org ohne Vorwarnung unerreichbar gemacht wurde, könnten wir in den nächsten Tagen ähnliche Probleme erleben, die wir vielleicht nicht vorhersehen können.

 

Autistici/Inventati-Kollektiv

Quelle: keepitfree.ai, 6. September 2026

Wikipedia zu Autistici/Inventati
Listung in den USA

Eigene Übersetzung, Danke an Thomas für die Links


 

STAATSSCHUTZ - Film und Gespräch: Was, wenn Rechtsextreme den Staat schützen?

07. September 2026 | 19:30 Uhr | Hackesche Höfe Kino in Berlin

Eine junge Staatsanwältin überlebt einen rassistischen Brandanschlag und stößt bei den Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens in den eigenen Reihen. Faraz Shariats Justizthriller STAATSSCHUTZ, auf der Berlinale 2026 mit dem Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet, zeigt, wie schnell der Rechtsstaat Rechtsextremismus verharmlosen und Betroffene von Neonazi-Gewalt im Stich lassen kann.

Am 7. September zeigt United! Gemeinsam gegen Rechtsextremismus den Film im Hackesche Höfe Kino und diskutiert danach, wo Fiktion auf Realität trifft: Welche Konsequenzen hat es für Betroffene, wenn der ermittelnde Staatsanwalt mit den Täter*innen sympathisiert? Welche realen Fälle sind bekannt? Und wie geht die Justiz mit rechtsextremen Richter*innen und Staatsanwält*innen um?

GÄSTE: Claudia Schaefer, Drehbuchautorin von STAATSSCHUTZ Laurenz Schreiner, Journalist

Weitere Infos zum Film und zum Projekt. Tickets gibt es HIER.


 

Black Lives Matter Kundgebung am Volksbad

Das Foto von © Björn Obmann zeigt eine Frau mit Kind. Die verpixelte Frau hält eine Papptafel mit dem Text "Die Einladung / Ausladung galt auch meinen Kindern" in die Höhe, das Kind hält eine kleine Papptafel mit dem Text "Rassismus ist blöd" vors Gesicht. Im Hintergrund ist die Volksbühne zu sehen.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Nachdem ein Schwimmnachmittag von EOTO (Each One Teach One) für schwarze Kinder und Jugendliche nach rechten Drohungen und einer Hetzkampagne abgesagt werden musste, demonstrierten am Freitag, den 21. August 2026, mehr als 200 Menschen vor der Volksbühne in Solidarítät mit schwarzen Menschen, die täglich von Rassismus betroffen sind.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Bereits die rechte Hetzkampagne wurde von rechten Streamern befeuert, die auch bei der Kundgebung massiv provozierten und eine ordnungsgemäße Kundgebung zeitweise nahezu unmöglich machten. Statt der Streamer nahm die Polizei eine schwarze Person fest. Nachdem die Streamer weiter provozierten, nahm die Polizei auch einen der Streamer kurzzeitig in Gewahrsam.

Links


 

Antifas verjagen Nazis - Rostock Lichtenhagen 1992

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Vor 34 Jahren: The Truth Lies in Rostock

Heute vor 34 Jahren begann in Rostock - Lichtenhagen ein "Volksfest" der ganz besonderen Art: Eine Woche lang, vom 22. bis zum 26. August 1992, griffen mehrere hundert junge Rechtsradikale die Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen VertragsarbeiterInnen bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Unterstützt wurde der Mob von über tausend "ganz normalen" Deutschen, die Polizei griff kaum ein. Es handelte sich um die massivsten rassistischen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Der von Mark Saunders und Siobhan Cleary produzierte Dokumentarfilm „The truth lies in Rostock“ dokumentiert die Ereignisse. Er entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung von Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Geschehnisse im attackierten Wohnheim befanden. Deshalb zeichnet sich die Produktion nicht nur durch einen authentischen Charakter aus, sondern versteht sich auch Jahre danach als schonungslose Kritik an einer Grundstimmung in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, die Pogrome gegen Migranten oder einfach nur „anders aussehende“ überhaupt erst möglich macht. Nicht umsonst sorgte der Film auch in der Linken für eine heiße Debatte um die Frage, in wieweit die rassistischen Übergriffe mit der „Wiedervereinigung“ Deutschlands und dem darauf folgenden nationalistischen Taumel zu tun hatten.

Im übrigen ist deswegen jedwede Orientierung auf staatliche Institutionen (... Politik und Staat dürfen nicht zulassen, dass Rassisten auf der Straße erneut die Oberhand gewinnen....) fehl am Platz. Denn Chemnitz und Heidenau wie auch Lichtenberg und Freital konnten nur in Folge, Billigung und als Ergebnis rassistischer Politik der Bundesregierung als auch der Handlung der Bullen etc. passieren...

• Mehr Infos
• Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen (Antifa Info Blatt)
• Für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung!
• Kein Mensch ist illegal!
• Mehr Videos

Quellen:

• FAU-FFM
• Umbruch Bildarchiv
• gegen0310
• Antifa SFA - Soltau Fallingbostel Walsrode

Filmquelle
 


 

Protestauftakt gegen Wahlkampf der AFD

Das Foto von © Björn Obmann zeigt eine Hand, die eine Tafel mit dem Text "Braune Flaschen gehören in den Altglascontainer und nicht ins Parlament" daneben eine gemalte Flasche mit dem Etikett "FcK AfD" hält. Dahinter sind unscharf die Teilnehmer der Protestkundgebung zu sehen.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Mehrere Hundert Menschen protestierten mit einer kurzfristig organisierten Kundgebung und einem Konzert am Eastgate in Marzahn gegen einen spärlich besuchten Wahlkampfauftakt der AfD. Beide Kundgebungen waren nur rund 50 Meter entfernt und durch einen Polizeikordon getrennt. Bei der Gegendemo spielte u.a. Kafvka, um den Protest zu unterstützen. Mit einer riesigen Regenbogenfahne forderten die Demonstrant*innen Schutz queerer Menschen und solidarisierten sich mit LGBTQIA+. In weiteren Redebeiträgen machten Marzahner Aktivist*innen auf die Situation im Kiez aufmerksam und das New Casa lud zu zahlreichen Veranstaltungen ein.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Links


 

92. Todestag von Nestor Machno

Nestor Machno, 1921 Fotograf* unbekannt
Nestor Machno, 1921 Fotograf* unbekannt

"Je mehr sich ein Mensch durch Reflexion seiner unterwürfigen Lage bewusst wird, desto empörter wird er, und desto stärker wächst in ihm der anarchistische Geist der Freiheit, der Entschlossenheit und des Handelns. Das gilt für jeden Einzelnen, ob Mann oder Frau, auch wenn er oder sie das Wort „Anarchismus“ vielleicht noch nie zuvor gehört hat..."

Nestor Machno, Der Kampf gegen den Staat und andere Aufsätze.

Am 25. Juli 1934 starb Nestor Iwanowitsch Machno, Gründungsmitglied der Revolutionären Aufstandsarmee der Ukraine während der Russischen Revolution von 1917, im Alter von 44 Jahren im Exil in Paris an Tuberkulose. Seine Miliz, die als Machnowisten bezeichnet wurde, besiegte die konterrevolutionäre Weiße Armee von General Denikin, richtete Antisemiten hin und verteilte Land und Macht an die Arbeiter und Bauern. Nachdem sie von den Bolschewiki verraten worden waren, versuchten sie anschließend, die Revolution in der Ukraine gegen die Rote Armee zu verteidigen, bis sie schließlich von einer übermächtigen Streitmacht überwältigt wurden.

Makhno nimmt in der Geschichte des Anarchismus einen besonderen Platz ein. In den Gebieten, die die Aufständischen der Anarchistischen Schwarzen Armee verteidigten, lebten von 1918 bis 1921 Millionen von Menschen in einer staatenlosen Gesellschaft. Er zeigte, wie es möglich ist, sich allen Formen von Hierarchie und Unterdrückung zu widersetzen und in einer völlig freien, kooperativen Gesellschaft zu leben.

Emma Goldman zufolge „war es Makhnos Ziel, im Süden eine libertäre Gesellschaft zu errichten, die als Vorbild für ganz Russland dienen sollte“. Interessanterweise merkte Trotzki einmal an, dass er und Lenin mit dem Gedanken gespielt hätten, Makhno zu diesem Zweck das Gebiet zu überlassen, doch das Vorhaben scheiterte, als in der Ukraine Kämpfe zwischen den anarchistischen Guerillas und den bolschewistischen Truppen ausbrachen.

•    *Es ist bemerkenswert, dass eine Reihe von Veteranen seiner Aufständischen Armee 1936 tatsächlich in die Durruti-Kolonne ging, um dort zu kämpfen. Wie passend also, dass spanische CNT-Genossen finanzielle Unterstützung leisteten, als Machno todkrank an Tuberkulose in einem Pariser Krankenhaus lag.

•    Nestor Machno – Die anarchistische Revolution:

•    Keine politischen Parteien, keine Diktaturen, kein Staat, Arbeiterräte an der Basis … Machnowia: Aufbau des Anarchismus im Bürgerkrieg. Dieses Video ist eine Geschichte des freien Gebiets in der Ukraine während des russischen Bürgerkriegs, das manchmal als Machnowia oder Machnowtschina bezeichnet wird. Es handelte sich um eine riesige anarchistische Region in der Ukraine, an der Millionen von Menschen beteiligt waren und die von der Schwarzen Armee verteidigt wurde: