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»Facts do not cease to exist because they are ignored.« Aldous Huxley

Jenseits von Klimaoptimismus und Klimapessimismus oder: Ausgehend von der Annahme, dass wir am Arsch sind

Ich hatte recht mit dem Klimawandel, was seine Schwere und seine Dringlichkeit angeht.

Ich habe mir noch nie in meinem ganzen Leben so sehr gewünscht, mich in einer Sache zu irren.

Aber wir dürfen nicht in einfache Fallen wie Optimismus tappen. Oder Pessimismus. Wir dürfen nicht zulassen, dass „wir sind am Arsch“ das Ende der Diskussion ist, aber wir können auch nicht so tun, als wären wir nicht auch, nun ja, irgendwie in Schwierigkeiten. Wir stecken irgendwie in der Scheiße. Das muss einfach der Anfang der Diskussion sein, nicht ihr Ende. Dieser Sommer war verheerend und könnte in den Geschichtsbüchern (falls wir noch da sind, um Geschichtsbücher zu schreiben) als der Sommer in die Geschichte eingehen, in dem die globale Erwärmung wirklich und wahrhaftig zu einer gegenwärtigen Bedrohung wurde und nicht nur zu einer zukünftigen.

Dieser Sommer war verheerend, aber wenn wir die Überschwemmungen in Nepal sehen, wenn wir aus tausend Meilen oder zehn Meilen Entfernung am Rauch von Waldbränden ersticken, während wir zusehen, wie sich der Ozean erwärmt, und lesen, dass Korallenriffe wahrscheinlich der Vergangenheit angehören, müssen wir uns daran erinnern: Das ist nicht die neue Normalität. Das ist das Beste, was es geben wird.

Aus der Vogelperspektive sind zwei Menschen auf einem weiten, vollständig ausgetrockneten Boden zu sehen. Die Erde ist von tiefen Rissen durchzogen und in unzählige unregelmäßige, harte Schollen aufgebrochen. Eine Person in gelb-orangefarbener Kleidung arbeitet gebückt mit einem langen Werkzeug am Boden. Daneben hockt eine zweite Person in einem roten Oberteil neben einem dunklen Behälter oder Eimer. Das tief stehende Sonnenlicht fällt von rechts ein und lässt die beiden Menschen lange Schatten nach links werfen. Die warmen Braun-, Orange- und Rottöne sowie die rissige Erde bestimmen das gesamte Bild und vermitteln einen starken Eindruck von Trockenheit und Dürre.

Vater pflanzt Bäume für die Zukunft
Foto: Artdevera17
Creative-Commons-Lizenz: „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“.

Dieser Sommer war verheerend, aber er ist nicht die neue Normalität. Vielleicht erreichen wir nie eine neue Normalität. Es wird nie wieder eine Normalität geben, es sei denn, wir stoppen die alles vernichtenden Wahnsinnigen, die wissentlich und willentlich jeden Menschen, jedes Tier, jede Pflanze und jedes Ökosystem auf dem Planeten zerstören. Solange wir die Infrastruktur für fossile Brennstoffe nicht stilllegen, wird es nie eine neue Normalität geben. Wir können unsere Gesellschaft und unser Leben an eine veränderte Welt anpassen, aber es ist viel schwieriger, sich an eine sich ständig verändernde Welt anzupassen.

Irgendwann wird die Erwärmung natürlich aufhören. Entweder wir stellen die klimawandelverursachende Infrastruktur ab, oder das Klima wird diese Infrastruktur irgendwann für uns zerstören. Da ich das Leben schätze - sowohl mein eigenes als auch das der Menschen, Tiere und Pflanzen um mich herum - ziehe ich es bei weitem vor, auf Ersteres hinzuarbeiten, anstatt Letzteres einfach hinzunehmen. Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der von ihr erhofften Schwelle von 1,5 Grad Celsius zu halten, und das Internet füllte sich daraufhin mit Meinungsbeiträgen. Ich wäre ein Heuchler, wenn ich mich darüber aufregen würde, dass Leute Kommentare schreiben. Ich bin lieber ein Typ, der erst mal einen kühlen Kopf bewahrt, als einer, der sofort heißläuft - also habe ich mir etwas Zeit gelassen und ein paar Gespräche geführt.

Die meisten Gespräche führten allerdings zu nichts, denn nichts bringt ein höfliches Gespräch schneller zum Erliegen als das Thema Klimawandel.

Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der erhofften 1,5-Grad-Celsius-Grenze zu halten, und die Leute sagten: „Wie können sie es wagen, aufzugeben?“, und die Leute sagten: „Da kann man nichts mehr tun“, und die Leute sagten: „Ist schon okay, sie haben einen guten, soliden Plan vorgelegt, um die Erwärmung zu senken, und ich bin sicher, dass er funktionieren wird“ - und mir gefällt keine dieser Reaktionen.

Ich habe eigentlich kein Problem mit dem Bericht selbst. Man kann ein Problem nicht lösen, ohne es nüchtern zu betrachten, ohne die Realität der Situation zu akzeptieren. Arrogante Selbstüberschätzung wird jeden Krieg verlieren. Wir werden die 1,5-Grad-Grenze sehr bald überschreiten (und der einzige Grund, warum wir das noch nicht getan haben, ist, dass sie auf der Grundlage von 20-Jahres-Durchschnittswerten berechnet wird, nicht für jedes einzelne Jahr). Das ist die Wahrheit.

Es ist auch die Wahrheit, dass die Regierungen und Konzerne dieser Welt ihre Verantwortung nicht ernst nehmen und die meisten von ihnen keinerlei Anzeichen dafür gezeigt haben, dass sie es jemals tun werden. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass der derzeitige Status quo zu etwas anderem als einem Untergang unvorstellbaren Ausmaßes führen wird.

Weder naiver Optimismus noch fatalistischer Pessimismus werden uns retten, und beides sind Formen der Verleugnung, die, ehrlich gesagt, genauso peinlich sind wie die regelrechte Leugnung des Klimawandels.

Naiver Optimismus ist der Glaube, dass sich die Lage bereits verbessert. Nicht, dass sich die Erde abkühlt, sondern dass wir auf dem besten Weg sind, die Schäden zu verlangsamen und umzukehren. Davon gibt es verschiedene Varianten: Manche glauben, dass die Infrastruktur für fossile Brennstoffe weltweit abgebaut wird (während fossile Brennstoffe jedes Jahr einen geringeren Anteil an der gesamten Stromerzeugung ausmachen, steigt die tatsächlich verbrannte Menge an Kohle und Gas, weil die Gesamtstromerzeugung zunimmt); manche glauben, sobald ihre Kandidaten an der Macht sind, wird es eine ausreichend große Verschiebung nach links geben, ohne dass die politischen und wirtschaftlichen Systeme grundlegend verändert werden müssen; manche glauben, dass uns die Kalte Fusion bald unbegrenzte saubere Energie liefern wird (seit Jahrzehnten heißt es schon, das stünde kurz bevor) und sich alles von selbst lösen wird.

Naiver Optimismus ist der Glaube, dass das Problem in den Griff bekommen wird. Es ist eine Art, die Verantwortung für die Schaffung einer besseren Welt abzuschütteln.

Fatalistischer Pessimismus ist die logische Folge davon. Der oft verspottete „Doomerismus“ ist eine weitere Art, Verantwortung abzuschieben. Wenn man nichts tun kann, kann man einfach die Hände in die Luft werfen und sich vom Problem abwenden. Wenn man nichts tun kann, kann man genauso gut tun, was man will.

Wir müssen gemeinsam die Verantwortung dafür übernehmen, dieses Chaos zu beseitigen. Und damit meine ich nicht, Glühbirnen gegen LEDs auszutauschen und so zu tun, als würde Recycling tatsächlich funktionieren (fast überall, wo ich je gelebt habe, kann man zusehen, wie das Recycling in demselben LKW abtransportiert wird wie der Müll). Systemische Probleme löst man nicht mit individuellen Lösungen, und die Besessenheit vom eigenen CO₂-Fußabdruck war eine Idee, die uns von British Petroleum aufgezwungen wurde.

Verantwortung dafür zu übernehmen, das Problem zu beheben, bedeutet nicht, Schuld zu akzeptieren. Es gibt einen Unterschied zwischen Verantwortung und Schuld. Es ist nicht meine Schuld, dass ich in einer transphoben Welt lebe (zum Beispiel). Ich habe nicht die Bedingungen geschaffen, unter denen Menschen Trans-Personen misstrauen und ihnen Schaden zufügen. Aber meine eigene Befreiung liegt in meiner eigenen Verantwortung. Ich kann nicht herumsitzen und darauf warten, dass meine Unterdrücker das für mich tun.

Der meiste liberale Aktivismus neigt dazu, diesen Unterschied zu vergessen. In der gängigsten liberalen Denkweise darf man einer unterdrückten Person niemals sagen, dass ihre Freiheit in ihrer eigenen Verantwortung liegt, weil das implizieren könnte, dass die Unterdrückung ihre eigene Schuld ist. Aber wenn wir den Menschen die Verantwortung nehmen, nehmen wir ihnen auch ihre Handlungsfähigkeit. LGBT-Rechte - und materielle Ressourcen wie kostenlose Kliniken und Programme zur gegenseitigen Hilfe - wurden uns nicht von oben herab gewährt. Sie wurden aufgebaut, größtenteils von den Überlebenden des AIDS-Völkermords. Wir haben Handlungsfähigkeit, weil wir Verantwortung für unsere eigene Freiheit und unser Überleben übernommen haben.

Allerdings erfordern manche systemischen Veränderungen tatsächlich individuelle Veränderungen. Wir sollten wahrscheinlich weniger fliegen. Wir sollten wahrscheinlich deutlich weniger Fleisch essen. Wir sollten wahrscheinlich weniger Auto fahren und uns von benzinbetriebenen Autos verabschieden. Aber all diese Dinge spielen nur dann eine Rolle, wenn sie in großem Maßstab geschehen - es geht nicht darum, dein individuelles Verkehrsmittel zu ändern, sondern darum, unsere Infrastruktur so zu verändern, dass Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzen und Fahrrad fahren können. Es geht nicht darum, vegan zu leben, sondern darum, eine Lebensmittelwirtschaft zu entwickeln, die saisonale Lebensmittel bevorzugt, die überwiegend pflanzlich sind.

Ein „individueller Boykott“ ist kein Boykott, sondern eine Lebensstilentscheidung. Ein Boykott ist eine organisierte, kollektive Aktion - oder gar keine Aktion. Wenn eine einzelne Person streikt, ist das kein Streik. Es muss ein bedeutender Prozentsatz der Belegschaft die Arbeit niederlegen, wenn man kollektive Macht aufbauen will (und nicht einfach nur gefeuert wird). Die meisten von uns wissen, dass wir aus diesem Schlamassel nicht herauskommen, indem wir als Einzelne unsere Gewohnheiten ändern. Die meisten von uns sind außerdem in einer Gesellschaft aufgewachsen, die uns systematisch jegliches Gefühl von Selbstbestimmung nimmt. In der Schule bist du den Autoritäten untergeordnet und sollst so lernen, wie sie es erwarten. An der Uni ist es dasselbe. Lehrende und Verwaltungsangestellte kontrollieren dich, obwohl du die Lehrenden dafür bezahlst, dich zu unterrichten, und die Verwaltungsangestellten dafür, den Betrieb am Laufen zu halten.

Im Berufsleben ist es genauso. Lohnarbeit sollte eigentlich eine vertragliche Vereinbarung zwischen Gleichberechtigten sein: Das Restaurant will, dass sein Geschirr gespült wird, und du willst bezahlt werden. Aber dein Chef schimpft mit dir, schreibt dir vor, was du tun darfst und was nicht, obwohl du für ihn Geld verdienst.

Im öffentlichen Leben als Erwachsener in einer Demokratie ist es irgendwie immer noch dasselbe: Du wirst von den Institutionen überwacht und kontrolliert, für die du bezahlst, die du angeblich durch deine Stimme gestärkt hast.

Wir werden von Geburt an darauf trainiert, keine Handlungsfähigkeit zu haben. Und die Leute fragen sich, warum wir als Gesellschaft Schwierigkeiten haben, den Klimawandel sinnvoll anzugehen.

Die wenige Handlungsfähigkeit, die uns gewährt wird, ist in der Regel kleinräumig und individuell. Wir können entscheiden, wofür wir unser Geld ausgeben, wir können entscheiden, wen wir wählen. Was wir jedoch brauchen, ist, unsere kollektive Handlungsfähigkeit zu finden.

Gemeinsam Macht aufbauen, lernen, unsere Handlungsfähigkeit auszuüben - das ist kein kleiner Teil dessen, was nötig ist, um den Klimawandel anzugehen. Eure Arbeitsstätte gewerkschaftlich organisieren (oder eure Gewerkschaft dazu bringen, demokratischer zu handeln). Arbeitergenossenschaften gründen und für Demokratie am Arbeitsplatz kämpfen. Zu lernen, einander als Gleichberechtigte zu behandeln und Konflikte zu entschärfen - so bauen wir Macht auf.

Kindern Verantwortung beizubringen sollte so sein wie ihnen das Fahrradfahren beizubringen: Vielleicht brauchen sie anfangs Stützräder, aber euer Ziel ist es, diese Räder abzunehmen. Wir alle brauchen von Zeit zu Zeit Orientierung und Anleitung, besonders kleine Kinder, aber ein Freund von mir drückt es immer so aus: „Wenn du Verantwortung für jemanden trägst, ist es dein oberstes Ziel, ihn zu befähigen, selbst Verantwortung zu übernehmen, damit er Selbstbestimmung über sich selbst erlangt. Du musst dich selbst überflüssig machen.“

Ich bin mir sicher, dass es pädagogische Methoden gibt, die Kindern beibringen, nicht nur über ihre eigene Bildung, sondern auch gemeinsam Selbstbestimmung zu erlangen. Ich kenne mich mit Schulen einfach nicht so gut aus wie mit Arbeitsplätzen. Jede nüchterne Analyse der Klimasituation führt unweigerlich zu dem Schluss, dass wir in Schwierigkeiten stecken. Man könnte sogar sagen: „Wir sind am Arsch“, obwohl diese Formulierung natürlich dazu neigt, Leute abzuschrecken.

Es ist ein heikler Balanceakt, den ich noch nicht ganz beherrsche. Wie sagen wir den Leuten: „Es ist nicht alles in Ordnung, und eine verdammte Menge Menschen wird sterben - darunter möglicherweise auch du und ich, aber vor allem Menschen in anderen Ländern - und das macht es nicht okay“, und zwar mit genug Aufrichtigkeit, um die Leute zum Handeln zu bewegen, ohne sie dabei in die Verzweiflung zu treiben?

Meine Theorie ist, dass wir unsere nüchterne Analyse des Problems, wann immer möglich, mit Maßnahmen verbinden müssen, die die Menschen ergreifen können. Handeln, nicht Hoffnung, ist das Gegenmittel gegen Verzweiflung.

Der Haken ist natürlich, dass keine einzelne Maßnahme uns retten wird.

Gut, dass es also 8,3 Milliarden Menschen auf dieser Welt gibt. Das sind 8,3 Milliarden Menschen, deren Zukunft davon abhängt, den Omnicid unseres Planeten zu stoppen. Das sind 8,3 Milliarden Menschen, die den Ausbau der Infrastruktur für fossile Brennstoffe stoppen können, die alternative Verkehrsinfrastrukturen entwickeln können, die andere Lebensmittelversorgungsketten aufbauen können. Das sind 8,3 Milliarden Menschen, die [ZENSIERT] oder [ZENSIERT] tun können oder direkt zu [ZENSIERT] gehen und dann [ZENSIERT] können. (Hast du gedacht, wir würden da kampflos davonkommen?) Seit Jahren bezeichne ich den Faschismus als den Miniboss und den Klimawandel als den Big Boss, aber das heißt nicht, dass der Faschismus ein geringeres Problem ist. Du musst zuerst den Miniboss bekämpfen. Er steht zwischen dir und dem Big Boss. Aber, um meine Videospiel-Analogie fortzusetzen: Der Kampf gegen den Miniboss lehrt dich, wie man den Big Boss besiegt. Du sammelst Erfahrungspunkte. Du steigst ein Level auf. Du bekommst neue Zaubersprüche … okay, vielleicht nicht ganz so.

Der derzeitige Aufstieg des Faschismus scheint direkt auf den Klimawandel zurückzuführen zu sein. Kein Teil von mir glaubt, dass die regierenden rechten Politiker den Klimawandel tatsächlich anzweifeln - seine Schwere herunterzuspielen und zu leugnen, ist stattdessen ein kalkulierter Schachzug ihrerseits.

Denn rechte Regierungen bereiten sich auf den Klimawandel vor. Sie schließen Grenzen, bauen Mauern. Der globale Norden weiß, dass der globale Süden in Schwierigkeiten steckt, also verriegeln sie die Türen.

Das ist die „Ich hab meins, scheiß auf euch“-Einstellung gegenüber der Apokalypse. Rechte Spinner ohne systemische Macht bauen Bunker, füllen sie mit Trockennahrung und Munition und fantasieren davon, jeden zu erschießen, der versucht, ihre Bohnen und ihren Reis zu stehlen, weil sie nicht vorhaben, zu teilen. Rechte Spinner mit systemischer Macht tun dasselbe, aber auf nationalstaatlicher Ebene. „Festung Europa“ und Trumps USA verschließen beide die Türen, damit sie nicht teilen müssen, wenn es weltweit schlimm wird.

Milliarden und Abermilliarden von Menschen leben in Regionen, die mit extremer Hitze und unerträglichen Außentemperaturen zu kämpfen haben, und es ist entsetzlich böse, die Luken zu verriegeln, gerade jetzt, wo immer mehr Menschen in Not geraten. (Und natürlich ist es nicht der globale Süden, der uns überhaupt erst in dieses Schlamassel gebracht hat.)

Um den Klimawandel zu bekämpfen, müssen wir den Klimafaschismus bekämpfen. Daran führt kein Weg vorbei. Es gibt eine mächtige Minderheit von Menschen, die beschlossen haben, dass das Ende naht, und die, anstatt die schlimmsten Auswirkungen abzumildern, einfach Menschen töten werden. Wir müssen sie aufhalten. Ich weiß nicht genau, wie, aber ich will sagen, dass mein Großvater und der Bruder meiner Großmutter beide am letzten großen weltweiten Kampf gegen den Faschismus beteiligt waren - und ihre Lösung bestand jeweils aus Torpedos und Luftangriffen. Aber um konkret zu werden: Ich glaube, einige Maßnahmen, die wir ergreifen können, sind - in keiner bestimmten Reihenfolge:

  • Entwickelt die Fähigkeit, kollektives Handeln auf horizontaler Ebene zu gestalten (wie zum Beispiel, aber nicht beschränkt auf Gewerkschaften, kollektive Arbeitsstätten, Aktivistengruppen, Direkten-Aktionsgruppen). Unterstützt Menschen, die diese Art von Handlungsfähigkeit aufbauen: Kauft in Unternehmen ein, die den Beschäftigten gehören, überschreitet keine Streikpostenketten, geht bei Protesten auf die Straße und seid dabei.
  • Bekämpft den Ausbau der Infrastruktur für fossile Brennstoffe - durch Lobbyarbeit und direkte Aktionen.
  • Bekämpft den Aufstieg des Klimafaschismus - durch Gemeinschaftsorganisation und Gemeinschaftsverteidigung, wenn möglich mit gesetzgeberischen Mitteln und, falls nötig, durch Aufstand.
  • Unterstützt Menschen, die im Kampf gegen Faschismus und Klimawandel verhaftet werden.
  • Kämpft gegen die Trägheit, die uns mit dem Status quo zufrieden sein lässt - egal, ob diese Zufriedenheit durch Verleugnung, naiven Optimismus oder fatalistischen Pessimismus entsteht.
  • Schafft widerstandsfähige Gemeinschaften durch individuelle und gemeinschaftliche Vorsorge: Gründet Prepper-Organisationen, die gegenseitige Hilfe und den Austausch von Fähigkeiten mit dem Sammeln von Ressourcen, dem Erlernen von Fertigkeiten, dem Aufbau von Beziehungen und der Schaffung von Infrastruktur verbinden.
  • Engagiert euch in der Katastrophenhilfe, sei es durch Arbeit vor Ort, durch Spendensammlungen oder durch das Sammeln von Hilfsgütern zur Unterstützung der Helfer vor Ort.
  • Bereite deine Stadt darauf vor, Klimaflüchtlinge aufzunehmen - durch den Ausbau der Infrastruktur wie Wohnraum und anderer Systeme, die eine höhere Bevölkerungsdichte ermöglichen, sowie durch das Erlernen multikultureller und mehrsprachiger Organisationsformen.
  • Bereite dich darauf vor, selbst Klimaflüchtling zu sein.
  • Baue eine widerstandsfähige Infrastruktur auf. Isoliere alle Wohngebäude gegen Temperaturschwankungen und Rauch. Richte Klimaanlagen ein. Richte Kühlzentren ein.
  • Lebe dein bestes Leben hier und jetzt, denn die Zukunft ist alles andere als garantiert. Sag deinen Freunden, dass du sie liebst. Passt aufeinander auf.
  • Gib deine Zukunft nicht auf. Fang nicht mit dem Rauchen an.
  • Sei mutig. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Vorhandensein von Tapferkeit.
  • Deeskaliert alle Konflikte, die nicht mit dem Feind zu tun haben. Der Feind will, dass wir uns gegenseitig bekämpfen. Wir wollen, dass wir gemeinsam gegen den Feind kämpfen. Unterstützt Menschen, die anders kämpfen als ihr.
  • Sprecht mit den Menschen über den Klimawandel und helft ihnen, ihre Angst, ihre Hoffnungslosigkeit, ihren Fatalismus und ihre Naivität zu überwinden. Helft ihnen zu erkennen, dass es Dinge gibt, die sie tun können.
  • Geht nicht davon aus, dass wir gewinnen werden. Geht nicht davon aus, dass wir verlieren werden. Bleibt mit dem Kopf im Spiel.
  • Am wenigsten wichtig, aber wahrscheinlich dennoch von gewissem Wert: Entwickelt die Gewohnheiten eines einfachen Lebens, um die Welt vorwegzunehmen, die wir schaffen wollen. Reduzieren, wiederverwenden, recyceln. Baut mehr eurer eigenen Lebensmittel an. Teilt mehr Essen mit anderen. Esst weniger Fleisch. Haltet Hühner im Garten. Verbraucht weniger Strom. Kauft euch (ironischerweise) ein Elektroauto, fahrt aber insgesamt weniger und bildet öfter Fahrgemeinschaften. Fliegt weniger oder gar nicht. Wenn es in deinem Bundesland erlaubt ist, lass dir eine Solarstromanlage installieren (tu das aber bitte nicht illegal, es ist ein Risiko für die Elektriker, wenn deine Region nicht darauf vorbereitet ist, das korrekt durchzuführen). Nimm dir wahrscheinlich nicht alle möglichen „guten Klimagewohnheiten“ auf einmal vor, sondern probier ein paar aus und schau, was du dauerhaft beibehalten kannst. Einfach zu leben ist wahrscheinlich sowieso eine bessere Art zu leben, aber verwechsle das niemals mit den systematischen Veränderungen, die notwendig sind.

Quelle:  "Beyond Climate Optimism, Beyond Climate Pessimism or: Starting From the Position That We’re Fucked" von Margaret Killjoy, 11. September 2026

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Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

Wenn sie auf dem „Torment Nexus“ bestehen oder: Dein Auto sollte dich nicht ins Gefängnis fahren

Vor ein paar Wochen hat ein selbstfahrendes Taxi der Marke Waymo in San Mateo, Kalifornien, zwei Kinder in die Hände der Polizei gebracht. Die Maschine stellte fest, dass ihre beiden 15-jährigen Fahrgäste Alkohol tranken und mit Spielzeugwaffen herumschossen, also alarmierte sie die Polizei, fuhr von selbst auf einen Parkplatz und schaltete sich aus. Die Kinder wurden daraufhin von den bewaffneten Männern (und möglicherweise Frauen) festgenommen, die gnädigerweise beschlossen, die Teenager nicht hinter Gitter zu stecken, sondern sie ihren Eltern zurückzugeben. Diesmal.

Fast jeder Artikel, den ich zu diesem Thema gelesen habe, will unbedingt betonen, dass die Kinder nicht im Auto eingesperrt waren, dass sie frei waren, zu gehen. Dass es den beiden Fünfzehnjährigen freistand, von einem beliebigen Parkplatz aus zu gehen, Gott weiß, wie weit von zu Hause entfernt. Als ob das alles in Ordnung machen würde.

Und ich habe viele Artikel über den Vorfall gelesen, weil mich mindestens ein Dutzend Leute in den Beiträgen getaggt oder mir Nachrichten dazu geschickt haben. Denn 2015 veröffentlichte Vice eine Kurzgeschichte von mir namens One Star, in der es um einen nicht-binären Graffitikünstler geht, der in einem selbstfahrenden Taxi gefangen ist, das beschließt, ihn ins Gefängnis zu fahren. Es ist eine kurze Lektüre, kaum länger als mein durchschnittlicher Newsletter.

Ich kam mir damals, als ich sie schrieb, richtig clever vor. Die Idee dazu kam mir, als ich mit ein paar Freunden in dem Van, in dem ich früher gewohnt hatte und den ich „Leviathan“ getauft hatte, quer durch das Land reiste. Weil er gigantisch war und die Zivilisation verkörperte.

Selbstfahrende Autos befanden sich zu diesem Zeitpunkt gerade mal in der Proof-of-Concept-Phase, aber ich erklärte, dass ich es toll fände, wenn „Leviathan“ von selbst fahren könnte – wenn ich einfach hinten in meinem eigenen Bett schlafen könnte, während mein Van mich dorthin bringt, wo ich hinwollte.

„Wenn sie selbstfahrende Autos erfinden, werden sie die Leute einfach ins Gefängnis fahren. Das weißt du doch, oder?“, sagte mein Freund zu mir.

Ich hatte keine Antwort für ihn, denn er hatte recht. Es gab nie eine Chance, dass eine Strafgesellschaft wie die USA selbstfahrende Autos als etwas anderes entwickeln würde als eine Erweiterung der sozialen Kontrolle und der Strafjustiz.

Also schrieb ich eine Geschichte darüber, verkaufte sie an Vice und versuchte seitdem, nicht zu viel darüber nachzudenken.

Zehn Jahre später wurde diese Geschichte wahr.


Im Jahr 2021 twitterte der „The Onion“-Autor Alex Blechman:

Der Screenshot zeigt den Tweet von Alex Blechman
Sci-Fi-Autor: In meinem Buch habe ich den „Torment Nexus“ als warnendes Beispiel erfunden. 
Tech-Unternehmen: Endlich haben wir den „Torment Nexus“ aus dem klassischen Sci-Fi-Roman „Don’t Create The Torment Nexus“ geschaffen.

Seitdem ist „Torment Nexus“ zum Synonym für die schrecklichen Dinge geworden, die Menschen (vor allem diejenigen, die Tech-Unternehmen leiten) tun und die von den schlimmsten dystopischen Vorstellungen von Science-Fiction-Autoren inspiriert zu sein scheinen.

Alex Blechman sprach konkret davon, wie Facebook seinen Namen in Meta änderte und versuchte, das Metaversum zu entwickeln – inspiriert vom Metaversum aus dem dystopischen Cyberpunk-Unternehmensroman Snow Crash von Neil Stephenson. Ich denke, das „Torment-Nexus“-typischste Beispiel für dieses Phänomen ist Palantir, das durch und durch böse Überwachungsunternehmen, benannt nach den Geräten, die von den durch und durch bösen Bösewichten aus Der Herr der Ringe verwendet werden.

Wenn wir ganz genau nehmen, halte ich das Waymo-Gefängnis-Taxi nicht für einen echten „Torment-Nexus“-Moment, denn ich bin nicht so überheblich zu glauben, dass selbstfahrende Taxis – oder ihre Fähigkeit, straffällige Jugendliche in die Hände der Polizei zu liefern – von meinen Texten inspiriert wurden.

Stattdessen habe ich mich einfach als hellsichtig erwiesen, und zwar nicht auf eine Art, die sich gut anfühlt.

Ich will den „Torment Nexus“ nicht.

Was wäre, wenn wir stattdessen alle Hron aufbauen würden, aus Margaret Killjoys erfolgreichem utopischem Roman aus einer fiktiven Welt, Please Build the Country of Hron? (Na ja, eigentlich heißt er A Country of Ghosts.)


Wir rutschen immer schneller in einen Albtraum, den niemand – außer den Machthabern – will. Wir wollen keine Flock-Kameras, die jede unserer Bewegungen verfolgen. Wir wollen unser Denken nicht einer aufgeblasenen Autovervollständigung überlassen, die die Bücher dieser Welt zerstört.

Wir wollen den Klimawandel bekämpfen. Wir sehen Städte in Flammen oder unter Wasser, und manchmal sind das unsere eigenen Städte. In der vergangenen Woche wurden in Frankreich und Spanien eine Drittelmillion Menschen durch die dortigen Brände vertrieben, und entweder du oder jemand, den du kennst, hat diesen Sommer bereits miterlebt, wie das Stromnetz unter der Last von Hitzewellen und Hitzekuppeln zu kämpfen hatte.

Die Bewegung gegen Rechenzentren ist wahrscheinlich die Bewegung, die am ehesten in der Lage ist, uns über kulturelle Grenzen hinweg in diesem Land zu vereinen. Während die traditionellen Medien mit dem kometenhaften Aufstieg von Rechenzentren und KI als Infrastruktur prahlen, würden wir alle es lieber sehen, wenn diese Anstrengungen in die Nachrüstung von Wohngebäuden für Energieeffizienz, Kühlung und Rauchfilterung fließen würden. Denn „wäre es nicht toll, wenn eine Website dir ein kleines Lied vorsingen könnte“ fühlt sich im Moment viel weniger wichtig an als „Ich möchte nicht zusehen müssen, wie meine Liebsten am Rauch der Waldbrände ersticken.“

Die einzige stromfressende Infrastruktur, über die wir uns gerade Gedanken machen müssen, ist die Klimaanlage.

Dazu habe ich nicht viel zu sagen, was über eine Aneinanderreihung von Schimpfwörtern hinausgeht.

Und unsere Autos sollten uns nicht ins Gefängnis fahren. Ich wünschte, wir könnten selbstfahrende Autos haben, aber der Strafvollzugsstaat und der Kapitalismus sind der Grund, warum wir keine schönen Dinge haben können.

Ich bin nicht gegen Technologie, zumindest nicht im abstrakten Sinne. Aber Technologie ist nicht neutral; sie wird innerhalb von Gesellschaften entwickelt und umgesetzt. Die ursprünglichen Ludditen hassten nicht die Idee von Maschinen, sie hassten die Vorstellung, dass ihre Lebensgrundlage durch Maschinen zerstört wurde. Textilarbeiter hatten zuvor in Häuschen gearbeitet – einer buchstäblichen Heimindustrie –, wurden aber plötzlich zu ersetzbaren Rädchen im industriellen Getriebe der Städte. Es ist nicht so, dass alle Arbeiter ihre Jobs verloren hätten, sondern dass ihre Arbeit von der Würde des Handwerks in das Elend der industriellen Produktion abglitt.

Und heute Morgen zitierte die New York Times einen KI-Arsch, der meinte, KI werde „das Zehnfache der industriellen Revolution mit zehnfacher Geschwindigkeit“ bringen.

Nun bin ich glücklicherweise ein kleiner KI-Optimist. Das heißt, ich glaube, dass sie zusammenbrechen und scheitern wird, anstatt diese gewaltigen, weltverändernden Dinge zu vollbringen, die keiner von uns will. Wahrscheinlich wird sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Aber wenn nicht, nun, dann gibt es bereits jetzt eine Revolte, und diese Revolte wird wachsen.

Und wenn sie auf dem „Torment Nexus“ bestehen, können wir uns weigern, ihn zu bauen.

Und wenn sie ihn trotzdem bauen, können wir ihn zerstören.

Quelle: „When They Insist Upon the Torment Nexus or: your car should not drive you to jail“ von Margaret Killjoy, 29. Juli 2026

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Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

Erneuerbare Energien verteidigen!

Das Foto zeigt das Fronttransparent mit dem Text: "Erneuerbare Energien verteidigen!"
Foto ©: heba/Umbruch Bildarchiv
Am 18. April demonstrierten in vier bundesdeutschen Städten an die 80.000 Menschen für die Energiewende und den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energie aus Wind und Sonne. In Berlin begann die Demo von über 20.000 Teilnehmerinnen am Invalidenpark. Dort ist auch das Energie- und Wirtschaftsministerium von Frau Reiche. Diese CDU-Ministerin glänzte in den letzten Monaten durch eine offene Lobbypolitik für die fossile Industrie und die großen Gaskonzerne wie EON und RWE.

Katherina Reiche holte sich Ratschläge von den Energiekonzernen, wie ein beschleunigter Ausbau von Großbatteriespeichern zur Verhinderung der Dunkelflaute zugunsten der geplanten Gaskraftwerke verhindert werden kann und Frau Reiche sprach sich auch für die Renaissance der Atomkraft aus. Diese Frau ist eine „grandiose Fehlbesetzung und soll sofort zurücktreten“, so eine Kundgebungsrednerin des breiten Bündnisses von ‚Friday for Future‘ über ‚Greenpeace‘ und ‚Campact‘ bis zu Wirtschaftsvertretern aus der Branche der Erneuerbaren. Gerade jetzt zeige sich wie fundmental wichtig die Erneuerbaren sind für einen stabilen Strompreis, für die Klimaziele und eine Unabhängikeit von Autokraten der Öl- und Gasexportländer.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv

Links

This Saturday: All Out for No Kings Day 3!

Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Masked secret police are terrorizing our communities. An illegal, catastrophic war is putting us in danger and driving up our costs of living. Attacks on our freedom of speech, our civil rights, and our freedom to vote are happening on a daily basis. Costs are pushing families to the brink. #Trump is acting like a tyrant. But this is America, and power belongs to the people - not to wannabe kings or their billionaire cronies.

This Saturday, March 28th, we will show up together to demand, No Kings!


Please plan to join what promises to be the largest democracy, human rights, and peace demonstration in U.S. history. More than 3,000 events are planned.

FIND A NO KINGS EVENT NEAR YOU!

As President Trump escalates his attempts to control us, it is on us, the people, to show that we will fight to protect one another and our country. If he believes we will roll over and allow him to take our freedoms, he is mistaken. We are coming together on March 28 across issues, ages, races, and religions, because we know we can overcome this repression when we unite.



(In #Germany also in #Munich / #München #Nuremberg / #Nürnberg #Frankfurt #Wiesbaden #Düsseldorf #Bremen & #Hamburg)

#NoKings! #NoWars! #NoNukes! #NoICE


Wenn du weit kommen willst, geh gemeinsam oder: Mach eins nach dem anderen

Ich schreibe ständig über Hoffnung, darüber, wie man die Verzweiflung besiegt, und in manchen Wochen denke ich, ich muss die am wenigsten geeignete Person auf der Welt sein, um über dieses Thema zu schreiben. Denn in manchen Wochen ist die Verzweiflung so tiefsitzend, dass sie wie ein Dämon der Schlaflähmung auf meiner Brust lastet.

Ich war eigentlich nie ein verzweifelter Mensch. Die meiste Zeit meines Lebens haben mich das Bewusstsein für Ungerechtigkeit und Grausamkeit zum Handeln und zum Aktivismus angespornt. Im Moment fällt mir das schwerer. Die Krise ist schlimmer als je zuvor, und manchmal liege ich nachts da und versuche, eine Lösung für alle Probleme der Welt zu finden, und das ist eine unmögliche Aufgabe, und es überwältigt mich, und ich schalte ab und schlafe schließlich ein. Es ist wie Schafe zählen, wenn du Albträume statt Träume willst.

Vielleicht bin ich gerade deshalb qualifiziert, darüber zu schreiben, weil ich in letzter Zeit mit Hoffnung und Verzweiflung zu kämpfen habe. Ich hoffe es.

Es gibt eine Art Sprichwort, das mir in letzter Zeit oft durch den Kopf geht. „Wenn du schnell vorankommen willst, geh allein. Wenn du weit kommen willst, geh gemeinsam.“

Ich kann dieses Problem, das Problem des Faschismus, nicht alleine lösen. Ich kann mir nicht einmal alleine ausdenken, wie die Lösung aussehen könnte.

Das ist eine schwere Erkenntnis für mich, denn obwohl ich so etwas wie ein anarchistischer Kommunist oder Sozialist oder was auch immer bin, war ich schon immer ein Einzelgänger. Ich arbeite lieber alleine. Ich mag Projekte, die man alleine machen kann. Nur … nun ja, es gibt keine Projekte, die man alleine machen kann.

Oh, klar, ich schreibe Bücher, diese bekanntlich einsame Beschäftigung. Meine Freunde helfen mir beim Brainstorming, mein Agent hilft mir, einen Verlag zu finden, meine Lektoren helfen mir beim Überarbeiten, ein Designer gestaltet sie schön, und Bibliothekare und Buchhändler helfen dabei, dass sie die Leser erreichen. Das Schreiben selbst ist grundsätzlich eine einsame Tätigkeit (für mich und die meisten Autoren), aber alles, was es möglich und lohnenswert macht, ist eine kollektive Anstrengung.

Oh, klar, ich habe einmal „ganz allein“ eine Hütte gebaut. Auf dem Grundstück eines Freundes. Mit Ratschlägen von befreundeten Bauunternehmern und Fremden im Baumarkt auf dem Land und aus einem halben Dutzend YouTube-Videos. Und Hilfe beim Setzen der Fundamentpfosten. Und Hilfe beim Verlegen des Fußbodens und der Wandpaneele. Und Hilfe beim Aufrichten der Dachsparren. Die meiste Zeit, die ich in dieses Haus gesteckt habe, war ich allein im Wald, oben auf einer Leiter, und habe die Litanei gegen die Angst wiederholt, aber ich habe diese Hütte nicht allein gebaut, obwohl ich sie allein gebaut habe.

Ich kann mich nicht allein durch den Faschismus hindurchdenken, und ich hasse das.

Schlimmer noch, ich weiß nicht, ob wir selbst alle zusammen in der Lage sein werden, alles zu tun, was wir tun müssen. Vielleicht ist die Aufgabe, die vor uns liegt, tatsächlich unüberwindbar, und ich mag es nicht, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Aber der Faschismus war schon immer der Miniboss. Der Klimawandel wartet dahinter und droht.

Das Bild der nordlichen Erdhabkugel, von oben auf den Nordpol gesehen, zeigt, dass die Meeresoberflächentemperaturen am 5. März 2022 vor der nordamerikanischen Küste (grüner Kreis) um bis zu 14,1 °C  höher waren als im Zeitraum 1981–2011
Das Bild zeigt, dass die Meeresoberflächentemperaturen am 5. März 2022 vor der nordamerikanischen Küste (grüner Kreis) um bis zu 14,1 °C höher waren als im Zeitraum 1981–2011.
Quelle: arctic-news
Ein „Blue Ocean Event“ ist die Bezeichnung für einen Sommer ohne arktisches Eis – oder besser gesagt, einen Sommer, in dem das arktische Eis unter tausend Quadratkilometer fällt und das Wasser blau statt weiß hinterlässt. Vor etwa zehn Jahren sprach der Weltklimarat der UN davon, dass dies bis zum Ende des Jahrhunderts möglich sein könnte, vielleicht sogar schon früher.

Einige Klimamodelle (pessimistischere Modelle, aber nicht die pessimistischsten) deuten darauf hin, dass wir diesen Sommer ein Blue-Ocean-Event haben könnten. Wahrscheinlich wird es nicht dazu kommen, aber es ist eine ernstzunehmende Möglichkeit, wie sie früher in unserem Leben undenkbar gewesen wäre.

Wir warten größtenteils in dieser schrecklichen Schwebe zwischen Untätigkeit und Handeln. Die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, sind schwerwiegend genug, um ziemlich drastische Maßnahmen zu rechtfertigen, aber uns wird gesagt, wir sollen bis zu den Wahlen den Atem anhalten. Mehr noch: Wir wissen, dass die meisten drastischen Maßnahmen die Situation nicht wirklich verbessern werden, denn einzelne drastische Maßnahmen neigen nicht dazu, die Welt zum Besseren zu verändern, denn wenn man weit kommen will, muss man es gemeinsam angehen.

Wenn es etwas gibt, das mir Hoffnung gibt, dann ist es das, was ich vor ein paar Monaten in Minneapolis gesehen habe. Das Problem wurde nicht „gelöst“, nicht endgültig, aber Zehntausende von Menschen haben direkt gegen die Invasion von Bundestruppen in ihrer Stadt gehandelt (und handeln weiterhin). Sie kommen weit, weil sie gemeinsam vorangehen.

Heute Morgen wusste ich nicht, wie ich aufstehen sollte.

Es gibt all diese Dinge, die ich mir selbst sage, Dinge, an die ich glaube, wie: Konzentriere dich auf das, worüber du Einfluss hast. Konzentriere dich auf lokale Themen, lokale Probleme. Konzentriere dich darauf, Resilienz aufzubauen, sowohl für dich selbst als auch für deine Gemeinschaft.

Das Foto zeigt die Filiale von Harbor Freight Tools in Austin, Texas
Harbor Freight Tools Austin, TX
Foto: Jeff Keyzer, WA, USA
Diese Woche habe ich Gartenzubehör für einen Freund bestellt, ich war bei Harbor Freight (Vorschläge am Ende), um diese tollen Schnäppchen zu ergattern, und ich bin zu einem persönlichen Treffen mit lokalen linken Preppern gegangen, um auszutauschen, was wir wissen und wie wir uns gegenseitig helfen können. Wir haben über Gefriertrockner und Teach-Ins gesprochen, über Tinkturen und Notfallmedizin. Diese Woche habe ich meinen Keller aufgeräumt und einem neuen Freund etwas über Notstromversorgung beigebracht.

Das sind alles Dinge, die es wert sind, getan zu werden.

Ich wusste immer noch nicht, wie ich heute Morgen aufstehen sollte.

Was mich auf die Beine brachte, war eine SMS vom Schnellreaktionsnetzwerk in meiner Nachbarschaft, eine SMS, in der stand, dass Bundesbeamte ein paar Blocks weiter eine Razzia in einem Haus durchführten. Das brachte mich auf die Beine, ich zog mich an, verließ das Haus und ging joggen, wobei ich mir wünschte, ich wäre in besserer Form. Es war letztendlich keine Einwanderungskontrolle, sondern nur eine Drogenrazzia (die Leute wurden nicht wegen ihres Geburtsortes entführt, sondern in Käfige gesteckt, weil sie die falschen Pflanzen im Haus hatten. Irgendwie sollen wir glauben, dass es einen großen Unterschied zwischen diesen beiden Dingen gibt).

Es war nicht die ICE, aber es war gut, sich daran zu erinnern, dass es den Leuten wichtig ist, dass sich Menschen innerhalb kürzester Zeit versammelt haben. Und dass ich einer dieser Menschen war, denen es wichtig ist, die nützlich sein können.

Und das hat mich heute Morgen aus dem Bett gebracht.

Und es hilft mir, mich daran zu erinnern, dass ich dazu beitragen kann, etwas zu tun, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Und es hat mir klar gemacht, dass ich eine kleine Notfalltasche nur für die ICE-Wache brauche, mit einer Pfeife, einer Corona-Maske, einem Notizbuch, einem Stift, einem Filzstift und Karten mit meinen Rechten. Denn ICE ist überall im Land aktiv, aber die ICE-Wächter auch. Die ICE-Wache ist nicht das Wichtigste, was ich mache. Es ist nicht das, worauf ich mich konzentriere, oder worin ich die meiste Erfahrung habe. Aber wenn sie in meiner Nachbarschaft sind, dann lohnt es sich, an das alte Sprichwort zu denken: „Wer, wenn nicht wir?“

Und wer liebt nicht die Ausrede, kleine Sets zusammenzustellen?

Um Dinge zu erreichen, muss man große Projekte in konkrete Schritte zerlegen und diese dann umsetzen. Aber manchmal hat man kein wirkliches Bild davon, wie man das gesamte Projekt bewältigen soll. Manchmal ist ein Projekt zu groß, um es im Kopf zu behalten, besonders wenn man allein ist, und deine Aufgabe ist es, einfach über die Schritte nachzudenken, die helfen könnten, diese Schritte dann zu gehen und zu sehen, was passiert. Es lohnt sich, ein konkretes, kleineres Projekt auszuwählen (wie den Aufbau eines Schnellreaktionsnetzwerks, eines Vorsorgekreises oder einer radikalen Versammlung) und andere Leute zu finden, die das auch tun wollen. Denn gemeinsam können wir viel erreichen.

(Und es stellt sich heraus: Wenn du schnell vorankommen willst, musst du wahrscheinlich erst mal joggen üben.)

Dinge, die ein Prepper vielleicht bei Harbor Freight kaufen möchte – eine unvollständige Liste

  • Planen (Notunterkünfte, Pavillons für große Versammlungen, Aufräumarbeiten nach Katastrophen)
  • Plastikfolie und Klebeband (zum Abdichten von Räumen und Fenstern, um sie bei Stromausfällen warm zu halten)
  • Schlauchschellen und Kabelbinder (Notfall-Fahrzeugwartung)
  • Brechstangen, Äxte und Vorschlaghämmer (Notfall-Abbrucharbeiten, z. B. für Rettungszwecke)
  • Abschleppgurt (für Fahrzeugbergung)
  • Benzinkanister (Benzin für 2–3 Monate lagern, oder 1–2 Jahre mit Additiven)
  • wetterfeste, mit Schaumstoff gefüllte Hartplastikkisten (Elektronik für Katastrophengebiete lagern)
  • Batterien (für alles)
  • PSA (Schutzbrillen, Masken, Ohrstöpsel, Nitrilhandschuhe, diese großen weißen Einweganzüge, die man bei der Katastrophenbeseitigung tragen kann)
Meistens vermeide ich es, Elektronik und komplizierte Werkzeuge bei Harbor Freight zu kaufen, weil die Qualität dort sehr unterschiedlich ist, aber ich habe gute Erfahrungen gemacht mit Sachen wie Schaufeln, Planen und so weiter.

Vielleicht fange ich an, diese kleinen Mini-Prepper-Tipps am Ende der Beiträge hinzuzufügen. Mal sehen, ob ich das durchhalte.

Quelle: "If You Want to Go Far, Go Together or: doing one thing at a time", 25. März 2026 von Margaret Killjoy.

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Straßenfeste und Ölkrisen oder: Wie man sich vorbereitet

Es ärgert mich, wenn abgedroschene Sprüche tatsächlich zutreffen. Deshalb ärgert es mich, dass ja, der beste Zeitpunkt, sich vorzubereiten, gestern war. Der nächstbeste Zeitpunkt, sich vorzubereiten, ist heute.

Es ist Zeit, sich vorzubereiten. Oder, wenn du regelmäßig meine Beiträge liest, ist es Zeit, deine Vorbereitungen zu überprüfen und aufzufrischen.

Um es klar zu sagen: Ich mache mir keine besonderen Sorgen um einen Atomkrieg. Nicht mehr als gestern. Ich bin fest davon überzeugt, dass man auf alles vorbereitet sein sollte, aber man muss Prioritäten setzen, und ein Atomkrieg sollte auf deiner Liste immer ziemlich weit unten stehen, denn er ist unwahrscheinlich, schwer vorzubereiten und selbst wenn du vorbereitet bist, schwer zu überleben. In sehr vielen Szenarien mit einem Atomkrieg werden du und alle, die du liebst, mehr oder weniger ohne Vorwarnung sterben.

Klar, du kannst dir Jodtabletten besorgen, um deine Schilddrüse zu schützen und das Risiko für eine bestimmte Krebsart zu senken (obwohl diese Tabletten für alle über 40 kontraindiziert sind). Du kannst dir überraschenderweise sogar ziemlich einfach einen selbstgebauten Atombunker bauen, und vielleicht mache ich mir das eines Tages auch mal. Aber ein Atomkrieg kommt entweder oder eben nicht, und es ist durchaus möglich, dass er einfach das Leben auf der Erde auslöscht, also lohnt es sich ehrlich gesagt nicht, sich darüber große Sorgen zu machen.

Nein, es ist die Ölkrise, die mir Sorgen bereitet, und sie wird Folgewirkungen haben. Ein Fünftel des weltweiten Öls fließt durch die Straße von Hormus im Persischen Golf, südlich des Iran. Als ich heute Morgen aufwachte, erfuhr ich, dass Öltanker brannten. Das ist die größte Störung der Ölversorgungskette in der Geschichte.

Es kommt mir seltsam vor, mich auf die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Amerikaner zu konzentrieren, wenn ich einen Krieg beschreibe, der von einem verrückten Kriegstreiber wie Pete Hegseth geführt wird, der mit falschen Gewichten trainiert, um muskulös zu wirken, und Moral als Schwäche betrachtet. Es ist ein extrem unmoralischer Krieg, der von zwei extrem unmoralischen Regimes geführt wird (gegen ein drittes Land, das von einem extrem unmoralischen Regime regiert wird, aber wie immer sind es die Menschen selbst, die darunter leiden). Aber ich kann nur über so viele Dinge auf einmal schreiben.

Das Foto zeigt zwei Reiter vor einem Laden, die in Anzügen und mit Aktenkoffer auf Pferden sitzen. Dem Vorderen wird ein Dokument von einem dritten Mann überreicht, der in einen weißen Laborkittel gekleidet vor einem Laden mit der Aufschrift "G.F & D. Thomas" steht.
Ölkrise 1974: Titelseite der 'Foundation News'
Quelle: Wellcome Library, London

In den 1970er Jahren gab es eine Reihe von Ölkrisen, die durch Spannungen in Westasien verursacht wurden. 1973 weigerten sich die meisten arabischen Länder, Öl an Länder (wie die USA) zu verkaufen, die Israel während des Jom-Kippur-Kriegs unterstützt hatten (sechs Jahre zuvor, im Sechstagekrieg, hatte Israel den Westjordanland und den Gazastreifen von Nachbarländern gestohlen, und 1973 versuchten verschiedene Länder vergeblich, diesen Landraub zu stoppen).

Das Embargo vervierfachte die Ölpreise im Westen, was zu Energie-Rationierungen und einem Börsencrash führte, der die US-Wirtschaft und damit die Weltgeschichte neu prägte. Die Revolution im Iran 1979 führte zu einer Verdopplung der Ölpreise und einer zweiten Ölkrise. Während dieser Krisen bildeten sich kilometerlange Schlangen vor den Tankstellen, wobei sich die Leute um die Zapfsäulen prügelten und sich gegenseitig aus den Autos bestahlen.

Die Benzinpreise sind bereits um etwa fünfzig Cent gestiegen und könnten bis nächste Woche 4 Dollar erreichen. Die Wirtschaft steckte bereits in Schwierigkeiten, da die USA im letzten Monat 92.000 Arbeitsplätze verloren haben. Es hätte also zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können.

Das heißt, der aktuelle Krieg gegen den Iran könnte (oder auch nicht) zu viel größeren Problemen führen als „Benzin ist 50 Cent teurer“.

Der Benzinpreis wirkt sich auf die Preise für alles aus. Die Sachen, die wir im Laden kaufen, wurden mit Lkws dorthin transportiert, die Benzin verbrauchen. Dünger wird aus Petrochemikalien hergestellt (ob das nun richtig ist oder nicht) und die Produktion von Lebensmitteln wird teurer werden.

Wir stecken natürlich schon in einer Wirtschaftskrise. Und diese Krise wird sich noch verschärfen. Wenn die aktuelle Energiekrise nur von kurzer Dauer ist, werden Einzelhändler und Großhändler die Kosten tragen. Aber wenn sie einen Monat oder länger andauert (nach dem, was ich gelesen habe), dann werden die Kosten die Kunden erreichen, die ohnehin schon Schwierigkeiten hatten, das Nötigste zu bezahlen. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass die USA in der Lage sind, einen Krieg innerhalb eines Monats zu beenden.

Also: Vorsorge. Wie bereitet man sich auf eine Ölkrise vor? Nun, mehr oder weniger so, wie man sich auf alles vorbereitet: Stärke deine Fähigkeit, kurz- und mittelfristige Störungen in der Lieferkette zu überstehen, indem du zu Hause Vorräte für ein paar Tage oder Wochen vorrätig hast. Lebensmittel, Wasser, Medikamente. Notstromversorgung. Halte zusätzliche haltbare Lebensmittel vorrätig, indem du jedes Mal, wenn du einkaufen gehst, etwas mehr kaufst, als du verbrauchst. Erweitere deine Vorratskammer.

Man kann Benzin lagern, aber das ist kompliziert. Ich persönlich habe das nur eine kurze Zeit lang gemacht, weil die Pflege mühsam ist. Da Benzin nicht lange haltbar ist, musst du deine Vorräte etwa alle 3 Monate austauschen (etwas länger, wenn du ethanolfreies Benzin bekommst, und noch etwas länger als das, wenn du dir die Mühe machst, Additive hinzuzufügen). Wenn du Benzin lagern willst, besorg dir hochwertige Benzinkanister, füll sie auf und beschrifte sie mit dem Datum. Lagere sie zwei Monate lang und füll das Benzin dann in dein Fahrzeug und füll die Kanister wieder auf.

Ich persönlich mache mir diese Mühe nur, wenn Grund zur Annahme besteht, dass es zu Engpässen kommen könnte. So wie, na ja, gerade jetzt. Ich glaube, ich gehe heute mal tanken.

Aber im Allgemeinen solltest du dein Auto einfach öfter volltanken. Mach es dir zur Regel, nicht mit weniger als einem halben Tank zu Hause zu parken. Letztendlich kostet es genauso viel, den Tank immer voll zu halten.

Wenn du darüber nachgedacht hast, dir ein Elektroauto zuzulegen, ist jetzt vielleicht kein schlechter Zeitpunkt dafür. Es ist schwer zu sagen, wie sich eine Energiekrise auf die Stromkosten auswirken wird, aber sie wird wahrscheinlich nicht so schnell oder dramatisch zuschlagen wie der Benzinpreis.

Aber das Wichtigste, was du tun kannst, um dich auf eine Energiekrise vorzubereiten, ist derselbe Schritt, der bei der Vorsorge immer der wichtigste ist: baue eine Gemeinschaft auf.

Das ist ohnehin etwas, was immer mehr Menschen aufgrund der ICE-Krise tun, in der bewaffnete Banden durch unsere Straßen ziehen und Menschen entführen. Überall im Land werden Schnellreaktionsnetzwerke aufgebaut, und ehrlich gesagt kann ich mir kein besseres Netzwerk vorstellen, in das man sich für jede Krise einbinden könnte, als Nachbarn, die sich um andere Nachbarn sorgen und bereit sind, für sie zu kämpfen.

Die Art und Weise, wie ich gesehen habe, wie Menschen hyperlokale Gemeinschaften aufbauen, ist ein zweigleisiger Ansatz. Ein Ansatz besteht darin, sich mit den Menschen in deiner Nachbarschaft zusammenzutun, mit denen du die größte ideologische oder subkulturelle Affinität hast. Punk-Treffen, Anarchisten-Treffen oder, ich schätze, Transgender-Furry-Treffen (was auch immer ihr Zoomers so macht). Versucht, euch regelmäßig zu treffen – zum Abendessen, zu Potlucks, zum Gleitgel-Wrestling oder was auch immer euch so gefällt. Schafft dafür einen Kommunikationskreislauf. Diese Gruppe von Menschen lässt sich leichter organisieren, weil ihr von einem ähnlichen Standpunkt aus startet. Aber das reicht nicht.

Der andere Ansatz besteht darin, sich mit all euren Nachbarn zu organisieren, die bereit sind, eine grundlegende Grundidee zu teilen, wie zum Beispiel: „Wir sollten nicht zulassen, dass bewaffnete Banden unsere Nachbarn entführen.“ Das ist eine ziemlich weit verbreitete Einstellung, und ihr werdet wahrscheinlich Leute finden, die dem zustimmen. Du kannst dazu aufrufen, ein Schnellreaktionsnetzwerk aufzubauen, aber du kannst auch zu einem Grillfest oder einer Straßenparty einladen. Ich habe den Verdacht, dass die Straßenparty die wichtigste soziale Struktur der Revolution sein wird. Dein Ziel mit deinen Nachbarn ist vielleicht nicht, sich sofort zu organisieren, sondern einfach, sich gegenseitig in eurem Leben wahrzunehmen.

Ich habe schon einiges zum Thema Vorsorge geschrieben, falls du neugierig bist:



Quelle: Block Parties and Oil Crises or: how to get ready, 12. März 2026 von Margaret Killjoy.
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Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Hohe Kosten wegen Klage gegen Bürgerinitiative Grünheide

Das Sharepic zeigt den Text: "#Protect the Protest - Hohe Kosten wegen Klage gegen Bürgerinitiative Grünheide - Spendet Geld - Infos zur Klage hier"
Soli - SharePic

Spendet Geld!

Bericht vom Gerichtsprozess:


  • Beweise und Zeugenaussagen der BI wurden ignoriert
  • Machtverhältnisse im Gericht:
    • die BI arbeitet ehrenamtlich und hat wenig Geld
    • der Bürgermeister hat deutlich mehr Ressourcen
    • das Urteil ist unverhältnismäßig
  • -> BI hat nun 15.000€ an Kosten

Spendet für die BI Grünheide:

Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg e.V.
IBAN: DE73 8306 5408 0004 2584 87
BIC: GENODEF1SLR
VR Bank Altenburger Land

Hintergrund:

Seit der Ansiedlung von Tesla in Grünheide hat die Bürgerinitiative Grünheide und der Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg e.V. (VNLB) immer wieder Probleme durch Tesla in die Öffentlichkeit gebracht und aufgezeigt, wie die Politik Tesla den roten Teppich ausgerollt hat. Insbesondere im Konflikt um Trinkwasser.

Ein Lokalpolitiker hat diese Aufklärungsarbeit durch eine Klage massiv erschwert. Wir bezeichnen die Klage als SLAPP. So wird die Bürgerinitative nun in ihrer Arbeit eingeschränkt. Hohe Gerichtskosten stehen an für die Bürgerinitiative

SLAPP

Solche Klagen sind nicht selten und werden SLAPP genannt: Mit SLAPPs (Strategic Lawsuits Against Public Participation) verklagen mächtige Akteur*innen, Journalist*innen, andere kritische Personen oder Gruppen. Bei diesen Angriffen geht es weniger um eine tatsächliche Rechtsverletzung. Vielmehr geht es darum, kritische Berichterstattung zu verhindern und einzuschüchtern.

Quelle: Tesla den Hahn abdrehen – Bündnis für Wasserschutz und Mobilitätswende

A 100 – Kein Meter weiter!

Das Foto zeigt die Demo auf der A100. In der vorderen Reihe tragen Menschen große Pappbuchstaben, die den Satz: "Kein Meter weiter" ergeben.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Tausende Menschen auf Fahrrädern, Inlineskates und zu Fuß protestierten am 18. Oktober 2025 unter dem Motto „Kein Meter weiter!“ auf dem 16. Abschnitt der A100. Organisiert wurde die Demo vom Bündnis „A100 wegbassen“, das aus zahlreichen Organisationen, lokalen Initiativen und Musikclubs besteht.

Sie fordern ein Ende der Planung des 17. Abschnitts und die Schließung des 16. Abschnitts, der täglich zu Verkehrschaos und Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern am Treptower Park und den angrenzenden Kiezen führt. Polizei und Politik weigern sich, die untragbare Situation zu regeln.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Geschichte überdenken. Oder: Parallelen sind nur Parallelen

Das Bild zeigt die Geschichte, die sich selbst schreibt in Form einer erwachsenen Person, deren Hand beim Schreiben von einer jungen Person geführt wird.
Historia, Allegorie der Geschichte, Gemälde von Nikólaos Gýzis (1892)
Es ist ein schlechter Zeitpunkt, um jemand zu sein, der seinen Lebensunterhalt mit dem Lesen von Geschichtsbüchern verdient. Es ist ein schlechter Zeitpunkt, um ein Auge für Mustererkennung zu haben. Es ist ein schlechter Zeitpunkt, um sich daran zu erinnern, dass die erste große, berühmte Bücherverbrennung der Nazis am 6. Mai 1933 begann, als der Deutsche Studentenbund zum Institut für Sexualwissenschaft in Berlin marschierte, dem vielleicht ersten trans-inklusiven Forschungsinstitut der Welt. Begleitet von einer Blaskapelle verwüsteten und plünderten die Faschisten den Ort. Vier Tage später kehrten die Nazis zurück und verbrannten zwölf- oder fünfundzwanzigtausend Bücher aus der Forschungsbibliothek.

Es ist ein schlechter Zeitpunkt, um sich daran zu erinnern, dass der Faschismus schon immer anti-intellektuell und anti-queer war.

Es ist aber auch ein besonders schlechter Zeitpunkt, um fälschlicherweise zu glauben, dass sich die Geschichte wiederholt. Das tut sie nicht. Bestimmte Muster und Themen und Schlusswendungen und Refrains tauchen immer wieder auf, aber der Gesang der Geschichte klingt aus jedem Mund anders. Was einmal geschehen ist, muss nicht wieder geschehen.

Tatsächlich ist nichts vorherbestimmt, niemals.

Wahrsagerei ist die Praxis, Omen in Eingeweiden zu lesen, und meine Freundin Laurie hat mir einmal erzählt, dass Anthropologen glauben, dass der Grund, warum diese Praxis (oder vergleichbare Wahrsagereien) so lange in so vielen Kulturen angewendet wurde, darin besteht, dass es manchmal effektiver ist, nach zufälligen Informationen zu handeln, als nach Intuition oder Studium. Das Beispiel, das ich hörte (und nicht weiter untersuchte ... ich könnte einen Mythos wiederholen), war, dass die Menschen in Skandinavien, die ihre Rentierjagden planten, besser abschnitten, wenn sie sich allein auf den Zufall verließen, als wenn sie versuchten, die chaotischen Bewegungen ihrer Beute vorherzusehen.

Wenn die Haruspice eine höhere Erfolgsquote lieferte als das ständige Grübeln über das Problem, dann wurde sie natürlich weiterhin angewendet.

Manchmal verbringen wir so viel Zeit damit, historische Parallelen zu lesen, dass wir aufhören, auf die Fakten vor Ort zu achten. Oft wird der Slogan zitiert: „Wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“, aber die Menschen vergessen im Allgemeinen die logische Folge: „Wer die Geschichte nicht kennt, ist nicht dazu gezwungen, sie zu wiederholen.“

Wenn ich nachts wach liege und denke: “Was zum Teufel wird passieren?“ (eine Erfahrung, die ich nicht nur einmal gemacht habe), denke ich in der Regel über historische Parallelen nach. Ich denke: „Okay, wenn die USA Nazi-Deutschland sind, wie sieht dann der Dritte Weltkrieg aus? Sind es die USA und Russland gegen die EU und den globalen Süden? Auf wessen Seite steht China, da Trump mit Russland verbündet ist und Russland und China sich verstehen, die USA und China jedoch nicht?“ Wer sind die Achsenmächte, wer sind die Alliierten?

Dann fällt mir ein, dass moderne Kriege keine Nachbildungen älterer Kriege sind.

Wie viele Menschen neige ich dazu, sofort an Nazi-Deutschland zu denken, wenn ich nach Vergleichen für den modernen Aufstieg des Faschismus suche. Aber selbst wenn wir über den eigentlichen Faschismus nachdenken und nicht nur über Autoritarismus und Diktatur, haben wir auch Italien. Trump verhält sich eher wie ein Mussolini als wie ein Hitler (aber er verhält sich vor allem eher wie ein Trump als wie jeder andere Diktator). Der Widerstand gegen den Faschismus in Italien hatte einen völlig anderen Charakter und wir können daraus andere Lehren ziehen.

Vielleicht ist das franquistische Spanien, in dem der Faschismus katholisch geprägt war, die bessere Parallele. Sicher, der christliche Nationalismus in den USA ist weitaus protestantischer als katholisch (obwohl in den letzten Jahren eine wachsende Zahl rechtsextremer Persönlichkeiten zum Katholizismus konvertiert ist), aber die religiöse Prägung des amerikanischen Faschismus könnte Spanien zum besseren Vergleich machen. Wenn dem so ist, dann gibt es noch andere Lehren, die wir ziehen sollten.

Aber vielleicht bin ich durch das Wort „Faschismus“ geblendet und verliere historische Parallelen zu autoritären Regimen aus den Augen, die dieses Wort nicht verwendeten. Ehrlich gesagt sind sowohl die UdSSR als auch Putins Russland herausragende Vergleiche – eine Atommacht, die sozial konservativ und autoritär ist.

Was ist mit Pinochet? Perón? Die westliche Hemisphäre hat ihre eigenen Diktaturen, auf die man zurückgreifen kann. Das Apartheidregime in Südafrika ist sicherlich ein Beispiel aus der näheren Umgebung, da es der Schmelztiegel ist, der Elon Musk geformt hat, ebenso wie natürlich der Lieblingsverbündete der USA bei Völkermorden, Israel.

Es lohnt sich natürlich, systematisch zu untersuchen, welche Arten von Widerstand unter jeder autoritären Regierung, die wir in der Geschichte finden können, funktioniert haben und welche nicht. Es ist wahrscheinlich nicht wert, wie viel Zeit ich damit verbringe, wach zu liegen und zu versuchen, den aktuellen Putsch in eine hübsche kleine Schublade zu stecken.

Trump ist wie Trump, Musk ist wie Musk. (Eine andere Sache, über die man sich den Kopf zerbrechen kann, ist, wie treffend ihre Namen sind. Ich habe einmal eine Figur namens Prinz Meddlemore geschrieben und dachte: „Nun, das ist zu plump“, aber es ist nichts im Vergleich dazu, dass der Putsch von einem Mann namens Trump angeführt wird. Die moderne Welt ist eine abgedroschene Fiktion.)

Der vielleicht wichtigste Grund, historische Parallelen zu ziehen, ist, dass wir uns dadurch von der Voreingenommenheit gegenüber dem Normalen lösen können. Ein flüchtiger Blick auf die Geschichte macht es unmöglich, auf abweisende Argumente wie „Na ja, wie schlimm kann es schon werden?“ zurückzugreifen. Denn die Antwort auf diese Frage lautet: Egal, wie schlimm es Ihrer Meinung nach werden kann, es kann immer noch schlimmer werden. Es gibt kein Ende.

Es gibt kein Ende des menschlichen Leidens, und nur unser kollektives Handeln kann uns vor dem freien Fall bewahren. Die Arbeit, unser Los zu verbessern, füreinander zu sorgen, eine liebevolle und friedliche Welt aufzubauen, ist schrittweise und kumulativ, aber nie dauerhaft. Es ist eine Arbeit, die wir jeden Tag leisten müssen.

Wir leisten diese Arbeit, indem wir uns gegenseitig ernähren, kleiden und uns umeinander kümmern. Wir tun es, indem wir Kunst und Musik machen. Wir tun es, indem wir lachen, spielen und tanzen. Wir tun es, indem wir einander aufbauen, anstatt einander niederzumachen. Wir tun es auch, indem wir gegen diejenigen kämpfen, die die Welt ins Elend stürzen wollen. Wir tun es, indem wir gegen christlichen Nationalismus kämpfen, wir tun es, indem wir gegen Faschismus kämpfen, wir tun es, indem wir gegen Autoritarismus unter jeglicher Gestalt kämpfen.

Soweit ich das beurteilen kann, endet jedes Regime irgendwann (obwohl abstraktere Regime wie Kolonialisierung und Kapitalismus sich als dauerhafter erwiesen haben als einzelne Diktaturen). Die Regime, die enden, werden durch die kumulative Aktion von Menschen beendet. Dies geschieht durch Massenbewegungen und durch die Aktionen kleiner Gruppen. Es geschieht vor allem dann, wenn diese beiden Dinge (Massenbewegungen und kleine Gruppen) zusammenarbeiten, wenn sie sich gegenseitig unterstützen.

Manchmal sind diese Massenbewegungen Protestbewegungen und Volksaufstände und mehr oder weniger friedlich. Manchmal sind diese Bewegungen im Grunde militärische Aktionen. Als wir das letzte Mal eine große Industriemacht hatten, die völlig faschistisch wurde, brauchte es drei böse Imperien (die USA, Großbritannien und die UdSSR), die sich zusammenschlossen, um das größere Übel Nazi-Deutschlands zu besiegen. Die USA kämpften mit getrennten Truppen. Großbritannien hatte noch Kolonien (und die Beiträge indischer Soldaten zur Niederschlagung des Faschismus werden bis heute regelmäßig ignoriert). Die UdSSR war eine Diktatur, die anfangs mit Nazi-Deutschland verbündet war und erst nach einem Verrat die Seiten wechselte.

Die Menschen in diesen Ländern verdienen hier die Ehre, nicht ihre Regierungen. Mein Großvater war ein Landstreicher aus Iowa, der U-Boot-Fahrer wurde und den Krieg nur durch pures Glück (und göttliche Intervention, nach seiner eigenen Interpretation der Ereignisse) überlebte. Russische Kommunisten nach russischen Kommunisten warfen sich gegen die Kriegsmaschinerie der Nazis und erstickten sie mit ihren eigenen zerschmetterten Knochen.

Menschen, nicht Regierungen, beendeten das Nazi-Regime. Als die französische Regierung kapitulierte, machten viele Franzosen weiter. In Italien, dem Land, das den Faschismus erfand, waren es Partisaneneinheiten (mit Unterstützung der Alliierten), die schließlich ihr eigenes Land befreiten, Mussolini erschossen und ihn kopfüber an einem Träger aufhängten.

Wenn ich mich nachts in Gedanken an alle möglichen Parallelen verliere, dann ist es die Erinnerung daran, dass es Menschen sind, die Tyrannen zu Fall bringen, wieder und wieder, die mich vor der Verzweiflung bewahren. Und ich schaue mich um, und siehe da, ich und meine Freunde? Menschen. Sie, die dies lesen? Auch Sie sind Menschen.

Als Einzelperson schaffen wir das vielleicht nicht. Aber ich komme immer wieder auf die Tatsache zurück, dass wir das als Einzelpersonen nicht schaffen würden. Das Leben bringt dich um. Eine perfekte, glückliche, utopische Welt bringt dich vielleicht langsamer um als eine dystopische Welt, aber sie bringt dich trotzdem um.

Als Einzelpersonen schaffen wir das vielleicht nicht. Aber vielleicht doch. Und schon bald werden die Faschisten das auch nicht mehr schaffen, sei es durch ihre eigenen Hände in einem Bunker irgendwo, durch einen Schuss eines kommunistischen Partisanen, durch ein Auto, das von anarchistischen Stadtguerillas in die Luft gejagt wird, oder einfach nur durch den Verlust von Wahlen nach einem Aufschwung sozialer Bewegungen.

Zumindest sagt mir das die Geschichte.

Quelle: Margaret Killjoy, in Birds Before the Storm: "Overthinking History",  26. März 2025

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Übersetzung [Autorisiert]: Thomas Trueten

Berlin ist unkürzbar - Umverteilung jetzt!

Das Foto von © Björn Obmann zeigt das Transparent mit dem Text: 100 Milliarden  € für Bildung und Soziales - Schluss mit Kürzungen und Aufrüstung! Dahinter ist der Berliner Fernsehturm zu sehen sowie eine Reihe Demonstrant:*innen, die hinter dem Hochtransparent laufen.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Einen Tag vor der Bundestagswahl protestierten tausende Menschen gegen die Sparorgie des schwarz-roten Senats in Berlin. Zahlreiche Sozial-, Kultur-, Bildungs-, Jugend- und Umweltverbände riefen zur Demo auf. Sie kritisierten die Sparmaßnahmen, die besonders die schwächsten der Gesellschaft treffen und mühsam aufgebaute Strukturen und Angebote in der Stadt zerstören.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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