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»Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.« Einstein

Ursula Le Guin über Anarchismus und Belletristik

Ursula Le Guin, August 1995
Foto: Marian Wood Kolisch
Jemand hat mich gestern Abend bei einem Vortrag gefragt, ob es einen bestimmten Moment gab, in dem mir klar wurde, dass das Schreiben von Belletristik ein nützlicher Weg ist, um den sozialen Wandel voranzutreiben. Das gab es. Ungefähr 2007, ich war Mitte 20, begann ich, das Schreiben ernster zu nehmen. Ich wollte wissen, was das mit meinem Anarchismus zu tun haben könnte. Also schrieb ich der Autorin Ursula K. Le Guin einen Brief und sagte, dass ich anarchistische Schriftsteller interviewen wolle, um die Beziehung zwischen Anarchismus und Belletristik zu untersuchen. Sie schrieb mir zurück und wir korrespondierten. Von ihr erfuhr ich vom sozialen Nutzen der Fiktion. Daraufhin führte ich weitere Interviews, die in meinem ersten Buch „Mythmakers & Lawbreakers“ zusammengefasst wurden. Dieses Buch ist derzeit vergriffen, weil einer der Autoren ... sagen wir mal ideologisch sauer wurde. Mein Verleger und ich haben uns darauf geeinigt, das Buch erst dann wieder zu verkaufen, wenn wir eine neue Auflage ohne ihn herausgebracht haben.

Dieses Interview kursierte im Internet auf einigen verschiedenen Websites, aber die sind jetzt alle verschwunden. Diese Woche hatte Le Guin Geburtstag, und ich habe gesehen, wie sich Leute gefragt haben, warum wir sie Anarchistin nennen. Wir nennen sie Anarchistin, weil ich sie gefragt habe: „Können wir dich Anarchistin nennen?“ und sie sagte, sie fühle sich geehrt. Sie sagte, dass pazifistischer Anarchismus „die einzige Art des politischen Denkens ist, in der ich mich zu Hause fühle“.

Hier ist das Interview.

Ursula Le Guin über Anarchismus und Belletristik

Margaret: Ich bin sehr neugierig auf die Rolle des Radikalen als Belletrist. Was glaubst du, was du mit deinem Schreiben auf sozialer/politischer Ebene erreicht hast? Hast du konkrete Beispiele für Veränderungen, die du mit angestoßen hast?

Ursula: Ich stimme Shelley vielleicht zu, dass Dichter die nicht anerkannten Gesetzgeber der Welt sind, aber er meinte nicht, dass sie wirklich viele Gesetze erlassen, und ich glaube, ich habe nie wirklich nach definierbaren, praktischen Ergebnissen von dem, was ich schreibe, gesucht. Meine Utopien sind keine Blaupausen. Tatsächlich misstraue ich Utopien, die vorgeben, Blaupausen zu sein. Fiktion ist kein gutes Medium zum Predigen oder Planen. Sie eignet sich jedoch hervorragend für das, was wir früher Bewusstseinsbildung nannten.

In meinem Arbeitsbereich – der phantasievollen Fiktion – hatte ich meiner Meinung nach einen nennenswerten Einfluss auf die Darstellung von Geschlecht und „Rasse“, insbesondere der Hautfarbe. Als ich in diesen Bereich kam, war die Perspektive völlig männerzentriert und alle waren weiß. Anfangs schrieb ich auch so. In der Science-Fiction schloss ich mich der feministischen Bewegung an, als sie Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger wieder auflebte, und wir schafften die quietschenden Barbies ab und begannen, echte weibliche Charaktere zu schreiben. In der Fantasy waren meine Helden Farbige, soweit ich weiß, waren es sonst niemandes. (Und dennoch kämpfe ich immer noch, bei jedem einzelnen Fantasy-Buchcover, dafür, dass sie als nicht-weiß dargestellt werden).

Margaret: Aus der anderen Richtung gefragt: Fühlst du dich jemals von der „radikalen“ Gruppe unter Druck gesetzt, „politischer“ oder in eine bestimmte Richtung zu schreiben?

Ursula: Ich setze mich nicht der Gefahr aus, von irgendjemandem unter Druck gesetzt zu werden. Ich bin kein Mitläufer und halte mich in der Öffentlichkeit zurück (außer bei Protestmärschen, an denen ich seit einem Jahrtausend teilnehme).

Natürlich wurde ich von Marxisten dafür gescholten, dass ich kein Marxist bin, aber sie schimpfen auf alle, die keine Marxisten sind. Und Anarchisten in der Bewegung hoffen immer, dass ich vielleicht ein Aktivist bin, aber ich denke, sie wissen, dass ich ein lausiger wäre, und lassen mich weiterschreiben, was ich schreibe.

Jefferson war der Meinung, dass Freiheit bereits ein unveräußerliches Recht sei und wir nur noch nach Glück streben müssten. Ich denke, dass es bei der Linken hauptsächlich um das Streben nach Freiheit geht. Aber ich denke auch, dass man sich als Künstler, wenn man wirklich nach Freiheit strebt, keiner Bewegung anschließen kann, die Regeln hat und organisiert ist. So gesehen war der Feminismus in Ordnung – wir haben vor allem erkannt, dass wir alle auf unsere eigene Weise Feministinnen sein können. Die Friedensbewegungen, sehr locker und ad hoc, waren in Ordnung. Und ich kann für Dinge wie Planned Parenthood oder Nature Conservancy oder eine politische Kampagne arbeiten, aber nur als Briefumschlagbefüller: Ich kann meine Arbeit nicht direkt in ihren Dienst stellen und ihre Ziele zum Ausdruck bringen. Sie muss ihren eigenen Weg in Richtung Freiheit gehen.

Margaret: Bist Du aufgrund Deiner politischen Einstellung auf Probleme gestoßen, als Du in der Mainstream-Belletristik-Welt veröffentlicht hast?

Ursula: Nicht, dass ich wüsste. Es ist möglich, dass Charles Scribner, der mein vorheriges Buch veröffentlicht hatte und eine Option auf Die Enteigneten hatte, es nicht mochte, weil er das anarchistische Thema nicht mochte; aber ich glaube, er hielt es einfach für einen riesigen, langweiligen, bedeutungslosen Klotz und verstand es überhaupt nicht. Er bat mich, es um die Hälfte zu kürzen. Ich sagte nein danke, und wir lösten den Vertrag einvernehmlich auf, und Harper and Row schnappte es sich – für mich damals sowieso ein besserer Verlag. Ich kann also nicht sagen, dass ich für meine politische Einstellung leiden musste.

Science-Fiction und Fantasy fallen oft durchs Raster, weißt du? Die Leute suchen einfach nicht nach radikalen Gedanken in einem Bereich, den die angesehenen Kritiker als eskapistisches Geschwätz definieren.

Einiges davon ist in der Tat eskapistisch, aber was es vermeidet, ist der Schwachsinn der Populärliteratur und der meisten Fernseh- und Kinofilme.

Margaret: Ich finde, dass du es hervorragend schaffst, ziemlich radikale Konzepte in Geschichten zu präsentieren, die sich nicht wie Propaganda anfühlen. Zum Beispiel untergräbst du in der Geschichte „Ile Forest“ in Orsinian Tales, glaube ich, das Vertrauen des Lesers in Ideen wie das kodifizierte Recht.

Ursula: Hah! Das freut mich! Es ist eine so romantische Geschichte, dass ich nie daran gedacht hätte, dass sie einen subversiven Sinn hat, aber natürlich hast du recht, das tut sie.

Margaret: Ich kann mich irren, aber ich habe den Eindruck, dass die moderne Fantasy-/Science-Fiction-Kultur sich absichtlich mehr als früher vor der Politik scheut. Viele Zeitschriften geben beispielsweise ausdrücklich an, dass sie nicht an Werken interessiert sind, die sich mit politischen Themen befassen.

Ursula: Tatsächlich? Wow. Das ist unbeschreiblich deprimierend. Sie legen ihren eigenen Maßstab an.

Margaret: Hast du eine Veränderung in diese Richtung bemerkt?

Ursula: Ich schaue mir den Markt einfach nicht mehr an. Ich habe schon seit einer ganzen Weile keine Kurzgeschichten mehr geschrieben, und wenn doch, dann würde mein Agent entscheiden, wohin ich sie schicke.

Aber vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich nicht mehr viel Science-Fiction lese. Ich nehme es in die Hand, dann lege ich es wieder weg. Vielleicht habe ich einfach eine Überdosis davon. Aber es scheint in letzter Zeit fast schon akademisch zu sein. Das Gleiche zu tun, nur mit mehr Schnickschnack, mehr Hardware, mehr Noir. Ich kann mich da auch völlig täuschen.

Margaret: Du hast vielleicht eine meiner Lieblingsbeschreibungen in einem Satz geprägt, was ein Anarchist ist: „Jemand, der sich entscheidet und die Verantwortung der Entscheidung akzeptiert.“ Würdest du dich selbst als Anarchist bezeichnen?

Ursula: Ich tue es nicht, weil mir das aktivistische Element völlig fehlt, und so wirkt es unecht oder zu einfach. Wie Weiße, die sagen, sie seien „zum Teil Cherokee“.

Margaret: Ich hoffe, es stört dich nicht, dass viele von uns behaupten, du gehörst zu uns, etwa so wie wir behaupten, Tolstoi gehöre zu uns. (Von ihm stammt, glaube ich, der Satz: „Die Anarchisten haben recht ... in allem, außer in ihrem Glauben, dass Anarchismus durch Revolution erreicht werden kann“, obwohl ich dieses Zitat nur gelesen habe und nicht seinen Originalaufsatz.)

Ursula: Natürlich stört mich das nicht! Ich bin gerührt und fühle mich unwürdig.

Margaret: Wie kamst du zum ersten Mal mit dem Anarchismus in Berührung?

Ursula: Als ich die Idee zu Die Enteigneten hatte, war die Geschichte, die ich skizzierte, völlig falsch, und ich musste herausfinden, worum es wirklich ging und was sie brauchte. Was sie brauchte, war zunächst etwa ein Jahr, in dem ich alle Utopien las, und dann ein oder zwei weitere Jahre, in denen ich alle anarchistischen Autoren las. Das war meine erste Berührung mit dem Anarchismus. Ich hatte Glück: In den Siebzigern war es schwierig, an solche Sachen heranzukommen – das ist der Schatten von Sacco und Vanzetti! –, aber es gab hier in Portland einen sehr linksgerichteten Buchladen, und wenn man ihn kennenlernte, ließ er einen seine schöne Sammlung aller alten anarchistischen Schriften und einiger neuerer Leute wie Bookchin sehen. So bekam ich eine gute Ausbildung.

Ich fühlte mich mit dem (pazifistischen, nicht gewalttätigen) Anarchismus völlig zu Hause, so wie ich es immer mit dem Taoismus war (sie sind verwandt, zumindest durch Affinität). Es ist die einzige Art des politischen Denkens, mit der ich mich zu Hause fühle. Heutzutage verbindet sie sich auch immer interessanter mit der Verhaltensbiologie und der Tierpsychologie (wie Kropotkin es vorausgesehen hatte).

Margaret: In mehreren Büchern, die ich gelesen oder gesehen habe – Überblicke über die Geschichte des Anarchismus –, wird die erste „anarchistische“ Literatur einem frühen taoistischen Denker zugeschrieben und der Aufsatz wird darin erwähnt, obwohl ich mich beim besten Willen nicht an den Titel oder den Autor erinnern kann. Ich finde die Verbindung jedoch recht interessant.

Ursula: Nun, Teile von Laotses Buch „Tao Te King“ und Teile von Chuang Tzus Buch, das meist nur nach ihm benannt ist, sind eindeutig und radikal anarchistisch (und Chuang Tzu ist auch witzig). Die beste Übersetzung stammt von Burton Watson. Ich habe eine Version von Lao Tzu verfasst, die den Anarchismus ziemlich deutlich hervorhebt, und es ist mir auch gelungen, die sexistische Sprache zu entfernen, was Spaß gemacht hat (und nicht allzu empörend war, da im Altchinesischen im Allgemeinen kein Geschlecht angegeben wird). Ich würde dir ein Exemplar schicken, aber ich habe keine mehr. Der Verlag ist Shambhala. Das sind die beiden großen Namen im „philosophischen“ Taoismus (d. h. nicht die taoistische Religion, die eine ganz andere Sache ist).

Margaret: Wann ist das Singular „they“ aus dem geschriebenen Englisch verschwunden? Es ist schön, diese Praxis verteidigen zu können.

Ursula: Grammatiker im 17. und 18. Jahrhundert, die versuchten, einen gemeinsamen Weg durch den wilden Dschungel des elisabethanischen Englisch zu finden, regelten viele Verwendungsweisen – einschließlich der Rechtschreibung – an sich keine schlechte Idee; aber sie bewunderten Latein so sehr, dass sie es als Vorbild verwendeten, anstatt zu schauen, wie Englisch einige dieser Probleme tatsächlich löste. „Der Leser“ oder ‚Eine Person‘ stimmt in der Zahl nicht mit ‚sie‘ überein, und im Lateinischen ist es wirklich notwendig, dass Subjekt und Verb in der Zahl übereinstimmen . . . also sagten sie, dass es im Englischen notwendig sei. (Tatsächlich ist das nicht immer der Fall, denn wir haben andere Möglichkeiten, die Bedeutung klar zu machen, wie die Wortstellung, die im Lateinischen fast irrelevant ist.) Umgangssprachliche Ausdrücke wie „he don't“ (was mein Vater, ein Professor, manchmal verwendete) wurden aus der Schriftsprache verbannt, ebenso wie das unbestimmte „they“, obwohl es bei Shakespeare vorkommt. Aber die Grammatiker konnten es nicht aus der gesprochenen Sprache verbannen. Dort ist es vollkommen lebendig und gut. „Wenn jemand sein Eis will, sollte er sich besser beeilen!“ Es braucht also keinen großen Ruck, um es einfach wieder in die Schriftsprache aufzunehmen.

Es ist schon komisch, dass die Leute, die sich am heftigsten über solche „Unkorrektheiten“ beschweren, sich fast immer als politisch weit rechts stehend und/oder sozial unsicher herausstellen.

Quelle: © Margaret Killjoy: My 2007 Interview With Ursula Le Guin, Birds Before the Storm, 23. Oktober 2024

Autorisierte Übersetzung: © Thomas Trueten / thomas@trueten.de

Höre, Israel

Als wir verfolgt wurden
war ich einer von euch
Wie kann ich das bleiben
wenn ihr Verfolger werdet?
Eure Sehnsucht war
wie die anderen Völker zu werden
die euch mordeten
Nun seid ihr geworden wie sie
Ihr habt überlebt
die zu euch grausam waren
lebt ihre Grausamkeit
in euch jetzt weiter?

Den Geschlagenen habt ihr befohlen:
»Zieht eure Schuhe aus«
Wie den Sündenbock habt ihr sie
in die Wüste getrieben
in die große Moschee des Todes
deren Sandalen Sand sind
doch sie nahmen die Sünde nicht an
die ihr ihnen auflegen wolltet
Der Eindruck der nackten Füße
im Wüstensand
überdauert die Spur
eurer Bomben und Panzer

Erich Fried, Juni 1967 "Anfechtungen"

Buchbesprechung : „Rote Marine“ von Heinz Jürgen Schneider

Das Buchcover zeigt einen Aufmarsch des Roten Frontkämpferbundes mit Fahnenträgern. Links im Bild zuschauende Passant:Innen, im Hintergrund Häuser, eines davon mit einer "Martini" Reklame.„Rote Marine“ ist ein historischer Roman, dessen Handlung im Milieu der Hamburger Arbeiterbewegung zwischen Frühjahr 1931 und Ende 1933 angesiedelt ist.

Er ist in mehrerer Hinsicht absolut außergewöhnlich:

  • Er behandelt als erster Roman überhaupt die Tätigkeit des „Apparat“ genannten geheimen Nachrichtendienstes der KPD.
  • Darüberhinaus macht er den Leser mit vielen anderen Seiten der Tätigkeit der KPD vertraut, wie der Bündnisarbeit, der Betriebsarbeit und vor allem natürlich der antifaschistischen Arbeit.
  • Er verschweigt nicht die Probleme und Fehler in der Arbeit der KPD, aber er beschreibt die Auseinandersetzung und das Ringen um den richtigen Weg ohne in antikommunistische Tiraden zu verfallen. Auch enthält sich der Autor aller Heldenklischees.
  • Er entwirft ein Panorama der Endzeit der Weimarer Republik, in dem beklemmende Parallelen zu der heutigen Entwicklung deutlich werden, z.B. die offene oder versteckte Parteinahme von Teilen der Staatsorgane für die Faschisten.
  • Durch ausgedehnte Recherche hat der Autor die Grundlage dafür geschaffen, dieses Panorama der vorfaschistischen Jahre bis in die Details hinein so lebendig werden zu lassen, dass die Handlung dadurch eine Farbigkeit und Authentizität bekommt, die die Lesenden in ihren Bann schlägt – zu deutsch: es ist sauspannend !!
Also, unbedingt lesen !!

Heinz Jürgen Schneider: Rote Marine, Verlag Tredition, Hamburg 2024, 500 Seiten, ISBN-10: 3384148363 ISBN-13: 978-3384148360, 19 Euro (Softcover), 25 Euro (Hardcover), 9,99€ (Kindle)

Das Ärgernis

Wendet euch
nicht ab
sondern schauet
ihr braven Bürger
den jungen Neonazis
die in eurem Statat
von neuem den Glauben
an den alten Irrsinn
gelernt haben
tief in die Augen

Ihr schaut nicht
genau genug hin
wenn ihr in diesen blauen
oder braunen Augen
nicht
einen Augenblick lang
euer eigenes
Spiegelbild seht.

Erich Fried, »Das Ärgernis«, aus: »Es ist was es ist. Liebesgedichte. Angstgedichte. Zorngedichte«, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1983, 1996, 2007

“Pazifist, Waschlappen, mieser Jude …”

Mitarbeiter:Innenliste der Neuen Weltbühne von 1935
Eigenanzeige der Neuen Weltbühne von 1935
Sagen Sie das einmal, laut, in Gesellschaft oder in öffentlicher Versammlung. Sie werden dann:
  • bei den Nazis verprügelt und hinausgeworfen,
  • bei den Kommunisten ausgelacht,
  • bei der bürgerlichen Rechten geschnitten,
  • beim Zentrum sehr streng gemustert,
  • bei der bürgerlichen Linken gemieden,
  • bei der SPD rückt alles hörbar von Ihnen ab.
Wenn Sie Glück haben, werden Sie nicht sofort verhaftet.

Das ist Deutschland, Anno 1932. Dasselbe Deutschland, das so rührend erstaunt und gekränkt sein kann, weil Frankreich nicht abrüstet, sondern mißtraut, die andern Nachbarn sich über Handelsflugzeuge, Schutzpolizei und chemische Laboratorien dumme Gedanken machen und Auslandsgeld durch jedes wahrnehmbare Löchlein abrinnt. Dasselbe Deutschland, dessen Kirchen beten: ,,Der Friede sei mit dir", und dessen Verfassung bestimmt, daß in allen Schulen im Geiste der Völkerversöhnung zu wirken sei.

Immerhin, es kann vorkommen, daß sogar in diesem Deutschland der übergenialen Scheidung zwischen Theorie und Praxis ein Mann, der zwar nicht laut, aber doch leise sein pazifistisches Credo bekennt, bis zu Stätten akademischer Lehre vordringt, um dort im Sinne der Reichsverfassung zu wirken.

Dann aber geschieht etwas ganz Großes. Was keinem Luther und keinem Bismarck gelang, das erreicht er, der Arme. Er stellt eine vollkommene deutsche Einigkeit her: gegen sich.

Nicht dieser Mann oder sein Fall interessieren; auch nicht die von ewigen Naturgesetzen bestimmte Stellungnahme der Nationalen. Was aber wirklich einige Beachtung verdient, das ist die Haltung des republikanischen Deutschlands in solcher Lage. Eine Haltung, die in klassischer Schönheit in einer Resolution des sogenannten "Deutschen Studentenverbandes" (Weimarer Koalition) zum Fall Dehn zum Ausdruck kam. Dieser Protest gegen die Nationalisten begann ungefähr so:

"der unterzeichnete Verband lehnt es nachdrücklichst ab, mit der politischen Haltung Professor Dehns identifiziert zu werden …"

Das ist es: Sie lehnen ab, nachdrücklich und geschlossen lehnen sie ab. Es ist heute zu gefährlich.

Hitler hat es nicht schwer gehabt, aus solchem Material eine Bewegung zu schaffen, die den furor teutonicus, besser die dementia teutonica, zum Selbstzweck erhebt. Die Mottenkiste stand da, er brauchte nur hineinzugreifen. Drill und Defilieren kommen nie aus der Mode, beim ersten Trommelwirbel schwenken zwei Drittel des Volkes von selber ein. Was aber macht man mit dem letzten Drittel, das aus irgendeinem Grunde noch bockbeinig bleibt? Hitler weiß Rat, er kennt seine Pappenheimer. Auch ein rosarotes Herz schlägt höher, wenn in die zugehörigen Weichteile erst der richtige Stiefel tritt. Wen die Trompete nicht weckt, der erwacht doch garantiert, sobald die Kapelle die schöne Weise spielt: "Hängen, Köpfen, Erschießen …", "Aufblühen der Hanfindustrie …", "… fahle Knochen an Laternenpfählen …", "SA steht bereit, Ihren Kopf abzuholen …" und was dergleichen schöne deutsche Volkslieder sind. Das prägt sich ein, das wirkt. Durch das erwachende Deutschland läuft ein einziges Zittern. Schlotternd und zähneklappernd reiht sich das letzte Drittel ein, zum Aufbruch der Nation. Wem der Parademarsch nicht in die Knochen fuhr, der versteht doch den zarten Wink mit dem Henkersbeil.

"Steh ich auch auf der Liste? Kommt die SA? …" Vor solchen Fragen treten alle andern zurück. Ein großes Winseln hebt an. Pazifismus und Syphilis sind bei uns synonym geworden. Pazifist, Waschlappen, mieser Jude, Feigling desgleichen. Das hat mit ihrem Singen …

Warum steht nicht endlich einmal irgend ein Mann von Rang und Namen auf, Arier, 1,90 Meter groß, halben Meter breit, Sportsmann (am besten Boxer), Vollblut-Germane, und schreit es der ganzen Meute ins Gesicht: Ich bin Pazifist! Kommt her, wenn ihr was wollt! Ich bin und bleibe Pazifist!

Weil alles zu feige ist, weil mit der Demokratie jeder Schimmer wahren Mutes aus dem Lande entwichen ist. Hitler, zur Macht gelangt, wird über ein Reich von Jammergestalten gebieten.

Was hat es denn mit Mut und Tapferkeit zu tun, wenn ein Haufe zwangsweise eingezogener Bürger die fahlen Knochen in eine Uniform presst, um sich irgendwo vor Verdun oder Köln vom besser gerüsteten Feind in den Dreck kartätschen zu lassen? Um in Kellerlöchern wie Ratten am ausgestreuten Gift zu bersten, unter Fliegerbomben zerquetscht, von Flammen versengt, durch die Allmacht der Technik zermalmt zu werden.

Nichts hat es mit Tapferkeit zu tun!

Die einzigen wahren Helden unsrer Zeit sind konsequente Kriegsdienstverweigerer. Mut gehört dazu, als persönlich wehrhafter, kraftvoller Mensch, der Meute zum Trotz, vom Wahnsinn umbrandet, "Nein" zu sagen, wenn der nächste Mobilmachungsbefehl an den Anschlagsäulen erscheint. Trotz Reichsgericht und Hanfindustrie.

Diesen wahren Mannesmut gibt es von der Etsch bis an den Belt nicht mehr. Alle Achtung, Herr Hitler!

Von Joachim Joesten: Ich bin Pazifist. In: Die Weltbühne, 28. Jahrgang (1932), I. Halbjahr, S. 933-934.

Quelle; Peter Bürger via Lebenshaus Alb

90. Jahrestag der Ermordung von Erich Mühsam: Fanal

Erich Mühsam (Fotografie aus dem Jahr 1928, kurz vor seinem 50. Geburtstag)

Erich Mühsam war einer der bedeutendsten politischen Journalisten und Schriftsteller in der Weimarer Republik. Seine Teilnahme an der Münchner Räterepublik brachte ihm fünfzehn Jahre Festungshaft. Er blieb trotz der Haft ungebrochen und setzte seine journalistische Arbeit fort. In der Weimarer Republik setzte er sich in der Roten Hilfe für die Freilassung politischer Gefangener ein. In der Nacht vom 9. zum 10. Juli 1934 wurde der Dichter, Bohemian und Anarchist im Konzentrationslager Oranienburg von der SS ermordet.

Fanal

Ihr treibt das Rad, ihr wirkt die Zeit,
das Feuer flammt: Jetzt! und Hier!
Euch mahnt das Feuer, macht euch bereit!
Erkennt eure Kraft! Seid Ihr!

Euch flammt das Feuer! Euch blüht das Land!
Erkennt! Seht! Hört! und Wißt!
Doch ihr verdingt euer Hirn, eure Hand –
und zweifelt, was Euer ist.

Kein Fragen, kein Rechnen befreit den Geist.
Das Feuer flammt: Tat ist Pflicht!
Wenn ihr eure Ketten nicht zerreißt, –
von selber brechen sie nicht!


Der LAIKA Verlag stellt den Buchverkauf ein

Liebe Freunde und Freundinnen des guten Buches:
Seit unserem ersten Hilferuf ist etwas mehr als ein Jahr vergangen, und Dank Eurer großartigen Unterstützung konnte der LAIKA Verlag diesen Zeitraum finanziell überstehen.

Jetzt bin ich jedoch an einem Punkt angelangt, wo es für den Verlag finanziell einfach nicht mehr weitergeht. Alle bisherigen Einnahmen seit unserem Aufruf vom März 2023 sind für Lagermiete, die Buchhaltung, den Steuerberater, das Finanzamt und das Bundesamt für Justiz, das immer wieder mit absurd hohen Strafzahlungen droht, draufgegangen. Uns selber haben wir für alle geleistete Arbeit nichts ausgezahlt - im Gegenteil: Dadurch, das ich hauptberuflich in Vollzeit als Angestellter beschäftigt war, konnte ich Fehlbeträge immer wieder aus meinen Privateinnahmen decken. Das geht jetzt nicht mehr, da ich seit April 2024 in Rente und, wie viele andere Betroffene in dieser Situation, mit einer prekären finanziellen Lage konfrontiert bin, die keinen finanziellen Spielraum mehr zulässt. Zusätzlich plane ich, Hamburg zu verlassen und werde mich nicht mehr um den Versand der Bücher kümmern können.

Wir, ich als Geschäftsführer sowie der ursprüngliche Verlagsgründer Karl-Heinz Dellwo, mussten deshalb die traurige Entscheidung treffen, den restlichen noch vorhandenen Buchbestand, immer noch über 30.000 Bücher, bis auf jeweils wenige Exemplare zu entsorgen. Die Einnahmen aus dem Buchhandel sowie über den Webshop sind bei Weitem nicht ausreichend und zu unbeständig, um die Lagerkosten und den Verkauf über den Buchhandel zu finanzieren. Der LAIKA Verlag wird aus den genannten Gründen den Buchverkauf zum 30. Juni 2024 einstellen. Bis zu diesem Datum können noch vorhandene Titel über den Webshop bestellt werden, danach wird es nur noch einen Vertrieb von digitalen Medien geben, d.h. eBooks im PDF Format zum Download oder auf USB Stick.

Wer also noch Bücher in gedrucktem Format bestellen möchte sollte die letzte Gelegenheit bis Ende Juni nutzen. Ich werde mich bemühen, alle Bestellungen so schnell wie möglich zu versenden. Bitte habt Verständnis, wenn es jedoch mal etwas länger dauern sollte. Die Verschenkaktion wird ebenfalls noch bis Ende Juni weitergehen, d.h., das zu jedem bestellten Buch ihr euch ein Weiteres als Geschenk aussuchen könnt, selbstverständlich nur soweit die Titel noch vorhanden sind. Das gilt nicht für Buchpakete und die Reihe Marxist Pocket Books.

Nochmals vielen Dank an euch alle für eure Unterstützung und die Weiterverbreitung dieses Aufrufs!

Martin Bergt
LAIKA Verlag
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Oelkersallee 66
22769 Hamburg
Germany
info@laika-verlag.de
https://laika-verlag.de
https://shop.laika-verlag.de

Die Grafik zeigt das Logo - eine stilisierte Zeichnung von Laika, der ersten Hündin  im Weltraum - und des Schriftzuges des Verlages

4. Auflage erschienen: Gefangenenratgeber - Wege durch den Knast

Das Buchcover zeigt einen Irrgarten und die Daten aus dem Textbeitrag
Buchcover
"Wege durch den Knast" ist ein umfassendes Standardwerk für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Es vermittelt tiefe Einblicke in die Unbill des Knastalltags, informiert über die Rechte von Inhaftierten und zeigt Möglichkeiten auf, wie diese auch durchgesetzt werden können.

Das Buch basiert auf einer Ausgabe aus den 1990er-Jahren und wurde von Anwält*innen, Gefangenen, Ex-Gefangenen und Bewegungsaktivist*innen vollständig überarbeitet und aktualisiert. Diese außergewöhnliche Zusammenarbeit weist die Nähe zu den bedrückenden Fragen des Gefängnisaufenthalts aus und stellt das Buch in dieser Form als einzigartiges Werk heraus.

"Wege durch den Knast" gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil stellt die Struktur des deutschen Gefängnissystems dar und gibt in einzelnen Kapiteln von der Festnahme über die Haftbedingungen und deren gravierende Unterschiede zwischen Untersuchungs- und Strafhaft bis zu den Weiterbildungsmöglichkeiten und der Entlassung Tipps für den Knastalltag.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit den gesundheitlichen und medizinischen Aspekten der Inhaftierung. Er reicht von Anleitungen für Sport- und Gesundheitsprogramme in Eigenregie über den Umgang mit häufig auftretenden Beschwerden insbesondere auch bei Frauen bis hin zum Verhalten in akuten Notfällen und dem Umgang mit der Gefängnismedizin.

Im dritten Teil geht es um konkrete Rechtshilfe vom Verhalten gegenüber der Justiz über die gegebenen Rechtsmittel bis hin zu erläuternden Beispielen mit Musterbegründungen im Rechtsstreit.

Redaktionskollektiv (Hg.)
Wege durch den Knast
Alltag — Krankheit — Rechtsstreit
ISBN 978-3-86241-503-8  | erschienen 05/2024  | 720  Seiten  | Paperback  | lieferbar | 19,90€
Erstausgabe 2016; 4., überarbeitete Auflage 2024

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Nazi-Milliardäre – Reich, rechts, mächtig

Das Buchcover zeigt ein Familienfoto mit Joseph Goebbels mit Frau Magda und Stiefsohn Harald Quandt, 1931
David de Jong: Braunes Erbe. Die dunkle Geschichte der reichsten deutschen Unternehmerdynastien. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2022, 496 Seiten, 28 Euro
BMW, Mercedes-Benz, Porsche, Allianz, Oetker; wie sind diese deutschen Weltkonzerne groß geworden?

Die vier reichsten Männer in der BRD waren 1970 Friedrich Flick, August von Finck, Herbert Quandt und Rudolf-August Oetker. Den entscheidenden Teil ihrer enormen Vermögen konnten sie ab 1933 erwerben, in der Stahl- und Rüstungsindustrie, bei Versicherungen und Banken und in der Lebensmittelindustrie.

Der langsame Aufstieg dieser Familienclans in den zwanziger Jahren, der rasante Weg in die höchsten Machtpositionen im deutschen Faschismus, das kurze Straucheln nach dem 8. Mai 1945, die spektakuläre Rückkehr an die Spitze seit den fünfziger Jahren und die heutige Debatte um die Nazi-Milliardäre sind das Thema des Buches des niederländischen Wirtschaftsjournalisten David De Jong.

Die Konzernchefs teilten nach dem Ende des Kaiserreiches die republikfeindlichen und reaktionären politischen Vorstellungen des deutschnationalen Milieus. Das erleichterte die bewusste Annäherung an Hitler und die NSDAP mit sehr grossen Spenden und regelmässigen Treffen ab 1930.

Für alle sichtbar wurde dieses Zusammengehen durch die Heirat von Goebbels und Magda Quandt, zuvor Ehefrau Günter Quandts, dem Besitzer der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken (DWM) und der AFA-Werke (später Varta). Auf dem Buchumschlag der deutschsprachigen Ausgabe von „Braune Erben“ ist ein Foto der faschistischen Prominentenfamilie: Josef und Magda Goebbels mit dem Quandt-Sohn Harald.

Nach der von ihnen mit vorangetriebenen Zerstörung der Weimarer Republik 1933 haben Quandt, Flick, Finck, Porsche und Kaselowsky (Oetker) 12 Jahre lang immer schneller an der Aufrüstung und der „Arisierung“ verdient. Alle waren Mitglieder in Himmlers „Freundeskreis Reichsführer SS“ und der NSDAP.

Im Zweiten Weltkrieg kam es zum systematischen Einsatz von Zwangsarbeiter:innen. Skrupellos haben sie die vielen Verschleppten ausgebeutet, allein bei Quandt mussten 57500 Menschen arbeiten. „Mindestens 403 Menschen starben in Günther Quandts (.) AFA-Werk.“ Eingesperrt in Lager, gefährdet durch Arbeit, Unfälle, Hunger und Krankheit, von Ermordung bedroht, wurden viele Zwangsarbeiter:innen schliesslich auf die Todesmärsche geschickt. Die 1016 Toten des grausamen Verbrechens in Gardelegen kamen aus einem der AFA-Werke. Sie wurden lebend in der Feldscheune verbrannt.

Nach der Befreiung musste sich nur Friedrich Flick vor Gericht verantworten, die Taten der anderen Unternehmer blieben ungesühnt, geschützt durch die alten Netzwerke und Persilscheine.

Die mit Zwangsarbeit erweiterten und modernisierten Fabriken waren die Grundlage der „Wirtschaftswunder“ genannten Restauration in der BRD der fünfziger Jahre.

Alle Wirtschaftsbosse kehrten an die Spitzen der Firmen zurück und setzten ihre Geschäfte erfolgreich fort. Keiner gestand die Beteiligung am Faschismus ein, niemand distanzierte sich, und sogar die rechte Ideologie und neofaschistische Politiker wurden von August von Finck weiter unterstützt.

Die Stärke des „erzählenden Sachbuches“ von David De Jong sind die Kapitel über die Nachkriegszeit, die BRD, und vor allem der letzte Teil über das Verhalten der Milliardärsfamilien gegenüber der eigenen NS-Geschichte bis heute. De Jong schildert, dass auch die Familie Reimann ihren Reichtum einem Nazi-Vorfahren verdankt. Während Reimanns, die reichsten Deutschen, den Weg der Aufklärung und Wiedergutmachung eingeschlagen haben, verharren die anderen Familien in Schuldabwehr durch Verleugnung und Relativierung.

Die zentrale Schwäche des Buches ist seine Unvollständigkeit, dadurch entsteht ein schiefes Bild des deutschen Faschismus. Der Autor fokussiert sich auf wenige Personen, und entscheidende Akteure fehlen, so Carl Duisberg und die Chemieindustrie. Ohne die IG Farben bleibt etwa die Übertragung der Macht am 30. Januar 1933 unverständlich. Während Schacht, Thyssen, Krupp, Schmitt zumindest erwähnt werden, heisst es nur „Manager des Chemiekonglomerats IG Farben und des Kaligiganten Wintershall“…

Gleichzeitig verliert sich De Jong stellenweise in Klatsch und Tratsch zu Hitler, Goebbels, Magda und Günther Quandt.

Überhaupt wird Quandt sehr nachsichtig geschildert: „Obwohl er zum größten Waffenproduzenten des „Dritten Reichs“ geworden war, wollte Günther Quandt keinen Krieg.“

Und eine naheliegende Frage: Warum wurde der englische Originaltitel „Nazi Billionaires“ nicht einfach übersetzt? „Nazi-Milliardäre“ trifft es doch viel besser als „Braune Erben“!

Erstveröffentlichung in antifa, Magazin der VVN-BdA für antifaschistische Politik und Kultur, 21. Juli 2022

Bukowski. About Enjoyment

Charles Bukowski (1988)
Charles Bukowski (1988)
“How in the hell could a man enjoy being awakened at 6:30 a.m. by an alarm clock, leap out of bed, dress, force-feed, shit, piss, brush teeth and hair, and fight traffic to get to a place where essentially you made lots of money for somebody else and were asked to be grateful for the opportunity to do so?”

„Hank“ Chinaski alias Charles Bukowski, in Factotum.