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»Die ersten Menschen waren nicht die letzten Affen.« Erich Kästner

17 Zitate von Charles James „Charlie" Kirk

17 Zitate, die man von dem rechten Aktivisten und Trump-Verbündeten, der am Mittwoch in Utah erschossen wurde, kennen sollte.

Trump links Kirk rechts im Bild
Der damalige Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump und Charlie Kirk sprechen mit Teilnehmern der „Rally to Protect Our Elections” (Kundgebung zum Schutz unserer Wahlen), die von "Turning Point Action" im Arizona Federal Theatre in Phoenix, Arizona, am 24. Juli 2021 veranstaltet wurde.

Foto: Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America
Schwarze
  • „In den Städten Amerikas kommt es ständig vor, dass herumstreunende Schwarze zum Spaß weiße Menschen ins Visier nehmen, das ist eine Tatsache. Das passiert immer öfter.“ (Quelle)
Schwarze Piloten
  • „ Wenn ich einen schwarzen Piloten sehe, denke ich mir: ‚Mann, ich hoffe, er ist qualifiziert.‘“ (Quelle)
Schwarze Frauen
  • „Sie kommen heraus und sagen: ‚Ich bin nur wegen der Affirmative Action hier.‘ Ja, das wissen wir. Ihr habt nicht die geistige Kapazität, um wirklich ernst genommen zu werden. Ihr musstet einem Weißen den Platz wegnehmen, um einigermaßen ernst genommen zu werden. “ (Quelle)
Bürgerrechte
  • „Wir haben einen großen Fehler gemacht, als wir Mitte der 1960er Jahre das Bürgerrechtsgesetz verabschiedet haben.“ (Quelle)
Die Todesstrafe
  • „[Die Todesstrafe] sollte öffentlich sein, sollte schnell vollstreckt werden, sollte im Fernsehen übertragen werden ... Ich denke, ab einem bestimmten Alter ist es eine Initiation ... Ab welchem Alter sollte man öffentliche Hinrichtungen sehen dürfen?“ (Quelle)
Demokraten
  • „Die Demokratische Partei unterstützt alles, was Gott hasst.“ (Quelle)
Empathie
  • „Ich kann das Wort Empathie eigentlich nicht ausstehen. Ich denke, Empathie ist ein erfundener New-Age-Begriff, der viel Schaden anrichtet.“ (Quelle)
Feminismus
  • „Lehne den Feminismus ab. Unterwirf dich deinem Ehemann, Taylor. Du hast nicht das Sagen.“ (Quelle)
Homosexuelle
  • „Vielleicht solltest du mal deine Bibel aufschlagen. In einem weniger bekannten Teil derselben Schriftstelle, in Levitikus 18, steht: ‚Wer mit einem anderen Mann schläft, soll mit Steinen zu Tode gesteinigt werden.‘ Ich sag's nur! Also, Miss Rachel, du zitierst Levitikus 19... Das Kapitel davor bekräftigt Gottes perfektes Gesetz in Bezug auf sexuelle Angelegenheiten.“ (Quelle)
George Floyd
  • „Dieser Typ war ein Dreckskerl.“ (Quelle)
Theorie des großen Austauschs
  • „Es ist keine Theorie des großen Austauschs, es ist eine Realität des großen Austauschs. Allein in diesem Jahr werden 3,6 Millionen Ausländer in Amerika einreisen. Bis zum Ende der Amtszeit von Joe Biden werden es 10 bis 15 Millionen sein. Jeder von ihnen wird wahrscheinlich durchschnittlich 3 bis 5 Kinder haben, während gebürtige Amerikaner 1,5 Kinder pro Paar haben. Ihr werdet absichtlich ersetzt.“ (Quelle)
Waffen
  • „Es lohnt sich, leider jedes Jahr einige Todesfälle durch Schusswaffen in Kauf zu nehmen, damit wir die zweite Verfassungsänderung haben können.“ (Quelle)
Juden
  • „Jüdische Spender sind die wichtigste Finanzierungsquelle für radikale, neoliberale, quasi-marxistische Politik, kulturelle Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen, die sich für offene Grenzen einsetzen. Das ist ein Ungeheuer, das von säkularen Juden geschaffen wurde, und jetzt kommt es auf die Juden zu, und sie fragen sich: ‚Was um alles in der Welt ist passiert?‘ Und es sind nicht nur die Hochschulen. Es sind die gemeinnützigen Organisationen, es sind die Filme, es ist Hollywood, es ist alles.“ (Quelle)
Martin Luther King Jr.
  • „MLK war schrecklich. Er ist kein guter Mensch. Er hat eine gute Sache gesagt, an die er eigentlich gar nicht geglaubt hat.“ (Quelle)
Muslime
  • „Sie verbergen ihre Absichten nicht einmal. Muslime planen, Europa durch demografischen Austausch zu erobern. Wird Europa rechtzeitig aufwachen?“ (Quelle)
Palästina
  • „Ich glaube nicht, dass dieser Ort existiert.“ (Quelle)
Transgender
  • „Ihr seid eine Abscheulichkeit vor Gott.“ (Quelle)

Quelle: Zeteo
Übersetzung und Bearbeitung: Thomas Trueten [Nicht authorisiert]

Community Dyke* March

Das Foto zeigt zwei Personen auf einem Motorroller, die der Demo mit dem Fronttransparent vorausfahren. Der Text auf dem Transparen lautet: "No Dyke* is free until evey Dyke* is free - Community Dyke March Berlin 2025"
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Jedes Jahr zieht am Tag vor dem Berliner CSD der Dyke*March für lesbische Sichtbarkeit durch die Stadt. In diesem Jahr demonstrierten am 25. Juli rund 5.000 Menschen vom Kreuzberger Oranienplatz nach Neukölln über den Hermannplatz Richtung Treptower Park.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die diesjährige Demonstration wurde erstmals von einem neuen Team organisiert. Eine Gruppe engagierter Dykes, „die sich unabhängig und basisorganisiert zusammengeschlossen haben“ wollten die wichtige Veranstaltung für die queere Community nicht ausfallen lassen, nachdem das ursprüngliche Orgateam kurzfristig abgesagt hatte. Lesben, Dykes, queere Frauen, trans, agender, nicht-binäre Personen zeigten unter dem Motto „No dyke* is free until every dyke* is free“ in den Straßen Präsenz, um Sichtbarkeit, Solidarität und Selbstbestimmung zu feiern.

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

k9 » größenwahn » politischer fiimabend: "Frauen bildet Banden – eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora"

Der Ausschnitt aus dem Einladungsflyer zeigt eine Grafik, das links oben eine Masse Menschen, im rechten Teil eine maskierte Frau und unten rechts das Logo der Roten Zora zeigt. Darüber der Filmtitel.
Ausschnitt aus dem Einladungsflyer
Die „Rote Zora“ war in den 1970er und 1980er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD, die sich klandestin organisierte. Entstanden ist die feministische Gruppe aus dem Kontext der Revolutionären Zellen. Ihre Aktivitäten richteten sich unter anderem gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologien, Bevölkerungspolitik und internationale Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft. Zentral waren die Selbstermächtigung der FrauenLesben und der Bruch mit der zugeschriebenen Friedfertigkeit.

Der Film zeigt, dass viele Themen der Roten Zora hoch aktuell sind und bietet viel spannenden Diskussionsstoff zum heutigen Umgang mit dieser Geschichte.

In Anwesenheit der Regisseurinnen
Sonntag, 17. August 2025 - 19 Uhr


Eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora
Dokumentation: FrauenLesbenFilmCollectif LasOtras 2019 - 77 min.

Historische Aufnahmen der Frauen- und Studentinnen*bewegung in der BRD bringen Erinnerungen an die damaligen Kämpfe zurück. FrauenLesben aus anderen Ländern berichten über ihre Begegnung mit dieser Politik. Nach mehr als einer Dekade des Bestehens bekannte sich die Rote Zora 1988 zu 45 Sprengstoff- und Brandanschlägen. Ihre Ziele waren staatliche Institutionen, Forschungsinstitute, ausbeuterische Industrien, Frauenhändler und Pornoläden. Die dystopische Zeit für Frauen und Mädchen, hier und überall auf der Welt, ist noch immer nicht vorbei. Der Kampf noch nicht zu Ende. Oder um es in den Worten der Roten Zora zu schreiben: "Das Leben ist eine Frau und ihre Augen mal zornig mal heiter sie nimmt sich die Waffe die ihr paßt und sagt dir der Kampf geht weiter. "

Zeitzeuginnen, Historikerin, ehemaligen Zoras lassen die Geschichte wieder lebendig werden.

combatiente zeigt geschichtsbewußt: revolucion muß sein! filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen

kinzigstraße 9 + 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee


Berlin: CSD 2025

Unter dem Motto „Nie wieder still!“ zogen am 26. Juli 2025 Hunderttausende beim diesjährigen CSD laut und bunt durch Berlin.
Das Foto von © Björn Obmann zeigt einen Ausschnitt aus der Parade mit massenhaft verschiedenen Menschen mit bunten Fahnen und verschiedenen Texttafeln.
Foto © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Viele Plakate forderten Gleichberechtigung und den Schutz von queeren Menschen. Sehr deutlich wurden die queerfeindlichen Äußerungen und Taten der CDU kritisiert, wie z.B. Merz, der queere Menschen mit einem Zirkus verglich oder Klöckner, die die Pride-Fahne am Bundestag verhindert hat.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Abseits des CSD versuchte eine Handvoll Neonazis mit einer Kundgebung Aufmerksamkeit zu erregen. Hier kam es zu mindestens 2 Festnahmen. Die Teilnehmenden des CSDs übertönten den rechten Protest oder bekamen von der kleinen Gruppe gar nichts mit. Die Stimmung blieb bis zum Abend vor dem Brandenburger Tor ausgelassen und feierlich.

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Eine Nachricht oder: Ein Tag auf dem Fluss

The Defenders Almanac ist jetzt erhältlich! Das ist das Tabletop-Rollenspiel „Tiere gegen Maschinen“, an dem ich jahrelang mit einem unglaublichen Team gearbeitet habe, ein Begleitbuch und ein Spiel zum Brettspiel Defenders of the Wild. Ich habe eine Menge seltsamer Geschichten und Fiktion für dieses Projekt geschrieben, und ich vermute, dass auch für dich etwas dabei ist, egal ob du das Spiel tatsächlich spielen möchtest oder nicht.

Eine Nachricht

Die Rehe hier sind scheu. Ich kann es ihnen nicht verübeln – es gibt nicht viele Menschen hier, und die meisten von ihnen jagen. In der Nachbarschaft meiner Eltern ziehen die Rehe das Erstarren der Flucht vor und starren einen teilnahmslos an, wenn man durch die Straßen und den Park geht. Rintrah, mein Hund, versteht die Rehe in der Stadt oder in Vororten nicht. Er bellt sie an, stürzt sich an der Leine nach vorne, aber sie erwidern nur seinen Blick und warten, bis wir weitergehen.

Hier draußen rennen die Rehe, wenn auch in ihrer typischen gemächlichen Art. Rintrahs Bellen lässt sie ruhig in die Ferne springen und über die weitläufigen Zäune hüpfen, die die Berge durchziehen. Rehe halten sich nicht sonderlich an Grundstücksgrenzen.

Gestern jedoch stand ein Reh – kaum mehr als ein Kitz – in meinem Vorgarten, als ich zu meinem Auto ging. Es wich sechs Meter zurück und beobachtete mich. Das war das nächste, was mir ein Reh seit meinem Umzug in diese Gegend jemals erlaubt hat.

Das hat nichts zu bedeuten. Es ist kein Symbol dafür, dass ich mich meinen eigenen Schwächen nähere, dass ich lerne, nicht vor allem wegzulaufen, was mir Angst macht. Dieser Teil meiner Begegnung mit dem Reh spielt sich nur in meinem Kopf ab. Es ist nur ein Reh. Eines der gewöhnlichsten und alltäglichsten Tiere Nordamerikas ist immer noch eines der bedeutungsvollsten, das man sehen und mit dem man Augenkontakt aufnehmen kann.

Ich glaube, wir brauchen Symbole und Zeichen. Selbst die rationalsten Menschen, die ich kenne, erzählen voller Ehrfurcht von Begegnungen mit Tieren beim Wandern oder Campen, weil die Interaktion mit diesen empfindungsfähigen, aber stummen Wesen, mit denen wir die Welt teilen, etwas Magisches hat.

Das Foto zeigt eine Elster, die Auf einem Ast sitzt
Eine Elster
Quelle: hedera.baltica from Wrocław, Poland, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons
Eine Gruppe Krähen wird als „Mörder“ bezeichnet, eine Gruppe Elstern als „Tiding“ (Nachricht). Vögel sind dazu geboren, Omen zu sein (naja, sie sind natürlich aus ihren eigenen Gründen geboren, aber es scheint unmöglich, diese flatternden und fliegenden Wesen zu betrachten, ohne an unser Leben und die Möglichkeiten zu denken, die vor uns liegen).

Das kann man aber bei allem Lebendigen und Nicht-Lebendigen so empfinden. Bäume fühlen sich wie Zeichen an. Das Moos und die Flechten, die auf einem Felsvorsprung um ihr Revier kämpfen, können uns mit Bedeutung erfüllen. Die Natur lädt uns ein, sie als etwas Göttliches zu sehen.

Diese Woche bin ich mit Freunden Tubing gefahren, weil Freunde zu Besuch waren, weil Tubes bei Walmart günstig waren und weil wir dachten, dass wir es trotz der heftigen Gewitter jeden Nachmittag so timen könnten, dass wir nicht im Wasser vom Blitz getroffen werden – und das haben wir auch geschafft. Wir haben uns in ein Auto und einen Van gepackt und sind zum Fluss gefahren, und dank des Wochentags und der bereits erwähnten Gewitter hatten wir einen hohen Fluss ohne Menschen. Wir haben uns etwas zu schlampig mit Sonnencreme eingeschmiert, uns mit Sprudelwasser eingedeckt, unsere Reifen aneinander befestigt und uns von der Strömung treiben lassen.

Wir haben einen Reiher gesehen, einen meiner Lieblingsvögel. Wir haben einen Weißkopfseeadler gesehen, von dem ich nicht wusste, dass er hier in der Gegend lebt. Dann war da noch ein Fuchs, der die senkrechte Felswand neben uns erklommen hat. Es war der Fuchs, der mich so beeindruckt hat, dass mir der Atem stockte.

Ich weiß nicht, ob der Fuchs ein Symbol oder ein Zeichen oder ein Omen oder was auch immer war. In den Wäldern in der Nähe meines Hauses gibt es Füchse. Ich sehe sie nie, aber ich höre sie manchmal, und ab und zu finde ich die Überreste ihrer Beute. Ich vermute, dass dieser bestimmte Fuchs, der am Fluss, dort lebte, um den Menschen zu entkommen. Es gibt keine Zufahrt zu dem Ort, nur Zugang über den Fluss.

Es ist herzzerreißend, daran zu denken, dass wir Wildtiere für alle möglichen Dinge symbolisieren, während Tiere für Menschen wahrscheinlich nur den Tod bedeuten. Natürlich rannte der Fuchs auf eine Anhöhe, als wir näher kamen.

Wir unterhielten uns über unser Leben, während die Sonne unsere Beine durch die schlecht aufgetragene Sonnencreme brannte und die wasserdichte Tasche mit unseren Handys und Autoschlüsseln undicht war, und wir lachten, als der Fluss unruhig wurde und uns durchschüttelte. In der Ferne grollte der Donner, aber wir sahen keinen Blitz, bis wir fast das schlammige Ufer erreichten, an dem wir den Van geparkt hatten.

Die einzigen Menschen, die wir sahen, waren der Großvater und seine beiden Enkelkinder, die dort angelten, wo wir aus dem Wasser kletterten, und er freute sich, mit den tätowierten Verrückten zu plaudern, die gerade den Fluss hinuntergetrieben waren, an den er schon länger kam, als wir alle auf der Welt waren. Er erzählte uns begeistert vom Tubing im Vergleich zum Bootfahren auf dem Fluss, von den Fischen, die er zu fangen hoffte, davon, wie sehr er es vermisste, noch fit genug zum Bootfahren zu sein, und davon, wie glücklich er war, endlich mit seinen Enkeln zum Angeln hierherkommen zu können.

Er war weder ein Omen noch ein Zeichen. Er war einfach ein Mann, der aus seinem Leben erzählte, auch wenn mich seine Erzählung daran erinnerte, das Leben zu genießen und darüber nachzudenken, wie unsere Freude uns erhalten bleibt, sich aber mit zunehmendem Alter und Veränderungen wandelt.

Wir fuhren vom Fluss zu einem Hotdog- und Eisstand, der wie durch ein Wunder in West Virginia veganes Sorbet für mich hatte. Wir fuhren singend nach Hause, schlängelten uns durch kurvige Straßen und vermieden dank einer Mischung aus Glück und Geschicklichkeit, dass uns schlecht wurde. Rintrah empfing uns an der Tür, freute sich, uns zu sehen, sprang nicht einmal auf und kratzte uns nicht, dann analysierten wir alle unsere Sonnenbrände und legten uns prompt am Nachmittag schlafen, während draußen der Donner grollte.

Ich dachte an den Fuchs, der die Klippe erklommen hatte, an den Reiher und an meine Freunde, und ich bin froh, dass ich heute weniger ein Einsiedler bin, und ich bin dankbar für die Menschen und Tiere in meinem Leben, sowohl für diejenigen, die mich in ihrem Herzen tragen, als auch für diejenigen, die einfach nur freundliche Fremde am Flussufer sind.

Es ist viel falsch in dieser Welt, und es wird immer schlimmer, aber im Moment kann ich meinen Hund und meine Freunde umarmen und diese Momente festhalten.

Quelle: Margaret Killjoy, in Birds Before the Storm: A Tiding or: a day on the river, 18. Juli 2025

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung [Autorisiert]: Thomas Trueten

Berlin: Pride Parade 2025

Das Foto von © Björn Obmann zeigt das Fronttransparent mit der Aufschrift "Behindert & verrückt - Feien bis zum Umfallen!" Dahinter fährt ein Lautsprecherwagen. Drumherum viele Menschen unter anderem einige in Rollis.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Unter dem Motto „behindert und verrückt — feiern bis zum Auffallen!“ zogen am 5. Juli 2025 über 800 Menschen in einer PRIDE PARADE durch Neukölln und Kreuzberg. Sie protestierten damit gegen die mehrfache Diskriminierung sowie die Behinderung und Ausgrenzung von queeren Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

"Wir nennen uns „behindert und verrückt“, um uns diese Begriffe zurückzuerobern.
Dafür gehen wir auf die Straße:
Wir wollen keine Scham mehr. Keine Anpassung. Keine stillen Ecken für uns.
Wir nehmen den Raum, den wir brauchen.
Wir stören. Wir feiern. Wir kämpfen.
Mit Rollstuhl, Krücke, Chaos und Glitzer.
Mit Wut, Freude und Musik.

Wir protestieren dagegen, dass Menschen diskriminiert werden.
Wir protestieren dagegen, dass andere Menschen über behinderte und verrückte Menschen bestimmen.
Wir protestieren dagegen, dass in unserer kapitalistischen Gesellschaft Menschen nur etwas wert sind, wenn sie arbeiten können.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der niemand als „krank“, „gestört“ und „nicht normal“ benachteiligt oder ausgeschlossen wird.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle Menschen gut leben können und nicht ein paar Menschen sehr reich sind und viele Menschen arm sind."

(aus dem Aufruf zur Parade)

Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)

Links

Marzahn Pride 2025

Das Foto zeigt Teilnehmer der Pride, eine Person hält eine Texttafel hoch: "Für eine Welt, in der Vielfalt kein Grund zur Angst sondern zum Feiern ist"
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Bis zu 2.000 Menschen protestierten am 21. Juni 2025 in Marzahn auf der East Pride für die Rechte von LGBTQIA*-Menschen. Es war die größte Pride Parade in Marzahn.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Marzahn Pride, die am Nachmittag in der Nähe des S-Bahnhofs Springpfuhl startete, fand bereits zum sechsten Mal statt. Organisiert wurde sie u.a. vom Verein Quarteera, der der Community queerer Migrant*innen vor allem aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion eine Plattform geben will.

Die Pride feiert queeres Leben, wie ein Mitglied der Orga in einem taz-Interview betont: „Ein Akt der Sichtbarkeit für unsere Community und ein klares Zeichen dafür, dass queere Menschen überall sind, nicht nur in Kreuzkölln.“

Neonazis der Jugendgruppe „Deutsche Jugend voran“ hatten eine Gegendemo mit 300 Teilnehmer*innen angemeldet, es kamen nur 50.

Links

Wenn es zu viel Luftwiderstand gibt oder: Die Romantisierung der Revolution

Ein romantisches Bild von Menschen während einer Revolution unter einem Himmel mit Sternen
Grafik: Thomas Trueten
Das ist eine Geschichte über „Andor“, diese Star Wars-Serie, aber du musst sie nicht gesehen haben, und ich glaube, ich kann darüber reden, ohne was zu verraten. Es geht um eine Revolution und wird von einem Sender (Disney+) gemacht, der auf der BDS-Liste steht, weil er Schauspieler engagiert, die den Völkermord an den Palästinensern direkt unterstützen.

Es gibt eine Szene und eine Rede, und wenn du die zweite Staffel gesehen hast, weißt du, von welcher ich rede. Es ist ganz am Ende von Folge fünf. Alles, was du wissen musst, ist, dass zwei Revolutionäre, ein alter und ein junger, dabei sind, Weltraum-Benzin zu klauen, was für sie ein großes Risiko bedeutet. Die Pipeline, die sie angezapft haben, explodiert, wenn sie auch nur einen einzigen Fehler machen. Das Weltraumbenzin („Rhydo“) ist giftig, wenn man es einatmet, und der jüngere Revolutionär trägt eine Maske. Der ältere nicht. Er nähert sich und atmet tief ein.

Der jüngere, Wilmon, der schon mehr Scheiße gesehen hat, als ich jemals sehen werde, fragt: „Wie kannst du das tun?“

Der Ältere, Saw Gerrera, ist ein Revolutionär, der sich weigert, die Revolution auf die nette Art zu machen, wie es der Rest der offiziellen „Rebellion“ will. Er antwortet:

Weil ich es verstehe. Weil sie meine Schwester Rhydo ist und mich liebt!

Dieses Jucken, dieses Brennen ... Spürst du, wie sehr sie explodieren will?

Merke dir das. Merke dir diesen Moment! Diese perfekte Nacht.

Du denkst, ich bin verrückt? Ja, das bin ich. Revolution ist nichts für Vernünftige. Schau uns an: ungeliebt, gejagt, Kanonenfutter. Wir werden alle tot sein, bevor die Republik zurück ist, und doch ... sind wir hier. Wo bist du, Junge? Du bist hier! Du bist nicht bei Luthen [dem Anführer der traditionelleren Rebellion]. Du bist hier! Du bist genau hier, und du bist bereit zu kämpfen!

Wir sind das Rhydo, Junge. Wir sind der Treibstoff. Wir sind das, was explodiert, wenn die Spannung in der Luft zu groß wird. Lass es rein, Junge! Das ist die Freiheit, die dich ruft! Lass es rein! Lass es laufen! Lass es wild laufen!“

Ich habe mir das diese Woche angesehen und die Szene dreimal zurückgespult, um sie dreimal zu hören.

Die Vorstellung, dass wir die Revolution nicht erleben werden, aber dass unser Leben trotzdem schön ist, dass wir Momente wie „diese perfekte Nacht“ haben, ist berauschend.

Ist es gut, so berauscht zu sein? Ich weiß es nicht.

Ich denke viel über die Romantisierung des Leidens nach. Als ich in einem Van lebte, tat ich das nicht, weil ich ein „Vanlife“ führen wollte, sondern weil ich fast kein Geld hatte und einen trockenen Platz zum Schlafen und eine Möglichkeit brauchte, von Ort zu Ort zu kommen, um meine Aktivistenarbeit fortzusetzen. Ich hasste die Romantisierung des Van-Lebens, die makellosen Fotos von perfekten Stränden und 50.000-Dollar-Vans.

Nicht, dass mein eigenes Leben nicht schön gewesen wäre. Wenn überhaupt, hatte ich das Gefühl, dass die Leute auf Instagram eine blasse Imitation dessen lebten, was ich tat, und nicht umgekehrt. Ich schlief in besetzten Landprojekten in der Wüste, ließ Leute bei Earth First!-Versammlungen in meinem Van vor dem Regen Schutz suchen und fuhr mit diesem Van auf Lesereisen für Bücher und politische Anliegen. Dieses Leben war auch verdammt hart. Mein Van ging immer wieder kaputt und ich saß in dieser oder jener Stadt, in dieser oder jener Einfahrt fest. In einem Winter in Olympia schimmelte mein Van und alles darin. Das Leben auf engstem Raum war hart für meinen Körper und ich hatte Probleme, einige Verletzungen zu heilen.

Schließlich, nach Jahren, zog ich in eine netzunabhängige Scheune und sparte langsam Geld, um auf dem Grundstück eines Freundes eine 12 x 12 Fuß große, netzunabhängige Hütte mit A-Rahmen zu bauen. Vom Leben im Van zum Tiny House. Alles, was man romantisieren sollte.

Ein Tiny House ist meiner Meinung nach nur dann eine Verbesserung, wenn man vorher kein Haus hatte. Die meisten Menschen sind nicht glücklicher, wenn sie netzunabhängig leben. Die meisten Menschen sind nicht glücklicher, wenn sie in ihren Fahrzeugen leben.

Aber wenn es das ist, was man hat, ist es sinnvoll, das Schöne daran zu sehen. Es ist sinnvoll, es zu romantisieren. An manchen Nächten im Van, wenn der Wind durch die Bäume rauschte, war ich glücklich. An manchen Sommertagen in der Hängematte vor meiner Hütte war ich glücklich.

Wenn zwei Revolutionäre, die sich der ethischen Verpflichtung verschrieben haben, das galaktische Imperium zu stürzen, Dämpfe einatmen und poetisch über ihre perfekte Nacht des Verbrechens schwärmen, treffen sie die richtige Entscheidung. Wenn du sterben wirst, bevor du den Erfolg deiner Revolution erleben kannst, kannst du genauso gut das Beste daraus machen. Du kannst genauso gut dein kurzes Leben mit so viel Sinn füllen, wie du nur kannst.

Das ist sicher eine schöne Art zu leben. Es ist wichtig, dass wir lernen, das Schöne in unserer Situation zu sehen, egal wie schlimm sie ist, auch wenn es nur die Schönheit eines sinnlosen Kampfes ist.

Es gibt dieses alte Buch, „Katechismus eines Revolutionärs“, aus dem Jahr 1869. Es stammt von einem russischen Nihilisten namens Sergej Nechajew. Manchmal sind Leute ziemlich begeistert von diesem Buch. Es ist berauschend. Der Revolutionär ist ein zum Scheitern verurteilter Mann, heißt es gleich im ersten Satz. Schauen wir uns doch mal den ganzen ersten Absatz an:

Der Revolutionär ist ein zum Scheitern verurteilter Mann. Er hat keine privaten Interessen, keine Affären, keine Gefühle, keine Bindungen, keinen Besitz und nicht einmal einen eigenen Namen. Sein ganzes Wesen wird von einem einzigen Ziel, einem einzigen Gedanken, einer einzigen Leidenschaft verschlungen – der Revolution. Mit Leib und Seele, nicht nur mit Worten, sondern mit Taten, hat er alle Verbindungen zur sozialen Ordnung und zur gesamten zivilisierten Welt, zu den Gesetzen, guten Sitten, Konventionen und Moralvorstellungen dieser Welt abgebrochen. Er ist ihr gnadenloser Feind und lebt nur noch mit einem einzigen Ziel: sie zu zerstören.

Ein weiteres Zitat aus dem Buch, der Revolutionär:

Er muss alle sozialen Strukturen, einschließlich der Polizei, infiltrieren. Er muss reiche und einflussreiche Leute ausnutzen und sie sich unterwerfen. Er muss das Elend der einfachen Leute verschlimmern, um ihre Geduld zu erschöpfen und sie zum Aufstand anzustacheln. Und schließlich muss er sich mit der brutalen Welt der Gewaltverbrecher verbünden, den einzigen wahren Revolutionären in Russland.

Nach dem Katechismus ist im Namen der Revolution im Grunde alles gerechtfertigt. Das wurde in der Zeit der Zaren geschrieben, weniger als ein Jahrzehnt nach dem Ende der Leibeigenschaft, in einer Zeit, in der viele Leute verzweifelt nach einem Weg suchten, den Zaren von einer ganzen Person in viele kleine Stücke zu verwandeln, meist mit Sprengstoff. Was natürlich eine vernünftige Maßnahme gegenüber Autokraten ist.

Aber man muss wissen, dass der Typ, der dieses Buch geschrieben hat, Nechayev, ein Stück Scheiße war. Das ist, glaube ich, der Fachbegriff dafür. Nicht nur „er war so der Revolution verschrieben, dass er gegenüber Menschen gefühllos war“, sondern einfach ein aggressiver schlechter Mensch, der meiner Meinung nach eher schädlich für die Bewegung war, die er angeblich liebte.

Er war in eine andere russische Nihilistin verliebt, eine Frau namens Vera, aber sie wollte nichts von ihm wissen, also floh er in die Schweiz. Dort traf er den berühmten Anarchisten Michail Bakunin und betrog den alten Mann, soweit ich das beurteilen kann. Nechayev sagte so etwas wie: „Hey, ich bin Teil dieser riesigen, absolut echten Geheimgesellschaft in Russland, und du solltest uns finanziell unterstützen.“ Also gab Bakunin, gegen den Rat seiner Freunde, Nechayev Kontakte und half ihm, eine Menge Propaganda zu drucken.

Und Nechayevs konkreter Plan war, seine eigenen Freunde ohne deren Einverständnis verhaften zu lassen, um sie zu radikalisieren. Vor allem Vera, die Frau, die ihn abgelehnt hatte. Er schickte ihnen allen jede Menge Propaganda, sie wurden alle gefasst und Vera musste dafür vier Jahre ins Gefängnis.

Dann kehrt er nach Russland zurück, gründet eine Geheimgesellschaft, indem er behauptet, sie sei Teil einer viel größeren Verschwörung, die er sich ausgedacht hat, und als jemand aus seiner eigenen Geheimgesellschaft ihn wegen seiner Lügen entlarvt, töten er und ein paar Freunde den Mann und werfen seine Leiche in einen zugefrorenen See.

Danach lässt Nechayev seine Freunde zurück, damit sie von der russischen Polizei geschnappt werden, und flieht nach Europa, wo er herumreist und alle davon überzeugen will, dass autoritäre Rebellion der richtige Weg ist.

Schließlich landet er im Gefängnis und versucht, die anderen Nihilisten davon zu überzeugen, ihn zu befreien. Sorry, sagen sie, das geht nicht. Der Revolutionär ist schließlich ein verlorener Mann.

Ich halte weder von „Catechism of a Revolutionary“ noch von seinem Autor viel. Das Buch scheint geschrieben worden zu sein, um einen Mann zu entschuldigen, der tut, was er will (einschließlich der Inhaftierung der Frau, die ihn abgelehnt hat).

Doch wenn Saw Gerrera von „dieser perfekten Nacht“ spricht, denke ich an die pure Schönheit, die in einem Aufstand gegen die Polizei liegen kann, wenn man gemeinsam klar macht, dass man sich nicht von unverantwortlichen Männern mit Waffen regieren lässt. Manchmal muss man den Bastarden „Fuck you“ entgegen schreien und es auch so meinen. Man muss „Ihr seid meine Feinde“ schreien und es auch so meinen. Manchmal muss man sagen „Was willst du machen, mich umbringen?” und wissen, dass sie es vielleicht tun werden, aber dass es trotzdem gesagt werden musste.

Fiktion gibt uns keine Roadmaps oder Strategien vor, nicht wirklich. Dafür sind unsere eigenen Bewegungen und unsere eigene Geschichte besser geeignet (zum Beispiel sollte man nicht tun, was Nechayev getan hat). Aber Fiktion ist gut darin, uns zu zeigen, wer wir unter anderen Umständen sein könnten. Sie ist gut darin, uns Hinweise zu geben, wo wir in unterschiedlichen Umgebungen Schönheit finden könnten. Wenn ich eine Rebellin im Krieg gegen das galaktische Imperium wäre, wenn ich wüsste, dass ich die Revolution nicht erleben würde, würde ich meinen Frieden damit machen. Die Revolutionärin mag eine zum Scheitern verurteilte Frau sein, aber sie muss ihre Gedanken nicht auf das Grab richten. Wir alle, Revolutionäre oder nicht, wissen, dass die Leere kommt, aber dieses Wissen sollte uns nur an die Schönheit der Momente erinnern, die wir haben.

In Zeiten des Aufstands verändert sich das Leben der Menschen unwiderruflich. Menschen kommen ins Gefängnis, werden verstümmelt, sterben. Das Gleiche gilt für Zeiten des scheinbaren „Friedens“, in denen der Stiefel so fest auf unserem Hals sitzt, dass wir nicht handeln – oder, wie ich es mir gerne vorstelle, unsere Kräfte für den nächsten Moment sparen. Vielleicht warten wir, bis die Spannung zu groß wird.

Disney+ steht derzeit auf der Liste der vorrangigen Boykottziele für die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionskampagne gegen die Besetzung Palästinas durch den israelischen Staat. Das sollte man bedenken, wenn man sich entscheidet, wie man die Serie Andor anschauen (und darüber sprechen) möchte.

Quelle: Margaret Killjoy, in Birds Before the Storm: "When There's Too Much Friction in the Air or: The Romanticization of Revolution",  04. Juni 2025

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Übersetzung [Autorisiert]: Thomas Trueten

Remember Walt Whitman

Das Foto zeigt Walt Withman mit einem weißen Hemd mit offenem Kragen, schulterlangem Haar und Vollbart, der den Blick über die rechte Schulter richtet
Walt Withman, 1850
Heute in der Geschichte der Arbeiterbewegung - 31. Mai 1819: Der Dichter Walt Whitman wurde geboren. Whitman brachte 1855 seinen ersten und berühmtesten Gedichtband, Leaves of Grass, auf eigene Kosten raus. Er wurde wegen seiner Sinnlichkeit als obszön kritisiert. Während des Bürgerkriegs meldete er sich freiwillig in Krankenhäusern, um Verwundete zu pflegen. Viele glauben aufgrund seiner Schriften, dass Whitman schwul oder bisexuell war, obwohl dies von einigen Historikern bestritten wird. Oscar Wilde traf Whitman 1882 in den Vereinigten Staaten und sagte dem Aktivisten für Homosexuellenrechte George Cecil Ives, dass Whitmans sexuelle Orientierung außer Frage stehe: „Ich habe noch immer den Kuss von Walt Whitman auf meinen Lippen.“ Whitman wird von vielen als Amerikas erster und größter Dichter angesehen. Er inspirierte viele, die nach ihm kamen, darunter Ezra Pound, Langston Hughes, Kerouac, Ginsberg, Ferlinghetti, Gary Snyder und June Jordan.

Whitmans Engagement für Solidarität inspirierte viele Linke der späten 1800er und frühen 1900er Jahre, darunter Emma Goldman und die IWW, die Kopien von Whitmans Gedichten in Form des Little Blue Book an ihre Mitglieder verteilte. Bartolomeo Vanzetti, Elizabeth Gurley Flynn und Ralph Chaplin bezeichneten Whitman ebenfalls als ihre Inspiration. Er inspirierte auch den kubanischen Dichter und Revolutionär José Martí sowie Pablo Neruda und Jorge Luis Borges.

Quelle: Mike Dunn

Ein cooles Wochenende bei Woodland Brutality oder: Ich war zum ersten Mal bei einem Schießwettbewerb

Das Foto zeigt eine Person in einem schwarzen Hoddie mit Helm und Gehörschutz, die hinter einem Baumstamm liegt, mit einer angeschlagenen Colt AR-15 ein nicht sichtbares Ziel im Visier.
Foto: Birds Before the Storm
Letztes Wochenende hab ich zum ersten Mal an einem Schießwettbewerb teilgenommen und bin nicht Letzte geworden, was echt cool ist. Ich hab weiter und schneller geschossen als je zuvor, was auch cool ist. Ich bin nicht disqualifiziert worden (was anscheinend leicht passieren kann, wenn man noch keine Erfahrung mit Wettkampfschießen hat), was ebenfalls cool ist. Und ich habe mehrere Tage im Wald verbracht, umgeben von Transfrauen in taktischen Hosen, die unter körperlicher Belastung mühelos bewegliche Ziele treffen können. Was, wie ihr wisst, echt cool ist.

Es war der „Woodland Brutality“-Wettkampf, veranstaltet von „InRangeTV“. „A Better Way 2A“ war vor Ort und hat kostenlos Snacks verteilt. Beide Organisationen setzen sich dafür ein, marginalisierten Gruppen den Zugang zu Waffenausbildung zu erleichtern, und vertreten die radikale Idee, dass der zweite Verfassungszusatz für alle gilt.

Um das klarzustellen: Das macht Woodland Brutality nicht zu einer spezifisch „linken“ Veranstaltung. Es basiert einfach auf einer Community, die sich für Inklusion und Akzeptanz einsetzt. Mürrische alte Cis-Männer haben meine Pronomen richtig verwendet. Ein 64-jähriger Schusswaffenausbilder, der eine Etappe nach der anderen des Wettkampfs gemeistert hat, hat mir nach meinem ersten erfolgreichen Schuss auf ein sich bewegendes Ziel ein paar nette Komplimente zu meinen Fortschritten gemacht.

Die Brutality-Wettkämpfe setzen sich für Inklusion und Akzeptanz ein, aber sie sind auch bestrebt, einige der körperlich anspruchsvollsten Schießwettbewerbe zu veranstalten, die man finden kann. In der ersten Runde musste ich Reifen und Munitionskisten hin und her schleppen und zwischendurch mit Pistole und Gewehr auf Ziele schießen. In einer anderen musste ich auf einer schwingenden Plattform liegen, bevor ich mich von Barrikade zu Barrikade bewegen, einen 150 Pfund schweren Dummy ziehen und dann zur schwingenden Plattform zurückkehren musste, um zu schießen. Die optionale „Kasarda-Herausforderung“ besteht darin, einen Kettlebell immer wieder zu werfen, während man sich auf dem Weg zum Ziel bewegt und auf ein Stahlziel schießt. Diese spezielle Etappe wird separat vom Rest des Wettkampfs gewertet, da die Organisatoren nicht wollen, dass die Kraft des Oberkörpers die Wertung übermäßig beeinflusst.

Eigentlich wollte ich nur zuschauen, aber mein Freund Karl, der Gründer, hat mich sanft dazu ermutigt, mitzumachen. Ich fand, dass „sanfte Ermutigung, sich zu schwierigen Dingen zu überwinden“ die Atmosphäre der ganzen Veranstaltung geprägt hat (andere Teilnehmer zogen es vor, währenddessen angefeuert zu werden. Jedem das Seine.). Also habe ich meine Ausrüstung und Waffen in meinen Van geladen und bin durch die wunderschönen Berge von West Virginia zum Schießstand gefahren. Als ich an Schildern mit Aufschriften wie „Schusswaffen im Einsatz: Betreten verboten, Lebensgefahr“ vorbeifuhr, dachte ich mir: „Hoffentlich bin ich hier richtig.“

Ich hatte Glück, dass Karl der Erste war, den ich sah, als ich ankam. Er schoss das ganze Match mit Lever-Action-Gewehren, gekleidet in einem perfekten Outfit aus der Schlacht von Blair Mountain, mit Latzhose und Hemd. Eine schöne Hommage an West Virginia, wo vor hundert Jahren Arbeiter gegen ihre Besitzer in den Krieg zogen, die sie niederschossen.

Ich wollte mitmachen, hatte aber ein Problem: Da ich nicht weit sehen kann, war keines meiner Gewehre richtig eingestellt. Karl schleppte eine Stahlscheibe zum Ende einer der vielen Schießstände und half mir geduldig, nicht nur das Gewehr, mit dem ich antrat (ein billiges, aber zuverlässiges AR-15-Karabinergewehr mit einem Leuchtpunktvisier und ohne Vergrößerung), sondern auch mein 308er Repetiergewehr für Hirsche und das 22er Magnum-Repetiergewehr für Raubzeug, mit dem mein Vater vor meiner Geburt Murmeltiere schoss, als er aus der Marine kam und eine Zeit lang auf einer Farm lebte, einzustellen. Wer mich kennt, wird nicht überrascht sein, dass diese 22er bei weitem meine Lieblingswaffe ist. Sie ist nur nichts für Wettkämpfe.

Nachdem alles eingestellt war, machten wir uns auf den Weg zum Schießen. Die acht Etappen waren über eine etwa 1,5 km lange Schotterstraße verteilt, die durch das Gelände führt, und die meisten Leute fuhren von Etappe zu Etappe. (Die Teilnehmer der Hardcore-„Trooper“-Division des Wettbewerbs müssen ihre gesamte Ausrüstung zu Fuß tragen und dürfen während des gesamten Wochenendes außer Wasser nichts nachfüllen.)

Die allererste Etappe war die bereits erwähnte „Runde mit Reifen und Munitionskisten, bei der man zwischendurch auf Ziele schießen musste“, und ich habe sofort zwei Dinge gelernt: Erstens, dass ich mit meinem Gewehr ganz gut schießen kann, und zweitens, dass ich mehr Übung im Schießen mit einer Handfeuerwaffe auf große Entfernungen brauche. Ich habe eine Patrone nach der anderen verschossen, als ich auf zwei torsohohe Stahlziele in 40 Metern Entfernung schoss, und ich habe es nur bis zur Hälfte der Etappe geschafft, bevor der Summer ertönte und meine Zeit abgelaufen war.

Ich hatte so oft daneben geschossen, dass ich Karl meine Pistole gab und ihn bat, zu beweisen, dass das Problem bei mir lag und nicht bei der Waffe. Er schoss schnell drei Mal und traf drei Mal. Wie ich vermutet hatte, lag das Problem bei mir.

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich keine Erfahrung im Wettkampfschießen habe und dass 40 Meter weiter sind, als ich jemals mit einer Handfeuerwaffe geschossen habe. Ich schieße schon seit einer Weile (ich habe vor Jahren meinen Waffenschein bekommen, nachdem Nazis mich doxxed haben und mir Fotos meiner Familie geschickt haben), aber meine ganze Erfahrung konzentriert sich entweder auf die Verteidigung der Gemeinschaft (weshalb ich mit einem Gewehr passabel bin) oder auf Selbstverteidigung durch verdeckte Trageweise (die meisten Kurse konzentrieren sich auf Schüsse aus etwa 10 Metern Entfernung, nicht aus 40 Metern).

Ich will meine Erfahrung mit Gemeinschafts- oder Selbstverteidigung auch nicht überbewerten. Ich bin ein professioneller Dilettant. Aber die Experten für Gemeinschaftsverteidigung, denen ich vertraue (wie Yellow Peril Tactical), sagen immer wieder: Wenn du besser in der Gemeinschaftsverteidigung werden willst, fang mit Wettkämpfen an. Es stellt sich heraus, dass sie Recht haben, was nicht überraschend ist. Auf den Schießstand zu gehen, still zu stehen und auf Papier- oder Stahlziele zu schießen, ist eine gute Möglichkeit, die grundlegenden Fertigkeiten nicht völlig einzurosten, aber viel weiter bringt es einen nicht.

Ich ging mit der Erwartung in den Wettkampf, zu verlieren. Ich schrieb meinen Freunden eine SMS und sagte ihnen, dass ich auf den letzten Platz aus sei. Aber eigentlich war ich nicht dort, um gegen andere anzutreten, sondern gegen mich selbst. In nur zwei Tagen Schießen habe ich meine Stärken und Schwächen entdeckt. Vor diesem Wochenende hatte ich noch nie weiter als hundert Meter geschossen. Am zweiten Tag traf ich regelmäßig und wiederholt Ziele in 400 Metern Entfernung, ohne mein Gewehr zu vergrößern. Vor diesem Wochenende hatte ich noch nie mit einer Handfeuerwaffe auf 40 Meter geschossen, und obwohl ich diese Fertigkeit sicher nicht beherrschte, bewies ich, dass ich es konnte. Ich schoss zum ersten Mal auf bewegliche Ziele, ich schoss zum ersten Mal, obwohl ich erschöpft war. Ich beendete sogar eine der acht Etappen mit Zeitüberschuss – eine Etappe, die ausschließlich mit dem Gewehr absolviert werden musste und bei der man in voller Montur unter Drähten hindurchkriechen und aus der Hocke auf ein Ziel schießen musste.

Eine der schlechtesten Schützen bei einem der härtesten Wettkämpfe des Landes zu sein, war für mich überhaupt nicht peinlich, und niemand hat mich kritisiert, als ich eine Patrone nach der anderen verschossen habe, um dieses blöde kleine Stahlziel zu treffen. Jeder weiß, warum sie da sind, und es ist nicht, um sich über die Neue aufzuregen. Wenn ich auf die Anzeigetafel schaue, gibt es jemanden mit einer fast doppelt so hohen Punktzahl wie ich (das ist schlecht, man will eine niedrige Punktzahl, da sie in Sekunden gemessen wird), und ich schaue auf diesen Namen und denke nicht: „Na ja, wenigstens war ich besser als wer auch immer das ist.“ Stattdessen dachte ich reflexartig: Diese Person dort war der mutigste Motherfucker des ganzen Wochenendes.

Ich hab gemischte Gefühle gegenüber Schusswaffen. Ich hab aus erster Hand Erfahrungen mit den Folgen von Waffengewalt gemacht, die ich lieber nicht gehabt hätte, und ehrlich gesagt ist das ein wichtiger Grund, warum ich so aus der Übung bin. Ich finde, Menschen mit Aggressionsproblemen oder Selbstmordgedanken sollten keine Waffen besitzen. Ich finde, jede Waffe sollte weggeschlossen werden, wenn sie nicht benutzt wird. Ich glaube nicht, dass „eine bewaffnete Gesellschaft eine höfliche Gesellschaft ist“, weil ich die grundlegenden statistischen Analysen, die zeigen, dass zwischenmenschliche Gewalt tödlicher ist, wenn alle bewaffnet sind, ziemlich gut verstehen kann.

Gleichzeitig glaube ich, dass das Recht auf Selbstverteidigung und Verteidigung der Gemeinschaft unveräußerlich ist, und ich glaube, dass in der modernen Welt das effektivste Mittel zur Selbstverteidigung gegen tödliche Gewalt eine halbautomatische Handfeuerwaffe mit einem ordentlichen Magazin ist. Ich denke, das effektivste Mittel zur Verteidigung der Gemeinschaft ist ein halbautomatisches „modernes Sportgewehr“. Ein AR-15. Ich denke, der sichere Umgang mit Schusswaffen ist eine Fähigkeit, die allgemein verbreitet sein sollte, auch wenn viele Menschen vielleicht keine Waffe besitzen oder regelmäßig mit sich führen möchten.

Es gibt eine Art grundlegendes Dilemma, wenn es um Schusswaffen und Sicherheit geht. Auf individueller Ebene machen Waffen uns tendenziell weniger sicher. So wie ich das verstehe, ist ein Haus mit einer Waffe statistisch gesehen für alle darin lebenden Personen weniger sicher. Besonders wenn ein Mann und eine Frau in diesem Haus leben, ist die Frau weniger sicher.

Gleichzeitig scheint der Slogan „bewaffnete Minderheiten sind schwerer zu unterdrücken“ durch die Geschichte bestätigt zu werden. Der erste Schritt zu einem Völkermord ist die Entwaffnung der Bevölkerung. Ein gängiges Argument gegen Waffen ist, dass die Regierung über Panzer und Raketen verfügt und es daher keinen Grund gibt, dass die Bevölkerung Kleinwaffen (Gewehre und Pistolen) besitzt, um sich möglicherweise gegen diese Regierung zu stellen. Das ist ... keine Ansicht, die durch die Geschichte gestützt werden kann. Kleinwaffen waren in Konflikten gegen staatliche Militärmächte absolut unverzichtbar. Die Menschen im Warschauer Ghetto brauchten Lebensmittel, Druckerpressen und Waffen. Soweit ich das beurteilen kann, haben sie ihre Energie darauf verwendet, sich diese Dinge zu beschaffen.

Es ist gut, Teil einer Gruppe zu sein, die dafür bekannt ist, schwer zu töten zu sein. Faschisten sind Feiglinge – sie wären buchstäblich keine Faschisten, wenn sie keine Feiglinge wären. Sie bevorzugen leichte Ziele. Gleichzeitig macht die Verbreitung von Waffen eine Gemeinschaft jedoch weniger sicher vor sich selbst.

Die Lösung für diesen Widerspruch besteht meiner Meinung nach darin, die Waffenkultur neu zu definieren und unseren Umgang mit Schusswaffen zu überdenken. Es gibt Gemeinschaften, in denen Waffenbesitz keine Probleme verursacht, die für die amerikanische Kultur einzigartig sind.

Einige Aspekte der Schaffung einer besseren Waffenkultur sind ziemlich spezifisch und konkret. Ich glaube nicht an Lösungen von oben (wie Gesetze, die ungleich angewendet werden und auch nicht das Verantwortungsbewusstsein der Menschen fördern), sondern an horizontale Lösungen. Waffenbesitzer sollten andere Waffenbesitzer dazu ermutigen, ihre Waffen sicher wegzuschließen und zu kontrollieren, wer Zugang zu den Waffen hat. Wir brauchen eine Kultur, in der es normal und selbstverständlich ist, dass beispielsweise nach einer schlimmen Trennung die Freunde die Waffen (oder die Läufe oder die Verschlüsse) aufbewahren, bis man sich wieder besser fühlt.

Aber die größeren Probleme rund um den Waffenbesitz sind nur die größeren Probleme rund um die Kultur. Armut und Patriarchat sind (vermute ich) die treibende Kraft hinter dem Großteil der Waffengewalt. Es gibt eine Version von Männlichkeit (auf die Gefahr hin, eine abgedroschene Phrase zu verwenden: die toxische Version von Männlichkeit), die ihren Anhängern beibringt, dass sie die einsamen Beschützer sind, dass sie letztendlich über Recht und Unrecht entscheiden und dass sie im Namen aller handeln müssen. Für solche Leute ist die Waffe ein Symbol der Macht. Der Waffenträger entscheidet, wer lebt und wer stirbt. Das ist eine verdammt schlechte Idee.

Ich werde in zwei Absätzen in einem Artikel über einen Waffenwettbewerb, den ich besucht habe, nicht das Problem der toxischen Männlichkeit lösen. Aber ich würde sagen, dass diese spezielle Form von Männlichkeit untergraben wird, wenn Männer lernen, harte Fähigkeiten mit Geduld und Freundlichkeit zu vermitteln. Ich fand Woodland Brutality besonders faszinierend, weil das Kernkonzept („geh in den Wald und schieß mit vielen Waffen in einer Umgebung, die körperlich so anstrengend ist, dass man es als ‚Brutalität‘ bezeichnen kann“) auf den ersten Blick nicht nach einer fürsorglichen und einladenden Umgebung klingt. Doch was die Mitarbeiter und die Community aufgebaut haben, ist so ziemlich das genaue Gegenteil von diesen Alpha-Wolf-Trainingslagern für Kerle, die viel Geld dafür bezahlen, dass sie im Schlamm angeschrien werden, von denen man so hört. Hier geht es darum, gemeinsam etwas Schwieriges zu tun und sich gegenseitig zu unterstützen.

Wenn ich in letzter Zeit auf dem Schießstand bin, schaue ich mich um und denke mir: „Wahrscheinlich trainiert etwa die Hälfte der Leute hier, weil sie mich und meine Freunde umbringen wollen.“ Das ist kein besonders schönes Gefühl. Bei Brutality habe ich Leute gesehen, die mich beschützen würden. Sie sehen auch nicht alle so aus wie ich ... Der durchschnittliche Teilnehmer war (meiner Einschätzung nach) ein weißer Cis-Mann. Vermutlich sind die meisten Leute nicht speziell dort, um sich für die Verteidigung der Gemeinschaft zu trainieren – sie sind dort, weil Schießen ein Sport ist, und zwar ein lustiger. Aber sie entscheiden sich bewusst für einen Ort, der queere und transsexuelle Teilnehmer ausdrücklich willkommen heißt.

Ich habe am Wochenende einigen Fremden gegenüber erwähnt, dass es schön ist, mit Menschen zusammen zu sein, die lernen, Menschen wie mich zu beschützen. Ein Mann nickte, dachte einen Moment nach und fügte dann hinzu: Wir lernen, uns gegenseitig zu beschützen. Um uns alle zu schützen. Denn es ist wahr: Ich muss auch diesen Mann beschützen. Gegenseitige Hilfe ist schließlich gegenseitig. Das sagt schon der Name.

Als ich nach Hause fuhr, dachte ich mir: Ich bin froh, dass wir schwer zu töten sind.

Letztendlich sind wir alle nur Fleisch und Blut, und anders als Dungeons & Dragons uns gelehrt hat, bekommt man nicht mehr Trefferpunkte, wenn man besser wird. Egal, wie schwer man sich macht, in gewisser Weise ist man immer leicht zu töten.

Aber ich bin froh, dass die Arbeiterklasse Krallen hat. Ich bin froh, dass die Menschen, die auf dem Blair Mountain gekämpft haben, den Minenbesitzern sagen konnten: Wenn ihr die Slums, in denen wir leben, mit Maschinengewehren beschießt, werden wir euch mit Jagdgewehren erledigen. Es gibt viele Theorien darüber, woher das Wort „Redneck“ kommt, aber eine der wahrscheinlichsten Erklärungen sind die roten Bandanas, die die Kämpfer am Blair Mountain um den Hals trugen, um sich gegenseitig zu erkennen. Das ist meine Lieblingsgeschichte, weil sie bedeutet, dass die ursprünglichen Rednecks eine multiethnische Koalition von Bergarbeitern waren, die beschlossen hatten, dass die Arbeiterklasse sich nicht kampflos unterwerfen würde.

Ich will aber ehrlich sein: Das meiste, was ich bei Woodland Brutality gelernt habe, hatte nichts mit der Natur der Männlichkeit oder dem Aufbau einer besseren Kultur zu tun oder damit, was es für die Arbeiterklasse bedeutet, bewaffnet zu sein. Ich habe vor allem gelernt, dass ich an meiner Pistolentechnik arbeiten muss und dass die billigen Magazintaschen an meinem Waffenhalfter nicht dafür geeignet sind, die Magazine festzuhalten, während ich durch Rohre krieche und von Baum zu Baum renne. Das letzte hab ich gelernt, weil mehr als einmal, als sich die Magazine gelöst haben, jemand sie gefunden und mir zurückgebracht hat.

Währenddessen hat Karl in seiner Blair-Mountain-Montur mit Lever-Action-Gewehren einen Schuss nach dem anderen versenkt, Schüsse, die ich mit einem modernen Gewehr mit Leuchtpunktvisier manchmal nur mit Mühe getroffen habe. Ich bin froh, dass wir auf derselben Seite stehen.

Quelle: Margaret Killjoy, in Birds Before the Storm: A Pleasant Weekend at Woodland Brutality or: I entered my first shooting competition,  28. Mai 2025

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Übersetzung [Autorisiert]: Thomas Trueten