Blogkino: The Salt of the Earth (1954)
Heute beginnen wir im Rahmen unserer Reihe Blogkino eine Serie mit Filmen, die sich mit dem Thema Anarchismus beschäftigen. Wir beginnen mit "The Salt of the Earth" - im Jahr 1954 gedreht von Herbert J. Biberman.
"In einer Zinkmine in New Mexiko führen Anfang der 1950er Jahre mexikanische Bergarbeiter und insbesondere deren Frauen einen monatelangen Kampf. Für ihre Forderung nach Gleichbehandlung haben offizielle Stellen nur den Verdacht "unamerikanischer Umtriebe" übrig. Ebenfalls als "unamerikanisch" gilt die neorealistische Verfilmung des Geschehens durch den linken Regisseur Herbert Biberman. Ihn kostet die feministische Parteinahme für die Sache der Streikenden die Hollywood-Karriere, und sein Film, der heute zurecht als ein Klassiker gilt, wandert während der antikommunistischen Eiszeit in den Giftschrank."
Vor 73 Jahren: Hinrichtung von Sophie und Hans Scholl und Christoph ‪Probst‬
Heute vor 73 Jahren wurden Sophie Scholl, ihr Bruder Hans Scholl und Christoph -ªProbst-¬, Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, von ihren faschistischen Henkern ermordet. Kein Vergeben - kein Vergessen!
Was mir heute wichtig erscheint #402
Gefeiert: "Darunter waren auch Kinder..." Schaulustige bejubeln Brand einer geplanten Asylunterkunft, Bericht bei Mopo24.de. Das war bis jetzt noch nicht alles an diesem Wochenende. Was wohl in diesen Menschen vorgeht, beschreibt besarin
Lernfähig: "Die neue Ransomware Locky findet hierzulande offenbar massenhaft Opfer, darunter inzwischen auch ein Fraunhofer-Institut. Nun haben die Täter ihrem Schädling sogar Deutsch beigebracht." Mehr bei heise, siehe auch hier.
Einstellungsmuster: In der heutigen Sonntagsrubrik bei heise.de wird dem verstorbenen Umberto Eco gedacht. "(...) Eco war nicht nur ein vergnüglicher Semiotiker oder ein Dan Brown für Leute mit Köpfchen, sondern auch ein politischer Mensch. Wer an diesem gammelig-kalten Sonntag Zeit und Muße hat, sollte seine hellsichtige Analyse des Urfaschismus lesen, die weitab von seiner Analyse der Kindheit unter Mussolini klarmacht, welche Einstellungsmuster hinter den rechtsradikalen Auswürfen stehen, die bei A wie AfD anfangen und bei P wie Politisch inkorrekt aufhören.(...)"
Victimblaming: Einmal mehr wird das Opfer zum Täter gemacht. Die gestrige Pressekonferenz der Polizei in Clausitz ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die vorgestern Todesangst erlitten haben. Immerhin 100 Menschen zeigten gestern bei der Solidaritätsdemo mit den Geflüchteten Flagge.
Stille: Um das Asylpaket II, das Freitag im Bundestag diskutiert wurde und in dem eine Schlussstrich unter das individuelle Asylrecht in Deutschland gezogen werden soll gibt es keine breite gesellschaftliche Diskussion. Dabei macht es in weiten Teilen genau das zu Recht und Gesetz, was der deutsche Mob von Clausnitz in laut und hässlich repräsentiert: Ausländer raus. Überblick bei Analyse und Kritik, siehe auch: Pro Asyl
Rollenklischees: "Prinzessin Lillifee und Lego Friends sind nur vordergründig harmloses Mädchenspielzeug. Sie sind eine bedenkliche Antwort auf die Emanzipation der Frauen und können Einstiegsdrogen zu weiblichen Suchtkrankheiten sein. Was tun also, wenn kleine Mädchen pinkfarbene Püppchen lieben?" Mehr dazu bei der Hannoverschen Allgemeinen
Freilassung: Albert Shaka Woodfox, der letzte der noch inhaftierten "Angola three" saß 43 Jahre in Einzelhaft für ein Verbrechen, das dem Ex-Black Panther Aktivisten offenbar angehängt wurde. Nun wurde er freigelassen. Siehe auch das Interview für den Guardian.
"Das Volk lacht das Militär aus" (A.M.O.K.)
"Mit einem neuen Paragraphen soll die "Verunglimpfung der Bundeswehr" bestraft werden, um so doch noch das Tucholsky-Zitat: "Soldaten sind Mörder" zu verbieten. Erstmals dieses Jahr ist die Zahl der Kriegsverweigerer höher als die der Rekruten, mit steigender Tendenz, und in Bonn diskutiert man erschreckt Gegenmaßnahmen. Bundespräsident Herzog meint "um deutsche Interessen zu verteidigen, reicht das Scheckbuch nicht, sondern es ist auch der Einsatz von Laib und Leben gefordert" (Frankfurter Rundschau,14. März 1995).
Es soll wieder selbstverständlich werden, dass Deutsche überall in der Welt töten und sterben. Dagegen laufen wir AMOK. Die Jubelparade -š96' durch das Brandenburger Tor soll kein Trauermarsch sein, sondern ein karnevalesker und fröhlich-anarchischer Ausdruck des zivilen Ungehorsams gegen die Militarisierung der Gesellschaft, eine Demonstration der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung, die keine Armee und Kriege mehr will. (das antimilitarische Oberjubel K.O.M.I.T.E.E. Amok - Flugblatt zur Ankündigung der Parade)
Weitere Informationen:
Die Besetzung der Adalbertstr. 6 in Kreuzberg im Juni 1980

direkt vor dem Haus.
Foto: Monika von Wegerer
Massiver Leerstand, der Abriss vieler Altbauen und die Eroberung gemeinsamen Freiraums führte im Jahr 1980 zu der breiten, stadtweiten Hausbesetzerbewegung, in der mehr als 200 Häuser besetzt wurden. Bundesweit bekannt wurde sie durch den 12. Dezember 1980, denn an diesem Tag kam es nach der Räumung von 3 Häusern am Fränkelufer zu Krawallen, wie sie Kreuzberg schon seit langem nicht mehr erlebt hatte.
Die "A6" wie wir das Hausprojekt selbst nannten, war zum Zeitpunkt der Besetzung Eigentum der städtischen Gewerbesiedlungs-Gesellschaft GSG. An diesem Tag im Juni fand vor dem Haus ein Straßenfest statt, das eine Menge Zuschauer anlockte. Wir nutzten - gut vorbereitet - die Gunst der Stunde und besetzten mit rund 15 Leuten das Haus. Dabei stellten wir fest, das wir im Haus nicht alleine waren. Es gab noch einen letzten Mieter: unseren Opa Salzi, wie wir Herrn Salzmann später nannten. Er hatte sich das Wohnrecht auf Lebenszeit beim Gericht erstritten.
Nach anfänglichen Auseinandersetzungen mit der GSG, die das Haus verwaltete konnte die Hausgemeinschaft jedoch lange Zeit das Haus ihren Vorstellungen gemäß nutzen und ihre Angelegenheiten selbst verwalten. Etagenmietverträge wurden abgeschlossen, die Erdgeschosswohnung wurde als Nachbarschaftsladen genutzt und vieles wie Hofbegrünung, Hausreinigung, der Ausbau und die Nutzung des Dachbodens, eine Werkstatt im Hof oder ein offener Gemeinschaftskeller wurde gemeinschaftlich organisiert.
Jahrelang blieb für die A6 im Großen und Ganzen alles beim Alten. Nur einige der Bewohner wechselten. Doch nachdem die GSG das Haus verkaufte, sollte sich das grundlegend ändern. Erst kamen Mieterhöhungen, dann der Versuch die Mietverträge für die Mieter zu verschärfen, schließlich massive Schikanen des neuen Hausbesitzers wie Kündigungsprozesse wegen angeblich vertragswidriger Nutzung der Wohnungen. Obwohl die Hausbewohner immer wieder den Versuch machten sich mit dem neuen Hausbesitzer zu einigen, verweigerte der entschieden den Dialog und klagt weiter.
Inzwischen ist der einstige Nachbarschaftsladen, der über viele Jahre einen wertvollen kulturellen und politischen Beitrag im Kiez geleistet hat zu einem Internetcafe geworden und daneben gibt es nun einen Dönerladen. Die Besetzung ist nun schon 35 Jahre her, aber noch immer haben sich einige der Erstbesetzer nicht verdrängen lassen auch wenn deren Wohngrundlage weiterhin bedroht bleibt.
Weitere Informationen:
- Eine kurze Geschichte der Verdrängung aus den Innenbezirken. Die Adalbert 6 in Kreuzberg. (17.3.10 Mieterecho)
- Mein Besetzersommer 1980
- Weitere Bilder von Monika v. Wegerer
- Fotos: 30 Jahre Häuserkampf und Bewegung
- Geschichte wird gemacht - Woche der Widerspenstigen
- Die Bewegung kehrt zurück in die Städte - Häuserkampf 1980 -“ Ein Auszug aus dem Buch “Autonome in Bewegung- (pdf)
- Texte zum Häuserkampf der 80er Jahre
- Erinnerung an Michael Kipp (Weitere Fotos 80er Jahre)
- "Berlin besetzt" -ein interaktiver Stadtplan zur Geschichte von Hausbesetzungen in Berlin
- Berlin vor 25 Jahren - Fotos Anfang der 80er Jahre von Manfred Kraft
- Die Häuserbewegung Band 1 und 2. Buchtip: LAIKA-Verlag, Hamburg 2 DVD Bücher von Andrej Holm/Berlin und Wolf Wetzel/Frankfurt zur Geschichte von Häuser- und Stadtkämpfen (1970 bis morgen). Beiden Büchern liegen DVD's mit zahlreichen Videos und Filmdokumentationen bei.
Arnaldo Otegi: Haftentlassung am 1. März
Am 1. März 2016 wird der lanhgjährige Sprecher der linken baskischen Unabhängigkeitsbewegung Arnaldo Otegi nach sechseinhalb Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. In seiner Heimatstadt Elgoibar wird dazu eine Feier vorbereitet. Mehr zur Situation im Baskenland.

Blogkino: Die Dreigroschenoper (1931)
Den Abschluss unserer kurzen Retrospektive zu Verfilmungen von Werken Bertold Brechts in der Reihe Blogkino bildet das heute wohl noch bekannteste Stück, die Dreigroschenoper in der Verfilmung aus dem Jahr 1931. Einige Musiknummern wie die Moritat von Mackie Messer wurden Welthits. Zum Inhalt: "Die Handlung kreist um den Konkurrenz- und Existenzkampf zwischen zwei „Geschäftsleuten“, dem Kopf der Londoner Bettelmafia (Peachum), der Bettler erpresst und sie so ausstattet, dass sie das Mitleid der Passanten erregen, und einem Verbrecher (Macheath), der gute Beziehungen zum Polizeichef (Brown) von London hat. (...)" (Wikipedia)
Wieder Morde an JournalistInnen in Veracruz und Oaxaca
Erst am 21. Januar war im Landkreis Santiago Jamiltepec im Bundesstaat Oaxaca der Journalist Marcos Hernández Bautista erschossen worden. Der Korrespondent der Tageszeitung „Noticias Voz e Imagen de Oaxaca“, der für weitere Medien arbeitete, engagierte sich zudem lokalpolitisch als Gemeindevertreter für die linke Morena-Partei. Während sich sowohl die Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova als auch die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH zu seiner Ermordung äußerten und Aufklärung forderten, haben die mexikanischen Behörden weitgehend zu diesem Verbrechen geschwiegen. Nach Informationen der CIDH hatte Hernández Angst vor Repressalien ausgedrückt, weil er mit seinen Artikeln „politische Interessen und die der Lokalfürsten“ beeinträchtigte. Oaxaca hat sich in den vergangenen Jahren nach Veracruz zu einem der für Journalist*innen gefährlichsten Bundesstaaten in Mexiko entwickelt.
Insgesamt sind in dem Land seit Anfang 2000 etwa 100 Journalistinnen umgebracht worden. Weitere zwei Dutzend gelten als unter Gewaltanwendung „verschwunden“. Erst vor Kurzem veröffentlichte die internationale Organisation Artikel 19 einen Sonderbericht zu den verschwundenen Medienarbeiterinnen in Mexiko. Darin wird auf die staatlichen Defizite bei den Ermittlungen sowie den fehlenden Willen, diese schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen ausreichend zu untersuchen, hingewiesen. Zu den Morden und dem Verschwindenlassen gesellen sich die alltäglichen Drohungen und Einschüchterungsversuche, unter denen Journalistinnen und Medien zu leiden haben. Im Rahmen der Proteste von Kolleginnen gegen den Mord an Anabel Flores wurde beispielsweise ein Journalist des Wochenmagazins „Proceso“ anonym per Twitter bedroht, ein weiterer Journalist desselben Mediums persönlich.
Quelle: Wieder Morde an Journalist*innen in Veracruz und Oaxaca via Nachrichtenpool Lateinamerika
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Revolution an der Tanzbar: Suicidal Tendencies - I feel your Pain
Heute mal was von der wunderbaren Crossover Combo Suicidal Tendencies:
In dem Zusammenhang sehr lesenswerter Beitrag: 10 African-Americans Slaying In Metal Today


