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»Sie haben es getan und sie werden es jederzeit wieder tun, wenn es ihnen gestattet wird.« Hans Frick

21.7. Film & Q&A - "Nestwärme - mein Opa, der Nationalsozialismus und ich"

Ein vererbter Familienschatz an Fotos und Filmaufnahmen zeigen den Großvater in den 1940er-Jahren, in einem der Filmausschnitte am Jackenaufschlag ein Hakenkreuz. Wie verändert sich der Blick auf einen geliebten Menschen durch ein Symbol, das für millionenfaches Morden steht? Wieiviel wissen wir über unsere Großeltern und wie lässt sich ein Puzzle aus Fotos und Filmaufnahmen, Erinnerungen und Familiennarrativen sowie Archivalien zu einem kohärenten Bild zusammensetzen, wo sich das Scharnier aus Geschichte und Familiengeschichte zusammenfindet? Ein Ringen um die Erinnerung.

Produktion: Filmuniversität I Film University Babelsberg KONRAD WOLF, Marlene-Dietrich-Allee 11, D-14482 Potsdam

Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit dem Filmemacher Eric Esser.

Dienstag, 21.07.2026, 19 Uhr
Ort: Raum für Beteiligung im Hubertusbad Hubertusstraße 47 10365 Berlin
Anmeldung: mitmachen@licht-blicke.org

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe zum Thema Nationalsozialismus und Familiengeschichte, organisiert vom Runden Tisch für Politische Bildung Lichtenberg in Kooperation mit dem Antisemitismusbeauftragten Lichtenbergs.


Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, verschwörungsideologische, antifeministische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zugang zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.


 

Keyf Stuttgart: Nach der Kundgebung ist vor der nächsten Kundgebung!

Das Foto zeigt Teile der Kundgebung vor dem Keyf am 5. Juni mit einem Transparent, auf dem der Text "Pay your Workers! - FAU" zu lesen ist. Daneben verschiedene Aktivist*innen und Passanten.
Foto: FAU Stuttgart

Am 5. Juni 2026 versammelten sich Mitglieder und Unterstützer*innen der FAU Stuttgart vor dem Keyf Grill & Frühstück Döner, um mit Redebeiträgen auf den von einem Mitglied gegenüber dem Betrieb geforderten Lohn aufmerksam zu machen und die Forderung "Geld her!" öffentlich zu machen. Damit zeigen wir: braucht ein Mitglied unsere Hilfe, so sind wir da!

Die Chefs erschienen während der Kundgebung persönlich vor Ort.

Am 17. Juli 2026 ab 19 Uhr findet erneut eine Kundgebung statt.

Wir fordern Keyf auf:

• Zahlen Sie den geforderten Lohn – Geld her!

Am 24. Juli ab 10:30 findet die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Stuttgart, Gerichtstag Waiblingen, Amtsgericht Waiblingen, Fronackerstr. 56, 71332 Waiblingen, Saal 0.01, Erdgeschoss, statt.

Kommt zur Verhandlung und unterstützt unser Mitglied!

 

Quelle: FAU Stuttgart


 

Blogkino: Barfuß durch die Hölle: … und dann kam das Ende - The Human Condition - Ningen no jōken (1961)

Heute führen wir in unsere Reihe Blogkino die kurze Serie mit Filmen des japanischen Regisseurs Masaki Kobayashi fort. Er schuf ab 1959 mit der Trilogie Barfuß durch die Hölle (Ningen no Jōken) einen Klasssiker des Antikriegsfilms, basierend auf einem Roman von Gomikawa Jumpei. Der neuneinhalbstündige Film erzählt die Geschichte des gutmeinenden, aber naiven Kaji (gespielt vom gutaussehenden japanischen Superstar Tatsuya Nakadai), einem japanischen Pazifisten und Sozialisten, der versucht, im faschistischen und repressiven Kaiserreich Japan in den Jahren des Zweiten Weltkriegs zu überleben und seinen Weg vom Aufseher in einem Arbeitslager über einen Soldaten der Kaiserlichen Armee bis hin zum sowjetischen Kriegsgefangenen beschreitet. Ständig bemüht, sich über ein korruptes System zu erheben, muss Kaji immer wieder feststellen, dass seine moralischen Prinzipien eher ein Hindernis als ein Vorteil sind. Als schonungslose Anklage gegen die Kriegsmentalität seines Landes und zugleich als persönliche existenzielle Tragödie ist Kobayashis fesselndes, wunderschön gefilmtes Epos Roman-Kino vom Feinsten.

Wir zeigen heute Teil 3, der hierzulande als "Barfuß durch die Hölle: ... und dann kam das Ende" lief: Im letzten Film sind die japanischen Streitkräfte vernichtend geschlagen. Mit einigen seiner Kameraden macht sich Kaji auf einen gewaltigen Fußmarsch nach Süden, wo er Michiko wiederzufinden hofft. Nachdem er viele Gefahren überlebt hat, wird er von der Roten Armee gefasst und muss daraufhin eine ähnliche Behandlung erdulden, wie sie die Chinesen zuvor erfahren hatten. Nach einiger Zeit gelingt ihm die Flucht. Enttäuscht vom Kommunismus, von dem er sich eine Befreiung der Menschheit erhofft hatte, erkennt er, dass dieses neue System keinen Deut besser ist als alles, wogegen er sich bisher aufgelehnt hatte. Er träumt weiterhin davon, seine Frau wiederzufinden, und muss schließlich seine letzte große Prüfung gegen die weite Ödnis des eurasischen Winters bestehen.

Teil 1 hatten wir am 30. Juni hier gezeigt, Teil 2 am 7. Juli dort.




Viele Hitzetote im Stuttgarter Kessel: Mit der Rosensteinbebauung wird alles noch viel schlimmer

„Aus der Extremhitze der letzten Tage in Stuttgart und dem, was uns da noch bevorsteht, muss auch der Stuttgarter Gemeinderat radikale Konsequenzen ziehen“, so Alexander Schauenburg vom Klima - und Umweltbündnis Stuttgart.

Das Logo des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 zeigt die Silouette einer demonstrierende Menschenmenge mit dem darübergelegten Text "Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21" sowie den angedeuteten Transparenten mit dem Text "Kopf bleibt oben" und "Umstieg 21"

In der letzten Juniwoche musste die Stadt Stuttgart eine „Außergewöhnliche Einsatzlage“ (AEL) ausrufen, weil die Kliniken und Rettungsdienste am Limit arbeiteten. Bevor der Sommer so richtig begonnen hatte, zählte das Robert-Koch-Institut schon über 5000 Hitzetote bundesweit. Einen überproportionalen Anteil daran dürften hitzebedingte Tote in Stuttgart ausmachen, denn die Stadt ist aufgrund ihrer Kessel- und Windschattenlage eine Hitzeinsel und zählt daher laut Stadtklimatologie. „zu den niederschlagsärmsten Gegenden in Baden-Württemberg“. Bis 2050 rechnet die Stadt nicht nur mit deutlich mehr Starkregenereignissen, sondern „gleichzeitig mit mehr als doppelt so vielen Hitzetagen mit über 30°“, so heißt es im Klimabeschluss des Stuttgarter Gemeinderats vom 2. Juni 2022, in dem er sich auf Klimaneutralität bis 2035 verpflichtete.

„Angesichts der Erfahrungen der letzten Hitzetage und angesichts der kurz - und langfristigen Bedrohungsszenarien, muss jetzt Schluss sein mit dem verantwortungslosen Aufweichen der Klimaziele“, so Schauenburg weiter. Parallel dazu, und nicht alternativ dazu, müssen alle Register gezogen werden, um die Menschen vor den Folgen der langjährigen klimapolitischen Versäumnisse zu schützen – und vor allem nicht noch Öl ins Feuer zu gießen mit kontraproduktiven Maßnahmen, die die Hitzebelastungen besonders im Stuttgarter Kessel noch verschärfen. Damit gemeint ist das Festhalten am Bau eines neuen Stadtteils namens Rosensteinquartier mitten in die Stuttgarter Frischluftschneise. Wo doch von der Architektenkammer BaWü, der IBA 2027 u.a. längst das Signal ausgeht: „anders! bauen im Bestand“ – Wege zur Bauwende (IBA 2027).

Das KUS Logo zeigt die Erdkugel über dem blauen "K", eine Baumsilouette über dem grünen "U" und das Wappentier der Stadt Stuttgart - ein sich aufbäumendes Pferd - über dem gelben "U".

Nächtliche Fallwinde von den Hanglagen und die Windströmung von Kalten(!)tal Richtung Neckar sorgen für nächtliche Abkühleffekte, wobei der stärker abkühlende Gleiskörper des Kopfbahnhofs eine wichtige Rolle spielt. Bauhöhen von 21 bis 30m würden den Winddurchfluss in dieser klimasensiblen Zone um 40% bremsen, die inzwischen geplanten Bauhöhen von 24 bis 48m entsprechend stärker. Windbewegungen in Bodennähe kommen fast zum Erliegen, so ein leider unberücksichtigt gebliebenes Fachgutachen der Stadtklimatologie.

Angesichts des im livestream scheiternden Projekts Stuttgart21wird der Kopfbahnhof ohnehin mindestens noch 6 Jahre gebraucht - angesichts der neuen, völlig unrealistischen Inbetriebnahmetermine sicherlich noch viel länger bzw. für immer. Aufgrund der dramatischen Hitzeentwicklung in der Stadt fordern KUS und Aktionsbündnis die sofortige Umwidmung der Millionenbeträge für Personal und Bewerbung des Rosensteinquartiers zugunsten von Schutzmaßmahnen für die hitzebetroffene Bevölkerung und für die Realisierung von Wohnbau im Bestand.

Der realpolitisch unabweisbare Abschied von dem illusionären, viele Milliarden teuren Rosensteinprojekt wäre allein schon ein Gebot haushälterischer Vernunft für eine „Stadt am Limit“. Er wäre auch ein Richtungswechsel der Verkehrs- und Klimawende von rückwärts nach vorwärts, indem ein Bahnhof mit Zukunft ermöglicht würde.


„Stuttgart 2035 klimaneutral - wird das noch was?“
Diese Frage, konkret gemünzt auf das Thema Wärmewende, stellt KUS unterstützt von vielen Verbänden aus dem Umwelt- und Verkehrsbereich Vertretenden der Gemeinderatsparteien, die sich in einem gemeinsamen Beschluss 2022 auf dieses Klimaziel verpflichtet hatten – und zwar am Dienstag, den 14. Juli um 18h im Großen Saal des Stuttgarter Rathauses

Mehr dazu: Stuttgart 2035 klimaneutral

Quelle: Pressemitteilung Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und Klima- und Umweltbündnis Stuttgart, 12. Juli 2026


 

50 Jahre Seveso-Katastrophe

Das Bild zeigt das Gefahrgutschild für giftige Produkte- einen kahlen Baum im Hintergrund, verunreinigter Boden und einen Toten Fisch auf orangenem Hintergrund. Dazu der Text "50 Jahre Seveso Katastrophe" und der Verweis auf die Webseite mitwelt.org als Quelle"
Bild: Mitwelt.org

Im italienischen Seveso wurde am 10. Juli 1976 in der Chemiefabrik Icmesa durch eine Explosion in einem Reaktor eine Giftgaswolke „freigesetzt“ (Neusprech) und dadurch eine der größten Chemiekatastrophen der europäischen Geschichte ausgelöst. Die Folgen für das norditalienische Städtchen Seveso und die umliegende Region waren verheerend. Neben anderen Stoffen entwichen große Mengen der hochgiftigen Dioxinverbindung TCDD in die Umwelt. Hochgiftiges Dioxin verseuchte ein 18 Quadratkilometer großes Gebiet, etwa 200 Menschen erlitten akute Vergiftungen (Chlorakne), zahllose Tiere verendeten. Erst acht Tage nach dem Unglück wurde die Fabrik geschlossen und das verseuchte Gebiet evakuiert. Icmesa war ein Tochterunternehmen von Givaudan, das wiederum zur Hoffmann-La-Roche-Gruppe gehörte. Die Schweizer Roche war verantwortlich für niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen und marode Anlagen, die so in der Schweiz nicht möglich gewesen wären. Die Arbeitsbedingungen in der TCP-Produktion waren extrem schlecht, die Anlage veraltet und unzureichend gewartet. Hohe Gewinne in Niedrigsicherheitsländern eben ... Seveso war damals aus Sicht Schweizer Konzerne eine industrielle „Verschmutzungs-Oase“ in Kerneuropa. Heute sind diese „Verschmutzungs-Oasen“ nach Asien oder Afrika weitergezogen, und mit dem erfolgreichen Kampf der Marktlibertären gegen das Lieferkettengesetz werden solche Zustände auch weiterhin bestehen. (...)


Weiterlesen bei Alex Mayer.




Blogkino: Barfuß durch die Hölle: Die Straße zur Ewigkeit - The Human Condition - Ningen no jōken (1959)

Heute führen wir in unsere Reihe Blogkino die kurze Serie mit Filmen des japanischen Regisseurs Masaki Kobayashi fort. Er schuf ab 1959 mit der Trilogie Barfuß durch die Hölle (Ningen no Jōken) einen Klasssiker des Antikriegsfilms, basierend auf einem Roman von Gomikawa Jumpei. Der neuneinhalbstündige Film erzählt die Geschichte des gutmeinenden, aber naiven Kaji (gespielt vom gutaussehenden japanischen Superstar Tatsuya Nakadai), einem japanischen Pazifisten und Sozialisten, der versucht, im faschistischen und repressiven Kaiserreich Japan in den Jahren des Zweiten Weltkriegs zu überleben und seinen Weg vom Aufseher in einem Arbeitslager über einen Soldaten der Kaiserlichen Armee bis hin zum sowjetischen Kriegsgefangenen beschreitet. Ständig bemüht, sich über ein korruptes System zu erheben, muss Kaji immer wieder feststellen, dass seine moralischen Prinzipien eher ein Hindernis als ein Vorteil sind. Als schonungslose Anklage gegen die Kriegsmentalität seines Landes und zugleich als persönliche existenzielle Tragödie ist Kobayashis fesselndes, wunderschön gefilmtes Epos Roman-Kino vom Feinsten.

Wir zeigen heute Teil 2, der hierzulande als "Barfuß durch die Hölle: Die Straße zur Ewigkeit" lief: Nachdem Kaji seine Befreiung vom Militärdienst eingebüßt hatte, weil er chinesische Gefangene vor ungerechter Strafe bewahrte, wird er im zweiten Teil in die Kwantung-Armee eingezogen. Konträr zu seiner antimilitaristischen Einstellung erweist sich Kaji in seiner Ausbildung als hervorragender Soldat, versucht aber im Umgang mit den anderen Soldaten seine Ideale umzusetzen, entgegen aller vorherrschenden Brutalität. Der Film endet mit der erfolgreichen sowjetischen Invasion in der Mandschurei.

Teil 1 hatten wir am 30. Juni hier gezeigt.




Für die „Klempner-Azubis im ersten Ausbildungsjahr“ und die Kinder, denen die Regierung 25€ Zuschlag streicht. Und für alle anderen, denen das allmählich auf den Zeiger geht.

Erich Kästner 1961 Foto: von Basch Lizenz: [CC BY-SA 3.0 nl]

„Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken.“

Erich Kästner, Gesang zwischen den Stühlen, 1932.

 

 

 

Anmerkung zum Titel:


Dann halt mit ckeditor...

Der Screenshot zeigt das Versionsfenster von ckeditor und einen Entwurf des Beitragstextes, so wie er sich in der Benutzerschnittstelle unseres Blogsstems Serendipity 2.6.0 zeigt.
ScreenShot

Jetzt habe ich jahrelang mit dem ScribeFire Browserplugin die Formatierung von Blogbeiträgen geregelt und bei Copy & Paste Passagen die Originalformatierung von Beiträgen etc. problemlos und 1:1 übernehmen können. Die Tage wurde dann die Unterstützung des Plugins in Brave oder anderen Brosern eingestellt, die damit dem Beispiel von Firefox folgen. Verständlich einerseits, ist doch das Plugin seit 2018 nicht mehr aktiv entwickelt worden.

Ärgerlich andererseits, daß ich armer Tropf nun auf der Suche nach einem anständigen WYSIWYG HTML Editor bei ckeditor r 4.14.0 (revision 8a12b04171) gelandet bin, der bei unserem Blogsystem schon immer dabei ist. Auch das ist nicht gerade taufrisch, aber irgendwie bin ich gerade zu faul, um da eine aktuelle Version reinzuprökeln, zumal die ziemlich sackteuer ist.

Man kann eben nicht immer gewinnen...