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»Revolutionäre gehen nie in Pension.« Fidel Alejandro Castro Ruz

Panasonic: Wie weiter?

Zur Zeit findet eine rege Diskussion bei den Panasonic - Kollegen über den weiteren Weg statt. Diese Diskussion findet sowohl vor ort, bei der Mahnwache als auch im Gästebuch der Seite des Betriebsrates statt. Ein Gästebucheintrag, der sich positiv mit den Erfahrungen der Kollegen auseinandersetzt und auch Gedanken für den weiteren Weg gibt möchten wir hier zur Kenntnis geben:


Die hier auftauchenden Meldungen geben leider nur wenig von der Stimmung wieder, die ich bei den Kollegen bei der nach wie vor stattfindenden Mahnwache vorfand. Es war sicher sehr hektisch die letzte Woche und viele Nerven sind wohl stark strapaziert. Umso wichtiger eine klare Orientierung auszusprechen, wie es weiter gehen wird?

- Die Mahnwache ist nicht mehr in Schichten organisiert,aber dennoch sehr stark besucht. Sonntagabend traf ich auf 13 Kollegen, Montagabend waren es über 40. Über die Fortführung der Mahnwache und damit auch des Kampfs um die Arbeitsplätze sollte von den betroffenen Kollegen selbst demokratisch abgestimmt werden!!

- Es wurden ca. 4 Millionen Euro zusätzlich zum Sozialplan erkämpft. Das ist ein großer Erfolg, ersetzt aber keine Arbeitsplätze. Die Forderung war doch "Arbeit wollen wir, kein Hartz IV!". Das ist richtig und daran sollte festgehalten werden.

- Unterschrift unter die Beschäftigungsgesellschaft bedeutet Akzeptanz der eigenen Kündigung. Es ist kein Erbarmen, daß Refugio nochmal für 4 Tage neu das Mitmachen anbot, sondern in erster Linie der Versuch nochmehr Leute aus der Kampffront zu reißen. An dieser Stelle:

Selbst renomierte bürgerliche Zeitungen und Fersehsendungen decken eindeutig auf: Beschäftigungsgesellschaft organisieren den Transfer in die Arbeitslosigkeit um Kämpfe der Kollegen zu verhindern bzw. einzudämmen.

Die Ablehnung der vielen Panasonic-Leute gegen die immer wieder vorgetragene Leier der Transfergesellschaft, war die Ablehnung den Kampf einzustellen. Alle Achtung und meinen Respekt an alle die sich dieser Versuchung standhaft widersetzt haben!

Ich halte die Kollegen, die unterschrieben aber auch nicht für Verräter!!

Bei all dem was passiert ist, war es für manche ein Schritt der Resignation, bei manchen ein Schritt der Verwirrung und bei einzelnen auch ein Schritt der Verzweiflung. Die Betreiber der Beschäftigungsgesellschaften haben sich alle Mühe gegeben damit die Kampffront aufzuweichen, Ihr Erfolg ist jedoch mehr wie bescheiden!

- Ein Hinweis zum Schluß:

wenn alle Stricke reißen und der Kampf tatsächlich zuwenig Unterstützung findet hat man immer noch ein Recht, nach einer Kündigungsschutzklage in die Beschäftigungsgesellschaft einzutreten!!

Kollegen die vom Recht gegen ihre Kündigung zu klagen Anspruch nehmen, dürfen nicht schlechter gestellt werden als all jene die mit dem Übergang in die Beschäftigungsgesellschaft ihre eigene Kündigung unterschrieben haben!
Dazu gibt es auch LAG Urteile!

Wenn ich weiter helfen kann, dürft Ihr mich gerne auch persönlich anschreiben: Baueresslingen@surfeu.de


Herzliche Grüße
Hubert Bauer

Solidarität mit den Panasonic - Kollegen ist weiterhin nötig!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein wichtiger Aspekt ist die Verarbeitung der Erfahrungen nicht nur der letzten 118 Tage der Mahnwache, sondern des ganzen bisherigen Kampfes um die Arbeitsplätze. Das ist auch für Kollegen in anderen Betrieben von Bedeutung.

Besonders die aktiv an der Auseinandersetzung beteiligten Kollegen erwarten eine Fortsetzung des Kampfes um Ersatzarbeitsplätze.

Den Kollegen, mit denen wir bisher über die bisherigen Ergebnisse, vor allem das Urteil des Richters der Einigungsstelle gesprochen haben, ist klar, daß eine solche Fortsetzung eine neue, wesentlich größere Herausforderung ist. Ob sich die Masse der Kollegen dem stellt ist noch nicht entschieden.

Für einen solchen Kampf ist auch eine noch breitere und aktive Solidarität anderer Belegschaften, innerhalb und außerhalb des Panasonic / Matsushita Konzerns notwendig. Die Panasonic Kollegen stehen beileibe nicht alleine:

Mit der angekündigten Vernichtung von 7500 Arbeitsplätzen bei der Allianz, von weiteren 800 bis 1000 bei Wüstenrot oder auch den befürchteten 80.000 vernichteten Arbeitsplätzen bei der Bahn durch Trennung und Zerschlagung im Zuge der Privatisierung stellt sich die Frage, wie und für welche Forderungen ein Kampf um Arbeitsplätze geführt werden kann und muss.

Die Erfahrungen, die die Panasonic Kollegen und ihre Familien im Kampf um ihre Arbeitsplätze gemacht haben sind dabei ein wichtiger Aspekt.

Auf den seid Ihr zu Recht stolz und habt den Respekt und die Solidarität anderer Belegschaften verdient!

Mit solidarischen Grüßen,
Thomas Trüten

Panasonic: Eckpunkte des Einigungsspruches

Gegen 24:00 kamen die Vertreter der Arbeitnehmer, Betriebsrat, Präsidentin der europäischen Betriebsräte Frau Bacayo, Rechtsanwalt Pusch, Prof. Zacher vor die Werkstore.

Nach dem der Gesamtbetriebsrat abgestimmt hatte, hat der Arbeitsrichter Carsten Witt ein Urteil gefällt. Die wichtigsten Eckpunkte. ca. 4 Mio. Euro mehr im Sozialplan, Teiler 60 anstatt 70, bei den unteren Lohngruppen 55, pro Kind 1500 Euro.

Das genaue Ergebnis wird heute auf einer Betriebsversammlung heute um 12:00 Uhr in der Werkskantine vorgestellt.


Was ist mit der Forderung der Kollegen nach Ersatzarbeitsplätzen?

Wir wollen Arbeit, nicht Hartz IV!





Mahnwache heute Nacht (Foto: Webmaster Betriebsrat)

Panasonic: 200 Kollegen warten am Tor 1 auf Ergebnisse der Einigungsstelle

Seit 10 Uhr warten zwischen 100 und 200 Panasonic Kollegen mit ihren Angehörigen auf Ergebnisse des heutigen Treffens der Einigungsstelle.

Nach einer kurzen Information haben bis auf den Betriebsratsvorsitzenden die anderen Betriebsräte die Verhandlungen verlassen. Es gab bis gegen 19:00 Uhr kein neues oder wesentlich erweitertes Angebot. Es wurde vom Richter zwar minimale Erhöhungen bei den Abfindungen ist Aussicht gestellt, für viele Kollegen ist dies jedoch keine Alternative, sie wollen

"Arbeit - kein Hartz IV!"




Bilderserie: Hüseyin Kurc vom Betriebsrat erklärt kurz den Stand der Verhandlungen

Mehrere hungerstreikende Kollegen, die wie die Esslinger Zeitug in einem heute erschienenen Artikel berichtet, in Lebensgefahr schweben, mußten notärztlich versorgt werden. Zeitweise waren am Vormittag neben dem ständig anwesenden Arzt vier Notarztwägen im Einsatz. Ein hungerstreikender Kollege wird heute abend am Herz operiert.

Mustafa wir wünschen Dir von Herzen gute Besserung!

Bilderserie: Dauereinsatz

Die Geschäftsleitung zeigt sich davon ungerührt: Die hungerstreikenden Kollegen müssen von ihren Kollegen zur mehreren hundert Meter entfernten Toilette geführt werden, obwohl wenige Meter hinter dem Tor 1 eine Toilette zur Verfügung steht.

Bilderserie: Beschämend.

Vielleicht befürchtet die Geschäftsleitung jedoch auch eventuelle Aktionen der Kollegen auf dem Werksgelände, da das Treffen der Einigungsstelle selber von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes "geschützt" wird.

Offenbar betrachtet Panasonic die "lieben Mitarbeiter" auch als datenschutzrechtliches Freiwild: So empfinden es jedenfalls viele Kollegen, deren persönliche Daten von Panasonic an die "Refugio" gegeben wurde, z.B. Name, Adresse, Geburtsdatum, und die Verdiensthöhe.

Die Kollegen wurden daraufhin von "Refugio" angeschrieben, daß sie in die Transfergesellschaft gehen sollen.

"Rechtlich" nicht zu beanstanden - wen wundert's ist doch Panasonic Gesellschafter der "Refugio". Das unterstreicht auch die Funktion der Transfergesellschaften, die dazu eingesetzt werden könnte, um den Widerstand der Kollegen zu brechen. Einige von ihnen haben berichtet, daß ihre Ehefrauen ihnen jetzt auch noch Druck machen, in die "Refugio" zu wechseln.

So haben auch am 20.6., also ein Tag nach der vereinbarten Frist für den Übertritt, sich noch Kollegen für den Wechsel in die "Refugio"entschieden.

Doch welche Aussichten auf Arbeit haben die Kollegen nach der Transfergesellschaft? Jeder, der die Augen vor der Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht verschlossen hat, kann sich das ausrechnen...

Maßlos enttäuscht sind viele der Kollegen von der IG Metall: Im Gegensatz zur bisher gezeigten Solidarität gewerkschaftlicher Vertrauenskörper, Betriebsräte, von Mitgliederversammlungen usw. steht sich die Esslinger Ortsverwaltung in der Kritik der Kollegen. Wie schon bei der gestrigen Kundgebung zeigte auch bei dieser Aktion der Kollegen die örtliche IG Metall den Kollegen die kalte Schulter.

Auch wenn es in der Sache durchaus Meinungsverschiedenheiten geben mag ist das keine Art, wie eine Gewerkschaft mit Widersprüchen innerhalb ihrer eigenen Reihen umgehen darf. Das nutzt nur den Unternehmern, die sich über Berichte darüber, daß die Kollegen aus der IG Metall austreten wollen - die Hände reiben.

Einige Kollegen wollte für das heutige Treffen bei der Ortsverwaltung eine Lautsprecheranlage ausleihen, diese ist jedoch "defekt".

Fotoreportage von der Solidaritätskundgebung mit den Panasonic Kollegen

Zwischen 30 bis 50 Dauerteilnehmer - angesichts der Bedeutung des Kampfes der Panasonic Kollegen zu wenige - fanden heute den Weg zum Kundgebungsort am Postmichelbrunnen in Esslingen. Deutlich mehr Menschen blieben allerdings mehr oder weniger lange stehen um den Rednern und den Kulturbeiträgen zuzuhören oder sich in Gesprächen mit den betroffenen Kollegen zu informieren.

Trotz der großen Anstrengung waren einige der hungerstreikenden Kollegen der Mahnwache zur Kundgebung gekommen. Inzwischen wurden 6 der Kollegen ins Krankenhaus eingeliefert, momentan ist ein Kollege noch in stationärer Behandlung.

Bilderserie zur Kundgebung zu Panasonic in Esslingen: Hungerstreikende

Für Empörung sorgte die Information durch Vertreter des Pansonic Betriebsrates, daß sich beim gestrigen Gespräch im Wirtschaftsministerium auf Seiten der Landesregierung wie auch auf Seiten Panasonic überhaupt nichts getan hätte.

Die Kollegen sollen eben in die Transfergesellschaft gehen.

Der Esslinger Oberbürgermeister glänzte - wie auch der Gemeinderat bis auf Dilek Hüsniye Toy, Gemeinderätin von FÜR (Fortschrittlich - Überparteilich - Rege) Esslingen - durch Abwesenheit.

Bilderserie zur Kundgebung zu Panasonic in Esslingen: Redner


Die Kollegen wendeten sich in mehreren Beiträgen gegen die in verschiedenen Medien penetrant wiederholte Berichterstattung, ihnen ginge es nur um höhere Abfindungen:

"Wir wollen Arbeit, nicht Hartz IV!"

Leider zeigte auch bei dieser Aktion der Kollegen die örtliche IG Metall den Kollegen die kalte Schulter.

Auch wenn es in der Sache durchaus Meinungsverschiedenheiten geben mag ist das keine Art, wie eine Gewerkschaft mit Widersprüchen innerhalb ihrer eigenen Reihen umgehen darf. Das nutzt nur den Unternehmern, die sich über Berichte darüber, daß die Kollegen aus der IG Metall austreten wollen - die Hände reiben.

Die Kollegen bitten für den morgigen Einigungsstellentermin ab 10:00 Uhr um Unterstützung vor dem Tor 1 und bei der Mahnwache.

Panasonic: 112. Tag der Mahnwache - 12. Tag des Hungerstreiks

Nach Betriebsratsinformationen wurde heute abend ein Kollege in das Krankenhaus eingeliefert, der Gesundheitszustand von 2 weiteren Kollegen ist besorgniserregend. Weitere Informationen auf der Seite des Betriebsrates. Morgen finden in Stuttgart Gespräche im Wirtschaftsministerium statt.

Eine Ente:
Laut R.TV sollen Wirtschaftsminister Pfister und OB Zieger sowie IG Metall Vertreter auch zu Gesprächen ins Werk kommen.

Weitere Informationen

Hier ist das Flugblatt für die Kundgebung am Mittwoch 21.6.2006 in Esslingen herunterzuladen.

Panasonic: Seite des Solidaritätskreises nicht verfügbar

Nach Informationen des Solikreis Panasonic ist dessen deutsche Hauptseite seit Mittwoch aufgrund "technischer Probleme" bei dessen Provider seit Mittwoch Nacht nicht verfügbar.

Der Solidaritätskreis protestiert dagegen:

Ich fordere sie hiermit auf die Homepage solikreis-panasonic-es.de
unverzüglich freizuschalten.

Sowohl in Ihrer email vom 2.6. als auch in zwei Telefongesprächen wurde mir versichert, daß meine Rechnung korrekt bezahlt ist.

Ich kann die Schließung der Homepage nur als bewußte, Grundgesetzwidrige Zensur im Auftrag des Panasonic-Konzerns werten.
Der Kampf der Panasonic-Kollegen befindet sich in einer entscheidenden Phase. Der Aktionstag am 15.6. und wieder aufgenommene Hungerstreik der Panasonic-Kollegen, aber auch die kaltschnäuzige Ablehnung sämlicher Forderungen der Kollegen braucht eine breite Öffentlichkeit.

Genau das wird durch die Schließung der Homepage sabotiert.

Im Auftrag des Solikreis Panasonic fordere ich sie auf, die Homepage noch am Sonntag 18.6.06 freizuschalten

Friedrich Harsch


Bis die Probleme gelöst sind bittet der Solikreis, die Seite http://www.solikreis-panasonic-es.eu zu verwenden.

Panasonic Kollegen wieder im Hungerstreik!

Beim heutigen Termin der Einigungsstelle kamen angesichts der starren Haltung der Panasinic Vertreter keine für die Beschäftigten annehmbaren Ergebnisse heraus. Sie wurde vertagt auf den 22.06.06, 10:00 Uhr.

Am 20.06.06. ist noch einmal ein Treffen im Wirtschaftministerium. Die Streikenden sind mit sofortiger Wirkung ab 18:00 Uhr wieder in den Hungerstreik getreten. Ihnen haben sich andere Betroffene angeschlossen.

Morgen um 10:00 Uhr findet eine Betriebsversammlung bei der Mahnwache statt.

Wie das auf die Kinder der Kollegen wirkt wird in diesem Brief deutlich:

Kinderbrief

Kontakt und weitere Information:

Webseite Betriebsrat e-mail an den Betriebsrat

Webseite Solikreis e-mail an den Solikreis

Hungerstreik bei Panasonic bis zum Einigungsstellentermin ausgesetzt

Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir hier die Gemeinsame Pressemitteilung von Vertretern/in der evangelischen und katholischen Kirche, des IMAN der Fatih Moschee, des Betriebrats von Panasonic, der WASG und Linkspartei -“ alle aus Esslingen

Hungerstreik ausgesetzt


Die Hungerstreikenden des Panasonic-Werkes setzen ihren Hungerstreik nach acht Tagen aus.

Dies war das Ergebnis einer Gesprächsrunde am Dienstagnachmittag mit Pfarrerin Dr. Susanne Edel, als Vertreterin der evangelischen Kirche, Herrn Dipl.-Theol., Dipl.-Psych. Adalbert Kuhn, als Vertreter der katholischen Kirche, IMAN Ilhami Yasar, als Vertreter der Fatih Moschee, Thomas Mitsch, als Vertreter der WASG und Linkspartei, Herrn Fahrettin Özcan, als Vertreter des Betriebsrates von Panasonic und den Hungerstreikenden. Die 15 Hungerstreikenden betonten, dass dies ausdrücklich geschehe aus Respekt gegenüber den Geistlichen der christlichen und islamischen Religionen. Deren Sorge und auch die von Özkurt und Mitsch, galten der Gesundheit der Hungerstreikenden sowie deren Familien. Auch befürchteten sie, dass die Last drohender schwerer Krankheits- und Todesfälle die Verhandlungsatmosphäre am Donnerstag negativ beeinflussen könnte. Im Kampf für menschlichere Lösungen dürfe es keine Menschenopfer geben.

Am Donnerstag wird die Einigungsstelle auf dem Gelände des Panasonicwerkes tagen. Solange soll der Hungerstreik ausgesetzt bleiben. Die ganze Hoffnung liegt nun auf einer sozial gerechteren Einigung. Kommt sie nicht zustande, wollen die Streikenden wieder in den Hungerstreik treten.

Um den Kampf der Streikenden zu unterstützen, sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, am Donnerstag ab 9 Uhr vor das Werksgelände zu kommen. Eine weitere Begleitung der Streikenden in ihren Anliegen ist auch von den Beteiligten an der dienstäglichen Gesprächsrunde zugesagt worden.