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»Wenn jemand auf meinem Begräbnis weint, spreche ich nie wieder ein Wort mit ihm.« Stan Laurel

Blogkino: Quatermass and the Pit (1959)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen eine Reihe von Horrorfilmen Gruselfilmen der britischen Hammer Studios den dritten und letzten Teil der Serie um den experimentierfreudigen Professor Quatermass den Streifen "Quatermass and the Pit". Das besondere diesmal: Es handelt sich hier um den Zusammenschnitt der gleichnamigen sechteiligen BBC Fernsehserie. Bei Bauarbeiten im Londoner U-Bahn-Netz werden fünf Millionen Jahre alte Überreste einer unbekannten frühmenschlichen Rasse und ein Raumschiff gefunden. Professor Quatermass und ein Team von Wissenschaftlern entdecken, dass von dem Raumschiff immer noch eine akute Gefahr ausgeht.

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Radi

Wolfgang Borchert, letztes Foto als Zivilist im Sommer 1941
Wolfgang Borchert, letztes Foto als Zivilist im Sommer 1941
Heute nacht war Radi bei mir. Er war blond wie immer und lachte in seinem weichen breiten Gesicht. Auch seine Augen waren wie immer: etwas ängstlich und etwas unsicher. Auch die paar blonden Bartspitzen hatte er.

Alles wie immer.

Du bist doch tot, Radi, sagte ich.

Ja, antwortete er, lach bitte nicht.

Warum soll ich lachen?

Ihr habt immer gelacht über mich, das weiß ich doch. Weil ich meine Füße so komisch setzte und auf dem Schulweg immer von allerlei Mädchen redete, die ich gar nicht kannte. Darüber habt ihr doch immer gelacht. Und weil ich immer etwas ängstlich war, das weiß ich ganz genau.

Bist du schon lange tot? fragte ich.

Nein, gar nicht, sagte er. Aber ich bin im Winter gefallen. Sie konnten mich nicht richtig in die Erde kriegen. War doch alles gefroren. Alles steinhart.

Ach ja, du bist ja in Russland gefallen, nicht?

Ja, gleich im ersten Winter. Du, lach nicht, aber es ist nicht schön, in Russland tot zu sein. Mir ist das alles so fremd. Die Bäume sind so fremd. So traurig, weißt du. Meistens sind es Erlen. Wo ich liege, stehen lauter traurige Erlen. Und die Steine stöhnen auch manchmal. Weil sie russische Steine sein müssen. Und die Wälder schreien nachts. Weil sie russische Wälder sein müssen. Und der Schnee schreit. Weil er russischer Schnee sein muss. Ja, alles ist fremd. Alles so fremd.

Radi saß auf meiner Bettkante und schwieg.

Vielleicht hasst du alles nur so, weil du da tot sein musst, sagte ich. Er sah mich an: Meinst du? Ach nein, du, es ist alles so furchtbar fremd. Alles. Er sah auf seine Knie. Alles ist so fremd. Auch man selbst.

Man selbst?

Ja, lach bitte nicht. Das ist es nämlich. Gerade man selbst ist sich so furchtbar fremd. Lach bitte nicht, du, deswegen bin ich heute nacht mal zu dir gekommen. Ich wollte das mal mit dir besprechen.

Mit mir?

Ja, lach bitte nicht, gerade mit dir. Du kennst mich doch genau, nicht?

Ich dachte es immer.

Macht nichts. Du kennst mich ganz genau. Wie ich aussehe, meine ich. Nicht wie ich bin. Ich meine, wie ich aussehe, kennst du mich doch, nicht?

Ja, du bist blond. Du hast ein volles Gesicht.

Nein, sag ruhig, ich habe ein weiches Gesicht. Ich weiß das doch. Also -

Ja, du hast ein weiches Gesicht, das lacht immer und ist breit.

Ja, ja. Und meine Augen?

Deine Augen waren immer etwas - etwas traurig und seltsam -

Du musst nicht lügen. Ich habe sehr ängstliche und unsichere Augen gehabt, weil ich nie wusste, ob ihr mir das alles glauben würdet, was ich von den Mädchen erzählte. Und dann? War ich immer glatt im Gesicht?

Nein, das warst du nicht. Du hattest immer ein paar blonde Bartspitzen am Kinn. Du dachtest, man würde sie nicht sehen. Aber wir haben sie immer gesehen.

Und gelacht.

Und gelacht.

Radi saß auf meiner Bettkante und rieb seine Handflächen an seinem Knie. Ja, flüsterte er, so war ich. Ganz genauso.
Und dann sah er mich plötzlich mit seinen ängstlichen Augen an. Tust du mir einen Gefallen, ja? Aber lach bitte nicht, bitte.

Komm mit.

Nach Russland?

Ja, es geht ganz schnell. Nur für einen Augenblick. Weil du mich noch so gut kennst, bitte.

Er griff nach meiner Hand. Er fühlte sich an wie Schnee. Ganz kühl. Ganz lose. Ganz leicht.

Wir standen zwischen ein paar Erlen. Da lag etwas Helles. Komm, sagte Radi, da liege ich. Ich sah ein menschliches Skelett, wie
ich es von der Schule her kannte. Ein Stück braungrünes Metall lag daneben. Das ist mein Stahlhelm, sagte Radi, er ist ganz verrostet und voll Moos.

Und dann zeigte er auf das Skelett. Lach bitte nicht, sagte er, aber das bin ich. Kannst du das verstehen? Du kennst mich doch. Sag doch selbst, kann ich das hier sein? Meinest du? Findest du das nicht furchtbar fremd? Es ist doch nichts Bekanntes an mir. Man kennt mich doch gar nicht mehr. Aber ich bin es. Ich muss es ja sein. Aber ich kann es nicht verstehen. Es ist so furchtbar fremd. Mit all dem, was ich früher war, hat das nichts mehr zu tun. Nein, lach bitte nicht, aber mir ist das alles so furchtbar fremd, so unverständlich, so weit ab.

Er setzte sich auf den dunklen Boden und sah traurig vor sich hin.

Mit früher hat das nichts mehr zu tun, sagte er, nichts, gar nichts.

Dann hob er mit den Fingerspitzen etwas von der dunklen Erde hoch und roch daran. Fremd, flüsterte er, ganz fremd. Er hielt mir die Erde hin. Sie war wie Schnee. Wie seine Hand war sie, mit der er vorhin nach mir gefasst hatte: Ganz kühl. Ganz lose. Ganz leicht.

Riech, sagte er.

Ich atmete tief ein.

Na?

Erde, sagte ich.

Und?

Etwas sauer. Etwas bitter. Richtige Erde.

Aber doch fremd? Ganz fremd? Und doch so widerlich, nicht?

Ich atmete tief an der Erde. Sie roch kühl, lose und leicht. Etwas sauer. Etwas bitter.

Sie riecht gut, sagte ich. Wie Erde.

Nicht widerlich? Nicht fremd?

Radi sah mich mit ängstlichen Augen an. Sie riecht doch so widerlich, du.

Ich roch.

Nein, so riecht alle Erde.

Meinst du?

Bestimmt.

Und du findest sie nicht widerlich?

Nein, sie riecht ausgesprochen gut, Radi. Riech doch mal genau.

Er nahm ein wenig zwischen die Fingerspitzen und roch.

Alle Erde riecht so? fragte er.

Ja, alle.

Er atmete tief. Er steckte seine Nase ganz in die Hand mit der Erde hinein und atmete. Dann sah er mich an. Du hast recht, sagte er. Es riecht vielleicht doch ganz gut. Aber doch fremd, wenn ich denke, dass ich das bin, aber doch furchtbar fremd, du. Radi saß und roch und er vergaß mich und er roch und roch und roch. Und er sagte das Wort fremd immer weniger. Immer leiser sagte er es. Er roch und roch und roch. Da ging ich auf Zehenspitzen nach Hause zurück. Es war morgens um halb sechs. In den Vorgärten sah überall Erde durch den Schnee. Sie war kühl. Und lose. Und leicht. Und sie roch. Ich stand auf und atmete tief. Ja, sie roch.

Sie riecht gut, Radi, flüsterte ich. Sie riecht wirklich gut. Sie riecht wie richtige Erde. Du kannst ganz ruhig sein.

Wolfgang Borchert, * 20. Mai 1921 in Hamburg; -  20. November 1947 in Basel

Blogkino: Quatermass 2 (1957)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen eine Reihe von Horrorfilmen Gruselfilmen der britischen Hammer Studios den zweiten Teil der dreiteiligen Serie um den experimentierfreudigen Professor Quatermass den Streifen "Quatermass 2". Diesmal muss Professor Quatermass von der englischen Raumfahrtbehörde eine Invasion Außerirdischer abwehren, die in menschlicher Gestalt auftreten und bereits Teile der Regierung und der Autoritäten unterwandert haben. Woran erinnert mich das bloss...

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Blogkino: The Quatermass Xperiment (1955)

Heute sind wir mal wieder elastisch und zeigen im Blogkino eine Reihe von Horrorfilmen Gruselfilmen der britischen Hammer Studios. Den Aufschlag macht "The Quatermass Xperiment", hierzulande als "Schock" bekannt: Prof. Bernard Quatermass arbeitet bei der britischen Raumfahrtbehörde. Als das Raumschiff, das er konstruiert hat, zur Erde zurückkehrt, befindet sich nur einer der ursprünglich drei Astronauten an Bord. Bald geht mit dem Überlebenden eine seltsame Veränderung vor. KREISCH! WÜRG!
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Sozialrecht: Neue Regelungen 2023

Der Sozialverband VDK , bei dem man übrigens dringend Mitglied werden sollte, sofern man nicht mindestens in einer DGB Gewerkschaft dabei ist, hat dankenswerterweise einige Links zu den neuen Regelungen 2023 zusammengestellt, die einen ersten Einblick geben


Blogkino: Cops (1922)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus und vor allem aus Anlass des heutigen A.C.A.B Tages unseren Lieblingskomiker Joseph Frank Keaton alias Buster Keaton und Eddie Cline in "Cops" aus dem Jahre 1920. Der Film gilt als einer der klassischen und besten Slapstick-Filme von und mit Buster Keaton.

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Revolution mit dem Tanzbein: Ithaca - Camera Eats First

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Blogkino: Bagman

Heute zeigen wir im Blogkino einen Kurzfilm um einen Teenager, der eines Tages in der Nähe seines Hauses einen mysteriösen Gegenstand entdeckt. Bald findet er heraus, dass es sich dabei um eine mächtige Alienwaffe mit gewaltigem zerstörerischen Potential handelt. Die hat uns gerade noch gefehlt. Externer Inhalt von YouTube Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt. Dabei können personenbezogene Daten, insbesondere Ihre IP-Adresse, übertragen werden.

Bierkutscher-Vollkornbrot mit Kümmel

Ein Brotlaib liegt zum Auskühlen auch einem GitterrostNeben verunglückten veganen Kohlrouladen gelingen mir (meistens) recht gute Brote. Eines davon ist das Bierkutscherbrot von Madame Rote Rübe. Da ich 14° für die Gare nicht einhalten kann, habe ich die Gare kurzerhand auf über 36 Stunden verlängert und das ganze im Kühlschrank stattfinden lassen. Nach der kalten Gare habe ich den Teig nochmals gedehnt und gefaltet, im Gärkörbchen 3 Stunden zur Stückgare, eine Stunde davon in der Gärbox bei 28° gestellt und dann bei 250° fallend auf 200° gebacken.

Verunglückte vegane Kohlrouladen mit Kichererbsen

Verunglückte Kohlrouladen
Verunglückte Kohlrouladen
Hätte ich mal gleich auf mein Gefühl gehört, dann wäre das Rezept halb so kompliziert gewesen und die Optik auch etwas ansprechender geworden: Kohlblätter für Kohlrouladen lassen sich nun einmal einfacher blanchiert statt roh verarbeiten. Egal, beim nächsten Mal. Das spannende Rezept, das auch so super schmeckt und eine eher nicht alltägliche Füllung aus Kichererbsen, Cashew Kernen und Pilzen aufweist habe ich gleich mal abgeändert. Auf dem schnellen Foto ist die Variante mit den roh verarbeiteten Blättern abgebildet.
Dazu passen Rosmarinkartoffeln und Bier oder eine Flasche Mezquiriz Tempranillo Tinto Roble DO.

Zutaten (für 4 Personen):
1 kleiner Spitzkohl / Weißkohl
1 Pastinake
2 Möhren
2 rote Zwiebeln
3 Tomaten
1 Zehe Knoblauch
500 ml passierte Tomaten
500 ml Brühe
1 EL Harissa
2 EL Apfelbalsam
1 EL Ahornsirup
etwas Olivenöl
etwas Chili
0.5 Bund Petersilie
0.5 Bund Dill
0.5 Bund Kerbel
200 g Champignons
300 g gegarte (aus dem Glas) oder 130 Gramm getrocknete Kichererbsen
100 g Cashewkerne
etwas Zitronensaft
1 Becher Bresso, vegan
Salz
Pfeffer

Am Vorabend die Kichererbsen über Nacht in Wasser einweichen und am Kochtag im Drucktopf 1. Ring ca. 8 Minuten kochen.

Am Kochtag einen großen Topf mit Wasser aufkochen, darin den Kohl blanchieren und sobald möglich, 12 Blätter ablösen. Den Rest für die Soße in kleine Stücke schneiden. Möhren, Pastinake und Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden. Tomaten säubern und ebenfalls würfeln.

Olivenöl in einem breiten Schmortopf erhitzen und die Zwiebeln und das Gemüse darin anschwitzen. Frische und passierte Tomaten und Brühe angießen. Mit Harissa, Essig, Salz, Pfeffer und etwas Ahornsirup würzen.

Für die Füllung die Pilze putzen und in kleine Stücke schneiden. In einer Pfanne in Olivenöl kurz braten. Dabei leicht salzen und pfeffern. Vorgegarte Kichererbsen und Cashewnüsse in ein hohes Gefäß geben und grob mixen. Mit Salz, Pfeffer, Chili, Harissa und Zitronensaft würzen. Nach Geschmack noch etwas Olivenöl dazugeben. Kräuter waschen und trocknen. Die Hälfte hacken und mit der Kirchererbsen-Nuss-Masse vermengen. Die andere Hälfte für das Topping beiseitestellen. Gebratene Pilze ebenfalls zur Füllung geben und alles gut vermischen.

Pro Roulade 2-3 Kohlblätter überlappend auslegen. Die Füllung in die Mitte setzen. Die Seiten einschlagen und stramm aufrollen, mit Kochbindfaden verschnüren. Mit der offenen Seite nach unten in den Schmorfond mit der Soße legen. Einmal aufkochen, dann den Topf verschließen und die Kohlrouladen bei mäßiger Hitze etwa 20 Minuten schmoren.

Gemüse-Soße auf Teller geben. Darauf jeweils 1 Kohlroulade setzen. Mit 1 Klecks Bresso und frischen Kräutern garniert servieren.

Quellen: Veganisierung (Ziegenkäsetaler ersetzt) und auf machbar (Kohl blanchieren statt mit Nudelholz plattwalzen) geändert nach einem Rezept von Tarik Rose.