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»Unsere Gesellschaft scheint nicht mehr verstehen zu können, dass es möglich ist, anders als unter der Herrschaft des Gesetzes zu existieren, das von einer repräsentativen Regierung ausgearbeitet und von einer Handvoll Herrschern verwaltet wird.« Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

Pussy Riots

Das Foto zeigt Mitglieder der Pussy Riot zusammen mit einem Patriarchen mit Masken
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Stiefeltritte, angedeutete Faustschläge, geballte Fäuste und infernalischer Gitarrenlärm. Eine junge Frau schreit “Pussy”, etwa 50 Frauen in kurzen schwarzen Kleidern mit rosa Wollmützen antworten ebenso laut “Riot”. Unübersehbar bringt das russische feministische Frauenkollektiv “Pussy Riot” am 4. Juli 2024 auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie in Berlin ihre Wut auf das Patriarchat und die Kritik an Staatschef Vladimir Putin zum Ausdruck.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Punkband um Nadjeschda Tolokonnikowa zeigt in Berlin mit “Rage” eine Mischung aus Konzert und Performance. Ein Wolkenbruch kann die Frauen nicht aufhalten, völlig durchnässt wird der Protest eher deutlicher betont. Nadya schreit Texte und Parolen, die ihre Wut ausdrücken und brüllt ihre Kritik heraus. Zu verstehen ist allerdings nichts, vermutlich sind die Texte auf russisch. Die Performance mit 50 jungen Frauen im Punk-Outfit, die einen Halbkreis um die Sängerin bilden, funktioniert aber auch optisch gut. 50 wütende Punkerinnen sind eine unübersehbare Aussage.

Die 34-jährige Künstlerin Nadya Tolokonnikova, Gründerin des feministischen Punk Kollektivs Pussy Riot, wird in Russland für ihren künstlerischen Protest gegen die Putin-Regierung verfolgt.

Ihr regierungskritischer Auftritt “Punk Prayer” in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau endete für Nadya und ihre Bandkolleginnen mit Lagerhaft wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“.

Die harten Repressionen gegen feministischen Protest machten die Künstlerinnen weltweit bekannt und traten eine Solidaritätswelle los.

Mit der aktuellen Performance versucht Tolokonnikowa auch ihre Traumata durch die Lagerhaft zu verarbeiten und klar zu äußern, das die Proteste nicht zu stoppen sind.

Das Tolokonnikowa in Putin die Personifizierung des Bösen sieht, eine Art Ausdruck Anti-feministischer Regierungsmacht, soll nicht darüber hinwegtäuschen, daß Anti Feminismus kein ausschließlich russisches Phänomen ist und sollte eher klar machen, auch in Europa und USA ist Frauenfeindlichkeit, Ungleichheit, Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes,  Frauenhass und Hass auf Transpersonen und alles was als weiblich verstanden wird, weit verbreitet und teilweise auf dem Vormarsch.

- Sabine Scheffer -


Blogkino: Tagebuch einer Verlorenen (1929)

Heute zeigen wir im Blogkino den 1929 unter der Regie von Georg Wilhelm Pabst nach dem während dem Faschismus verbotenen gleichnamigen Roman von Margarete Böhme aus dem Jahr 1905 gedrehtes Stummfilmmelodram "Tagebuch einer Verlorenen": "Am Tag ihrer Konfirmationsfeier muss Marie, genannt Thymian, die Tochter des Apothekers Robert Henning, erleben, wie die Haushälterin ihres Vaters aus ihr unbekannten Gründen aus dem Haus gejagt wird und Suizid begeht. In derselben Nacht wird Thymian vom Provisor (Verwalter) Meinert, der die Apotheke ihres Vaters führt, geschwängert, während sie bewusstlos ist. Nach der Geburt des Kindes beschließt der empörte Familienrat die Unterbringung von Thymian in einer Erziehungsanstalt. Dort muss sie unter dem strengen und sadistischen Regiment des Anstaltsleiters Engelmann und seiner Frau wie in einem Gefängnis leben, arbeiten und leiden, während ihr Kind bei einer zwielichtigen Amme untergebracht ist. (...)" (WikiPedia)

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Blogkino: Mädchen in Uniform (1931)

Heute zeigen wir im Blogkino den 1931 unter der Regie von Leontine Sagan und der künstlerischen Leitung von Carl Froelich, nach einem Schauspiel von Christa Winsloe entstandenen Film "Mädchen in Uniform". Er wird seit den 1970er Jahren von der feministischen Filmgeschichtsschreibung als der erste massenwirksame deutsche Spielfilm angesehen, aus dem parallel zur allgemeinen Adoleszenserfahrung der Hauptfigur die Möglichkeit einer lesbischen Liebe herausgelesen werden kann: Deutschland Anfang der 20er Jahre. Die vierzehnjährige Offizierstocher Manuela von Meinhardis wird nach dem Tod ihrer Mutter auf ein Mädcheninternat nach Potsdam geschickt. Der strenge preußische Drill und das Fehlen jeglicher Wärme und Zuneigung machen es dem sensiblen Mädchen schwer sich unterzuordnen. Einziger Lichtblick ist die verständnisvolle und bei allen beliebte Lehrerin Fräulein von Bernburg. Als sich Manuela in die junge Frau verliebt, löst sie einen Skandal aus.

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Blogkino: The Night Holds Terror (1955)

Heute zeigen wir im Blogkino den Thriller "The Night Holds Terror" mit Vince Edwards, John Cassavetes, Jack Kelly und Hildy Parks in den Hauptrollen. Der Plot: "Der Familienvater Gene Courtier hält sein Auto für den Anhalter Victor Gosset an, einen gesuchten Verbrecher und Mitglied einer dreiköpfigen Räuberbande unter der Leitung von Robert Batsford und Neuzugang Luther Logan. Als die Bande entdeckt, dass Courtier nur ein paar Dollar in bar hat, drohen sie, ihn zu töten, hecken aber stattdessen einen Plan aus, um ihn zu zwingen, sein Auto zu verkaufen und ihnen das Geld zu überlassen. Da der Autohändler so spät am Tag eine so hohe Summe nicht mehr zahlen kann, zieht sich die Bande mit Courtier in das Haus der Familie in einem Vorort zurück. Der Plan der Bande ist es, dort die Nacht zu verbringen, Courtier am Morgen zu begleiten, um sein Geld abzuholen und dann zu fliehen. Die Bande terrorisiert Courtier, seine Frau Doris und ihre beiden kleinen Kinder im Laufe der Nacht..." (wikipedia)

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Rettet die B.L.O. Ateliers!

Das Foto von  © Sabine Scheffer zeigt die Bühne während eines Bandauftritts
Foto © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Die B.L.O. Ateliers auf den alten Bahnanlagen am Nöldnerplatz in Lichtenberg sind seit mehr als zwei Jahrzehnten ein kreatives Zentrum in Berlin. Mit dem plötzlichen Betretungsverbot durch die Deutsche Bahn AG stehen diese Räume und die dortige Gemeinschaft vor einer unsicheren Zukunft. Die Nutzer*innen des Geländes kämpfen um den weiteren Erhalt.

Unterstützung fanden sie am “Tag der geschlossenen Tür” am 8. Juni 2024.  Rund 4.000 Nachbar*innen, Freundinnen und Familien mit ihren Kindern kamen und zeigten, wie sehr die Stadt Orte wie diese braucht.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

„Unsere Band hat ihren Proberaum seit 20 Jahren auf dem Gelände der BLO-Ateliers. Unser Verein hat das Gelände vor 20 Jahren von der Deutschen Bahn gemietet, es gibt ca 60 Ateliers und Betriebe, von Malerei und Bildhauerei, Polsterei, Schneiderei, über Artistik und Feuershow hin zu Metallwerkstatt, Special FX und Maskenbildnerei, sowie auch Werkstätten wie Bumerang- und Bogenbau, Dunkelkammer oder Bambusfahrräder, und und und. Also wirklich bunt gemischt, sowie auch ein tolles Gelände, dass wir aus einem Dornröschenschlaf heraus wieder bespielbar gemacht haben. Es ist aus meiner Sicht etwas vergleichbar mit dem Neuland in Potsdam, auch wenn ich dessen Geschichte nicht kenne.

Jetzt soll, wenn es nach der Bahn geht, Schluß sein. Nach anfänglichen Verhandlungen zu Mietverlängerungen macht sie einfach dicht. Sie benötige das Gelände, hat aber gar keine konkreten Pläne (und die Gebäudesubstanz ist so alt, dass sie hier auch gar nichts machen könnte, außer banal Schienen lagern oder so).

Natürlich ist die Substanz marode, die Gebäude sind über 100 Jahre alt. Frühere Maßnahmen aus Brandschutzbegehungen haben wir umgesetzt, es gab immer ein kooperativen Vorgehen mit unserem Vermieter. Die Bahn hat jetzt im Zuge eines Gutachtens zur Elektrotechnik aber aus heiterem Himmel ein sofortiges Begehungsverbot ausgesprochen und ist plötzlich nicht mehr bereit, die bisherigen Mietverlängerungsgespräche fortzusetzen. Das ist überraschend und sehr enttäuschend, weil es zuvor Signale gab, dass wir langfristig unsere Arbeit fortsetzen können. Die wollen einfach von oben herab Fakten schaffen. Arschloch-Move.

Die Landespolitik ist uns wohlgesonnen und möchte die BLO-Ateliers ebenso erhalten. Das ist schon mal gut, aber der Bahn ist das egal. Das Land Berlin hat auch formal keinen Einfluß auf das Bundesunternehmen Deutsche Bahn, weswegen wir eine Petition auf Bundesebene gestartet haben (starten mussten): change.org/bloateliers

Für uns als Band ist es ärgerlich, wenn wir einen neuen Proberaum suchen müssten. Für viele Künstler und Gewerbetreibende ist es aber viel schlimmer, nämlich unmittelbar existenzbedrohend.

Wir haben in den letzten 20 Jahren einen wirklich besonderen Ort geschaffen, und jetzt wird es einfach platt gemacht, weil es für die Bahn einfacher ist, das Gelände wieder brach liegen zu lassen. Der Bahn als Staatsunternehmen scheint es auch egal zu sein, dass das Land Berlin und sogar der Kulturausschuss des Bundestages sich für den Erhalt einsetzen. Die machen einfach, was sie wollen. Das ist so borniert, und so ein offensichtliches Machtgefälle zwischen diesem Riesenunternehmen und uns, dass es einen einfach wütend macht.

Vielleicht kannst Du die Petition veröffentlichen, wenn Du uns unterstützen magst.“ - Text übernommen von kraftfuttermischwerk.de

Mehr Informationen und Kontakt: kontakt@blo-ateliers.de

Links:


Izaak S. Maizenberg: All You Need to Know about the Design and Repair of Russian Cameras

I had Oleg Khaliavin do a CLA on my Zorki and at the same time had him check the Industar 22 and tune it. He does this very competently and at a good fixed price.

Nevertheless, it is always good to know how a camera works and how it can be repaired. The book by Izaak S. Maizenberg is a good guide here. It can be downloaded in various formats or read online at archive.org or to buy in good quality print at Amazon.

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Blogkino: The Steel Trap (1952)

Heute zeigen wir im Blogkino den Thriller "The Steel Trap" mit Joseph Cotten und Teresa Wright in den Hauptrollen.  "Ein Bankangestellter entdeckt eine Lücke im Auslieferungsabkommen zwischen den USA und Brasilien und beschließt, diese auszunutzen. Am Freitag stiehlt er eine Million Dollar aus der Bank, wohl wissend, dass sie bis zur Öffnung der Bank am folgenden Montag nicht vermisst werden wird. Er und seine Frau, die nicht weiß, was er getan hat, fliegen dann nach Brasilien. Nach einigen Schwierigkeiten kommen sie bis nach New Orleans, wo seine Frau den Grund für ihre Flucht und seine Tat erfährt. Sie verlässt ihn und kehrt nach Hause zurück. Er ist nun allein mit seinem Gewissen und weiß nicht, ob er zurückkehren und das Geld vor dem Geschäftsbeginn am Montag in den Tresorraum der Bank zurückbringen kann." (Quelle: IMDB)

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Blogkino: The Third Man (1949)

Heute zeigen wir im Blogkino den Thriller "The third Man", der in einer Reihe mit Klassikern des "Film Noir" nicht fehlen darf. Regie: Carol Reed, Drehbuch: Graham Greene, Hauptdarsteller: Joseph Cotten, Alida Valli, Orson Welles und Trevor Howard. Der Film spielt im Wien der Nachkriegszeit und dreht sich um den Amerikaner Holly Martins (Cotten), der in der Stadt ankommt, um einen Job bei seinem Freund Harry Lime (Welles) anzunehmen, und dann erfährt, dass Lime gestorben ist. Da er seinen Tod für verdächtig hält, beschließt Martins, in Wien zu bleiben und der Sache nachzugehen.

1999 wählte das British Film Institute Der dritte Mann zum besten britischen Film aller Zeiten. Im Jahr 2011 wurde er in einer Umfrage unter 150 Schauspielern, Regisseuren, Autoren, Produzenten und Kritikern für das Magazin Time Out zum zweitbesten britischen Film aller Zeiten gewählt.

Tipp am Rande: Wer einmal im schönen Wien weilt, besuche die Führung in der Wiener Unterwelt auf den Spuren von Harry Lime, mit den Drehorten des Films. Sehr lohnenswert!

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Feiert mit uns das Linke Zentrum und Liselotte Herrmann!

Das SharePic zur Feier führt beim Anklicken auf die Seite des Linken Zentrums Lilo Herrmann