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»La politique est la science de la liberté: le gouvernement de l'homme par l'homme, sous quelque nom qu' il se déguise, est oppression; la plus haute perfection de la société se trouve dans l'union de l'ordre et de l' anarchie.« Pierre Joseph Proudhon

Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt!

Foto: © Oliver Feldhaus / Umbruch Bildarchiv
Kurz vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Kattowitz haben in Köln und Berlin zehntausende Menschen für den Kohleausstieg und den Klimaschutz demonstriert. Nach Angaben der Organisator*innen protestierten in Köln etwa 20.000 Menschen an der Deutzer Werft, in Berlin marschierten rund 16.000 Menschen zum Kanzleramt. Zu den Protesten hatten Umweltverbände und -initiativen aufgerufen, darunter BUND, Nabu und Greenpeace.

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Kohle stoppen. Klima schützen - Ende Gelände 2018

Foto: © Jens Volle / Umbruch Bildarchiv Berlin
Rund 6500 Menschen beteiligten sich am letzten Oktoberwochenende 2018 an den Aktionen des zivilen Ungehorsams des Bündnisses „Ende-Gelände“ -“ so viele wie nie zuvor. Mehrere tausend Aktivist*innen besetzten für über 24 Stunden die Gleise der Hambach-Bahn und blockierten damit den Tagebaubetrieb, 40 Entschlossene besetzten einen Bagger im Tagebau Hambach. Bereits am Freitag waren 1200 Personen mit einem Sonderzug in Düren angereist, wo sie zunächst von Polizei kontrolliert und festgehalten wurden.

Der eigentliche Aktionstag war am Samstag, den 27. Oktober. Gegen acht Uhr war der Aufbruch der zu Beginn in einem gemeinsamen Zug laufenden Finger vom Camp aus geplant. Tatsächlicher Start war gut 60 Minuten später. Die Karawane bewegte sich in nordöstliche Richtung -“ Richtung Hambacher Forst.
Um etwa 11 Uhr stoppte die Polizei die Demo vor einer S-Bahn-Brücke nördlich von Merzenich, um sie eine Stunde später weiterlaufen zu lassen. Dann ging alles ziemlich schnell -“ Nach Überquerung der Brücke brachen die AktivistInnen von der durch die Polizei vorgesehenen Route aus und rannten über Äcker in Richtung A4. Diese war zuvor durch die Polizei gesperrt worden und auf der freien Autobahn waren Räumpanzer sowie Wasserwerfer im Einsatz. Da die Polizei die Gruppe nicht über die Autobahnbrücke laufen lassen wollte (Sicherheitsbedenken), entschieden sich die Menschen für den direkten Weg über die Fernstraße.
Etliche wurden durch Polizistinnen mit Pfefferspray oder Schlagstöcken verletzt. Es gab einzelne Festnahmen. Hunderten gelang jedoch die Überquerung der Autobahn. Wenige hundert Meter weiter lag das eigentliche Ziel der geplanten Blockade: Die Hambachbahn. Diese Bahnstrecke verbindet das Kohlelager des Tagebaus mit den Kraftwerken.
Etwa 2000 Menschen ließen sich auf den Gleisen nieder um die Strecke mindestens 24 Stunden zu blockieren. Die Polizei schien hier hoffnungslos überfordert und versuchte die Aktivist*innen zum Verlassen der Schienen zu überreden. „Denken Sie bitte auch daran -“ es wird kalt heute Nacht. Wenn Sie jetzt gehen, werden keinerlei polizeiliche Maßnahmen an Ihnen durchgeführt“. Die meisten Blockierenden blieben über Nacht. Erst am Sonntag gegen 12 Uhr verließen viele die besetzte Strecke. Der Rest blieb sitzen und einige versuchten sich an die Gleise zu ketten. Die Polizei reagierte darauf mit Schmerzgriffen und Schlägen, um die Entschlossenen von ihrem Vorhaben abzubringen. Die Räumung der Blockade zog sich noch mehrere Stunden hin.

Eine erste Auswertung der Aktionstage durch die Aktivist*innen von "Ende Gelände" fällt positiv aus: "Weder die Versuche von Politik und Polizei unseren Protest zu kriminalisieren, das Camp zu verhindern oder die Anreise zu erschweren, noch die kühlen Oktober-Nächte konnten unsere Entschlossenheit brechen. Gemeinsam haben wir gezeigt: der Kohleausstieg ist nicht aufzuhalten -“ wir kommen wieder bis der letzte Bagger steht!" - Channoh Peepovicz -

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Berlin: Kiezdrache gegen Verdrängung

Foto: © Oliver Feldhaus / Umbruch Bildarchiv Berlin
Rund 1000 Menschen demonstrierten am 17. November 2018 mit einem leuchtenden Kiezdrachen gegen Verdrängung durch den Kreuzberger Kiez. Der Laternenumzug startete am Heinrichplatz und zog vorbei an widerständigen Hausgemeinschaften und Projekten, die durch teure Mieten und von Kündigung bedroht sind.

"Der solidarische Kiezdrache strahlt in vielen Farben, spricht alle Sprachen, hat ein großes Herz und scharfe Zähne, kann sich ganz klein und ganz lang machen, und Mieterhöhungen und Kündigungen faucht er weg. Er fühlt sich besonders wohl in Kitas und sozialen Einrichtungen. Wenn sie von Verdrängung bedroht sind, fährt er seine Krallen aus. Der Kiezdrache wünscht sich mehr Platz für das Soziale, für Bildung und Betreuung. Er akzeptiert nicht, dass unsere Nachbarschaften von Renditejägern ausverkauft werden. Der Kiezdrache hängt auch in Nachbarschaftstreffs oder in seiner Stammkneipe rum, kehrt auf einen Plausch in den kleinen Läden ein, und kuschelt sich in all unseren Wohnungen gerne auf die Couch -“ darum kämpft er dafür, dass alle bleiben!" (aus dem Aufruf von Bizim-Kiez)

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OnePlus 6T: Kaum da, schon gerootet ;-)

Zur Abwechslung mal wieder was über Telefone. Nach 4 Jahren mit dem OnePlus One, dem so allmählich die Puste ausging, war es mir mal nach Veränderung, so orderte ich mir eine neue Telefonzelle. Es musste mit 256 GB internem Speicher und 8 GB RAM natürlich gleich der dickste Bolzen sein. ;-) Da mich die Qualität des Gerätes und die Community in den letzten Jahren überzeugte - in unserem Haushalt werkelt ja auch noch ein OnePlus 3T - war eigentlich klar, daß ich markentreu bleibe. Das vor 5 Monaten erschienene 6er Modell hätte mich eigentlich schon gereizt, aber ich dachte mir, bau nochmal einen Austauschakku ein, vielleicht hält das Teil ja nochmal 4 Jahre durch. Naja, der Akku war bzw. ist ok, auch der Austausch war in 20 Minuten erledigt. Dennoch: Die heutige Software zieht schon etwas mehr Strom und letztlich reichte das nicht einmal mehr über den Tag.

Tests zum 6T gibt es genügend, für mich gab es keinen Grund mehr, zu Googles "Pixel" zurückzukehren, nachdem die Preispolitik der vergangenen Jahre konsequent fortgesetzt und dafür an der 1000€ Marke gekratzt wird. Ein Thema, bei dem Durchgeknallte, die mit einem iPhone "X" herumposen - wohl nur zu einem müde Lächeln können. Aber irgendwie bekommt Apple das mit den Mondpreisen schon zu spüren.

Wie auch immer, nachdem OnePlus sein 6T vor 14 Tagen vorgestellt hatte kam es am Dienstag zur Auslieferung, meines bekam ich dann gestern geliefert. Während ich einem Familienmitglied beim Umstieg von einem ebenfalls 4 Jahre alten iPhone auf ein 6T unterstützte, fand ich noch die Zeit, nach einer Lösung zum Rooten für das 6T, denn ich hätte ja doch ganz gerne meine diversen Apps 1:1 wieder auf dem neuen Handy. Mittels Titanium BackUp kein Problem, allerdings setzt das Root voraus. Kein Problem1:

blu_spark TWRP für das OnePlus 6T
dann noch

Magisk herunterladen


Bei uns an den Linux Rechner gehängt, nachdem ich das 6T eingeschaltet und einen "alles überspringen" Setup Lauf durchgeführt hatte, bin ich in die Einstellungen / Über das Telefon / 7 * auf "Build Number" tippen, um den Entwicklermodus freizuschalten, dann wieder in "Einstellungen / System / Entwickleroptionen" und dort "OEM Entsperrung", "USB-Debugging" und "USB-Debugging Authorisierungen aufheben" aktivieren und dem angeschlossenen Rechner Zugriffsrechte erteilen. (Am besten auch noch "erweiterter Neustart" aktivieren, aber das ist Komfortzone.)

Sodann als root berechtigter User das folgende in die Linux Kommandozeile 2 reinhacken:

fastboot oem unlock

Schwupps - so schnell ist das Handy platt. Genau: beim Entsperren des Bootloaders werden alle Daten gelöscht. Das macht nichts, da ich noch keine Daten darauf habe und deswegen ja auch im "alles überspringen" Setup Lauf unterwegs war ;-)

Nach dem Aufheben der OEM Sperre und der Freischaltung können nun TWRP, der blu_spark Kernel und Magisk installiert werden. Mit

fastboot boot twrp-3.2.3-x_blu_spark_v9.86_op6.img

wird das neue Recovery gebootet, anschließend erlaubt man Änderungen durch Wischen auf dem im unteren Bildschirrm angebotenen Schieberegler. Dann wird in dem nächsten Bildschirm unter "Advanced" der Menüpunkt"ADB Sideload" gewählt, "Wipe Dalvik Cache" und "Wipe Cache" gewählt und dann der ADB Zugriff durch Wischen am Schieberegler im unteren Bildschirmrand ermöglicht, der dann auf dem Computer per sideload aufs 6T gebügelt wird:

adb sideload twrp-3.2.3-xblusparkv9.86op6.zip

Dann kann z.B. mit dem blu_spark Kernel eine Alternative zum regulären Systemkern installiert werden:

adb sideload blusparkr56-oos-pieop6-6t9e9a352.zip

Als Abschluß gibt es dann noch die Installation von Magisk per sideload:

adb sideload Magisk-v17.3.zip

Dann lösche ich eigentlich immer den Cache und starte das Handy neu. Magisk lässt sich zukünftig dann direkt aus der App updaten.

Diese im Gegensatz zu früheren root / Flash Aktionen scheinbar etwas umständlichere Methode der Recovery Installation hängt mit den A/B Partitionen zusammen, die ursprünglich mit Googles Pixel 1 eingeführt und für mehr Sicherheit sorgen sollen. So existiert im Gegensatz zu früheren Versionen keine eigene Recovery Partition mehr, sondern das Recovery ist Bestandteil des Boot Images. Grob gesagt muss deshalb TWRP temporär gebootet werden, um erst mit einem weiteren Installationslauf in einem der Slots eingerichtet zu werden. Die beiden Slots sind in TWRP selbst auch anwählbar, zum Beispiel beim Backup. Auch beim Neustart aus dem Recovery lässt sich der gewünschte Slot wählen.

Die verwendete (inoffizielle) blue_spark TWRP 3.2.3-x Recovery Version v9.86 ist noch in einem recht frühen Entwicklungsstadium, das sollte man bedenken, ebenso wie die angepasste Magisk Version. Zum Beipiel läuft hier das Xposed Modul leider noch nicht, auch gibt es in Sachen LineAgeOS bis jetzt auch nur inoffizielle Versionen. Hier habe ich mich auch noch nicht dazu durchgerungen, auf den Zug aufzuspringen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Momentan schaue ich mir noch sehr wohlwollend das installierte OxygenOS 9.05 an, das unmittelbar nach dem TWRP Flash zum Download bereit stand.

Die A/B Partitionen können wie alles andere in dem kurzen Beitrag hier dargestellte zu Problemen führen, bis dahin, das OnePlus 6T in einen 629€ teuren Briefbeschwerer zu "bricken". Von daher: Alles, was bei mir geklappt hat, kann woanders ins Auge gehen, daher: Nachahmung auf eigene Gefahr, informiert Euch zuvor über die möglichen Folgen, zum Beispiel auch über eventuellen Garantieverlust!

In dem Sinne freue ich mich über Hinweise, Vorschläge, Alternativen und Kritiken, gerne über die Kommentarfunktion!

1: Wem das zu stressig / langweilig / riskant / whatever ist, der kann natürlich auch per OnePlusSwitch bequem von einem alten Android Handy - und auch von iPhones - auf das neue umsteigen. Die App, die in Googles Play Store für Android und hier - leider außerhalb von dem Apple Dingens erhältlich und daher nicht ganz ungefährlich - zu installieren ist, erleichtert einem den Umzug doch sehr, indem ein Barcode auf dem alten durch das neue Handy abzufotografieren ist. Binnen kurzer Zeit landen dann alle Fotos und sonstigen Daten auf dem neuen Gerät.

2: Windows kann das natürlich auch. Möglicherweise gibt es dabei einiges zu beachten, daher verweise ich auf die DroidWiki Anleitung hier.

In diesem Beitrag sind einige Links auf Amazon und eBay gesetzt. Wenn Ihr über diese Links dort etwas bestellt, bekomme ich eine kleine Provision. Irgendwie muss die Kohle für das 629€ teure Teil ja wieder reinkommen. ;-) Für Euch bleibt der Preis derselbe wie bei einem Direktkauf.

Stuttgart: Internationalistischer Abend mit Vortrag und Ausstellung am 31. Oktober

Am 1. November jährt sich der Welt-Kobane-Tag, an dem der Widerstand der kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ gegen den IS gefeiert wird. Die Verteidigung Kobanes brachte nicht nur mediale Öffentlichkeit, sondern hat auch eine internationale Solidaritätsbewegung „zustande“ gebracht. Kurdische und türkische Linke sowie InternationalistInnen aus der ganzen Welt trugen ihre Solidarität mit Kobane und Rojava auf die Straße.

Im -“ von Imperialisten nach Einfluss und Macht umkämpften -“ Nahen Osten schafften die Kurdinnen und Kurden mit Rojava einen Gesellschaftsentwurf, der sich nach den Bedürfnissen der breiten Bevölkerung richtet und nicht nach den Interessen einiger weniger. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Befreiung der Frauen, die an der Revolution auf allen Ebenen beteiligt sind.

Doch nicht nur in Rojava finden linke und fortschrittliche Kämpfe gegen die herrschenden Verhältnisse statt. In der angrenzenden Türkei brechen diese Kämpfe, immer wieder aus. Seien es die Gezi-Proteste 2013, die Versuche selbstverwaltete kurdische Strukturen zu etablieren 2015 oder ganz aktuell der Massenstreik der Istanbuler Flughafen ArbeiterInnen.

Wo auch immer Menschen sich gegen ihre Unterdrückung und für eine solidarische Welt einsetzen zeigen wir uns solidarisch und versuchen unsere Kämpfe zu verbinden.

Aber was macht einen Kampf gegen Unterdrückung fortschrittlich? Wie entscheiden wir wen wir unterstützen? Wie genau sieht unsere Unterstützung aus? Wie können wir als InternationalistInnen in Deutschland an diese Kämpfe anknüpfen?

An diese Fragen wollen wir uns mit einem Vortrag und anschließender Diskussionsrunde heranwagen und versuchen eine Antwort zu geben. Im Anschluss kann man den Abend mit einer Ausstellung zu gefallenen Internationalistinnen ausklingen lassen.

Mit einem Vortrag „Solidarität mit der kurdischen Befreiungsbewegung“ und einer Ausstellung zu gefallenen Internationalistinnen

Mittwoch 31.10.2018
Beginn: 18.00 Uhr
Ort: Linkes Zentrum Lilo Herrmann

Eine Veranstaltung vom Arbeitskreis Internationalismus Stuttgart

Error 7: Modem- Firmwareupdate beim OnePlus3T

Ein kurzer Merkbeitrag zu einem Modem / Firmware Problem des OnePlus 3T, der beim Flashen eines beliebigen LineageOS Updates auftreten kann und sich mit dem Abbruch des Flashvorgangs mit der folgenden Fehlermeldung äußert:

"assert(op3.verify_modem("2017-06-27 21:43:31") == "1");"

Die Ursache besteht darin, daß das Handy zwischenzeitlich ein Upgrade der Firmware erhalten hatte, das jedoch in den LineageOS Zips nicht enthalten ist, von diesen aber erwartet wird. Zwischenzeitlich hatte ich mir so geholfen, daß ich in der Zip Datei vor jedem Flash Vorgang die Abfrage des Handymodells manuell geändert hatte.

Dazu im Archiv das Updater Script /META-INF/com/google/android/updater-script mit einem Texteditor öffnen und sämtliche Zeilen mit "assert" und "getprop" Einträgen löschen. Abspeichern und installieren. Klappt problemlos und ermöglicht, falsche Systeme auf dem Handy zu installieren und dies zu bricken. ;-)

Also ein funktionierernder Workaround, jedoch ziemlich weit entfernt von einem automatisierungsfähigen Vorgehen. Zufällig bin ich dann über den Eintrag von Lord Boeffla (Vielen Dank dafür!) bei XDA gestolpert, einem Entwickler von Kernelhacks für die OnePlus Geräte, der die Firmwareupgrades aus dem originalen OxygenOS extrahiert und auch für andere OS zur Verfügung gestellt hat. Diese Datei sollte auf einem der üblichen Wege auf das 3T verbracht und dann per TWRP geflasht werden. Danach klappt es endlich auch wieder mit dem automatischen Update auf die aktuellste LineageOS Version.

Edit: Für den (eher unwahrscheinlichen) Fall, das man das 3T gebrickt hat, findet sich hier einige Hinweise, das Ding wieder ans Laufen zu bekommen.

Berlin: Erdogan not welcome

Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Rund 6.000 Menschen, angeführt von einem starken Frauenblock, demonstrierten am 28. September in Berlin gegen den Besuch Erdogans. Ein breites Bündnis aus türkischen und kurdischen und deutschen Organisationen hatte zu der Demo aufgerufen, die unter dem Motto: "Erdogan not welcome" lautstark vom Potsdamer Platz zum Großen Stern zog.

„Neben zahlreichen Transparenten und Schildern, auf denen der Staatsterror in der Türkei verurteilt wurde, führten die Demonstrant*innen auch eine riesige PKK-Fahne mit sich. Es fanden etliche Aktionen des zivilen Ungehorsams statt. So ließen Jugendliche einen Ballon mit dem Bild Öcalans steigen und immer wieder wurden Fahnen der kurdischen Freiheitsbewegung gezeigt. Die Polizei nahm mehrere Teilnehmer vorübergehend fest. Auf der Abschlusskundgebung sprachen unter anderem ein Vertreter der exilierten „Akademiker für den Frieden“ und der ehemalige HDP-Abgeordnete Faysal Sariyildiz. Sie alle verurteilten die Zusammenarbeit mit dem Erdogan-Regime scharf. Sariyildiz hob hervor, dass Deutschlands Unterstützung den Diktator in der Türkei zu noch brutalerem Vorgehen ermutige. Er verglich die Gleichschaltung von Justiz, Polizei und Armee mit dem Vorgehen der Nazis. Rainer Braun vom Friedensbüro rief zu gemeinsamen Einsatz für den Frieden auf und Yüksel Koç vom kurdischen Dachverband KCDK-E forderte die sofortige Einleitung eines Friedensprozesses und Freiheit für den „Architekten des Friedens Abdullah Öcalan“. Statt Waffen zu liefern, müsse die Bundesregierung endlich dafür sorgen, dass in der Türkei ein Friedensprozess eingeleitet wird. Rebecca von Seawatch und Welcome United kritisierte den staatlichen Rassismus scharf und sagte, dass Deutschland durch seine permanenten Waffenexporte immer wieder neue Fluchtursachen schaffe...“ (AFN_Bericht)

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Hamburg: We'll come united - Eine Parade für den alltäglichen Aufstand der Solidarität

Foto: © Umbruch Bildarchiv
Über 30.000 Menschen haben sich am 29. September 2018 an der We'll Come United Parade in Hamburg beteiligt. Nie zuvor gab es in Deutschland eine größere Demonstration für Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte und schon gar nicht in dieser Zusammensetzung. Angeführt von Geflüchteten aus Afrika, aus Asien sowie von Roma, die alle gegen Abschiebungen und für ihr Bleiberecht kämpfen; gemeinsam mit Aktivist*innen, die sich in Organisationen der Seenotrettung oder in Initiativen der Solidarischen Städte engagieren; zusammen mit migrantischen Gruppen, die den Rassismus in den Behörden und in der Gesellschaft attackieren.

„Alle bleiben“, „Solidarity will win“ und „United against Racism“ lauteten entsprechend die zentralen Slogans auf den bunt leuchtenden Plakaten, mit denen bereits seit Februar diesen Jahres die Mobilisierung für die Hamburger Parade begonnen hatte. Hunderte von Veranstaltungen und Besuchen in Refugee-Camps, das Ausschwärmen („Swarming“) schon beteiligter Gruppen, um neue MitstreiterInnen zu gewinnen, die Konferenz der „großen Koalition des Antirassismus im Mai in Göttingen, dann im Juli das We'll Come United Sommercamp in Brandenburg: all diese Aktivitäten haben den Grundstein für das großartige „Signal von Hamburg“ gelegt. Die selbstorganisierten Initiativen kamen mit den Protestbewegungen der Seebrücken und „Wir sind mehr“-Demonstrationen sowie mit einer unglaublichen Mobilisierung der gesamten Hamburger Solidaritätsstrukturen „zum schönsten Tag des Jahres“ zusammen.

Mit über 40 Motivwägen wurden unterschiedliche Forderungen und Alltagskämpfe auf die Strasse getragen und sehr eindrucksvoll und selbstbewusst für die Gesellschaft der Vielen demonstriert. „´Migration ist die Mutter aller Gesellschaften, stand am Samstag auf dem Haupttransparent von We-™ll Come United. Prägnanter kann man Innenminister Horst Seehofers unsäglichem Ausspruch, Migration sei die ´Mutter aller Probleme, nicht kontern.“ (Taz am 1.10.18).

Die Parade hat nicht nur viel Spaß, sie hat vor allem auch Mut gemacht und motiviert für die weiteren Kämpfe in harten Zeiten. Denn überall - von den Außengrenzen bis zu den Innenstädten - erleben wir umkämpfte Räume, in denen wir nun vor der Herausforderung stehen, diese hoffnungsvolle gemeinsame Mobilisierung zu einem „alltäglichen Aufstand der Solidarität“ zu verdichten. - Hagen -

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Schorndorf: Texte, Film und Fotos zum G20-Gipfel in Hamburg

Als sich im Juli 2017 in Hamburg die wichtigsten Staats- und Regierungschefs zum G20-Gipfel trafen, wurde 32 Journalistinnen und Journalisten die Akkreditierung entzogen -“ so auch Alfred Denzinger, dem Chefredakteur der Beobachter News aus Rudersberg. Ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit. ARD-Recherchen belegen: Die Entscheidungen basierten auf einem toxischen Gebräu aus falschen und rechtswidrig gespeicherten Daten. Einzelne Landeskriminalämter sind jetzt offensichtlich schnell dabei, Beweismittel zu vernichten. 11 der betroffenen Journalistinnen und Journalisten stellen nun in der Schorndorfer Manufaktur Texte und Fotografien aus, die während ihrer Arbeit unter anderem rund um den G20-Gipfel entstanden. Es sind Dokumente, für die sie sich immer wieder zwischen den Fronten bewegten.

Ausstellungseröffnung: Freitag, 19. 10., 19.30 Uhr
Hammerschlag 8, 73614 Schorndorf

Zum Auftakt spricht Renate Angstmann-Koch, Tageszeitungsredakteurin und Mitglied im Landesvorstand der Deutschen JournalistInnen Union (dju) in Verdi mit dem betroffenen Journalisten Alfred Denzinger.

Die ausstellenden Journalistinnen und Journalisten sind Florian Boillot, Po-Ming Cheung, Alfred Denzinger, Willi Effenberg, Chris Grodotzki, Rafael Heygster, Björn Kietzmann, Simon Poelchau, Julian Rettig, Christian Spicker und Elsa Koester.

Am am Donnerstag, 25.10.2018 um 19 Uhr wird - ebenfalls in der Manufaktur - der Film "Der Gipfel -“ Performing G20" von Rasmus Gerlach gezeigt.

Anfang Juli 2017 taucht Rasmus Gerlach mit zehn Kameraleuten tief in die Proteste rund um den G20-Gipfel ein. Auf den Straßen finden Performances als neue Demonstrationsform viel Anklang, doch die bunten Szenen werden bald von den Bildern der Gewalteskalation überschattet. Das Filmprojekt konzentriert sich auf die Aktionskunst: wie die Straßenperformance „1000 Gestalten“ oder der „Megafonchor“. Er zeigt Trommelperformances und Demonstranten, die sich als Schlümpfe verkleiden. Die berühmteste Performance aber liefert „Die Frau auf dem Panzer“, deren friedlicher Protest mit Pfefferspray und Wasserwerfern gewaltsam beendet wird. Es kommen aber auch Anwohner, Fotografen, ein Journalist sowie ein Polizist zu Wort. Und Performance- und Musik-Ikone Laurie Anderson: Sie spricht darüber, wie der G20 von außen wahrgenommen wurde und über Möglichkeiten kreativer Protestkunst.

Veranstalter: Initiative Rems-Murr nazifrei!

Protestkundgebung gegen den Mietengipfel: "Wo wohnt Sandra morgen?"

Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Anläßlich des Mietengipfels im Kanzleramt demonstrierten am 21. September 2018 rund 1.000 Menschen am Washingtonplatz gegen den Mietenwahnsinn. Ein Zusammenschluss von vielen Initiativen und Organisationen hatte dazu aufgerufen dem Regierungsgipfel einen Alternativen Wohngipfel entgegen zustellen. Sie forderten eine grundlegend andere Wohnungs- und Mietenpolitik -“ bezahlbaren Wohnraum für ALLE statt Verdrängung und Wohnungslosigkeit. Aber subito!

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