trueten.de

»Das Problem mit dieser Welt ist, dass kluge Menschen voller Zweifel sind, während dumme Menschen voller Zuversicht sind.« Charles Bukowski

"Ich habe einen Plan..."

George Jackson, Black Panther Aktivist geboren am 23. September 1941, ermordet am 21. August 1971 in San Quentin.

Achttausend Menschen kamen zur George Jacksons Beerdigung am 28. August 1971 in die St. Augustine-™s church in Oakland. Nur 200 Trauergäste konnten an der Zeremonie teilnehmen, der Rest wartete außerhalb des Gebäudes.

"Mein Leben lang habe ich genau das getan, was ich wollte, und genau dann, wann ich es wollte - nicht mehr, vielleicht manchmal weniger, aber niemals mehr, was die Erklärung dafür ist, warum ich eingekerkert werden mußte. 'Der Mensch wurde frei geboren, und doch liegt er überall in Ketten.' Ich habe mich nie angepaßt. Sogar jetzt habe ich mich noch nicht angepaßt, nachdem ich schon die Hälfte meines Lebens im Gefängnis verbracht habe. Geboren mit der Aussicht auf vorzeitigen Tod, ein niederer Knecht, Existenzlohnkuli, Gelegenheitsarbeiter, der Sklave, der den Dreck für andere wegmacht, der Geschnappte, der Mann hinter Schloß und Riegel, ohne Kaution das bin ich, das Opfer des Kolonialismus. jeder der heute die Prüfung zum Beamtendienst besteht, kann mich morgen töten. jeder der diese Prüfung gestern bestanden hat, kann mich heute unter völliger Immunität töten. Ich habe in jedem Augenblick meines Lebens mit der Unterdrückung gelebt, mit einer derart furchtbaren Unterdrückung, daß jegliches Handeln auf meiner Seite nur Erleichterung bringen kann, die kurze Atempause eines kleinen Sieges oder die Erlösung durch den Tod. Ich bin im besten Sinne des Wortes, wirklich in jeder Hinsicht, ein Sklave für das und ein Sklave des Eigentums. Ich habe jede Hoffnung auf persönliches Glück in diesem Leben für die Aussicht aufgegeben, etwas zur Verbesserung unserer Verhältnisse als Ganzes beizutragen. Ich habe einen Plan. Ich werde alles geben, mich selbst, bis wir siegen oder ich untergehe. Ich bin davon überzeugt, daß jede ernsthafte Organisierung des Volkes von Anfang an die potentielle Drohung mit revolutionärer Gewalt enthalten muß."

George Jackson, via dit und dat

Texte von und über George Jackson


Revolution an der Tanzbar: Opeth - The Roundhouse Tapes

Heute lauschen wir der schwedischen Progressive Rock/Progressive Metal-Band Opeth. Zum Einstieg in deren Werk sind die Roundhouse Tapes sehr empfehlenswert:

Externer Inhalt von YouTube Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt. Dabei können personenbezogene Daten, insbesondere Ihre IP-Adresse, übertragen werden.

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

LATEINAMERIKA
Fast die Hälfte aller lateinamerikanischen Haushalte verfügt über einen Internetzugang. Dies geht aus dem aktuellen Bericht 2016 der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hervor, der Mitte September bei einer Konferenz für Wissenschaft, Innovation, Informatik- und Kommunikationstechnologien in San José, Costa Rica, vorgestellt wurde. Die Anzahl der Haushalte mit Internetanschluss habe sich im Vergleich zu 2010 nahezu verdoppelt.

BRASILIEN
Kritiker der Verwendung von Biosprit haben Grund zur Freude, betroffene Landwirte verlieren ihre Existenzgrundlage: Im vergangenen Monat kündigte Brasiliens teilprivatisierter staatlicher Erdöl- und Energieriese Petrobras den Ausstieg aus der Produktion des umstrittenen Treibstoffes aus nachwachsenden Rohstoffen an.

HONDURAS
Der Putsch gegen Regierungschef Zelaya im Juni 2009 belastet das Land bis heute. Hillary Clinton trägt eine Mitverantwortung

KOLUMBIEN
Kolumbiens Regierung und die zweitgrößte Guerillaorganisation des südamerikanischen Landes, die Nationale Befreiungsarmee (ELN), haben am Montag abend (Ortszeit) in Caracas den Beginn der "öffentlichen Phase" ihrer Friedensverhandlungen angekündigt.

Nach Meinung des obersten Comandante der FARC ist es noch immer möglich, dass der Friedensprozess gerettet werden kann.

Untersuchungen des Obersten Gerichtshofes in Bogotá zufolge stehen 57 multinationale und regionale Unternehmen unter Verdacht, den mehr als 50 Jahre andauernden bewaffneten Konflikt in Kolumbien mitfinanziert oder wirtschaftlich von ihm profitiert zu haben. Die Unternehmen, die unter anderem aus den Bereichen der Bergbau-, Viehzucht-, Erdöl-, Bananen- und Palmölindustrie kommen, wurden im Rahmen von Gerichtsverhandlungen gegen Paramilitärs mit Massakern, Folter, gewaltsamem Verschwindenlassen und Vertreibungen in Zusammenhang gebracht.

KUBA
Vorabdruck: Seit fast zehn Jahren steht Raúl Castro an der Spitze Kubas. Unter seiner Ägide leitete der ­sozialistische Staat tiefgreifende Reformen ein. Der Journalist Volker Hermsdorf hat eine Biografie geschrieben, die im Verlag Wiljo Heinen erscheint.

In der kubanischen Haupstadt starteten am Sonnabend 38 Angehörige der "Brigade Henry Reeve" zum medizinischen Hilfseinsatz nach Haiti. Im Nachbarland kamen nach Agenturberichten Hunderte Menschen durch den Hurrikan "Matthew" ums Leben, jetzt drohen eine Choleraepidemie und andere Seuchen.

PERU
Der Kongress in Peru hat einem Gesetzgebungsverfahren zur Legalisierung von Abtreibungen zugestimmt. Der Vorschlag war bereits im Jahr 2014 von einer Bürgerinitiative eingebracht worden, scheiterte zu diesem Zeitpunkt jedoch an einer rechtsgerichteten Mehrheit im Verfassungsausschuss.

VENEZUELA
Venezuelas Präsident Nicolas Maduro darf den Staatshaushalt künftig ohne die Zustimmung des Parlaments beschließen. Das Oberste Gericht des südamerikanischen Landes urteilte am Mittwoch, der Präsident dürfe das Parlament umgehen und das Budget stattdessen von dem Gericht als Dekret genehmigen lassen.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 14. Oktober 2016.

Themenabend zum 100. Geburtstag von Peter Weiss: "Trotz der Schwere ein Optimismus"

Einladungsflyer
Der am 8. November 1916 geborene Peter Weiss schrieb Theaterstücke und Romane. Bekannt wurde er mit dem dreibändigen Roman „Die Ästhetik des Widerstands“. Hier schildert er unter anderem am Beispiel der „Roten Kapelle“ die Bedingungen, unter denen Widerstand gegen Hitler möglich war. Im Theater wurde vor allem sein Stück „Die Ermittlung“, in dem er Ausschnitte aus dem Auschwitz-Prozess auf die Bühne brachte, berühmt.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Peter Weiss erinnert Janka Kluge an Leben und Werk des deutsch-schwedischen Schriftstellers, Malers und Dokumentarfilmers. Sie berichtet über seine Zeit im Ausland in den 1930er Jahren, seine Erfolge als politischer Dramatiker in der Nachkriegszeit und über das vielseitige literarische und künstlerische Schaffen des Antifaschisten, der am 10. Mai 1982 in Stockholm starb.

Janka Kluge erinnert an den Schriftsteller Peter Weiss und sein Werk.

KOMMA Jugend und Kultur
Dienstag, 6. Dezember, 19 Uhr
Maille 5-9, Esslingen

Eine gemeinsame Veranstaltung von:
• KOMMA Jugend und Kultur
• VVN-BdA Kreisvereinigung Esslingen
• Rosa Luxemburg Stiftung



Via VVN-BdA Kreisvereinigung Esslingen

kritisch-lesen.de Nr. 41: Medien und Gegenöffentlichkeit

Foto: Continental Standard. Ausschnitt, Sommeregger, Cc-by-sa-3.0, GFDL

Die aggressiven Sprechchöre von Pegida und Co. haben sich in den letzten Monaten in das öffentliche Bewusstsein eingegraben. Und sie haben den hiesigen Abendlandverteidiger_innen ein zentrales Schlagwort geliefert, um sich in den Medien und der Politik zu positionieren: „Lügenpresse“. Journalist_innen sind neben Flüchtlingen das wichtigste Feindbild der Rechten in Deutschland. Linke wissen das -“ eigentlich. Sie wissen, dem Vorwurf der Lügenpresse haftet etwas Verschwörungsmythisches an, sie wissen, die Kampfparole von der Lügenpresse ist verkürzt, sie wissen, dass es sich die Gröhlenden auf den Straßen zu einfach machen.

Doch: In der Abwehr der rechten Medienverteufelung finden sich Linke schnell als Verteidiger_innen der bürgerlichen Medien wieder. Dabei ist linke Medienkritik seit jeher ein wichtiger Bestandteil in der Auseinandersetzung mit dieser Gesellschaft. Und sie ist notwendig: Kritische Stimmen in Bezug auf das deutsche Diktat gegen die griechische Bevölkerung kamen in der Mainstream-Presse fast nicht vor; gerade zu Beginn der Ukraine-Krise übertrafen sich öffentlich-rechtliches Fernsehen und die großen Tageszeitungen in der Dämonisierung Russlands; als die GDL streikte, wurde der GDL-Chef Claus Weselsky in bester kalter-Krieg-Rhetorik an den Pranger gestellt.

Aktuellstes Beispiel: Als aus Bautzen im September Berichte über Auseinandersetzungen zwischen Asylsuchenden und organisierten Rechten öffentlich wurden, schien für viele Medien die Sachlage klar: Flugs wurde aus Berichten der Polizei übernommen, dass die Gewalt von den jugendlichen Geflüchteten ausging. 20 von ihnen hätten, ohne Vorgeschichte, eine Gruppe von über 80 Rechten, viele von ihnen organisierte Nazis, angegriffen. In einem kritischen Kommentar zur Berichterstattung heißt es: „Die öffentliche Darstellung der Ereignisse in Bautzen grenzt an unterlassene Hilfeleistung und Anstiftung zum Pogrom. Sie deckt die eigentlichen Täter.“

Aber wie kann eine linke Medienkritik vor dem Hintergrund des aktuellen Medienwandels und unter zunehmend prekären Bedingungen überhaupt funktionieren? Einst verstanden viele Linke mit Lenin die progressive Presse als kollektiven Propagandisten, Agitator und Organisator. Doch die meisten linken Presseorgane sind heute „unabhängig" von konkreten Organisationen -“ und damit losgelöst von konkreten politischen Projekten. Das Internet verändert außerdem die Debatte um eine linke „Gegenöffentlichkeit“. Neue Medienakteure, die als Blogger_innen, Twitternde und Facebook-Aktivist_innen unterwegs sind, mögen kurzzeitig den engen Medienkorridor der bürgerlichen Medienlandschaft verlassen. Jedoch sollte einer Vereinzelung linker Meinungen ein starker, kollektiver Diskussionsprozess entgegengesetzt werden. Wie das funktionieren kann -“ vor allem unter Berücksichtigung prekärer Produktionsbedingungen -“ ist eine wichtige Frage und große Herausforderung für eine wirksame Gegenöffentlichkeit.

Kritisch-lesen. de möchte dazu beitragen, diese Diskussion anzuregen und weiter zu führen. Unsere 41. Ausgabe widmet sich deshalb dem Schwerpunkt „Medien und Gegenöffentlichkeit“ -“ und wartet wie gewohnt mit Interview, Essay und natürlich vielen Rezensionen auf. Viel Spaß beim kritischen Lesen!

Weiter

„Sagen, was ist - und zeigen, was sonst im Verborgenen bliebe“ - Interview mit Macher*innen verschiedener linker Medienprodukte

Foto: Daniel R. Blume
Lizenz: cc-by-sa-2.0
Via WikiPedia
Interview von kritisch-lesen.de mit Macher*innen verschiedener linker Medienprodukte

Wie steht es um die Landschaft alternativer Medien? Stecken wir in einer Krise, ähnlich wie die „Großen“? Und wenn ja, wodurch zeichnet sich diese aus?

Für das Interview zum Schwerpunkt „Medien und Gegenöffentlichkeit“ haben wir uns genau dort umgeguckt: Wer macht Gegenöffentlichkeit? Im Zeitalter neuer Medien hat sich das Medienspektrum erweitert. Zu den „klassischen“ Medien wie Zeitung und Verlag kommen Internetpublikationen, Blogs et cetera hinzu. Doch während die Möglichkeiten, Medien zu produzieren, leichter geworden sind und auch Zugänge zu alternativen Presseerzeugnissen leichter erscheinen, sind linke Meinungen nicht unbedingt populärer geworden. Und die Produktionsbedingungen haben sich -“ auch durch eben diese Zugänglichkeit im Internet -“ verschärft. Zeitungen und Verlage sind einem hohen Druck ausgesetzt. Wie gehen die verschiedenen Bereiche mit diesem Druck um, und wie sehen sie ihre Stellung in der Produktion von Gegenöffentlichkeit? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, haben wir mit Personen gesprochen, deren Medien sich in mehrfacher Hinsicht unterscheiden.

Lea Susemichel hat Philosophie und Gender Studies studiert. Sie ist leitende Redakteurin des feministischen Magazins an.schlaege, welches seit dreißig Jahren (meist monatlich) erscheint. Sie ist auch Mitherausgeberin von „Feministische Medien: Öffentlichkeiten jenseits des Malestream“, erschienen im Ulrike Helmer Verlag.

Stefan Huth ist Chefredakteur der Tageszeitung junge Welt (seit August 2016), seit 2012 Mitglied der Chefredaktion, war zuvor Leiter des Ressorts „Thema“ und zuständig für den Bereich Geschichte. Er hat in Berlin Germanistik und Anglistik studiert.

Thomas Trüten ist Antifaschist, Gewerkschaftler, Metallarbeiter, Blogger, Fotograf und rezensiert ab und zu Bücher. Vor allem bewegt ihn die Frage, wie man es am besten anstellt, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“

Willi Bischof ist Verleger bei edition assemblage aus Münster. Der Verlag versteht sich als undogmatisch links und arbeitet in kollektiver Struktur. Die Publikationen decken ein

kritisch-lesen.de: Wie würdest du die Entwicklungen linker Medien in den vergangenen Jahren beschreiben?

Lea: Alternative Medien sind von der allgemeinen Medienkrise weniger betroffen, sie haben bei Auflage und Umsatz einfach viel weniger zu verlieren. Dennoch haben sich die Produktionsbedingungen durch die zunehmende Prekarisierung von Arbeits- und Lebensverhältnissen gerade auch bei kleinen linken Medien weiter verschärft. Zum Beispiel war das Studium früher die typische Phase, um in politische (Medien-)Projekte einzusteigen und sich in endlosen Sitzungen die Nacht um die Ohren zu schlagen. Diese Zeit haben Studierende heute nicht mehr und die Älteren, womöglich mit Kindern, sowieso nicht, das merken wir auch in unserer Redaktion deutlich. Für das Weiterbestehen eines Mediums ist aber irgendwann ein Generationenwechsel nötig, auch deshalb ist es essenziell, neue Leute zu gewinnen. Inhaltlich gibt es -“ und hier spreche ich zunächst für die feministische Medienlandschaft -“ eine zunehmende Ausdifferenzierung. Die Medien bedienen entweder ihre jeweiligen Subszenen (mit akademischen Diskursen, Popkultur, Aktivismus, Queerfeminismus ...) oder teilen sich entlang ideologischer Differenzen auf, wie zum Beispiel die antideutschen linken Medien.

Stefan: Das Angebot hat sich deutlich diversifiziert, es sind auch im Printbereich interessante neue Publikationen hinzugekommen, vor allem solche, die sich mit ökonomischen Entwicklungen im Rahmen der Krise befassen. Insbesondere Internetportale und individualisiertere Plattformen wie Blogs sowie die sogenannten sozialen Medien haben die linke Medienlandschaft dynamisiert -“ auch, indem sie eine schnellere, fast bruchlose Kommunikation mit den Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen. Das dialogische Element ist ein potentiell fortschrittliches, es wirkt allerdings selten zum Vorteil von Qualität und Kontinuität in der Berichterstattung. Eher traditionellem Journalismus verpflichtete Organe haben Probleme, auf die veränderten Lesegewohnheiten der jüngeren Leserinnen und Leser angemessen zu reagieren.

Thomas: Mein Eindruck ist der, dass linke Publikationen nicht nur von der Anzahl her, sondern auch bei den dabei abgedeckten Themen deutlich zugenommen haben. Diese erfreuliche Entwicklung spiegelt sich nicht unbedingt in der Wahrnehmung durch die „bürgerlichen“ Medien wider und kann auch nicht Gradmesser für deren Qualität sein.

Willi: Mein Eindruck ist, dass es die größte Entwicklung linker Medien dort gab, wo diese an eine Subkultur, eine Strömung oder eine Community gebunden sind. Sie entstehen vielfach mit ihrem Umfeld und verändern sich mit ihrer Community, richten sich dort ein. Das heißt, diese Medien sind geblieben, haben sich erweitert oder spezialisiert, oder sie haben sich sehr verändert, je nachdem, wie sich ihr (subkulturelles?) Umfeld verändert hat. Das zeigt sich auch in den Programmteilen der edition assemblage. Die vielfältigsten und meisten Publikationen entstehen hier zum Beispiel in den Schwarzen und POC-Communities und in den queerfeministischen Communities. In diesen Bereichen lassen sich ganz verschiedene Tendenzen finden. Es gibt einerseits Spezialisierungen und Radikalisierungen, und gleichzeitig verbreiten sie sich ins offen interessierte Publikum. Dieser Teil der Medien funktioniert zumeist recht gut. In der Regel reicht ihnen der Kreis an Interessierten, die sie tatsächlich erreichen. Auch ökonomisch finden diese Projekte häufig eine Nische, und es gibt häufig ökonomische Überscheidungen zu anderen Tätigkeitsfeldern (Bildung, Workshops, Seminare, (Kultur-)Veranstaltungen). Häufig finden positive und fortschrittliche Entwicklungen gerade in diesen Medien statt. (Ein Beispiel für diese Tendenzen scheint mir das Missy-Magazine im Gegensatz zur Emma zu sein.) Dort, wo Medien sich etabliert haben oder mussten (beispielweise durch ökonomische Bedürfnisse), gab es schon immer die Tendenz zur Entpolitisierung und Endradikalisierung, die sich nicht unbedingt in den Büchern oder einzelnen Beiträgen widerspiegelt, sondern auch in der eigenen Organisierung und im (internen) Selbstverständnis. Linke Projekte scheitern dann nicht an den äußeren Gegebenheiten, sondern zum Beispiel an der Privatisierung vormals kollektiver Strukturen und Dinge. Linkssein ist dann ein Mythos, der als Label wichtig für das „Geschäft“ ist.

kritisch-lesen.de: Was bedeutet Gegenöffentlichkeit heute?

Lea: Ich würde von Gegenöffentlichkeiten im Plural sprechen. So bildeten (und bilden) feministische Zeitungen nicht nur eine Gegenöffentlichkeit zu den etablierten Medien, sondern auch zu anderen linken Medien, sofern diese feministische und frauenpolitische Themen marginalisieren. Auch linke Medien sollten einander entsprechend als Gegenöffentlichkeit, das heißt als kritische Korrektive dienen. Ganz grundsätzlich würde ich Gegenöffentlichkeit als emanzipatorische Medienarbeit definieren, die dem engen Meinungsspektrum des Male- und Mainstreams Alternativen entgegensetzt -“ sowohl auf inhaltlicher Ebene als auch in der Art der Auseinandersetzung. Und die so die Bandbreite dessen, was Nachrichtenwert hat, was als relevante Meldung und ernst zu nehmende Meinung gilt und was nicht, verändert und verschiebt. Hier haben insbesondere feministische Medien in den letzten Jahrzehnten tatsächlich einiges erreichen können, denn zumindest bestimmte feministische Forderungen und Themen werden inzwischen auch in traditionellen Medien diskutiert. Ich denke also nicht, dass linke Medienarbeit nur ein „preaching to the converted“ ist, dass sie wirkungslos nur im eigenen Saft schmort, wie ja oft kritisiert wird. Es findet ein Thementransfer auch in andere Medien statt, nur dauert das leider meist. Aber diese Gegenöffentlichkeiten bringen Diskurse über gesellschaftliche Gegenentwürfe nicht nur nach „außen“, sie sind auch nach „innen“ immens wichtig. Denn soziale Bewegungen sind zur Selbstreflexion und Selbstvergewisserung auf linke Medien unbedingt angewiesen, eine Widerstandsbewegung ohne eigene Medienkultur hat es nie gegeben und ist schlicht nicht vorstellbar.

Stefan: Im Kern nichts anderes als ehedem: Die Interessen benennen, die hinter herrschender Politik stehen. Sagen, was ist -“ und zeigen, was sonst im Verborgenen bliebe. Den Schleier bürgerlicher Heuchelei zerreißen und den von dieser Politik Betroffenen Möglichkeiten ihrer Überwindung aufzeigen. Über linke Kultur linkes Selbstbewusstsein und Internationalismus fördern.

Thomas: Die alte Erkenntnis, dass die herrschende Meinung die der Herrschenden ist, und dass diese angegriffen werden muss, damit die Meinung der Beherrschten zum Ausdruck kommt, bestätigt sich täglich aufs Neue. Gegenöffentlichkeit, die wirken will, muss sich deshalb immer mit den realen gesellschaftlichen Kämpfen verbinden und ist andererseits auch deren Ergebnis. Abstraktes Theoretisieren, womöglich im „Elfenbeinturm“, ist sinnlos.

Willi: Gegenöffentlichkeit kann heute nicht mehr überzeugend über vermeintliche Hauptwidersprüche (der Staat, die Bildzeitung, das Kapital...) geschaffen werden, sondern wird sich mit den vielfältigen (eigenen) Widersprüchen beschäftigen müssen. Tatsächliche und wirkungsvolle „Gegenöffentlichkeit“ deckt auch die blinden Flecken von Herrschaft auf. Das sind dann nicht selten die eigenen Privilegien.

kritisch-lesen.de: Welches sind die Herausforderungen, mit denen linke Medien zu kämpfen haben? Wie hat sich dies in den letzten Jahren gewandelt?

Lea: Als feministische Medienmacherin von „Herausforderungen“ zu sprechen, ist euphemistisch. Innerhalb des linken Medienspektrums mögen Ressourcen insgesamt knapper und die Lage noch prekärer geworden sein, bei uns war es nie anders.

Stefan: Mit dem neoliberalen Umbau der Hochschulen wurde auch fortschrittliche Forschung entsorgt. Dies hat unter anderem zur Folge, dass wenig akademischer Nachwuchs heranwächst, der Kenntnisse in Sachen Sozialismus, Marxismus und Geschichte der Arbeiterbewegung, des Widerstands überhaupt, besitzt. Grundlagenwissen erodiert, es wird -“ auch angesichts des gegenwärtigen Aufschwungs der Rechten -“ schwieriger, linke Traditionen lebendig zu halten und den Kreis der an gesellschaftlicher Veränderung Interessierten zu vergrößern. Allgemein nehmen in der Linken im Zuge ihrer derzeitigen Schwächung Verwirrung und Tendenzen zu sektiererischer Verengung zu; es gibt eine Neigung, in diesem Sinne „unbotmäßige“ Berichterstattung umstandslos zu sanktionieren. Der Vormarsch der Rechten findet auch im Bereich der Justiz statt. Es ist damit zu rechnen, dass linke Medien vor bundesdeutschen Gerichten künftig schlechtere Karten haben werden und dass die Pressefreiheit weiter eingeschränkt wird.

Thomas: Herausforderungen sind die richtige Verarbeitung und Höherentwicklung der gesellschaftlichen Erfahrungen des revolutionären Subjekts, auf das sich bezogen wird, und die Frage einer entsprechenden Perspektive einer befreiten Gesellschaft. Das sind doch im Grunde die Fragen, um die es geht. Kein linkes Medium kann sich da heraushalten, sonst gleitet es ab in Reformismus und bedient nur noch eine Subkultur.

Willi: Mein Eindruck ist, dass es nicht weniger Bücher und Projekte gibt. Auch haben sich die Möglichkeiten, Bücher zu produzieren, auf der technischen und wirtschaftlichen Ebene zum Teil sehr verbessert und sogar vereinfacht. Verschlechtert haben sich allerdings solidarische ökonomische Bedingungen bei der Herstellung und beim Vertrieb der Bücher. Es gibt kaum noch („bezahlbare“) Druckerei-Kollektive oder gar tariflich abgesicherte Druckereien. Linke, politisch gut sortierte und organisierte Buchhandlungen müssen immer häufiger prekär arbeiten oder ihre Projekte einstellen. Besonders bedrohlich und entpolitisierend ist, dass eine ganze Reihe politisch-solidarischer Infrastrukturen wie Infoläden und Büchertische auf Demos und Veranstaltungen fast völlig verschwunden sind. Viele linke Umgangsformen, sich kollektiv und solidarisch Bücher zu organisieren und die notwendigen Strukturen (vom politischen Lesezirkel, über linke Buchhandlungen bis hin zu Vertrieben und Verlagen) zu unterstützen, sind durch ein individuelles unpolitisches und unsolidarisches -“ also neoliberales -“ Konsumverhalten ersetzt worden. Vermeintlich links ist dann nur noch die (unsolidarische) Anforderung, dass alle Bücher (unabhängig von ihren Produktionsbedingungen) möglichst einfach und kostenlos heruntergeladen und kopiert werden können. Wir brauchen wieder mehr solidarische politische Strukturen, von der Herstellung bis hin zum Konsum.

kritisch-lesen.de: Den bürgerlichen Medien schlägt derzeit ein rauer Wind von rechts entgegen. Stecken die etablierten Medien in einer grundsätzlichen Krise?

Lea: Die Krise besteht darin, dass derzeit auch linksliberale Medien aus Angst vor der „Lügenpresse“-Schelte in vorauseilendem Gehorsam zentrale Qualitätsstandards und medienethische Grundregeln verabschieden. So wird beispielsweise die Herkunft von Verdächtigen genannt -“ man will sich schließlich nicht vorwerfen lassen, man verschweige etwas -“ und mediale Vorverurteilungen mit vollständigem Namen und Foto kommen längst nicht mehr nur im Boulevard vor.

Stefan: Das ist ein langfristiger Trend, der sich in jüngster Zeit nur verstärkt hat. Das Grundproblem besteht darin, dass die journalistischen Standards auch in „Qualitätsmedien“ über die Jahre kontinuierlich gesenkt, Redaktionen verkleinert wurden -“ mit der Folge, dass ein medialer Einheitsbrei angeboten wird, für den immer weniger Leute bereit sind, Geld zu zahlen. Die so entstandene „Glaubwürdigkeitslücke“ weiß die Rechte natürlich für sich zu nutzen. Der digitalen Herausforderung wird mit weiterem Abbau von Recherche-Ressourcen begegnet. Da die Ware Information infolge der Online-Konkurrenz nicht mehr ohne Weiteres der Renditesteigerung dient, orientiert man sich auf außerjournalistische Einnahmemöglichkeiten. Mit dem Ergebnis einer weiteren Verflachung des journalistischen Angebots. Ein Teufelskreis, der die grundsätzliche Krise vertieft.

Thomas: Ich würde die bürgerlichen Medien nicht über einen Kamm scheren. Die einen geben rechtem Gedankengut vollkommen kritiklos Raum, andere versuchen auf bürgerlicher Grundlage eine Auseinandersetzung mit ihm. Es gibt einige sehr ambitionierte und mutige Redakteure, die deswegen Angriffen von rechts ausgesetzt sind. Wenn ich mir die Kommentarspalten mancher Zeitungen ansehe, überfällt mich schon ein gruseliges Gefühl. Die darin zum Ausdruck kommende Haltung lässt sich aber auch nicht in den Kommentarspalten bekämpfen -“ auch wenn das nicht unwidersprochen bleiben darf -“, sondern nur organisiert, auf der Straße, in der Uni, in der Schule oder am Arbeitsplatz. Das ist gerade das Aufgabenfeld linker Medien, und darüber hinaus linker Kultur. Und gerade darin besteht meiner Ansicht nach auch die Krise der etablierten Medien. Sie werden niemals in der Lage sein, mehr als Ansätze einer Kapitalismuskritik zu entwickeln oder gar eine Perspektive jenseits dessen zu zeigen, weil sie mit dem herrschenden System untrennbar verbunden sind. Es wird trotz verschiedener guter Analysen immer bei der Kritik an einzelnen Erscheinungen bleiben. Das ist ihr unlösbares Handicap.

Willi: Medien können auf Qualität oder auf Klicks setzten. Medien, die den Journalismus vernachlässigen und auf hohe Klickraten setzten, sind bereits strukturell populistisch, vereinfachend und rechts. Langfristig werden sich die meisten Medien nur durch Qualität etablieren. Nur gute journalistische Arbeit wird auch eine Vielfalt an Medien ermöglichen.

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

LATEINAMERIKA
Diese Woche zog Hurrikan "Matthew" durch die Karibik. Bisher forderte er mindestens 283 Tote, ein großer Teil davon in Haiti.

ARGENTINIEN
In den unlängst publik gewordenen sogenannten Bahamas-Leaks werden Informationen aus den Panama Papers bestätigt, nach denen das Firmenkonglomerat der Familie des argentinischen Präsidenten Mauricio Macri Gelder in Steueroasen investiert hat.

Wie Daimler-Benz ab 1949 das während des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz versteckte Kapital wusch. Ein Film von Gaby Weber

BRASILIEN
Einen Monat nach ihrer Amtsenthebung durch den brasilianischen Senat haben die Rechtsanwälte von Ex-Präsidentin Dilma Rousseff erneut den Obersten Gerichtshof angerufen. Rousseff will mit ihrer Klage erreichen, dass die Absetzung aufgehoben wird.

Mit dem Ausgang der ersten Runde der landesweiten Kommunalwahlen zeichnet sich in Brasilien eine veränderte politische Landschaft ab.

ECUADOR
Die Bewegung Alianza País (AP) hat bei der fünften Parteiversammlung den früheren Vizepräsidenten Lenin Moreno als Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in Ecuador am 19. Februar 2017 gewählt.

KOLUMBIEN
In Kolumbien ist der Friedensprozess zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla in eine schwere Krise geraten. Beim Referendum über das Ende September in Cartagena unterzeichnete Abkommen, das den seit mehr als einem halben Jahrhundert andauernden Bürgerkrieg beenden sollte, stimmte eine knappe Mehrheit mit Nein.

Nach der äußerst knappen Niederlage des „Ja“ beim Plebiszit über das Friedensabkommen zwischen Farc-Guerilla und Regierung in Kolumbien haben verschiedene landesweite Bewegungen zur Verteidigung der Vereinbarungen aufgerufen und zugleich eine breite Beteiligung der Gesellschaft an weiteren Friedensgesprächen und der Suche nach Lösungen für die sozialen und politischen Probleme des Landes eingefordert.

MEXIKO
Am 2. Oktober haben tausende Menschen zum 48. Jahrestag des Massakers von Tlatelolco demonstriert. In einem der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Mexikos hatten an diesem Tag im Jahr 1968 Soldaten und Paramilitärs das Feuer auf eine Studentendemonstration auf dem Platz der drei Kulturen im Stadtteil Tlatelolco der mexikanischen Hauptstadt eröffnet.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 07. Oktober 2016

Foto Rückblick: Zum 35. Todestag von Klaus-Jürgen Rattay

Foto: Manfred Kraft / Umbruch Bildarchiv Berlin
Am 22. September 1981 starb Klaus-Jürgen Rattay anläßlich der Räumung von 8 besetzten Häusern in Berlin. Sein Tod veränderte die Bewegung. Bei einigen löste die Brutalität, mit der die Räumungen durchgezogen wurden, Angst und Ohnmachtsgefühle aus. Bei dem weitaus größeren Teil der Besetzer*innen überwogen jedoch Wut und Zorn -“ sie radikalisierten sich mit hoher Geschwindigkeit. Den Jahrestag von Klaus Jürgen Rattays Tod nehmen wir zum Anlaß für diesen Rückblick. Der Text ist ein Auszug aus dem Buch "Autonome in Bewegung" über die Besetzerbewegung der 80er Jahre, die Fotos entstanden am Tag der Räumung und anläßlich einer Gedenkdemonstration für Klaus-Jürgen Rattay im Jahr 1982.

Am 22. September 1981 läßt Heinrich Lummer (CDU), der damalige Innensenator von Berlin, 8 besetzte Häuser räumen. "Die Bewohner der räumungsbedrohten Häuser hatten sich darauf verständigt, lediglich passiven Widerstand gegen die Räumung zu leisten. Sie verbarrikadieren die Eingangstüren, holen viele Menschen ins Haus, Unterstützer wie auch prominente Paten, und harren der Dinge. In der Winterfeldtstraße, in der drei der Häuser stehen, werden aber in der Nacht auf den 22. September auch Barrikaden aus umgestürzten Autos, Bauwagen etc. errichtet, und viele sind dort, um die Häuser von außen militant zu verteidigen. Klaus-Jürgen Rattay gehört auch zu ihnen.

Am frühen Morgen des Räumungstages rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an: mit Panzerwagen, Wasserwerfern und schwerem Räumgerät. Mittags will Lummer es sich nicht nehmen lassen, in einem der geräumten Häuser eine Pressekonferenz abzuhalten. Er präsentiert sich auf dem Balkon der Bülowstraße 89 als ein siegreicher Feldherr. Dadurch heizt er die Stimmung noch zusätzlich auf. Lautstarke Proteste begleiten seinen Auftritt. Die Polizei ist nervös und knüppelt die Straße frei. Einige hundert Menschen flüchten auf die verkehrsreiche Potsdamer Straße. Dort wird Klaus-Jürgen Rattay von einem BVG-Bus erfasst und mitgeschleift. Er stirbt auf der Straße. Den ganzen Tag über bleibt der Schöneberger Kiez unruhig und voller Menschen, die Todesstelle wird umlagert und mit Blumen bedeckt, und es gibt keinen Zweifel darüber, was am Abend passieren wird. Abends kommt es zur größten Spontandemo der Bewegung, rund 10.000 Menschen beteiligen sich an einem Schweigemarsch durch Schöneberg, der in heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei mündet, „Lummer: Mörder, Mörder“ hallt es nachts durch die verwüsteten Straßenschluchten. Gleichzeitig sind im ganzen Stadtgebiet Kleingruppen unterwegs, etwa 50 Anschläge auf Banken, Polizeiwachen, Wohnungsbauunternehmen etc. werden in dieser Nacht registriert. Auch in vielen anderen Städten der BRD gibt es Demonstrationen und Anschläge." (Ausschnitt aus dem Buch "Autonome in Bewegung" - PDF-Datei)

Drei Wochen nach dem Tod Rattays bildete sich eine "unabhängige Untersuchungskommission", der ein Bundesverfassungsrichter a. D. angehörte. Der Hergang des Vorfalles war heftig umstritten. "Die Versionen reichten vom Angriff Rattays auf den Bus und dem Selbstverschulden seines Todes (Polizei-Mitteilung) bis zur Darstellung von Zeugen, der Bus sei ohne Rücksicht in die Menschenmenge gefahren. (...) Die allmählich veröffentlichten weiteren Fotos und ein Super-8-Film konnten einige Aspekte des Vorfalles klären -“ vor allem den, dass der Bus vor dem Zusammenprall nicht angegriffen worden war -“, doch gibt es vom exakten Moment des Anstoßes keine Bild-Dokumente." (siehe Wikipedia)

Nachdem die Ermittlungen noch im Dezember desselben Jahres eingestellt worden waren, bemühten sich die Eltern des Neunzehnjährigen vergebens um Wiederaufnahme des Verfahrens. Im August 1982 wurde dies abgelehnt.

Eine Dokumentation des Ermittlungsausschusses aus dem Jahr 1982 beleuchtet die genaueren Todesumstände.

"Ich hab gleichzeitig Angst und ich hab gleichzeitig auch Mut zum kämpfen."
sagt Klaus-Jürgen Rattay noch am Tag vor der Räumung in einer Dokumentation des RBB.

Zahlreiche Links und eine Fotoseite beim Umbruch Bildarchiv Berlin

Der Nationalismus: Eine Gefahrenquelle!

Rudolf Rocker
Nachdem wir im letzten Jahr anlässlich des 3. Oktober mit Arthur Schopenhauer einen aufgeklärten absolutistischen Monarchisten zum Thema Nationalstolz zitiert hatten, ist heute mit Rudolf Rocker ein Klassiker des Anarchismus an der Reihe:

"Es gab wohl kaum eine Epoche in der Geschichte der Menschheit, in der ein einmütiges und vorurteilsfreies Zusammenwirken aller Völkergruppen so dringend notwendig gewesen wäre wie gerade heute, um den großen Problemen der Zeit zu begegnen, von deren Lösung das Schicksal aller abhängig ist. Alle Probleme, die sich heute vor uns auftürmen, haben sich zu Weltproblemen ausgewachsen, die man weder umgehen noch durch politische Neutralität beseitigen kann. Jeder Versuch einzelner Völker in dieser Richtung muß nur zu neuen Trugschlüssen führen und die Gefahr vergrößern, die uns heute von allen Seiten bedroht. Die meisten Menschen haben auch bereits eine dunkle Vorstellung von der Unhaltbarkeit der heutigen Zustände, doch nur eine kleine Minderheit hat bis jetzt klar erkannt, daß eine neue und vielleicht die größte Katastrophe, von der die Menschheit je befallen wurde, nur durch eine entschlossene Abkehr von den alten Wegen der Machtpolitik der Staaten und der nationalistischen Verblendung der Völker abgewendet werden kann. (...)"

Weiterlesen in Rudolf Rocker - Aufsatzsammlung Band 2 1949-1953 Verlag Freie Gesellschaft,1980

Revolution an der Tanzbar: Gojira at Resurrection Fest 2014

Die sehr verehrten Frickelrocker von Gojira live beim Resurrection Fest 2014 - Spanien:

Externer Inhalt von YouTube Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt. Dabei können personenbezogene Daten, insbesondere Ihre IP-Adresse, übertragen werden.