Weltweit arbeiten Wissenschaftler daran, Obst und Gemüse für den internationalen Markt zu züchten und genetisch zu verändern. Wie gesund, natürlich und fair ist das, was wir essen?
Modernes, standardisiertes Saatgut wird wie Gold gehandelt, und das Milliardengeschäft liegt in den Händen weniger internationaler Agrarkonzerne. Sie produzieren in Billiglohnländern - unter miserablen Bedingungen, oft illegal mit Kinderarbeit und Frauenausbeutung.
Schönheit und lange Haltbarkeit der genmanipulierten Obst- und Gemüsesorten gehen auf Kosten des Geschmacks und der Nährstoffe. Alte Sorten sterben aus, auf Kosten der Biodiversität. Doch weder Landwirte noch Verbraucher scheinen eine Wahl zu haben.
Neuauflage der politischen Schriften von Frantz Fanon erschienen: Für eine afrikanische Revolution.
Zu Frantz Fanon hatte ich nur hier mal etwas kurz gebloggt. Das wird seiner Bedeutung für die antiimperialistischen und antikolonialen Befreiungskämpfe der Jahre nach dem 2. Weltkrieg - vor allem für den afrikanischen Kontinent - natürlich in keiner Weise gerecht. Umso mehr hatte mich die Mail eines Lesers mit dem Hinweis auf die Neuveröffentlichung der politischen Schriften des antikolonialen Revolutionärs gefreut, bietet diese Ausgae doch die Möglichkeit, das Werk Fanons in seiner ganzen Bandbreite kennenzulernen. Das Buch ist - ebenso wie die günstigere ebook Ausgabe in jeder Buchhandlung erhältlich, auf die Besprechung von Lutz Taufer im nd sei an dieser Stelle hingewiesen.
Diese Sammlung enthält 28 der politischen Aufsätze Frantz Fanons. Sie stammen aus seiner aktivsten Periode und reichen von der Erstveröffentlichung von Schwarze Haut, weiße Masken im Jahr 1952 bis zu Die Verdammten dieser Erde im Jahre 1961. Seiner Diagnose nach gibt es am Rassismus nichts Zufälliges. Vielmehr fügt er "sich in ein charakteristisches Ganzes ein, das die Ausbeutung einer Gruppe Menschen durch eine andere" impliziert. Für Fanon konnte es daher nur eine einzige Lösung geben: "Das logische Ende dieses Kampfwillens ist die totale Befreiung des nationalen Territoriums" und "der Kampf ist von Anfang an total".
Die hier versammelten Aufsätze erlauben einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken eines der spannendsten und produktivsten Denker des 20. Jahrhunderts.
Frantz Fanon, geboren 1925 in Martinique, kämpfte als junger Mann im Zweiten Weltkrieg gegen die Achsenmächte und studierte anschließend Medizin und Philosophie in Lyon. Im Anschluss arbeitete er erst als Leiter einer Psychiatrie, danach für die Nationale Befreiungsfront in Algerien. Von der Négritude-Bewegung, der er zunächst anhing, trennte er sich, da ihm deren Forderungen nicht weit genug gingen. 1961 starb er an Leukämie und gilt heute als einer der einflussreichsten Philosophen und Politiker des 20. Jahrhunderts. (Verlagstext)
Für eine afrikanische Revolution. Politische Schriften
Aus dem Französischen von Einar Schlereth, hrsg. von Barbara Kalender und mit einem Vorwort von François Maspero
259 Seiten, gebunden, €22,00
Elstern recyceln Flaschenverschlüsse
Mehr Grips als die Pappnasen, die Kronkorken usw. einfach dort fallen lassen, wo sie sich bewegen, beweisen Elstern.
Blogkkino: КапитанÑÐºÐ°Ñ Ð´Ð¾Ñ‡ÐºÐ° (2000)
Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus die russische Verfilmung der Novelle Die Tochter des Hauptmanns - КапитанÑÐºÐ°Ñ Ð´Ð¾Ñ‡ÐºÐ° von Alexander Puschkin. Zum Inhalt: Im Winter auf das Jahr 1774 befreundet sich der junge adelige Offiziersanwärter Pjotr Grinjow am Ufer des Jaik mit dem Don-Kosaken Jemeljan Pugatschow und muss sich gegen seinen Nebenbuhler Schwabrin behaupten. "Pugatschows Aufstand ( russisch : ВоÑÑтание Пугачёва , Vosstaniye Pugachyova ; auch Bauernkrieg 1773-“75 oder Kosakenaufstand genannt ) von 1773-“75 war der Hauptaufstand in einer Reihe von Volksaufständen, die im Russischen Reich stattfanden, nachdem Katharina II . die Macht ergriffen hatte im Jahr 1762. Es begann als organisierter Aufstand von Yaik-Kosaken , angeführt von Yemelyan Pugachev , einem unzufriedenen Ex-Leutnant der kaiserlich-russischen Armee , vor dem Hintergrund tiefer Bauernunruhen und Krieg mit dem Osmanischen Reich. Nach anfänglichem Erfolg übernahm Pugachev die Führung einer alternativen Regierung im Namen des verstorbenen Zaren Peter III und verkündete ein Ende der Leibeigenschaft . Diese organisierte Führung stellte die kaiserliche Verwaltung von Katharina II. vor eine Herausforderung.
Der Rebellion gelang es, die Unterstützung verschiedener Gruppen zu konsolidieren, darunter die Bauern , die Kosaken und die Priesterschaft der Altgläubigen. An einem Punkt beanspruchte seine Verwaltung die Kontrolle über den größten Teil des Territoriums zwischen der Wolga und dem Ural . Eines der bedeutendsten Ereignisse des Aufstands war die Schlacht von Kasan im Juli 1774.
Die Regierungstruppen reagierten zunächst nicht effektiv auf den Aufstand, teilweise aufgrund logistischer Schwierigkeiten und des Unvermögens, sein Ausmaß einzuschätzen. Der Aufstand wurde jedoch gegen Ende des Jahres 1774 von General Michelsohn in Zarizyn niedergeschlagen . Pugachev wurde kurz darauf gefangen genommen und im Januar 1775 in Moskau hingerichtet. Weitere Repressalien gegen Rebellengebiete wurden von General Peter Panin durchgeführt. (...)" Quelle: gaz.wiki
Ostermarsch 2022 - Schluss mit Krieg!
Planters Punch "classic" vs. "modern"
- 3 cl Limettensaft
- 6 cl Zuckersirup
- 8 cl Jamaica-Rum
- Sodawasser zum auffüllen
- 3-4 Spritzer Angostura Orange Bitters
Der "moderne" in etwa so:
- 8 cl Jamaica-Rum
- 4 cl Orangensaft
- 4 cl Ananassaft
- 3 cl Zitronensaft
- 3-5 Spritzer Angostura Orange Bitters
- 2 cl Grenadine
- 2 cl Zuckersirup
Überstände trinkt der Barkeeper. Für einen Punsch entsprechend hochrechnen.
„Ein Menschenschinder übelsten nazistischen Gepräges“: Lagerleiter Schlotwiese Hermann Peisker
Vortrag, Buchvorstellung und Gespräch
6.04.2022
19:00Uhr
Hotel Silber, Foyer
Hermann Peisker leitete von 1942 bis 1945 das Schlotwiesenlager in Zuffenhausen, eines der größten Zwangsarbeiterlager in Württemberg. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes wurde er schwer belastet: Er soll Lagerinsassen misshandelt, der Gestapo ausgeliefert und sogar eigenhändig getötet haben.
Nach 1945 musste er sich für seine Taten verantworten. Seine Spruchkammerverfahren sind ein Paradebeispiel für den Verlauf der Entnazifizierung, bei der sich ehemalige NS-Täter mit allerlei juristischen Winkelzügen reinwaschen konnten, während ihre Opfer erneut diskriminiert wurden.
Der Fall von Hermann Peisker wurde bei Forschungen über den Nationalsozialismus in Ehingen an der Donau entdeckt, wo Peisker von 1937 bis 1942 als NSDAP-Ortsgruppenleiter amtierte. Dr. Christian Rak, Autor des eben erschienenen Buches „Nationalsozialismus in Ehingen“, stellt die Forschungsergebnisse zu Hermann Peisker vor.
Mitwirkende: Inge Möller, Zukunftswerkstadt Zuffenhausen, Norbert Prothmann
Veranstalter*innen: Zukunftswerkstatt Zuffenhausen, Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V., Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Wir bitten um Anmeldung unter: anmeldung@hotel-silber.de
Schluss mit dem Krieg gegen die Ukraine! Aufruf der VVN-BdA zu den Ostermärschen 2022
Statt 100 Milliarden für die Bundeswehr: Abrüsten! Atomwaffen abschaffen! Klima retten!
Mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist die Angst vor einem „großen Krieg“ in Europa zurück. Täglich fallen Bomben, täglich sterben Menschen: Soldaten, Zivilist*innen, Frauen, Kinder. Millionen fliehen vor dem Krieg. Die Gefahr eines Atomkriegs ist so groß wie zuletzt in der Kuba-Krise. Die Kämpfe um die Kontrolle ukrainischer Kernkraftwerke könnten ebenfalls in einer atomaren Katastrophe enden.Dieser Krieg muss sofort beendet werden. Die russischen Truppen müssen sich aus der Ukraine zurückziehen! Die bestehenden Grenzen müssen anerkannt und die Souveränität der Staaten muss respektiert werden!
In Deutschland ermöglichte dieser Krieg den Beginn einer neuen Etappe massiver Aufrüstung und Militarisierung:
- „Aus dem Stand“ wurde dem Parlament vom Bundeskanzler in Absprache mit dem Finanzminister ein „Sondervermögen“ von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr verkündet und von der großen Mehrheit der Abgeordneten mit Beifall aufgenommen.
- Das Prinzip: „Keine Waffenlieferungen in Krisen- und Kriegsgebiete“ wurde aufgehoben.
- Auch die seit Jahren umstrittene Erhöhung des Verteidigungsbudgets auf mindestens 2 % des Brutto-inlandprodukts wurde mit „durchgewinkt.“
- Zugleich werden die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht oder gleich ein genereller Zwangsdienst („geschlechtergerecht“) in die Debatte geworfen.
- Soldat*innen sollen gesellschaftlich aufgewertet werden und die Bundeswehr regelhaft an Schulen auftreten.
- Nur zwei Wochen später sind schon 35 F-35 Tarnkappen-Jets für die „atomare Teilhabe“ der Bundeswehr bestellt.
Die 100 Milliarden Euro, die plötzlich dafür zur Verfügung stehen, fehlen an vielen Stellen: im Gesundheitswesen, in den Schulen und Hochschulen, bei der Klima- und Verkehrswende.
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -“ Bund der Antifaschist*innen gehört zu den Bewegungen unseres Landes, die stets mahnten und in Aktion traten, wenn es um Frieden und gegen Kriegsgefahren ging. Wir handeln entsprechend dem Schwur der Häftlinge von Buchenwald: „Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“. Wir rufen in diesem Jahr besonders dringlich dazu auf, die Ostermärsche für den Frieden zu unterstützen.
Wir fordern Friedenssicherung durch Abrüstung und Stärkung der internationalen Institutionen.
- Wir treten für die Stärkung der internationalen Institutionen ein, die nach der Niederringung des Naziregimes durch den Sieg der Anti-Hitler-Koalition entstanden sind, allen voran die UNO, in deren Vollversammlung jedes Land eine Stimme hat. Sie muss eine wichtige Rolle bei der Lösung aktueller und kommender Krisen und Konflikte spielen.
- Wir begrüßen den dort vereinbarten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen und fordern die Bundesregierung auf, diesem beizutreten.
- Wir begrüßen auch alle weiteren UN-Beschlüsse zur Rüstungsbegrenzung und Abrüstung wie die Resolutionen zur Begrenzung der Rüstung im Weltraum und fordern von der Bundesregierung diese zu unterstützen.
- Wir fordern von der Bundesregierung dazu beizutragen, dass bestehende Verträge zur Rüstungsbegrenzung -“ wie der INF-Vertrag -“ wieder hergestellt und um weitere ergänzt werden.
- Mit unseren Freund*innen in der FIR setzen wir uns ein für ein Europa, das für eine Friedenspolitik eintritt, die nicht auf hegemonialer Dominanz in der Außenpolitik, sondern auf nichtmilitärischer Konfliktlösung beruht. Das schließt die Militarisierung der EU aus.
- Wir fordern die Rückkehr zum Prozess der gemeinsamen Sicherheit in Europa (OSZE) statt NATO und andere Militärbündnisse.
- Wir fordern von der Bundesregierung sich an das 1990 gegebene Versprechen zu erinnern und die ständige Erweiterung der NATO nach Osten nicht weiter zu unterstützen und sich nicht daran zu beteiligen, die Nachbarländer Russlands zu NATO-Aufmarschgebieten zu machen.
- Wir fordern die Auslandseinsätze der Bundeswehr und den Export von Waffen, Waffentechnologie und -“Fabriken zu beenden. Dies gilt auch für multinationale Produktionen.
- Wir fordern ein Ende der Abschottung Europas gegen Menschen auf der Flucht. Das gilt nicht nur für Geflüchtete aus der Ukraine, sondern muss für alle gelten. Frontex muss aufgelöst und durch Seenotrettung ersetzt werden.
- Die Unterstützung diktatorischer und verbrecherischer Regime zur „Flüchtlings-Abwehr“ muss beendet werden.
In diesem Sinne werden wir uns auch an den Ostermärschen 2022 beteiligen!
Quelle: VVN-BdA
Blogkino: El Verdugo -The Executioner (1963)
Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus die schwarze Komödie "El Verdugo" von Luis GarcÃa Berlanga. Zur Handlung: Amadeo, ein Scharfrichter in Madrid, lernt José Luis kennen, einen Angestellten eines Beerdigungsinstituts, der den Gefangenen abholen soll, den Amadeo gerade hingerichtet hat. José Luis findet keine Freundin, denn alle Mädchen verlassen ihn, als sie erfahren, dass er in einem Beerdigungsinstitut arbeitet. Amadeos Tochter Carmen findet keinen Freund, denn alle Bewerber verlassen ihn, als sie erfahren, dass ihr Vater ein Henker ist. Carmen und José Luis lernen sich kennen und beginnen eine Beziehung, die sie Amadeo offenbaren, als Carmen schwanger wird.
Amadeo hofft, dass die Regierung ihm eine Wohnung gibt (da er Beamter ist), aber sie lehnen ab, weil er zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihm die Wohnung geben, schon im Ruhestand ist. Er und seine Tochter überreden José Luis, die Rolle des Henkers zu übernehmen, um die Wohnung zu behalten, und versichern ihm, dass er niemanden töten muss. Als der Befehl für eine Hinrichtung auf Mallorca eintrifft, ist José Luis entsetzt und will zurücktreten, aber das würde bedeuten, dass er die Wohnung verliert und sein verdientes Gehalt zurückgeben muss. Amadeo und Carmen raten ihm, bis zum letzten Moment zu warten, denn der Gefangene ist krank und wird sicher sterben, bevor er hingerichtet wird. Schließlich wird José Luis in seiner Verzweiflung zur Hinrichtung geschleppt, als wäre er der Verurteilte und nicht der Henker.
Zwangsarbeiter/innen - verschleppt, ausgebeutet, „Sonderbehandelt“
Busfahrt zu Orten der Zwangsarbeit
Die Veranstaltung beginnt mit einer kurzen Einführung im „Hotel Silber“. Im Anschluss werden die „Schlotwiese“ und weitere Orte von früheren Zwangsarbeiterlagern in Zuffenhausen besucht. Inge und Diethard Möller begleiten die Busfahrt.
Treffpunkt: Foyer im „Hotel Silber“
Veranstalter*innen: Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V., Stadtjugendring Stuttgart, Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Kosten: 8 € (Schüler*innen/Studierende: 5 €)
Wir bitten um Anmeldung unter: anmeldung@hotel-silber.de

