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»Es ist besser stehend zu sterben als auf Knien zu leben.« Emiliano Zapata Salazar

75. Jahrestag - Hiroshima mahnt

Heute ist der 75. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima.

Es waren nur wenige Wochen zwischen dem ersten Atomtest im US-Bundesstaat New Mexico und dem ersten Praxistest in Hiroshima. Am 16. Juli 1945 war die im Manhattan-Projekt entwickelte Atombombe auf dem Testgelände bei Alamogoro gezündet worden; ihre Sprengkraft betrug 21 Kilotonnen TNT. Die Explosion war erfolgreich, aber über die tödliche Wirkung konnte der Test nichts Definitives aussagen. 20 Tage später detonierte die 12,5-Kilotonnen-Bombe mit dem niedlichen Namen "Little boy" in Hiroshima, drei Tage später eine weitere Bombe namens "Fat Man" über Nagasaki. Die Wirkung der Bomben war kolossal: Zwischen 90.000 und 200.000 Menschen starben unmittelbar. Weitere 130.000 Menschen starben bis Jahresende. Bis 1950 war die Zahl der Spätopfer in beiden Städten auf insgesamt 230.000 gestiegen. Strahlenopfer sind auch heute noch in der dritten Generation zu beklagen.
(RedGlobe)

„Der obige Befehl ergeht an Sie auf Anweisung und mit Zustimmung des Kriegsministers und des Generalstabschefs der amerikanischen Streitkräfte.“
(Befehl an den General Carl Spaatz, Oberkommandierender der amerikanischen strategischen Luftwaffe für den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima)

„Ich habe nie bereut und mich nie geschämt, denn ich glaubte damals, dass ich meine patriotische Pflicht tat, als ich den Befehlen folgte, die man mir gab.“
(Oberst Paul W. Tibbets, der die Atombombe über Hiroshima ausklinkte)

Der Atompilz über Hiroshima fotografiert aus dem Heck der Enola Gay
Bildquelle: WikiPedia

Obwohl Japan zum damaligen Zeitpunkt militärisch bereits am Ende war, nahm die U.S. Militärführung unter der Führung von US-Präsident Truman zehntausende von Opfern in Kauf: 140.000 starben bis Ende 1945 an den Folgen des Abwurfs.

Der zweite Atombombenabwurf auf Nagasaki geschah drei Tage später, am 9. August 1945. Die Opfer steigerten sich dadurch auf über 250.000.

Opfer des Atombombenabwurfs in Hiroshima
Bildquelle: WikiPedia

Lesetipps zum Thema vom Lebenshaus Alb:
•"Der Fluss war voll von toten Menschen und ich konnte die Wasseroberfläche überhaupt nicht mehr sehen"
• "Ich fühlte, dass die Stadt Hiroshima auf einen Schlag verschwunden war"
• Was den Menschen von Hiroshima und Nagasaki Grauenhaftes widerfahren ist
• Nacht der 100.000 Kerzen zum Hiroshimatag - “Verhängnisvollste Erfindung der Menschheitsgeschichte-

Siehe auch:
• "Erklärung der Weltkonferenz gegen Atomwaffen 2010", dokumentiert bei der "jungen Welt"
• Democracy Now! Archive zu Hiroshima und Nagasaki
• Die Geschichte von Shin's Dreirad

Blogkino: Caudillo (1973)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus den 1975 entstandenen Dokumentarfilm Caudillo des spanischen Filmregisseurs Basilio Martín Patino über den spanischen Diktator Francisco Franco, der sich den Titel "El Caudillo de España („Der Führer von Spanien“) durch die Gnade Gottes" verlieh. Es folgt der militärischen und politischen Karriere von Francisco Franco und den wichtigsten Momenten des spanischen Bürgerkriegs. Es verwendet Filmmaterial von beiden Seiten des Krieges, Musik aus dieser Zeit und Voice-Over-Zeugnisse verschiedener Menschen.

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Zuletzt bearbeitet am 03.08.2020 14:01

k9 - combatiente zeigt: The Black Power Mixtape 1967 - 1975

Dokumentarfilm 92 min. Schweden 2011- OmU.
Über die afro-amerikanische Black-Power-Bewegung und deren Kampf. Der Film verbindet Musik, zeitgenössische Audio-Interviews von führenden afro-amerikanischen Künstlern, Aktivisten, Musiker, Wissenschaftlern.

Zu den Mitwirkenden gehören da: Erykah Badu, Harry Belefonte, Ahmir "Questlove" Thompson (The Roots), Elaine Brown, Stokely Carmichael, Eldrige Cleaver, Kathleen Cleaver,

Angela Davis, Louis Farrakhan, John Forté, Robin Kelley, Talib Kweli, Huey P. Newton, Abiodun Oyewole, Sonia Sanchez, Bobby Seal, Melvin Van Peebles uvam.

Von 1967 bis 1975 filmte ein schwedische Fernsehteam in den USA die Führer der Black Power-Bewegung und deren Umfeld, Und dokumentierten die Revolution afro-amerikanischer Bürgerrechtler in den USA vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs. Der Schwede Göran Hugo Olsson hat die aufnahmen nach über vierzig Jahren zu einem Film zusammengeschnitten, zu einer beeindruckenden Dokumentation über die Radikalisierung einer Bewegung und die Repression durch den Staat verdichtet - vom gewaltfreien Widerstand eines Martin Luther King bis zur Militarisierung der Black Panther.

Der Blick von Außen zeigt viel Gespür für Momente, Details und Stimmungen in wunderbaren Bildern mit interessanten Einblicken, die bis in die Gegenwart hineinreichen.

Ein spannender Report der in manchen Momenten unheimlich aktuell wirkt.

Über die eindrucksvollen Bilder hat Olsson zudem kluge Kommentare von Musikern wie Erykah Badu, Talib Kweli-šoder Questlove von The Roots gelegt.

combatiente zeigt geschichtsbewußt:

filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen

kinzigstraße 9 + 10247 berlin + Us samariterstraße + S frankfurter alle

Kleiner Rückfall in den aufgeklärten Absolutismus

Thomas Hobbes
(Ausschnitt aus einem Gemälde von John Michael Wright, circa 1669-“1670)
"(...) Was auch nur mit dem Krieg aller gegen alle verbunden ist, das findet sich auch bei den Menschen, die ihre Sicherheit einzig auf ihren Verstand und auf ihre körperlichen Kräfte gründen müssen. Da findet sich aber auch kein Fleiß, weil kein Vorteil davon zu erwarten ist; es gibt keinen Ackerbau, keine Schifffahrt, keine bequemen Wohnungen, keine Werkzeuge höherer Art, keine Länderkenntnis, keine Zeitrechnung, keine Künste, keine gesellschaftlichen Verbindungen; statt alles dessen ein tausendfaches Elend; Furcht, gemordet zu werden, stündliche Gefahr, ein einsames, kümmerliches, rohes und kurz dauerndes Leben. (...)"

Thomas Hobbes, Leviathan

Zu Hobbes siehe auch: Freiheit und Gleichheit -“ aber nicht für alle

August

Erich Kästner 1961
Foto: von Basch
Lizenz: [CC BY-SA 3.0 nl]

Erich Kästner und Erich Mühsam hatten nicht nur dieselben Vornamen, sondern auch weitere Gemeinsamkeiten. Dieses Jahr möchten wir das Augenmerk auf die Monatsgedichte von Kästner richten, analog zu den vom vorletzten Jahr bei uns monatlich gebloggten "immerwährenden Kalender" von Erich Mühsam.



August

Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muss mähen.
Und wer mäht, muss säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau'n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.

Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?

In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit.
Man ist gescheiter als gescheit, -
das Unverständliche bleibt unverständlich.

Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ...

Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

#Covid19: FAHClient auf Linux Mint 20 installieren

Darstellung: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM / Public domain
Nach der leider bislang erfolglosen Suche nach Intelligenz, zumindest außerhalb unseres Sonnensystems via SETI haben wir uns mit dem Aufkommen der COVID-19 Pandemie auf die Suche die Suche nach Coronavirus-Medikamenten gemacht. Privatnutzer stellen Forschern die Rechenleistung ihrer PCs für Simulationen zur Verfügung -“ und das in beträchtlichen Mengen, denn inzwischen summiert sich deren Gesamtleistung auf mehr Rechenleistung, als die schnellsten Supercomputer der Welt einzeln. Nach einem Systemupgrade unserer Rechner auf Linux Mint 20 war es unmöglich den aktuellen FAHControl zu starten. Das Paket python-gtk2 wurde ohne Ersatzkandidaten aus der Softwareliste gestrichen.


Linux Mint 20 UserInnen sollten diesem Ansatz folgen und einfach das passende Snap Paket installieren:

sudo snap install folding-at-home-fcole90

Wer Snaps unter Linux Mint 20 verwenden will, muss in /etc/apt/preferences.d/nosnap.pref die Blockade deaktivieren.

Zufällig findet sich hier eine Lösung, mit der zumindest bei unseren Systemen eine problemlose Installation möglich ist:

sudo aptitude install python-gobject-2 (Der aptitude Installer sollte installiert sein. Er offeriert eine Lösung, die angenommen werden sollte)

wget http://archive.ubuntu.com/ubuntu/pool/universe/p/pygtk/python-gtk22.24.0-6amd64.deb

sudo dpkg -i python-gtk22.24.0-6amd64.deb

Funktionskontrolle: /usr/bin/FAHControl oder http://127.0.0.1:7396

Quelle war die Lösung hier für Ubuntu 20.04

Blogkino: Britannia (1978)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus einen Kurzfilm des hierzulande nahezu unbekannten britischen anarchistischen Regisseurs John Samson. Samson (1946 - 2004) war ein außergewöhnlicher britischer Filmemacher. Samson wurde als Teenager in Ayrshire, Schottland, geboren und zog nach Paisley außerhalb von Glasgow, wo er die prägenden Jahre seines Lebens verbrachte. Mit 16 Jahren verließ Samson die Schule und nahm eine Lehre in den Werften von Clyde an, um in einem Ingenieurbüro Präzisionswerkzeugbau zu lernen. Samson wurde schnell als Sprecher in den ersten Lehrlingsstreik in Glasgow involviert und half dabei, Besuche von Glasgow-Lehrlingen auf anderen Werften in England zu organisieren, um Solidarität auf den britischen Inseln zu demonstrieren.

Ungefähr zu dieser Zeit begann Samson, sich mit der anarchistischen Bewegung zu beschäftigen, trat dem "Komitee der 100" bei und nahm an einer Reihe von Protesten gegen die nukleare Abrüstung teil, darunter Holy Loch im Jahr 1961, wo er zusammen mit 350 anderen verhaftet wurde, weil er gegen die Anwesenheit eines US-Atom-U-Bootes demonstriert hatte.

Als Samson 1963 seine Frau Linda traf, die zu dieser Zeit Malerei an der Glasgow School of Art studierte, gab er seine Ausbildung auf und schloss sich einer Bohème an, der Künstler, Schriftsteller und Musiker angehörten. Er brachte sich selbst Gitarre bei, nahm Standbilder auf und begann in den frühen 70ern Filme zu machen.

Diese Erfahrungen - Samsons Wurzeln in der Arbeiterklasse, sein leidenschaftliches Interesse an radikaler Politik und Bohème - haben eine lebenslange Faszination für Einzelpersonen und Gruppen am Rande der Gesellschaft ausgelöst. Wenn es möglich ist, so etwas wie ein einzigartiges Thema oder eine Erzählung in Samsons Filmen aufzugreifen, dann ist es genau das: Seine Themen sind Außenseiter, Menschen mit ungewöhnlichem Leben und Obsessionen, Grenzfiguren, die nicht genau mit den normativen Modellen übereinstimmen für Identität und Verhalten, die von der zeitgenössischen Kultur propagiert werden.

Zum Film: Eine Gruppe von Freiwilligen arbeitet an der Restaurierung einer alten Lokomotive. Der poetische Dokumentarfilm greift das Thema der Auferstehung stark auf, während Britannia wie ein Phönix aus der Asche seiner trostlosen Ruhestätte aufsteigt.

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Stuttgart: Aufruf zur politischen Prozessbegleitung wegen Silvesterspaziergang am Knast

Seit über 30 Jahren gehen jedes Jahr an Silvester Linke zum Hochsicherheitstrakt nach Stammheim, um den politischen und sozialen Gefangenen ihre Solidarität zu zeigen. So auch am 31.12.2018 unter dem Motto „Unsere Solidarität ist ihr Kontrollverlust -“ gegen Kapitalismus und Polizeistaat“. In diesem Jahr kam es, wie in den Vorjahren zu einem

unangemeldeten Demozug um den Knast, bei dem wie auch sonst Feuerwerk zum Einsatz kam. Weitere Aktionen waren eine Plakataktion auf die Knastmauern, sowie eine Farbaktion auf das neue Oberlandesgericht.

Dem Angeklagten wird nun Landfriedensbruch vorgeworfen. Unter anderem soll er auch die Plakataktion koordiniert „bzw. das Signal zur Tatausführung“ gegeben haben.

Ihm und einer Genossin werden aber auch vorgeworfen, „einen maßgeblichen Einfluss auf den gewalttätigen Verlauf der Versammlung“ zu haben und „durch ihr Handeln die Tathandlungen der Menge“ zu fördern.

Mit dem Verfahren geht es sicherlich nicht nur darum, einen Prozess gegen eine einzelne Person zu führen, was auch der Knastspaziergang letztes Silvester gezeigt hat: Dieser wurde von hunderten Bullen gestoppt, fast alle Demoteilnehmer*innen eingekesselt, Personalien festgestellt und das Feuerwerk beschlagnahmt. Das rigorose Vorgehen zeigt, dass es darum geht, den Silvesterknastspaziergang an sich zu kriminalisieren und zu verhindern.

Kommt am Dienstag zum Prozess und zeigt euch solidarisch -“ Solidarität ist eine Waffe!

Dienstag, 28. Juli | 13.45 Uhr | Amtsgericht Bad Cannstatt | Badstraße 23 | Saal 1 EG

Mehr Informationen: stuttgart.rote-hilfe.de