trueten.de

»Au point de vue barbare, liberté est synonyme d’isolement: [...]« Pierre Joseph Proudhon

Der Letzte Seines Standes: Der Feilenhauer

Heute mal etwas Bildungsfernsehen über den Feilenhauer - ein ehemaliger Handwerksberuf, der sich mit der Herstellung neuer und der Wiederaufbereitung alter Feilen beschäftigt.

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Juni

Erich Mühsam kurz vor seinem 50. Geburtstag.
Quelle: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 146-1981-003-08

Anno 1913 schuf Erich Mühsam einen im Grunde noch heute gültigen Kalender. Die Tage, in denen diese Zustände auf dem Müllhaufen der Geschichte landen werden, rücken näher. Anlässlich dessen 105. Jahrestages beginnen wir jeden Monat in diesem Jahr mit dem entsprechenden Text.

Mit Weib und Kind in die Natur
zur Heilungs-, Stärkungs-, Badekur.
Doch wer da wandert bettelarm,
Den fleppt der würdige Gendarm.

Erich Mühsam, 1878-1934

Youtube Videos jetzt im erweiterten Datenschutzmodus

Im Zuge der DSGVO Umstellung im Blog sind nun sämtliche seit 2005 bei uns verlinkten Youtube Videos im erweiterten Datenschutzmodus anzusehen. Dadurch werden keine Cookies von Youtube gesetzt, es sei denn, die LeserInnen sehen sich das Video an.

Erledigt wurde das durch den SQL Aufruf:

UPDATE serendipity_entries SET body = REPLACE(body, 'youtube.com', 'youtube-nocookie.com') WHERE body LIKE '%youtube.com%' COLLATE utf8mb4_bin

In dem Zusammenhang haben wir unsere Seite komplett auf httpS umgestellt, bis heute gab es vereinzelte Grafiken bzw. interne Verweise, die das unsichere http Protokoll verwendet hatten. Auch hier reichte der SQL Aufruf:

UPDATE `serendipity_entries` SET `body` = REPLACE(`body`, 'http://www.trueten.de/', 'https://www.trueten.de/') WHERE `body` LIKE '%http://www.trueten.de/%' COLLATE utf8mb4_bin

Fehlerhafte Links biten wir zu melden, bei über 7000 Beiträgen seit 2005 ist es natürlich möglich, daß der eine oder andere Artikel noch nicht richtiggestellt wurde.

Blogkino: Big Business (1929)

Heute in unserer Reihe von Filmen des Komikerduos Laurel und Hardy im Blogkino: Big Business aus dem Jahre 1929. Nicht nur wegen der originellen Methode, möglichst schnell an das große Geld zu kommen, sondern auch wegen der in dem Zusammenhang immer umfassender werdenden Zerstörungsorgie ist dieser Stummfilm einer meiner Lieblingsstreifen. "Stan und Ollie betätigen sich als Weihnachtsbaumverkäufer im sonnigen Kalifornien. Sie werden von ihren potenziellen Kunden allerdings abgelehnt. Als ein Hausbesitzer sich weigert, ihnen einen Weihnachtsbaum abzukaufen, entwickelt sich Schritt für Schritt eine gewaltige Zerstörungsorgie. So zertrümmern Stan und Ollie den Garten des Mannes und beschädigen später auch dessen Haus samt Inventar. Der Mann revanchiert sich, indem er Stan und Ollies Auto zerlegt und ihre Weihnachtsbäume zerstört. Die Geschehnisse werden von einer immer größer werdenden Menschenmenge verfolgt. Irgendwann schreitet ein Polizist ein. Damit Stan, Ollie und der Hausbesitzer nicht bestraft werden, weinen sie dem Polizisten vor, dass sie ihre Taten bereuen. Sie kommen ohne Strafe davon. Als der Polizist jedoch merkt, dass Stan und Ollie das Weinen nur vorgetäuscht haben, jagt er sie die Straße herunter." (WikiPedia)



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Rechtspopulismus und Gewerkschaften. Eine arbeitsweltliche Spurensuche

Gemeinsame Veranstaltung des Zukunftsforums, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des Aktionsbündnisses „Stuttgart gegen Rechts“:

Mittwoch, 6. Juni 2018 um 19.00 Uhr
Willi-Bleicher-Haus Stuttgart, Willi-Bleicher-Str. 20
Konferenzraum 1, 2. OG

Vortrag/Diskussion mit Richard Detje, Mitautor der Studie Rechtspopulismus und Gewerkschaften. Eine arbeitsweltliche Spurensuche.

Bei der Bundestagswahl im September 2017 war die "Alternative für Deutschland" (AfD) überdurchschnittlich unter Gewerkschaftsmitgliedern erfolgreich. Das war kein Ausrutscher. Auch bei den vorangegangenen Landtagswahlen verdankte sie ihre Erfolge auch dem Votum gewerkschaftlich organisierter Beschäftigtengruppen. Schaut man über den deutschen Tellerrand, stellt man fest, dass Vergleichbares auch für Frankreich, Österreich und Italien gilt.

Wie ist das zu erklären? Schwappt der Aufstieg der populistischen und extremen Rechten gleichsam von "Außen" in die Betriebe hinein, sodass sich dort fortsetzt, was mit Vorlauf in Gesellschaft und Politik trendbildend war? Oder gibt es auch einen arbeitsweltlichen Nährboden für die Geländegewinne der Neuen Rechten? Dieser Frage sind Forscher*innen des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) in München und WISSENTransfer in Hamburg in einer aktuellen qualitativen Befragung unter Gewerkschafter*innen nachgegangen.

Die Befunde dieser Untersuchung sind von besonderem Interesse auch in Verbindung mit den Betriebsratswahlen, in denen in rund 28.000 Betrieben ca. 180.000 Interessenvertreter*innen gewählt wurden. Es kandidierten auch rechte Listen. Die Studie berichtet über Ansätze von rechten Netzwerkstrukturen in Betrieben und den Umgang der Gewerkschaften mit ihnen. Beleuchtet wird eine arbeitsweltliche Realität, die mit den offiziellen Hymnen auf die bundesdeutsche Erfolgsökonomie in weiten Bereichen wenig Gemeinsamkeiten aufweist.

Richard Detje ist Sozialwissenschaftler und Redakteur der Zeitschrift Sozialismus

Dieter Sauer, Ursula Stöger, Joachim Bischoff, Richard Detje, Bernhard Müller

Rechtspopulismus und Gewerkschaften. Eine arbeitsweltliche Spurensuche

VSA: Verlag Hamburg 2018, 216 Seiten

Die Printfassung ist im Buchhandel bzw. auf der VSA: Website zum Ladenpreis von € 14.80 erhältlich.

Gojira - Flying Whales (Live At Brixton Academy, London)

Heute mal ein Ausschnitt aus dem Konzert beim Brixton Academy Festival 2013 von der 1996 gegründeten französischen Death Metal Combo Gojira - eine unserer Lieblingscombos mit dem Titel Flying Whales aus dem Album Les Enfants Sauvages - wilde Kinder.



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Dämpfer und Trommel


Theodor W. Adorno, Heidelberg 1964

Foto: Jeremy J. Shapiro
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Geschmack ist der treueste Seismograph der historischen Erfahrung. Wie kaum ein anderes Vermögen ist er fähig, sogar das eigene Verhalten aufzuzeichnen. Er reagiert gegen sich selber und erkennt sich als geschmacklos.

Künstler, die abstoßen, schockieren, Sprecher der ungemilderten Grausamkeit lassen in ihrer Idiosynkrasie vom Geschmack sich leiten: das Genre Still und Fein jedoch, die Domäne der neuromantisch Nervösen, Sensiblen liegt selbst bei ihren Protagonisten als so derb und ahnungslos zutage wie der Rilkevers "Denn Armut ist ein großer Glanz aus Innen ..." Der zarte Schauder, das Pathos des Verschiedenseins sind nur noch genormte Masken im Kult der Unterdrückung. Gerade den ästhetisch avancierten Nerven ist das selbstgerecht Ästhetische unerträglich geworden. So durch und durch geschichtlich ist das Individuum, daß es mit dem feinen Gefädel seiner spätbürgerlichen Organisation gegen das feine Gefädel spätbürgerlicher Organisation zu rebellieren vermag. Im Widerwillen gegen allen künstlerischen Subjektivismus, gegen Ausdruck und Beseeltheit sträuben sich die Haare gegen den Mangel an historischem Takt, nicht anders als nur je der Subjektivismus selber vor den bürgerlichen Convenus zurückzuckte. Noch die Absage an die Mimesis, das Innerste Anliegen der neuen Sachlichkeit, ist mimetisch. Das Urteil über den subjektiven Ausdruck wird nicht von außen gefällt, in politisch-gesellschaftlicher Reflexion,

sondern in unmittelbaren Regungen, deren jegliche, im Angesicht der Kulturindustrie zur Scham gezwungen, ihr Antlitz abwendet von ihrem Spiegelbild. Obenan steht die Verfemung des erotischen Pathos, von der die Verschiebung der lyrischen Akzente nicht weniger Zeugnis ablegt, als die unter einem kollektiven Bann stehende Sexualität in den Dichtungen Kafkas. In der Kunst seit dem Expressionismus ist die Hure zur Schlüsselfigur geworden, während sie in der Realität ausstirbt, weil einzig an der Schamlosen das Geschlecht ohne ästhetische Beschämung noch gestaltet werden kann. Solche Verschiebungen der tiefsten Reaktionsweise haben es dahin gebracht, daß Kunst in ihrer individualistischen Gestalt verfiel, ohne daß sie als kollektive möglich wäre. Es steht nicht bei der Treue und Unabhängigkeit des einzelnen Künstlers, unbeirrt an der Sphäre des Expressiven festzuhalten und dem brutalen Zwang der Kollektivierung sich entgegenzusetzen, sondern er muß diesen Zwang noch in den geheimsten Zellen seiner Isoliertheit, und wäre es gegen seinen Willen, verspüren, wenn er nicht durch anachronistische Humanität hinterm Inhumanen unwahr und hilflos zurückbleiben will. Selbst der intransigente literarische Expressionismus, die Lyrik Stramms, die Dramen Kokoschkas zeigen als Kehrseite ihres echten Radikalismus einen naiven, liberal-vertrauensvollen Aspekt.

Der Fortschritt über sie hinaus aber ist nicht weniger fragwürdig. Kunstwerke, die wissend die Harmlosigkeit der absoluten Subjektivität beseitigen wollen, erheben damit den Anspruch einer positiven Gemeinsamkeit, die nicht in ihnen selbst gegenwärtig, sondern willkürlich zitiert ist. Das macht sie zum bloßen Sprachrohr des Verhängnisses und zur Beute der letzten Naivetät, die sie aufhebt, der, überhaupt noch Kunst zu sein. Die Aporie der verantwortlichen Arbeit kommt der unverantwortlichen zugute. Gelingt es einmal, die Nerven ganz abzuschaffen, so ist gegen die Renaissance des Liederfrühlings kein Kraut gewachsen, und der Volksfront vom barbarischen Futurismus bis zur Ideologie des Films steht nichts mehr im Wege.

Theodor W. Adorno - Minima Moralia

Scraping Basics Pt. 1 & 2 und Schwalbenschwänze

Nur als persönliche Gedächtnisstütze. Die hohe Kunst des Schabens, bei Stefan Gotteswinter und am Beispiel einer Schalbenschwanzführung bei Nick Müller.



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