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»Es ist besser stehend zu sterben als auf Knien zu leben.« Emiliano Zapata Salazar

Für Spaniens Freiheit: Münchner Frauen und Männer im Spanischen Bürgerkrieg

Im Mittelpunkt des Abends stehen die Anarchistin Martha Wüstemann (1908-1992), der Kommunist Max Gorbach (1904-1986) und der Sozialdemokrat Rolf Reventlow (1897-1981).

Anhand ihrer Lebensgeschichten sollen Motive und Wege deutlich werden, die zu ihrem Kampf an der Seite der Republik gegen den Putsch General Francos führten und die auch ihr weiteres Leben bestimmten.



Die Biografien werden vorgestellt von Annette Müssener (Martha Wüstemann), Dominik Aufleger (Max Gorbach) und Joke Reschenberg (Rolf Reventlow) Einführung: Friedbert Mühldorfer

Für Spaniens Freiheit. Münchner Frauen und Männer im Spanischen Bürgerkrieg

Donnerstag, 12. Oktober 2017,19 Uhr
Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b, U3/U5 Giselastraße

Eine Veranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -“ Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kreis München

Blogkino: 1932: Vampyr - Der Traum des Allan Gray

Heute beginnen wir in unserer Reihe Blogkino mit einer Serie von Filmen des dänischen Regisseurs Carl Theodor Dreyer. Er "gilt heute als einer der wichtigsten Visionäre des Kinos und steht als einer der bedeutendsten europäischen Regisseure seiner Zeit neben Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau. Er beeinflusste spätere Regisseure wie Ingmar Bergman, Robert Bresson, Andrei Tarkowski und Lars von Trier.[7] Dreyers Filme waren allerdings bei ihrer Veröffentlichung nur selten kommerzielle Erfolge und fanden auch nicht in allen Fällen sofort bei Kritikern Anklang, da sie in Thematik und Form nicht selten „ihrer Zeit voraus“ waren. Seine Werke zeichneten sich meist durch eine „Aura von dunkler Grimmigkeit“ aus, häufig werden in seinen Filmen das Übernatürliche oder Religion thematisiert." (Wikipedia)

Wir beginnen die Reihe mit seinem ersten Tonfilm, dem 1932 von ihm gedrehten frühen Klassiker des Horrorgenres und Meilensteins der Filmtechnik - Vampyr. Zur Handlung des anfangs von der Kritik verrissenen Filmes, der inzwischen jedoch als einer der besten Horrorfilme aller Zeiten gilt: "Allan Gray ist ein junger Student auf der Durchreise, der von Gedanken an das Übernatürliche besessen ist. An einem Abend kehrt er in ein einsam gelegenes Gasthaus nahe der französischen Ortschaft Courtempierre ein. In der Nacht wird Allan plötzlich von einem alten Adelsmann aufgeweckt, der sein Zimmer betritt: Der alte Mann bittet verzweifelt um Hilfe und hinterlässt Allan ein Paket mit der Aufschrift „Zu öffnen nach meinem Tode“. Daraufhin verschwindet der alte Adelsmann. Allan begibt sich auf die Suche nach dem Geheimnis des Dorfes: Zunächst führen ihn Schatten in eine geheimnisvolle Burg, wo er einem einbeinigen Soldaten, einem alten Mann und einer alten Frau (wie sich später herausstellt: die Vampirin Marguerite Chopin) begegnet. Allan verlässt die Burg und folgt den Schatten weiter zu einem großzügigen Schlossbesitzer. Hier lebt der alte Adelsmann und Schlossbesitzer mit seinen zwei Töchtern. Gray wird Augenzeuge, wie der alte Schlossbesitzer hinterrücks erschossen wird.

Allan Gray bleibt über Nacht als Gast im Schloss, zumal er sich in die Tochter Gisèle verguckt hat, die ihn um Hilfe bittet: Ihre ältere Schwester Léone scheint unter dem Einfluss einer mysteriösen Krankheit zu stehen. Allan findet Léone mit frischen Bisswunden am Hals im Park liegen und trägt sie wieder ins Schloss. Unterdessen erinnert sich Allan an das Paket, dass ihm der alten Schlossbesitzer gegeben hatte, und er öffnet es. Darin befindet sich ein Buch mit genauen, grausamen Schilderungen über Vampire. (...)" (ebenda)

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Zuletzt bearbeitet am 18.05.2017 13:26

Was mir heute wichtig erscheint #418

Vorbereitet: "Nach unseren Recherchen gehen wir davon aus, dass kommende Woche der dritte von mindestens fünf hochradioaktiven CASTOR-Transporten auf dem Neckar starten soll. Die Schiffe parken aktuell wie immer am AKW Neckarwestheim. Das Bündnis Neckar castorfrei erwartet, dass der Transporttag ("Tag X") der Mittwoch, 11. Oktober sein wird!" Mehr dazu. Vielleicht klappt's ja mal wie in Grohnau.

Squat: Am Samstag lief um 9:10 Uhr ein Beitrag im DFL-Kultur über Hausbesetzer, ab Minute 38:30 geht es um das AZ Köln. Die ersten 38 Minuten sind aber auch spannend, u.a. geht es um Rigaer Straße, dann Zülpicher Straße, und Hambacher Forst. Siehe dazu auch: "Die Häuser denen, die drin wohnen?"

Entscheidend: "Radikalfeministische Theorie nimmt in hohem Maße Bezug auf wissenschaftliche Erkenntnisse und empirische Befunde. So begründen sich abolitionistische Positionen (die auf die Abschaffung der Prostitution abzielen) insbesondere in wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Tatsache, dass vor allem marginalisierte (arme, ethnisch diskriminierte) Frauen in der Prostitution landen, und solche, die sexuelle (oder andere) Gewalterfahrungen machen mussten. Auch historisch-feministische Analysen bezüglich der gesellschaftlichen Position der Frau und der Reproduktion der Unterordnungsverhältnisse durch die Prostitution spielen eine bedeutende Rolle. Es ist sinnvoll und zielführend so vorzugehen, auch in Bezug auf andere gesellschaftliche Phänomene. (...)" "Kulturrelativismus vs. Universalismus. Oder: "Warum der Kontext immer eine Rolle spielt" bei den Störenfriedas

Erwacht: Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer sieht im Gespräch mit der Süddeutschen einen Zusammenhang zwischen dem Wahlerfolg der AfD und dem Kapitalismus und arbeitet heraus, wieso die AfD Fans einen "autoritären Nationalradikalismus" vertreten.

Überschritten: Wenn wir schon beim Kapitalismus sind: "Eine Hebamme kritisiert: „In München über 800 Frauen während Geburt verlegt“. Nicht nur, aber auch in München herrscht Hebammen-Notstand. Im Interview spricht eine Geburtenhelferin die Probleme offen an. Für sie grenzt es an Irrsinn." Es grenzt nicht nur an Irrsinn, die Grenzen sind schon lange überschritten: "Es werden Autokonzerne subventioniert, aber da, wo das Leben startet, drehen sie den Hahn zu." Kapitalismuskritik im Münchner Merkur.

Ungestört: "In Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia haben Neonazis erneut einen Fackelmarsch abgehalten. Diesmal trafen sie nicht auf Gegenprotest, doch die Stadtverwaltung will nun härter gegen solche Aktionen vorgehen." Der Spiegel berichtet.

Aufgerüstet: Mindestens 3-‰000 Ermittlungsverfahren will die Hamburger Polizei wegen Straftaten während der Proteste gegen den G20-Gipfel eröffnen. Eine Sonderkommission sichtet umfangreiches Bildmaterial. Mehr in der jungle World

Frontstaat: Die Hessische Landesregierung kann Silvia Gingold weiter durch Geheimdienst beobachten lassen. Das Verwaltungsgericht Kassel wies die Klage der Tochter jüdischer Widerstandskämpfer auf Löschung der Verfassungsschutzakte ab. Mehr zu dem Skandalurteil bei der VVN-BdA NRW

Gedenken: Im Jahr 1901 wurde die Heilanstalt Dösen eröffnet. Die Klinik zur Behandlung psychisch kranker und behinderter Menschen diente weitgehend der psychiatrischen Versorgung von Leipzig. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden hier viele Patienten Opfer der „Euthanasie“-Morde. Ab 1934 wurden hier 604 Menschen zwangssterilisiert. 1939-1943 wurden hier 624 Kinder in der "Kinderfachabteilung" ermordet. Von Juni 1940 bis August 1941 wurden von hier 860 behindete Menschen "verlegt", das heißt ermordet in Pirna-Sonnenstein im Rahmen der "Aktion T4".

Trauerspiel: "Ende eines tragisch-komischen Schauspiels rechter Flüchtlingsgegner im Mittelmeer: Nach dem gescheiterten Einsatz von Defend Europe im Mittelmeer, hat die Gruppe offensichtlich die C-Star inklusive Besatzung fluchtartig verlassen. Ohne Proviant und Lohn." So sind sie, die "Identitären". Mehr dazu bei Nauteo - maritime News und Lifestyle

Bockmist: "Der Normenkontrollrat hat ein Gutachten veröffentlicht, wonach Datenbanken der öffentlichen Verwaltung wie das Melderegister für eine stärkere Digitalisierung von Dienstleistungen miteinander verknüpft werden sollen." Ausgerechnet McKinsey plant die nächste Volkszählung und eine neue Personenkennziffer

Schleppend: "Bis heute sind noch immer mehr als 114.000 Opfer der franquistischen Repression nicht exhumiert. Ende der 1990er Jahre kam die Untersuchung aber langsam in Gang." Der Schatten des Caudillo. Über die Aktualität des Spanischen Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur. Beitrag von Georg Pichler in der Tageszeitung junge Welt

Huret Tachos flottmachen

Neulich habe ich den Huret Tacho eines Forenkollegen repariert. Selbiger gab knarzende Geräusche von sich, die Nadel sprang wild in der Anzeige hin und her.

Die Teile haben ja oft einige Jahre auf dem Buckel, zum Wegwerfen sind sie selbstredend zu schade, doch was tun. Und wie sind die Chancen, einen Flohmarkt oder ebay Fund flott zu bekommen?

Als erstes - ich gehe mal von einem korrekt montierten Tacho mit passendem Antrieb aus:
- Tachowelle am Antrieb abschrauben, den Vierkant (Vorsicht, eventuell ist ein VDO Adapter verbaut, das ist ein kleines Reduzierstück aus schwazem Kunststoff, das nur auf die beiden Enden der Antriebswelle aufgesteckt ist) zwischen Daumen und Zeigefinger hin und herdrehen. Wenn die Welle gängig ist und nur dann kann man diese vorsichtig (!) und nur leicht (!) gespannt in das Bohrfutter eines Akkuschraubers einspannen. Mit der niederigsten Drehzahl und in der richtigen Richtung (Linkslauf) langsam Drehzahl geben. Wenn die Nadel sich problemlos bewegt, ist vermutlich der Antrieb das Problem. Neue Antriebe gibt es bei VSX. Auch optisch passende Antriebswellen gibt es z.B. in der Bucht (650mm). Dies sind meist VDO Welle, sie passen auch, benötigen aber einen Adapter, den gibt es für Cent Beträge.

Da weder das Entfetten und neu Einfetten des Antriebs am Vorderrad was brachte (sollte man sowieso machen) und die Kontrolle der Welle keinen besonderen Widerstand hervorrief, also Antrieb bzw. Welle als Verursacher ausgeschieden sind (so ist es meistens) bleibt nur der gekapselte Tacho übrig.

Der muss jetzt abgeschraubt werden. Er ist recht leicht zu öffnen und ebenso leicht zu zerstören. Zumindest optisch, die Teile sind robust, also Vorsicht!

Das Vorgehen bei der Demontage ist bei den runden Modellen dieselbe wie bei den (drei)eckigen: Vorsichtig mit einer Messerklinge ringsherum die gebördelten Laschen auf der Rückseite des Chromringes aufhebeln. Sobald der Ring sich löst zieht man diesen ab und legt ihn nach ausgiebiger Reinigung von Staub usw. zur Seite.

Auf der Rückseite die Messingmutter mit einem 14er Gabelschlüssel abschrauben, dabei darauf achten, daß nicht der Tacho aus dem Gehäuse fällt, dies ist dessen einzige Befestigung.

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Jetzt vor allem nicht an der Nadel oder gar der Unruh herumspielen. Externes Bild nicht verfügbar. Originalquelle öffnen

Nun lassen sich vor allem die Lager des Magneten am Ende des Schneckenwindes ggf. von Verharzungen, Abrieb usw. reinigen und ölen, ich nehme Ballistol. (Hilft bekanntlich bei allem).

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Man sieht hier auf dem Bild noch 2 Sachen die wichtig sind: Links auf dem Gewinde die Bohrung zum Schmieren des Lagers per Nadelöler. Und der Messingbolzen rechts unterhalb der Unruh ist deren Befestigung. Das Lager zwischen Unruh und Magnetglocke kann einen Tropfen Öl vertragen.

Von selbigem Hersteller habe ich dann auch die Kunststoffteile, genauer die Lager und Laufflächen der Zahnräder mit Silikonöl sehr sparsam eingeölt.

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Ich würde mit dem Öl keine Experimente machen, das Silikonöl greift den Kunststoff im Gegensatz zu vielen anderen Stoffen nicht an. Und die paar Euro...

Die Kilometerstände etc. interessieren nicht, allerdings habe ich in geöffnetem Betrieb nach der Reinigung einen Probelauf gemacht, der Tacho lieb über das gesamte Spektrum wieder schön leise. Nach ein paar Stunden herumliegen lassen, während sich das Öl / Silikonöl schön verteilen konnte. Nochmaliger Probelauf war erfolgreich, also in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen und ran an die Solex.

Kurze Testfahrt. Was soll ich sagen, läuft doppelt so schnell wie vorher! Externes Bild nicht verfügbar. Originalquelle öffnen

Im Ernst: Totalschäden an Tachos sind mir noch nicht oft untergekommen, ich habe schon so manche völlig verratzen Tachos auf Flohmärkten etc. für ein paar Euro mitgenommen und habe sie eigentlich alle wiederbelebt.

  • Höchstens mal eine gebrochene Unruh, damit geht man zu seinem Uhrmacher, die gibt es für ein paar Euro, und wenn er was auf sich hält, baut er die gleich ein.
  • Verschmutzungen in der Magnetglocke - das ist die "Kupplung" des Tachos: Harze, "Spezialisten", die einfach mal den Tacho mit WD40 geflutet haben, haben oftmals bei ebay Ware ihre Spuren hinterlassen. Diese Verschmutzungen entfernen. Mit Bremsenreiniger, Azeton oder zerlegt im Ultraschallbad mit Kaltreiniger. Da es dann aber auch um die Unruh geht, vielleicht doch lieber zum Uhrmacher.
  • Die Magnetglocke kann magnetisiert worden sein. Keine Ahnung wie man das hin bekommt, aber es gibt Entmagnetisierspulen, vielleicht wäre das auch etwas für den Bosch Kundendienst, wobei da kenne ich mich nicht aus. Wer dazu Infos hat: Her damit. Ansonsten: Auch zum Uhrmacher.

In dem Bild hier sieht man schön den Magneten in der Glocke.

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Soweit, vielleicht hilft das ja jemandem, bei der Reparatur / Restauration seines Tachos. Und bitte: Niemals mit WD40 oder anderem auf "gut Glück" durch die Entlüftungsöffnung auf der Gehäuserückseite reinnebeln!

Ich nehme die auch so und "entsorge" sie für Euch Externes Bild nicht verfügbar. Originalquelle öffnen.

In einem späteren Beitrag zerlege ich dann den Kilometerzähler.

Marcuse über die Freiheit zu arbeiten oder zu verhungern

Herbert Marcuse in Newton, Massachusetts, 1955
Copyright: Marcuse family, represented by Harold Marcuse

„Von An­be­ginn war die Frei­heit des Un­ter­neh­mens kei­nes­wegs ein Segen. Als die Frei­heit zu ar­bei­ten oder zu ver­hun­gern be­deu­te­te sie für die über­wie­gen­de Mehr­heit der Be­völ­ke­rung Pla­cke­rei, Un­si­cher­heit und Angst. Wäre das In­di­vi­du­um nicht mehr ge­zwun­gen, sich auf dem Markt als frei­es öko­no­mi­sches Sub­jekt zu be­wäh­ren, so wäre das Ver­schwin­den die­ser Art von Frei­heit eine der größ­ten Er­run­gen­schaf­ten der Zi­vi­li­sa­ti­on. Die tech­no­lo­gi­schen Pro­zes­se der Me­cha­ni­sie­rung und Stan­dar­di­sie­rung könn­ten in­di­vi­du­el­le En­er­gie für ein noch un­be­kann­tes Reich der Frei­heit jen­seits der Not­wen­dig­keit frei­ge­ben. Die in­ne­re Struk­tur des mensch­li­chen Da­seins­wür­de ge­än­dert; das In­di­vi­du­um würde von den frem­den Be­dürf­nis­sen und Mög­lich­kei­ten be­freit, die die Ar­beits­welt ihm auf­er­legt. Das In­di­vi­du­um wäre frei, Au­to­no­mie über ein Leben aus­zu­üben, das sein ei­ge­nes wäre. Könn­te der Pro­duk­ti­ons­ap­pa­rat im Hin­blick auf die Be­frie­di­gung der not­wen­di­gen Be­dürf­nis­se or­ga­ni­siert und di­ri­giert wer­den, so könn­te er durch­aus zen­tra­li­siert sein; eine der­ar­ti­ge Kon­trol­le würde in­di­vi­du­el­le Au­to­no­mie nicht ver­hin­dern, son­dern er­mög­li­chen.

Das ist ein Ziel im Rah­men des­sen, wozu die fort­ge­schrit­te­ne in­dus­tri­el­le Zi­vi­li­sa­ti­on im­stan­de ist, der "Zweck" tech­no­lo­gi­scher Ra­tio­na­li­tät. Tat­säch­lich je­doch macht sich­die ent­ge­gen­ge­setz­te Ten­denz gel­tend: der Ap­pa­rat er­legt der Ar­beits­zeit und der Frei­zeit, der ma­te­ri­el­len und der geis­ti­gen Kul­tur die öko­no­mi­schen wie po­li­ti­schen Er­for­der­nis­se sei­ner Ver­tei­di­gung und Ex­pan­si­on auf. In­fol­ge der Art, wie sie ihre tech­ni­sche Basis or­ga­ni­siert hat, ten­diert die ge­gen­wär­ti­ge In­dustrie­ge­sell­schaft zum To­ta­li­tä­ren. Denn "to­ta­li­tär" ist nicht nur eine ter­ro­ris­ti­sche po­li­ti­sche Gleich­schal­tung der Ge­sell­schaft, son­dern auch eine nicht ter­ro­ris­ti­sche öko­no­misch-tech­ni­sche Gleich­schal­tung, die sich in der Ma­ni­pu­la­ti­on von Be­dürf­nis­sen durch alt­her­ge­brach­te In­ter­es­sen gel­tend macht. Sie beugt so dem Auf­kom­men einer wirk­sa­men Op­po­si­ti­on ge­gen das Ganze vor. Nicht nur eine be­son­de­re Re­gie­rungs­for­m o­der Par­tei­herr­schaft be­wirkt To­ta­li­ta­ris­mus, son­dern auch ein be­son­de­res Pro­duk­ti­ons- und Ver­tei­lungs­sys­tem, das sich mit einem "Plu­ra­lis­mus" von Par­tei­en, Zei­tun­gen, "aus­glei­chen­den Mäch­ten" etc. durch­aus ver­trägt.“

Herbert Marcuse. Aus: Der eindimensionale Mensch

Blogkino: Berlin Alexanderplatz 14/14 - Mein Traum vom Traum des Franz Biberkopf von Alfred Döblin - Ein Epilog (1980)

Heute zeigen wir in unserer beliebten Reihe Blogkino zum vorläufigen Abschluss unserer Reihe mit Filmen von Rainer Werner Fassbinder das 1980 entstandene Drama Berlin Alexanderplatz. Die Literaturverfilmung des Romans Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin zählt heute noch zu Fassbinders bekanntesten Filmen. Heute zeigen wir den 14. und damit letzten Teil: "Mein Traum vom Traum des Franz Biberkopf von Alfred Döblin - Ein Epilog"

Anmerkung: Zu den bisher hier gezeigten Teilen der Serie sind im Beitragsfuß die Links zu sehen.

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Einigkeit und Recht und Freiheit...

Kurt Tucholsky in Paris, 1928 (Foto: Sonja Thomassen / WikiMedia)

Was die Freiheit ist bei den Germanen,
die bleibt meistens schwer inkognito.
Manche sind die ewigen Untertanen,
möchten gern und können bloß nicht so.

Denn schon hundert Jahr
trifft dich immerdar
ein geduldiger Schafsblick durch die Brillen.

Doof ist doof.
Da helfen keine Pillen.

Was Justitia ist bei den Teutonen,
die hat eine Binde obenrum.
Doch sie tut die Binde gerne schonen,
und da bindt sie sie nicht immer um.
Unten winseln die
wie das liebe Vieh.
Manche glauben noch an guten Willen ...

Doof ist doof.
Da helfen keine Pillen.

Was die Einigkeit ist bei den Hiesigen,
die ist vierundzwanzigfach verteilt.
Für die Länder hat man einen riesigen
Schreibeapparat gefeilt:
Hamburg schießt beinah
sich mit Altona;

Bayern zeigt sich barsch,
ruft: "Es lebe die Republik!"
Jeder denkt nur gleich
an sein privates Reich ...

Eine Republike wider Willen.

Deutsch ist deutsch.
Da helfen keine Pillen.

Theobald Tiger

Die Weltbühne, 15.03.1927, Nr. 11, S. 424.

Aktionsbündnis beschließt Proteste gegen die SIKO-2018

Auf einem ersten Treffen von Vertretern aus 16 Münchner Organisationen haben die Teilnehmer beschlossen, anlässlich der sogenannten „Sicherheitskonferenz“ Mitte Februar in München, zu Protesten gegen die NATO-Kriegspolitik zu mobilisieren.

Am Samstag, 17. Februar 2018 soll wieder eine große Demonstration rund um den Bayerischen Hof -“ dem Tagungsort der NATO-Kriegsstrategen auf der SIKO -“ stattfinden.
Im Zentrum der Proteste wird unsere Ablehnung der militärischen Aufrüstung, die geplante Verdoppelung der Ausgaben für die Bundeswehr und die Aufrüstung und Modernisierung der Atomwaffenarsenale inkl. der in Büchel stationierten US-Atombomben stehen.

Das Aktionsbündnis fordert die friedliche Lösung von Konflikten anstelle von Kriegsvorbereitung und militärischer Drohungen.

Aktionsbündnis gegen die NATO-„Sicherheitskonferenz“