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»Jeden Tag sorgen die Menschen dafür, dass die Haare ordentlich sitzen; warum tun sie das nicht auch mit ihrem Herzen?« Ernesto "Che" Guevara

Blogkino: Sunset Boulevard (1950)

Heute zeigen wir im Blogkino den Thriller Sunset Boulevard, der hierzulande unter dem Titel Boulevard der Dämmerung lief und laut American Film Institute der zwölftbeste amerikanische Film aller Zeiten ist. Der Plot des Billy Wilder Streifens setzt sich ziemlich sarkastisch mit den Mechanismen der "Traumfabrik" Hollywood auseinander:

"Joe Gillis liegt tot in einem Swimmingpool. Die Polizei, die Presse und das Fernsehen sind unterwegs zum Ort des Geschehens. Gillis erzählt aus dem Jenseits, wie es dazu kam.

Gillis, Drehbuchautor von einigen B-Movies in Hollywood, ist völlig mittellos. Niemand will seine Drehbücher annehmen. Deshalb spielt Gillis mit dem Gedanken, seine frühere Arbeit als Journalist in der Provinz wieder aufzunehmen. Bei einem der Produzenten trifft er auf die Produktionsassistentin Betty Schaefer, die sein Treatment scharf kritisiert. Gillis’ Finanzlage ist so prekär, dass er seit vier Monaten die Raten für seinen Wagen nicht mehr bezahlen konnte. Auf der Flucht vor seinen Gläubigern gerät Gillis zufällig auf das Anwesen der Stummfilm-Diva Norma Desmond. Isoliert und vergessen von der Außenwelt lebt diese mit ihrem Butler Max von Mayerling in der heruntergekommenen, aber immer noch prunkvollen Villa. Norma glaubt zunächst, Gillis sei gekommen, um ihren kürzlich verstorbenen Schimpansen zu bestatten.

Als Norma erfährt, dass Gillis Drehbuchautor ist, bittet sie ihn, das von ihr geschriebene Drehbuch zur Geschichte der Salome zu bearbeiten. Sie ist davon überzeugt, dass Cecil B. DeMille es mit ihr in der Titelrolle verfilmen wird und dies ihre großartige Rückkehr auf die Leinwand sein wird. Bestärkt wird diese Überzeugung auch dadurch, dass Max Anrufe der Paramount entgegennimmt und vermeintlich mit DeMille über den Film spricht. Norma ahnt nicht, dass das Studio lediglich ihren Wagen, einen Isotta Fraschini aus den 1920er Jahren, für Filmaufnahmen verwenden möchte. Da Norma oft Fanpost bekommt, glaubt sie, dass die ganze Welt auf einen neuen Norma-Desmond-Film wartet. Gillis findet später heraus, dass Max die Briefe verfasst und Norma dadurch in ihrem Wahn bestärkt, sie sei nach wie vor ein großer Star. Zudem stellt sich heraus, dass Max Normas Entdecker, Regisseur sowie einer ihrer Ehemänner gewesen ist. (...)"
(WikiPedia)

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40. Jahrestag des Ausbruchs von 38 IRA Kämpfern aus dem Maze Prison - Long Kesh - H7





"1983: Auf dem Höhepunkt des Befreiungskampfes in Nordirland in 1970er und 1980er Jahren inhaftierte die britische Regierung hunderte Mitglieder der militärischen Organisation „Provisional Irish Republican Army“ (IRA) im berüchtigten Maze-Gefängnis (Long Kesh). Das Labyrinth als Europas sicherster Hochsicherheitsknast angepriesen, galt als ausbruchsicher, bis 38 IRA-Gefangene am 25. September 1983 den größten Gefängnisausbruch der britischen und westeuropäischen Geschichte, aus H-Block 7 machten."
https://www.history.de/heute-vor/detail/der-maze-gefaengnisausbruch-von-1983.html

An diesem Tag: 38 IRA-Mitglieder fliehen aus dem Maze-Gefängnis
https://www-irishcentral-com.translate.goog/roots/history/ira-maze-prison?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc
https://stairnaheireann.net/2020/09/25/otd-in-1983-long-kesh-prison-escape-thirty-eight-members-of-the-ira-escaped-from-the-maximum-security-long-kesh-prison-near-lisburn-4/
https://www.irishcentral.com/roots/history/ira-maze-prison
https://www.spiegel.de/politik/tor-zur-freiheit-a-fe127a2d-0002-0001-0000-000014022437

Laurence Marley Mitglied der IRA war einer der Vordenker hinter der Flucht aus dem Maze-Gefängnis im Jahr 1983
https://wikipredia.net/de/Larry_Marley

https://de.wikipedia.org/wiki/Maze_Prison
Long Kesh -  H-Blocks:

Audio-described tours of Maze and Long Kesh
https://prisonsmemoryarchive.com/the-prisons/maze-and-long-kesh/


Ein Gespräch mit Pat Sheehan
Der irisch-republikanische Aktivist Pat Sheehan erzählte uns seine Geschichte. Als ehemaliges Mitglied der IRA
https://linksunten.indymedia.org/node/31338/index.html

Von Boykotten über Balfour bis hin zur Behandlung politischer Gefangener hatten Iren und Palästinenser viel gemeinsam.
https://www-aljazeera-com.translate.goog/opinions/2021/12/3/how-hunger-strikes-reveal-long-standing-ireland-palestine-solidar?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc

Solidarität zwischen irischen und palästinensischen Kriegsgefangenen
https://extramuralactivity-com.translate.goog/2012/09/03/hands-across-the-yard/?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc

Maze - Ein genialer Ausbruch ist ein Film von Stephen Burke, der im September 2017 in die Kinos kam.
https://de.wikipedia.org/wiki/Maze_%E2%80%93_Ein_genialer_Ausbruch
https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/maze
https://kinocheck.de/trailer/x5a1/maze-trailer-german-deutsch-2022



Siehe auch: k9 - combatiente zeigt geschichtsbewußt: "Der Maze-Gefängnisausbruch: 25. September 1983"

Proteste gegen den sog. "Marsch für das Leben"

Eine Person trägt ein Plakat mit der Losung Ehe, Küche, Vaterland- unsere Antwort: Widerstand!"
Foto: © Kinkalitzken via Umbruch Bildarchiv
Etwa 1.900 Menschen nahmen am christlich-fundamentalistischen „Marsch für das Leben“ am 16. September 2023 durch Berlin-Mitte teil. Bei der Anreise, entlang der Route und innerhalb der Veranstaltung gab es immer wieder queer-feministische Gegenproteste, sowie zwei Blockade-Versuche. Erstmalig fand parallel ein „Marsch für das Leben“ in Köln statt, der endete aber vorzeitig an Blockaden.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)

Links

Buchtipp: Hellen Keller’s Forgotten Radicalism

Buchcover; After the Miracle: The Political Crusades of Helen Keller By Max Wallace Grand Central Publishing, 2023; 416 pages
After the Miracle: The Political Crusades of Helen Keller
By Max Wallace
Grand Central Publishing, 2023; 416 pages
Im Dezember 2020, mehr als 50 Jahre nach Helen Kellers Tod, wurde die berühmte taubblinde Frau in eine Kontroverse verwickelt, wie so oft in ihrem Leben. "Helen Keller ist überhaupt nicht radikal", sagte die schwarze Behindertenrechtsaktivistin Anita Cameron dem Time Magazine. "Sie ist nur eine weitere, trotz Behinderung privilegierte weiße Person und ein weiteres Beispiel dafür, dass die Geschichte von privilegierten weißen Amerikanern erzählt wird." Ironischerweise sprangen rechtsgerichtete Persönlichkeiten von Ted Cruz bis Donald Trump, Jr. ein, um Keller - eine lebenslange bekennende radikale Sozialistin - vor dem "Wokeism" zu verteidigen. Etwa zur gleichen Zeit wurde Keller in einem viralen TikTok-Video beschuldigt, ein "Betrüger" zu sein, und behauptet, dass keine taubblinde Person Bücher hätte schreiben, einen Abschluss (mit Auszeichnung) in Radcliffe machen, ein Flugzeug fliegen oder viele ihrer berühmten Errungenschaften erreichen können.

Helen Keller wurde lange auf “inspiration porn" reduziert. Dieser Begriff wurde von der Behindertenaktivistin Stella Young geprägt, um zu beschreiben, wie behinderte Menschen oft objektiviert werden, um die nichtbehinderten Menschen in den Vordergrund zu stellen. Keller wurde auf das Klischee der behinderten Überfliegerin reduziert, die scheinbar unbehindert und unbehelligt von ihren Behinderungen ist. Von ihrem Leben ist nur wenig in Erinnerung geblieben, abgesehen von dem "wunderbaren" Moment im Jahr 1886, als ihre Lehrerin Annie Sullivan zu der unzugänglichen Sechsjährigen vordrang. Kellers faszinierende und komplizierte Geschichte ist weitgehend aus der Geschichte verschwunden.

Während das bisherige Wissen über Keller ihren Radikalismus weitgehend auf das frühe 20. Jahrhundert beschränkte, legt Wallace Beweise dafür vor, dass sie sich nach dem Ersten Weltkrieg sogar noch weiter nach links bewegte und sich nicht nur als Sozialistin, sondern als Kommunistin identifizierte.

Glücklicherweise stellt der Wissenschaftler und Behindertenbeauftragte Max Wallace in seiner neuen Biografie After the Miracle: The Political Crusades of Helen Keller" Kellers Erbe als unabhängige Denkerin und Aktivistin wieder her. Das Buch stellt auf erfrischende Weise die Handlungsfähigkeit Kellers wieder her. Die ganze Tinte, die im Laufe des letzten Jahrhunderts über Keller vergossen wurde - Biografien, historische Romane, Theaterstücke, Filme, Artikel und dergleichen - ermöglicht es Wallace, die typische chronologische Erzählung zu umgehen und sich auf seinen Schwerpunkt zu beschränken: Kellers Radikalität wiederzugeben.

Viele schreiben Kellers sozialistisches Erwachen Sullivans Ehemann John Macy zu, doch Wallace liefert Beweise dafür, dass sie sich lange vor ihm als Sozialistin identifizierte und ihn wahrscheinlich sogar zu dieser Sache brachte. In Kellers Essay How I Became a Socialist" (Wie ich Sozialistin wurde) aus dem Jahr 1912, den sie drei Jahre nach ihrem Eintritt in die Partei verfasste, taucht Macy tatsächlich nirgends auf; darin führt sie vor allem an, dass das Lesen ihr den Blick für die Grausamkeit des Kapitalismus geöffnet habe, insbesondere für die Verbindung von Armut und Behinderung.

Als große öffentliche Persönlichkeit des frühen 20. Jahrhunderts war Keller auch in Bezug auf ihre Politik sehr öffentlich. Sie lehnte den Eintritt Amerikas in den Ersten Weltkrieg entschieden ab, unterstützte öffentlich die russische Revolution, trat der International Workers of the World (IWW) bei und setzte sich vehement für das Frauenwahlrecht ein. "Ich glaube, dass das Wahlrecht zum Sozialismus führen wird", sagte sie der New York Times, "und für mich ist der Sozialismus die ideale Sache". Wallace merkt klugerweise an, dass Keller öffentliche Äußerungen machte, die weitaus schlimmer waren als viele derjenigen, die unter dem Sedition Act von 1918 verhaftet, eingesperrt und/oder deportiert wurden, und dennoch unangetastet blieb.

Seltsamerweise konnte die Diskriminierung (Ableismus), die Keller erduldete, sie auch schützen, da viele Menschen einfach annahmen, dass sie zu ihren Überzeugungen verleitet oder manipuliert worden war. Sie erregte Aufsehen, als sie 1916 einen Scheck über 100 Dollar (heute etwa 3.000 Dollar) an die NAACP schickte, begleitet von einem leidenschaftlichen Brief, in dem sie den Rassismus als "Verleugnung Christi" anprangerte. Dies war weit entfernt von ihren Wurzeln, die sie als Tochter eines konföderierten Soldaten und Enkelin von Sklavenhaltern im Alabama der Nachkriegszeit hatte. Kellers Brief wurde im NAACP-Newsletter The Crisis veröffentlicht und anschließend im Selma Journal in Alabama nachgedruckt - zusammen mit einer Breitseite, in der behauptet wurde, Kellers beeinflussbarer Geist sei von ihren Lehrern aus dem Norden "vergiftet" worden. Auch hier bot Kellers vermeintliche Handlungsunfähigkeit eine zweifelhafte Sicherheit, denn, wie Wallace argumentiert, hätte sie sehr wohl für ihre Überzeugungen gelyncht werden können.

Während das bisherige Wissen über Keller ihren Radikalismus weitgehend auf das frühe 20. Jahrhundert beschränkt, legt Wallace Beweise dafür vor, dass sie nach dem Ersten Weltkrieg sogar noch weiter nach links rückte und sich nicht nur als Sozialistin, sondern als Kommunistin identifizierte. In ihren Memoiren Midstream aus dem Jahr 1929 lobte sie Lenin und die Russische Revolution; im selben Jahr sagte sie einem Reporter, sie sei "Sozialistin und Bolschewikin".

Nach dem Zweiten Weltkrieg, so Wallace, bestehe "kein Zweifel daran, dass Helen zu einer Mitläuferin" der Kommunistischen Partei geworden war, die sich der Partei anschloss, ohne formell Mitglied zu werden. Er zitiert Kellers Positionen zum Krieg, die sich eng mit denen der Partei deckten: Obwohl sie so antifaschistisch war, dass sie die spanischen Loyalisten im Spanischen Bürgerkrieg unterstützte, lehnte Keller den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg ab, bis Hitler in die Sowjetunion einmarschierte, woraufhin sie eine abrupte Kehrtwende vollzog. Ihre dicke FBI-Akte dokumentierte ihre Freundschaften mit bekannten und mutmaßlichen Kommunisten, von John Reed über Howard Fast bis zu Dorothy Parker (ganz zu schweigen von der fröhlichen anarchistischen Knalltüte Emma Goldman). 1952 unterstützte Keller öffentlich eine stalinistische Versammlung, den Kongress der Völker für den Frieden, und kabelte: "Ich bin mit euch in eurer großartigen Bewegung."

Aber Keller war nicht nur eine reflexhafte Parteianhängerin. Wallace hebt ihren scharfen internationalen Blick hervor. Sie besuchte Südafrika und prangerte das dortige Apartheidsystem an, mehr als 30 Jahre bevor das Thema zu einem weltweiten Anliegen wurde; während ihres Aufenthalts freundete sie sich mit der Familie von Gandhi an und lobte dessen Kampagne gegen den britischen Kolonialismus. Sie las und schrieb in fünf verschiedenen Sprachen (in Blindenschrift!), abonnierte zahlreiche internationale Zeitungen und verfolgte das Weltgeschehen aufmerksam.

Darüber hinaus schildert Wallace nicht nur Kellers Radikalität, sondern auch ihre temperamentvolle Persönlichkeit. Er schildert ihre Schlagfertigkeit; selbst der Komiker Harpo Marx, ein weiterer Freund, sagte einem Reporter, er habe Mühe, mit ihrem trockenen Humor mitzuhalten. Und während die Geschichte Keller als alte Jungfer abtut, untersucht Wallace ihre wenig bekannte Affäre mit dem Sozialisten Peter Fagan. Die beiden beantragten eine Heiratslizenz und planten, durchzubrennen; doch Fagan versetzte sie und brach ihr das Herz. Wallace gibt sich sogar der weit hergeholten Spekulation hin, dass Keller und ihr langjähriger Lehrer Sullivan ein Liebespaar gewesen sein könnten; auch wenn es zweifelhaft ist, dass sie eine romantische Beziehung hatten, so waren sie doch sicher eine Familie füreinander.

Vor allem aber, so erinnert uns Wallace, dachte Keller für sich selbst. Obwohl sie Behinderung nie als Zeichen einer unterdrückten Klasse ansah, war sie ihrer Zeit voraus, als sie erkannte, wie oft sie mit Rassen-, Geschlechter- und Klassenunterdrückung verbunden ist. Sie erkannte, wie der Kapitalismus Behinderungen verursachen oder verschlimmern kann - eine Situation, die sich ironischerweise im Laufe der Zeit in vielerlei Hinsicht verschlimmert hat. Keller war sich des Zusammenhangs zwischen Armut und Behinderung bewusst - und sie war sich ihres Privilegs durchaus bewusst. Ihre legendäre "Can-do"-Einstellung beruhte nicht darauf, "inspirierend" zu sein, sondern auf einem komplexen Verständnis ihrer Situation, zu dem auch das Wissen gehörte, wie viel Glück sie tatsächlich hatte. Und sie wollte ihren Reichtum teilen - oder besser gesagt, umverteilen. Keller starb 1968 im Alter von 87 Jahren und blieb, in den Worten eines Freundes, "ihren sozialistischen Prinzipien bis zum Ende treu".

Hellen Keller’s Forgotten Radicalism
Von Max Wallace
Grand Central Publishing, 2023; 416 Seiten

Quelle: Jessica Max Stein in The Indypendent, 20. September 2023
Übersetzung: © Thomas Trueten

HowTo: Increasing the number of characters in posts in Mastodon 4.2.0

The Mastodon Logo
Das Mastodon Logo
The default character limit for new toots in Mastodon is 500. But what if you want to increase or decrease it? With Mastodon version 4.2.*, the previous instructions for adjusting or increasing the number of characters in posts are obsolete. Basically, the compose.js file is now called differently and must be edited in a different path. I show how, with a big thank you to drakfrid, whose instructions I have adapted accordingly:

We will edit three different files, two which set the character limit on your instance, and one which tells other clients or apps what your custom character limit is (for those that support it).

1. Switch to the mastodon user
su - mastodon

2. Edit the file live/app/javascript/mastodon/features/compose/component/compose_form.js in your favourite text editor,
nano live/app/javascript/mastodon/features/compose/components/compose_form.js

find the number 500 (it should be written in two different locations). Change both of them to whatever you like.

3. Edit live/app/validators/statuslengthvalidator.rb,
nano live/app/validators/status_length_validator.rb

and once again find the number 500 (should exist only once) and change it to the same number as you wrote in the previous file.

4. Edit live/app/serializers/rest/instance_serializer.rb,
nano live/app/serializers/rest/instance_serializer.rb

and find the row starting with
:languages, :registrations,
(should be the ~8th row), and change it so it includes ”:maxtootchars” after ”:registrations”, such as
:languages, :registrations, :maxtootchars,
where the full row now looks something like
:languages, :registrations, :maxtootchars, :approvalrequired, :invitesenabled

At the end of the same file, above where it says private, add the following code:
def max_toot_chars
   <your value here>
end

and change <your value here> to the same value you wrote previously.

5. Enter the live directory and recompile Mastodon,
RAILS_ENV=production bundle exec rails assets:precompile

6. Switch to the root user (with exit), and restart the Mastodon services,
systemctl restart mastodon-sidekiq
systemctl reload mastodon-web

and optionally restart the streaming API server,
systemctl restart mastodon-streaming

And you’re done! You should now be able to see the new character limit on your Mastodon instance.

42. Todestag - Gedenken an Klaus-Jürgen Rattay

Foto: Manfred Kraft / Umbruch Bildarchiv Berlin
Am 22. September 1981 starb Klaus-Jürgen Rattay anläßlich der Räumung von 8 besetzten Häusern in Berlin. Sein Tod veränderte die Bewegung. Bei einigen löste die Brutalität, mit der die Räumungen durchgezogen wurden, Angst und Ohnmachtsgefühle aus. Bei dem weitaus größeren Teil derm Besetzer*innen überwogen jedoch Wut und Zorn - sie radikalisierten sich mit hoher Geschwindigkeit.

Den Jahrestag von Klaus Jürgen Rattays Tod nehmen wir zum Anlaß für diesen Rückblick. Der Text ist ein Auszug aus dem Buch "Autonome in Bewegung" über die Besetzerbewegung der 80er Jahre, die Fotos entstanden am Tag der Räumung und anläßlich einer Gedenkdemonstration für Klaus-Jürgen Rattay im Jahr 1982.

Am 22. September 1981 läßt Heinrich Lummer (CDU), der damalige Innensenator von Berlin, 8 besetzte Häuser räumen. "Die Bewohner der räumungsbedrohten Häuser hatten sich darauf verständigt, lediglich passiven Widerstand gegen die Räumung zu leisten. Sie verbarrikadieren die Eingangstüren, holen viele Menschen ins Haus, Unterstützer wie auch prominente Paten, und harren der Dinge. In der Winterfeldtstraße, in der drei der Häuser stehen, werden aber in der Nacht auf den 22. September auch Barrikaden aus umgestürzten Autos, Bauwagen etc. errichtet, und viele sind dort, um die Häuser von außen militant zu verteidigen. Klaus-Jürgen Rattay gehört auch zu ihnen.

Am frühen Morgen des Räumungstages rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an: mit Panzerwagen, Wasserwerfern und schwerem Räumgerät. Mittags will Lummer es sich nicht nehmen lassen, in einem der geräumten Häuser eine Pressekonferenz abzuhalten. Er präsentiert sich auf dem Balkon der Bülowstraße 89 als ein siegreicher Feldherr. Dadurch heizt er die Stimmung noch zusätzlich auf. Lautstarke Proteste begleiten seinen Auftritt. Die Polizei ist nervös und knüppelt die Straße frei. Einige hundert Menschen flüchten auf die verkehrsreiche Potsdamer Straße. Dort wird Klaus-Jürgen Rattay von einem BVG-Bus erfasst und mitgeschleift. Er stirbt auf der Straße. Den ganzen Tag über bleibt der Schöneberger Kiez unruhig und voller Menschen, die Todesstelle wird umlagert und mit Blumen bedeckt, und es gibt keinen Zweifel darüber, was am Abend passieren wird. Abends kommt es zur größten Spontandemo der Bewegung, rund 10.000 Menschen beteiligen sich an einem Schweigemarsch durch Schöneberg, der in heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei mündet, „Lummer: Mörder, Mörder“ hallt es nachts durch die verwüsteten Straßenschluchten. Gleichzeitig sind im ganzen Stadtgebiet Kleingruppen unterwegs, etwa 50 Anschläge auf Banken, Polizeiwachen, Wohnungsbauunternehmen etc. werden in dieser Nacht registriert. Auch in vielen anderen Städten der BRD gibt es Demonstrationen und Anschläge." (Ausschnitt aus dem Buch "Autonome in Bewegung" - PDF-Datei)

Drei Wochen nach dem Tod Rattays bildete sich eine "unabhängige Untersuchungskommission", der ein Bundesverfassungsrichter a. D. angehörte. Der Hergang des Vorfalles war heftig umstritten. "Die Versionen reichten vom Angriff Rattays auf den Bus und dem Selbstverschulden seines Todes (Polizei-Mitteilung) bis zur Darstellung von Zeugen, der Bus sei ohne Rücksicht in die Menschenmenge gefahren. (...) Die allmählich veröffentlichten weiteren Fotos und ein Super-8-Film konnten einige Aspekte des Vorfalles klären -“ vor allem den, dass der Bus vor dem Zusammenprall nicht angegriffen worden war -“, doch gibt es vom exakten Moment des Anstoßes keine Bild-Dokumente." (siehe Wikipedia)

Nachdem die Ermittlungen noch im Dezember desselben Jahres eingestellt worden waren, bemühten sich die Eltern des Neunzehnjährigen vergebens um Wiederaufnahme des Verfahrens. Im August 1982 wurde dies abgelehnt.
Eine Dokumentation des Ermittlungsausschusses aus dem Jahr 1982 beleuchtet die genaueren Todesumstände.

"Ich hab gleichzeitig Angst und ich hab gleichzeitig auch Mut zum kämpfen." sagt Klaus-Jürgen Rattay noch am Tag vor der Räumung in einer Dokumentation des RBB.

Zahlreiche Links und eine Fotoseite beim Umbruch Bildarchiv Berlin



Weitere Informationen


Great Expectations...

A presumed homeless person is lying in a gateway. Early 1900s. Photo by William Whiffin.
Homeless Man, early 1900s. Photo by William Whiffin.
“And then I looked at the stars, and considered how awful if would be for a man to turn his face up to them as he froze to death, and see no help or pity in all the glittering multitude.”

“Great Expectations”
by Charles Dickens - 1860

Fotorückblick: IWF/Weltbank-Kongress 1988 in Berlin - Eine Tagung im Ausnahmezustand

29.9.1988. Autonome Demonstration mit rund 7.000 Teilnehmern
Foto © Umbruch Bildarchiv | 29.9.1988. Autonome Demonstration mit rund 7.000 Teilnehmern
Monatelang mobilisierten Autonome Gruppen, hunderte von NGO’s und Initiativen gegen die Jahrestagung von IWF und Weltbank im September 1988 in Berlin. Mit einer Vielzahl von Stör- und Protestaktionen bescherten sie den Finanzchefs aus aller Welt eine Tagung im Ausnahmezustand.

„Im September 1988 kommen sie alle her. Die Finanzchefs aus den kapitalistischen Zentren von Tokio, Frankfurt bis New York (…) die Schreibtischtäter aus den Schaltzentralen der Multis Toyota, Lockhead, Siemens. Dazu Minister, Staatssekretäre, Experten, Journalisten und ihre Bewacher. Mehr als 14.000 werden es sein.  (…) Die Verantwortlichen für Hunger, Ausbeutung, Terror und Kriege auf der ganzen Welt kommen in diese „Hauptstadt der Freien Welt“. Dagegen wehren wir uns: Unser Vorschlag: Verhindern wir diesen Kongreß!“ (Aufruf Autonomer Gruppen Westberlin)

Gegen das Treffen mobilisierten hunderte Organisationen und Initiativen. In Westberlin begannen die Vorbereitungen schon drei Jahre zuvor. Besonders die seinerzeit starken autonomen Gruppen bereiteten sich intensiv vor, auch der Bundeskongress entwicklungspolitischer Aktionsgruppen BUKO schloss sich frühzeitig der Kampagne an. Die Ankündigung der Linksradikalen, den ganzen Kongress verhindern zu wollen, wurde von den Sicherheitsbehörden sehr ernst genommen, denn die radikale Linke Westberlins hatte aufgrund der Hausbesetzerbewegung viel Erfahrung mit medienwirksamen öffentlichen wie auch militanten Aktionen, Demos und Sabotageaktionen gegen Banken und Konzernzentralen.

Wieso waren der Internationale Währungsfond IWF und die Weltbank bei den Autonomen und internationalistischen „3. Welt“-Solidaritätsgruppen so verhasst?

Der IWF war - und ist - eine internationale Organisation unter Führung der USA, die die Verschuldungskrise der Länder des globalen Südens imperialistisch managen soll und mit Zwangsmaßnahmen wie Kürzung von Staatsausgaben, Deregulierung des Bankenwesens und Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen wie Sparkassen, Bildungseinrichtungen, Elektrizitätswerken, Wasserwerken, Telekommunikation die Rückzahlung von Milliardenkrediten westlicher Großbanken erzwingen soll - eine Finanzpolitik, die Hungerkrisen und Verelendung bewusst in Kauf nahm und nimmt. Die Weltbank förderte unter dem Propagandabegriff „Grüne Revolution“ die Industrialisierung und Monopolisierung der Landwirtschaft und den Export von profitablen Cashcrops wie Soja, worunter die kleinbäuerliche Subsistenzlandwirtschaft litt und der Hunger im Trikont zunahm.

In Westberlin bereiteten sich viele Gruppen mit eigenen Schwerpunkten auf Aktionen vor. So organisierte z. B. eine Frauengruppe, die zu Guatemala arbeitete, mit anderen Mittelamerikagruppen Straßentheater gegen die Ausbeutung der Kaffeebäuerinnen, eine andere Frauengruppe plante eine Demonstration und Blockaden gegen den heute zu Bayer gehörigen Schering-Konzern, der riesige Gewinne mit gefährlichen Abtreibungs-„Medikamenten“ und Sterilisationsprogrammen von Frauen im Trikont machte. Anti-AKW-Initiativen organisierten einen Aktionstag gegen den Siemens-Konzern, der u. a. Turbinen für Atomkraftwerke herstellte.

Einige Autonome Gruppen konzentrierten sich auf Banken als Nutznießer der Ausbeutung des globalen Südens, mehr als ein Dutzend wurden im Vorfeld des Kongresses mit Molotowcocktails angegriffen.

Die Aktionsformen während der Kongresstage waren sehr vielfältig. Von Fahrraddemos und Taxikorsos zum Kongresszentrum ICC über einen internationalen Gegenkongress und Demos an den verschiedenen Aktionstagen bis hin zu schrillen Gute Nacht-Chören und Trommelhappenings vor den Hotels der IWF-Chefs. Das „Büro für ungewöhnliche Maßnahmen“ und die populäre Kabarettgruppe „3 Tornados“ sammelten auf dem Kudamm ironisch Geld für die ach so armen IWF-Manager.

Am Sonntag vor Kongressbeginn fand mit fast 80.000 Teilnehmer:innen eine der größten Demonstrationen in der Nachkriegsgeschichte Westberlins statt. Der Block der Linksradikalen lief unter der Parole „IWF-Mördertreff“. Dieser Ruf erschallte in der Innenstadt überall und nachts vor den großen Hotels.

Rückblickend gesehen waren diese Aktionen der Beginn einer 20-jährigen Kampagne gegen die kapitalistische Globalisierung mit späteren Höhepunkten wie Seattle, Prag und Genua. (Prag im Jahr 2000 war insofern einzigartig, weil der IWF-Kongress aufgrund des massiven Widerstands der Protestbewegung vorzeitig abgebrochen wurde.)

Nach wie vor sind Milliarden Menschen von Hunger und Ausbeutung betroffen. Besonders denen im globalen Süden fügt die Klimakrise immenses Leid zu, während die Verantwortlichen in den Metropolen sich heute viel unbehelligter als 1988 oder in den Jahren danach treffen können. Es gibt also immer noch viel zu tun und die Erinnerung an die Aktivitäten gegen die IWF/Weltbank-Tagung in Westberlin kann eine wichtige Anregung sein!

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv

Ein dickes Dankeschön an alle Fotograf*innen, die uns ihre Bilder für diese Fotostrecke zur Verfügung gestellt haben:
Ann Christine-Jannson, David Balzer, Paul Langrock, H-P. Stiebing †, Ingo Fiebig, Andree Kaiser, Zenit Bildagentur, Theo Heimann, Andreas Schmidt, Peter Homann, Norbert Kesten, Jose Giribas, Dirk Wildt, Mike Hughes, Georg Schäfer, Anna Göldi, Ute Weller, Charly Heuser, Anselm Grubner, Paul Glaser †  u.a.
Wir möchten mit dieser Fotostrecke auch an unseren am 2. Juni 2022 verstorbenen Mitstreiter Kurt Jotter erinnern, Künstler und Aktivist vom „Büro für ungewöhnliche Maßnahmen“. Aus seinem Nachlass hat das Umbruch Bildarchiv diese und hunderte weitere Bilder zu den Protesten gegen die IWF-Tagung 1988 übernommen. Ein Teil der Bilder sind in der Broschüre „Wut, Witz, Widerstand“ über die IWF-Kampagne erschienen, die Kurt Jotter maßgeblich mit gestaltet hat.
Links


Blogkino: Laura (1944)

Heute zeigen wir im Blogkino den Thriller Laura nach dem gleichnamigen Roman von Vera Caspary. Nach dem Mord an der Geschäftsfrau Laura Hunt (Gene Tierney) treten ein Kriminalbeamter (Dana Andrews) und ein Radiokolumnist (Clifton Webb) in den Fokus der Geschichte. Die Aufklärung des Mordes erweist sich als ausgesprochen schwierig - auch weil der Ermittler drauf und dran ist, sich in die tote Frau zu verlieben. Kurz vor Schluss nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung, die fast die gesamte Ermittlungsarbeit über den Haufen wirft...

Die Kameraarbeit von Joseph LaShelle wurde mit dem Oscar prämiert, die von David Raksin komponierte Titelmelodie erlangte große Bekanntheit und wurde vielfach kopiert.

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Halbzeitbilanz der Bundesregierung: Bundeswehr rekrutiert mehr Minderjährige als Soldatinnen und Soldaten

Foto: Bündnis "unter 18 nie!" vor dem Reichstag mit 2 Transparenten gegen die Rekrutierung Minderjährger
Foto: © Bündnis "unter 18 nie!"
Zum Weltkindertag am 20. September zieht das Bündnis „Unter 18 nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“ eine kritische Halbzeitbilanz der Arbeit der aktuellen Bundesregierung. Obwohl im Koalitionsvertrag festgehalten ist, dass „Ausbildung und Dienst an der Waffe volljährigen Soldatinnen und Soldaten vorbehalten bleiben soll”, hat die Bundeswehr 2022 1.773 minderjährige Soldatinnen und Soldaten eingestellt, darunter 327 Mädchen - ein erheblicher Anstieg um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit fünf Jahren. Fast 10 Prozent aller neu eingestellten Soldaten und Soldatinnen waren 2022 minderjährig.

„Unser Bündnis fordert Verteidigungsminister Pistorius auf, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre zu erhöhen, wie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist und wie es seine Partei, die SPD, und der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes seit vielen Jahren fordern“, sagt Martina Schmerr von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Sprecherin des Bündnisses „Unter 18 nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“.

“Die Bundeswehr versucht, ihre Personalprobleme auf Kosten von schutzbedürftigen minderjährigen Jungen und Mädchen zu lindern - das ist inakzeptabel und führt zu schweren Kinderrechtsverletzungen”, sagt Ralf Willinger von der Kinderrechtsorganisation terre des hommes und Sprecher des Bündnisses „Unter 18 Nie!“. “Über 150 Staaten weltweit halten den internationalen 18-Jahre-Standard für die Rekrutierung von Soldatinnen und Soldaten ein - es wird höchste Zeit, dass Deutschland dies auch tut.“

Mit Blick auf zunehmende Einsätze von Jugendoffizieren und „Karriereberater*innen“ der Bundeswehr an Bildungseinrichtungen sagt Martina Schmerr von der GEW: „Der russische Angriffskrieg hat vieles verändert: Das Militär präsentiert sich durch einen stetig steigenden Werbeetat in immer mehr Bereichen der Gesellschaft. Auch werden zunehmend Stimmen laut, dass sich die Schule für Jugendoffiziere öffnen sollte. Schulen müssen aber ein geschützter und ziviler Raum für Kinder und Jugendliche bleiben.“

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes hatte Deutschland zum Abschluss des Prüfverfahrens der Lage der Kinderrechte in Deutschland scharf kritisiert und dringend aufgefordert, die andauernde Rekrutierung minderjähriger Soldatinnen und Soldaten zu stoppen, da die Gefahr von Unfällen, seelischen Schäden, sexuellem Missbrauch und andere Formen der Gewalt in der Bundeswehr besonders hoch ist und solche Fälle dort regelmäßig registriert werden. [¹]

Das Bündnis “Unter 18 Nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr” wird getragen von verschiedenen Organisationen aus den Bereichen Frieden, Menschenrechte, Kirche und Gewerkschaften.

Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Abgeordnetenfrage (1980034-V267, 2021), die belegt, dass minderjährige Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr schwere körperliche und seelische Schäden erleiden. Abrufbar unter: https://unter18nie.de/2021/09/17/pressemitteilung-minderjaehrige-soldatinnen-und-soldaten-erleiden-koerperliche-und-seelische-schaeden/

Quelle: Pressemitteilung, 19.9.23