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»Unsere Gesellschaft scheint nicht mehr verstehen zu können, dass es möglich ist, anders als unter der Herrschaft des Gesetzes zu existieren, das von einer repräsentativen Regierung ausgearbeitet und von einer Handvoll Herrschern verwaltet wird.« Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

Imara – Solidarity And Resistance

The photo by © Gabriele Di Maria/RYC shows the boat
Photo by © Gabriele Di Maria/RYC via Umbruch Bildarchiv
In spring 2024, artists and activists worked with the r42 initiative to paint the Imara sea rescue boat in the harbour of Licata, Sicily. The painting of the boat was intended to give more visibility to the content of the sea rescue. It was intended to draw attention to the fact that the mass deaths of refugees in the Mediterranean are not an accidental tragedy, but are caused by political decisions to forcibly close the EU’s external borders.

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In a joint dialogue lasting around a year, the artists and the boat crew developed a design concept and came up with central motifs and slogans. The boat for refugees in emergency at sea should be clearly recognisable from afar as solidarity aid, among other things through large yellow lettering in Arabic (‘We are here for you’). The central large inscriptions are ‘Solidarity’ and ‘Resistance’, an allusion to SAR (Search And Rescue). A fist made up of more than 2,000 names of people who have lost their lives because of the EU’s isolationist policy was printed on the front sail.
The project was made possible in part by donations from the Beyond Borders Festival. It took place for the second time on 24 August 2024 in Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg to support initiatives that fight for the rights of migrants and refugees at the borders or in Berlin.
The Imara has been operating as an observation and aid ship in the central Mediterranean between Sicily and Libya since late summer 2021. Like other civilian organisations, they also want to help save people from drowning on the ground. r42 is part of a steadily growing network of civilian SearchAndRescue NGOs.

Repression against sea rescue initiatives is steadily increasing and escape routes are being blocked more and more by brutal isolation measures. In many European countries, right-wing to fascist parties are increasingly in government. Of course, painting a lifeboat is insignificant compared to actually rescuing people. But it is a good addition. If civil sea rescue should one day no longer be possible, there will at least be pictures of the scene of the crime in the Mediterranean – with the demands and content of people who do not want to accept these conditions.

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Happy Birthday Villa Felix!

Das Foto von © RYC zeigt die frisch bemalte Außenwand der #Schreiner47
Foto © RYC via Umbruch Bildarchiv
Der 35. Jahrestag der Hausbesetzung in der Schreinerstraße 47 in Berlin-Friedrichshain war Anlass für Künstler*innen gemeinsam mit der Hausgemeinschaft deren Fassade neu zu gestalten. Die zentralen Inhalte und Bild-Motive haben die Bewohner*innen entschieden. An diesem Wochenende feiern die Bewohner*innen ihren Hausgeburtstag.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Das Wimmelbild gesellschaftlicher Utopien spiegelt die unterschiedlichen Themen wieder, mit denen sie sich innerhalb ihres Wohnprojekts auseinandersetzen: neben der praktischen Vergesellschaftung von Wohnraum z.B. Feminismus und Klimagerechtigkeit. Der finale Entwurf entstand nach mehreren offenen Treffen im Laufe des Sommers, auf denen Skizzen und Ideen zusammengetragen wurden.

Die Schreiner47 wurde am 29. Dezember 1989 von zunächst einem dutzend Menschen besetzt, die sich aus der unangepassten Oppositionsbewegung der DDR kannten oder u.a. in der Kirche von Unten aktiv waren. Einer von ihnen war Silvio Meier, der im November 1992 am nahegelegenen U-Bahnhof von Neo-Nazis ermordet wurde. Zu seinem Gedenken gibt es seitdem jährliche antifaschistische Demonstrationen.

In der „Villa Felix“, wie das Haus später genannt wurde, gibt es u.a. selbstverwaltete Vereinsräume. Seit 2003 ist die Schreiner im Besitz einer Genossenschaft und damit dem Mietmarkt erfolgreich entzogen. Besetzen lohnt sich!

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Happy Birthday Villa Felix!

Das Foto von © RYC zeigt die frisch bemalte Außenwand der #Schreiner47
Foto © RYC via Umbruch Bildarchiv
The 35th anniversary of the squatting of Schreinerstraße 47 in Berlin-Friedrichshain was the occasion for artists to paint the façade together with the residents. The residents decided on the central content and image motifs. The picture of social utopias reflects the various topics they deal with within their housing project: in addition to the practical appropriation of living space, for example, feminism and climate justice. The final design was created after several open meetings over the summer, at which sketches and ideas were compiled.

Go to the photos at Umbruch Bildarchiv.

Schreiner47 was initially occupied on 29 December 1989 by a dozen people who knew each other from the non-conformist opposition movement in the GDR or were active in the Kirche von Unten, among others. One of them was Silvio Meier, who was murdered by neo-Nazis at the nearby underground station in November 1992. Since then, there have been annual anti-fascist demonstrations in his memory. In the ‘Villa Felix’, as the house was later called, there is, among other things, self-managed Clubrooms. Since 2003, the Schreiner has been owned by a co-operative and thus successfully taken off the rental market. It makes sense to squat!

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Abtreibungen legalisieren jetzt!

Eine Masse an Menschen demonstriert hinter dem Transparent mit dem Text "Abtreibung legalisieren Jetzt!" und der grünen geballten Faust.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Rund 4.000 Menschen demonstrierten am 7. Dezember 2024 in Berlin für die Legalisierung von Abtreibungen, ein Recht auf Beratung und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen sowie die ersatzlose Streichung des Paragraphen § 218.

Vereinzelten Gegenprotest christlich-fundamentalistischer Art schirmten die Teilnehmer*innen der feministischen Demonstration konsequent mit Bannern ab. Auch ein kleiner Reichsbürger-Stand am Rand hielt nicht lange stand. Eine Reichsbürgerin griff einen Fotojournalisten mit Pfefferspray an.

Parallel veranstaltete das „Abtreibung legalisieren“-Bündnis auch eine Demonstration in Karlsruhe. Nach Angaben der Organisator*innen beteiligten sich dort 3.000 Menschen.
Im Bundestag soll eine Reform des § 218 abgestimmt werden, die Schwangerschaftsabbrüche legalisieren soll, aber weiter eine verpflichtende Beratung und andere Einschränkungen vorsieht.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Kontrolle, Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen, die schwanger werden können, ist elementarer Bestandteil patriarchaler Herrschaft. Seit über 150 Jahren sind Abtreibungen in Deutschland eine Straftat; während es in der DDR eine Liberalisierung gab, bestand § 218 in der BRD laufend fort. Das muss sich endlich ändern. Doch weltweit bedroht der Aufstieg faschistischer Bewegungen die Rechte von Frauen, Lesben, inter*, non-binären, trans*, und agender Personen. Der Kampf gegen Faschismus ist auch ein Kampf für die Selbstbestimmung über unsere Körper und für reproduktive Gerechtigkeit.

Für reproduktive Gerechtigkeit braucht es nicht nur die Legalisierung von Abtreibungen. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen diskriminierungsfrei und gerecht sein. Das heißt: frei von Gewalt, frei von Rassismus, frei von Misogynie, Trans- und Queerfeindlichkeit, frei von der Abwertung behinderter Menschen, frei von ökonomischem Druck und frei von gesellschaftlichen Erwartungen konservativer Familien- und Lebensmodelle. Lasst uns gemeinsam für eine Gesellschaft einstehen, in der alle schwangeren Personen selbstbestimmte Entscheidungen treffen können.

(aus dem Aufruf zur Demonstration)

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Die Zukunft als umkämpfter Raum oder: Wir tragen eine neue Welt in unseren Herzen und andere Klischees, an die ich von ganzem Herzen glaube

„Du bist verpflichtet, Respekt vor Menschen und Institutionen zu heucheln, die du für absurd hältst. Du lebst auf feige Weise an moralische und gesellschaftliche Konventionen gebunden, die du verachtest, verurteilst und von denen du weißt, dass sie jeglicher Grundlage entbehren. Es ist dieser permanente Widerspruch zwischen deinen Ideen und Wünschen und all den toten Formalitäten und eitlen Heucheleien deiner Zivilisation, der dich traurig, beunruhigt und unausgeglichen macht. In diesem unerträglichen Konflikt verlierst du jegliche Lebensfreude und jegliches Gefühl für deine Persönlichkeit, weil sie in jedem Moment das freie Spiel deiner Kräfte unterdrücken, einschränken und kontrollieren. Das ist die vergiftete und tödliche Wunde der zivilisierten Welt.“
- Octave Mirbeau

Das Bild zeigt das Gemälde von Tizian d. Ä., „Allegorie der Zeit“ – allegorische Darstellung des Verhältnisses von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und der Lebensalter: Der Greis (Vergangenheit) blickt zurück, der Jüngling (die Zukunft) nach vorne; nur der Mann (die Gegenwart) hat sein Gesicht dem Betrachter zugewandt.
Tizian, „Allegorie der Zeit“ – allegorische Darstellung des Verhältnisses von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und der Lebensalter: Der Greis (Vergangenheit) blickt zurück, der Jüngling (die Zukunft) nach vorne; nur der Mann (die Gegenwart) hat sein Gesicht dem Betrachter zugewandt.

Quelle: WikiPedia
Es wurde viel über die Ermordung eines Vorstandsvorsitzenden im Gesundheitswesen letzte Woche gesagt und geschrieben. Seitdem ein Verdächtiger verhaftet wurde, wurde viel darüber gesagt und geschrieben, was wir über den mutmaßlichen Täter annehmen. Die vielleicht beste Analyse, die ich gesehen habe, stammt von meinem Kollegen Robert Evans. Weitere Informationen werden bekannt gegeben und es wird noch mehr dazu gesagt werden.

Ich weiß nicht, ob ich zu dieser konkreten Aktion noch viel hinzufügen kann.

Letzte Woche ist das autoritäre Regime, das Syrien regiert hat, endlich gestürzt worden und Assad ist nach Russland geflohen. Die Zukunft Syriens ist äußerst ungewiss und instabil und schon jetzt sieht es düster und chaotisch aus. Sowohl Israel als auch die Türkei versuchen, aus der Schwächung des Landes Kapital zu schlagen, um ihre eigenen politischen Ziele in der Region zu erreichen.

Es ist also einfach, den Sturz von Baschar al-Assad als etwas Schlechtes zu betrachten, weil daraus vielleicht etwas Schlechtes entstehen könnte.

Das ist einfach, aber nicht richtig.

Alles unterliegt einem ständigen Auf und Ab, in der gesamten Geschichte. Jede unserer Handlungen hat Folgewirkungen, und die meisten dieser Auswirkungen sind nicht vorhersehbar (obwohl wir immer versuchen können und sollten, sie zu erraten). Manchmal rufen gute Dinge schlechte Reaktionen hervor ... eigentlich rufen alle guten Dinge schlechte Reaktionen hervor. Deshalb bezeichnen die meisten Linken rechte Kräfte als „reaktionär“. Der rechte Flügel ist in den meisten Fällen die Gruppe, die den Status quo verteidigt. Sie reagieren auf unser Handeln.

Wann immer jemand mutig handelt, gibt es Menschen, die darauf warten, dieser Person die Schuld für die Reaktion reaktionärer Kräfte zu geben. Es ist das „Verärgere Papa nicht“-Prinzip der politischen Welt: Stell dir zwei Geschwister mit einem gefährlichen, unberechenbaren Vater vor. Beide Geschwister haben Angst vor ihrem Vater, aber eines entscheidet sich dafür, sich zu wehren, zurückzuschreien oder zurückzuschlagen. Dies könnte dazu führen, dass der Vater auf beide Kinder losgeht. Die Sache ist die ... der Vater würde früher oder später sowieso auf sie losgehen. Man kann nicht behaupten, dass das Kind, das sich für den Kampf entschieden hat, unethisch gehandelt hat.

Ich möchte über den Unterschied zwischen der ethischen und der strategischen Beurteilung einer Handlung sprechen.

Anstatt die reaktionäre Kraft zu beschuldigen, beschuldigen die Menschen die Person, die versucht hat, die Dinge zu verbessern, oder die für sich selbst eingetreten ist oder sich gegen Unterdrückung gewehrt hat. Das ist, in Ermangelung eines besseren Wortes, Feigheit. Es ist Unterwerfung. Oder es ist strategisches Handeln.

Wir alle leben bis zu einem gewissen Grad in Unterwerfung, in Feigheit. Oder wir handeln strategisch. Wir alle entscheiden uns regelmäßig, jeden Moment eines jeden Tages, uns der Autorität zu unterwerfen, anstatt ihr zu trotzen. Das ist verständlich und vielleicht sogar die meiste Zeit über die beste Option. Wir hören auf unsere Chefs, weil wir das Geld brauchen, das uns der Job einbringt. Wir sagen „Ja, Sir“ zur Polizei, weil wir nicht erschossen werden wollen. Wir zahlen Miete, wir zahlen Versicherungen, wir zahlen Steuern, die einen Völkermord im Ausland finanzieren. Wir tun tausend kleine und große Dinge, um unsere Ehrerbietung gegenüber den Machtstrukturen zu zeigen, die uns regieren, weil wir in unseren Köpfen denken, dass es die bessere Option ist, diese tausend kleinen und großen Dinge zu tun.

Wir haben wahrscheinlich, in der Regel, recht. Es ist wahrscheinlich strategischer, Polizisten gegenüber respektvoll zu sein, es ist wahrscheinlich strategischer, Steuern zu zahlen. Aber wir gewöhnen uns auch so sehr an diese Ehrerbietung, dass sie zur Gewohnheit wird. Wir sind uns so sicher, dass wir strategisch die richtige Entscheidung treffen, dass wir anfangen zu glauben, dass es auch ethisch die richtige Entscheidung ist. Wenn Menschen also ausrasten, wenn sie sich auf eine Weise verhalten, die wir nicht als strategisch betrachten, behaupten wir manchmal, dass diese Handlungen nicht nur unstrategisch, sondern auch unethisch sind.

Wir sollten diese Dinge nicht verwechseln.

Ehrlich gesagt werden wir oft wütend, weil wir eifersüchtig sind. Jeder von uns trägt die Last von tausend Heucheleien, und wir sind eifersüchtig auf die Menschen, die sich weigern, auch nur für einen Moment in Angst, Unterwerfung und Heuchelei zu leben. Die meisten von uns (ich eingeschlossen) sehnen sich nach einer Zeit, in der genug von uns gemeinsam handeln, um auf diese Heuchelei verzichten zu können. Die meisten von uns (ich eingeschlossen) sehnen sich danach, mutig zu sein. Wir wollen nur, dass es auch strategisch ist.

Wenn jemand auf eine Weise handelt, die ich für unethisch halte, versuche ich vielleicht, ihn davon abzuhalten oder diese Handlungen zu verurteilen. Radikale, Revolutionäre, Linke und sogar Anarchisten haben im Laufe der Geschichte hier und da unethisch gehandelt, und wir sollten uns zu Recht gegen diese Handlungen aussprechen. Wir sollten uns dafür einsetzen, diese Handlungen nicht zu wiederholen. Für mich persönlich wäre das einfachste Beispiel, wie gut wir politische Gewalt ins Visier nehmen.

Der Anarchist Malatesta schrieb einmal: „Wir müssen handeln wie ein Chirurg, der schneidet, wenn es sein muss, aber unnötiges Leiden vermeidet: Mit einem Wort, wir müssen uns von der Liebe zu den Menschen, zu allen Menschen, leiten lassen.“ Das glaube ich.

Bei meinen Recherchen bin ich auf mindestens drei anarchistische Attentäter und Möchtegern-Attentäter gestoßen, die lieber ihr Leben gaben, als das Risiko einzugehen, Unschuldige zu töten. Zwei verschiedene italienische Männer warteten wochenlang mit Bomben auf eine Gelegenheit, Mussolini zu töten, ohne jemand anderem Schaden zuzufügen, wurden aber verhaftet, bevor sie die Chance hatten, den Diktator anzugreifen ... denn schließlich gibt es einfach keine „autoritärere“ Handlung als das Töten einer unschuldigen Person.

Andere Menschen waren nicht so umsichtig. In einer der verabscheuungswürdigsten Taten, die jemals im Namen des Anarchismus begangen wurden, zündete jemand (wahrscheinlich ein späterer faschistischer Informant namens Mario Buda) 1920 an der Wall Street die vielleicht erste Autobombe der Welt, eine von Pferden gezogene Kutsche mit hundert Pfund Dynamit und 500 Pfund Metallgewichten als Schrapnell. Dabei wurden Kinder und einfache Angestellte getötet und verletzt, aber kein einziger CEO kam zu Schaden.

Ich halte es nicht für einen Zufall, dass Mario Buda nach seiner Rückkehr nach Italien schließlich begann, die faschistische Regierung über die anarchistische Bewegung zu informieren, um seinen eigenen Arsch zu retten – und einmal ein Komplott gegen Mussolinis Leben vereitelte. Jemand, der keine Skrupel vor „Kollateralschäden“ hat, wird natürlich vom Faschismus angezogen.

Wenn jemand unethisch handelt, müssen wir diese Handlung natürlich verurteilen.

Wenn jemand hingegen unstrategisch handelt, können wir die Handlung kritisieren und versuchen, es selbst besser zu machen und andere zu ermutigen, es in Zukunft besser zu machen, aber wir können die Handlung nicht ethisch verurteilen.

Jede Handlung hat unbeabsichtigte Folgen. Insbesondere gewalttätige Handlungen neigen dazu, unbeabsichtigte Folgen zu haben. Das macht sie nicht unethisch.

Es war nicht unethisch, dass Menschen das unterdrückerische Regime von Baschar al-Assad stürzten, komme was wolle. Und offen gesagt glauben nur sehr wenige Menschen, dass es unethisch war, dass jemand einen CEO im Gesundheitswesen erschoss, der von der systematischen Ermordung von Kranken profitiert.

Wenn uns die Nachrichten der vergangenen Woche eines gezeigt haben, dann, dass die Zukunft ein umkämpfter Raum ist. Bestimmte Dinge, die sich unmöglich anfühlten, fühlen sich jetzt möglich an. Wir sind, um eine überstrapazierte Metapher zu riskieren, losgemacht. Das Schiff der Politik hat den Anker gelichtet. Alles ist möglich. Es ist gefährlich und beängstigend, bei Sturm auf dem Meer ohne Anker zu treiben. Der Wind bläst aus allen Richtungen und es liegt an uns, herauszufinden, wie wir die Segel setzen oder was auch immer. Ich weiß nicht viel über das Segeln. Wir müssen das Boot nur in eine gute Richtung bringen, und das ist jetzt tatsächlich möglich, anders als früher.

Krisen sind Chancen.

Der Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs ermöglichte es der Region, die am häufigsten als Rojava bezeichnet wird, sich für den demokratischen Konföderalismus auszurufen und am Aufbau einer unvollkommenen, pluralistischen und feministischen Gesellschaft von unten nach oben zu arbeiten. Es ist eines der spannendsten sozialen Experimente der Geschichte. Ohne die Krise des Krieges hätten sie diese Chance nicht gehabt.

Doch das prekäre Gleichgewicht, das sie gefunden haben, ist jetzt in Gefahr, weil ausländische Kräfte den Zusammenbruch des Regimes in Syrien ausnutzen. Das Chaos ermöglichte es ihnen, sich zu formieren, und jetzt bedroht das Chaos sie. Das ist die Wirkung von Chaos.

Wenn ich mir nicht sicher bin, wie ich zu einem politischen Thema im Ausland stehen soll, schaue ich mir die Anarchisten vor Ort an und folge ihrem Beispiel. Diese Methode ist vielleicht nicht perfekt, aber sie hat mir im Allgemeinen gute Dienste geleistet. Têkoşîna Anarşîst (anarchist struggle) ist eine anarchistische Einheit, die in der SDF kämpft, der militärischen Streitmacht, die die Region verteidigt, die wir normalerweise Rojava nennen. Und ihre Erklärung von vor einer Woche ist vorsichtig und nervös, aber nicht pessimistisch. Und sie trägt den Titel „Wir haben keine Angst vor Ruinen“.

Dieser Titel ist ein Auszug aus einem Zitat, das regelmäßig dem anarchistischen General Buenaventura Durruti während des Spanischen Bürgerkriegs zugeschrieben wird. Es besteht eine gute Chance, dass das Zitat unecht ist, dass es stattdessen von einem wohlgesonnenen Journalisten geschrieben wurde. Aber das Schöne daran, Anarchist zu sein, ist, dass ich dem Zitat nie eine besondere Bedeutung beigemessen habe, nur weil es von einem „wichtigen“ Mann stammt. Das vollständige Zitat lautet:

„Wir haben immer in Slums und Löchern in der Wand gelebt. Wir werden wissen, wie wir uns für eine Weile einrichten können. Denn ihr dürft nicht vergessen, dass wir auch bauen können. Wir haben diese Paläste und Städte hier in Spanien und Amerika und überall gebaut. Wir, die Arbeiter. Wir können andere bauen, um ihren Platz einzunehmen. Und bessere. Wir haben nicht die geringste Angst vor Ruinen. Wir werden die Erde erben; daran besteht nicht der geringste Zweifel. Die Bourgeoisie mag ihre eigene Welt in die Luft sprengen und ruinieren, bevor sie die Bühne der Geschichte verlässt. Wir tragen eine neue Welt in unseren Herzen. Diese Welt wächst in dieser Minute."
Die Zukunft, unsere Zukunft, ist noch nicht geschrieben, aber wir wissen, wie man schreibt. Wir werden diese Zukunft gemeinsam schreiben. Wenn wir alle an Bord dieses Schiffes sind, das von den Winden hin- und hergeworfen wird, wissen wir, wie man die Segel setzt oder die Ruder bedient oder was auch immer (ich bin kein Seemann). Wir segeln durch den Sturm, indem wir das tun, was wir am besten können: Wir kümmern uns umeinander. Wir bauen und stärken Strukturen der gegenseitigen Hilfe. Wir weigern uns, zu verzweifeln. Wir betrachten hartnäckig die Situationen um uns herum und entscheiden, wie wir am besten handeln können, gemeinsam oder einzeln, um das Schiff in die richtige Richtung zu lenken.

Wir erinnern uns daran, dass „Solidarität“ nur zwischen Menschen mit Unterschieden bestehen kann. Es ist keine „Solidarität“, der eigenen unmittelbaren Gemeinschaft zu helfen, sondern Menschen zu helfen, mit denen man vielleicht nicht einer Meinung ist oder die man sogar nicht mag.

Wir arbeiten daran, Klassenbewusstsein zu schaffen, um Menschen aus allen Gesellschaftsschichten klarzumachen, dass die Mittelschicht mehr mit den Armen gemeinsam hat als mit den Reichen. Dass Landarbeiter und Stadtarbeiter mehr miteinander gemeinsam haben als mit den Reichen. Dass einige Menschen Dinge besitzen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und andere Menschen arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und den Menschen, die Dinge besitzen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, darf nicht erlaubt werden, weiterhin Dinge zu besitzen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Wir arbeiten daran, die Menschen daran zu erinnern, dass ihre Entscheidungsfreiheit nicht an der Wahlurne beginnt oder endet.

Wir haben das Glück, in unsicheren Zeiten zu leben, in denen alles möglich ist. Schreckliche Dinge sind möglich, das ist sicher. Aber auch schöne Dinge. Wenn ihr mich fragt, vermute ich, dass beides eintreten wird.

Quelle: © Margaret Killjoy: The Future as a Contested Space or: we carry a new world in our hearts and other cliches I believe wholeheartedly, 11. Dezember 2024

Autorisierte Übersetzung: © Thomas Trueten

Blogkino: Night Has A Thousand Eyes (1948)

Heute zeigen wir im Blogkino den Thriller "Night Has A Thousand Eyes" mit Edward G. Robinson in der Hauptrolle. Der Plot: "Die Millionenerbin Jean Courtland versucht Selbstmord zu begehen, wird aber von ihrem Verlobten Elliott Carson davon abgehalten. In Rückblenden wird die Vorgeschichte erzählt.

John Triton tourt mit seiner Verlobten Jenny und dem Klavierspieler Whitney Courtland als angeblicher Wahrsager durch Varietés. Eines Tages hat er tatsächlich zutreffende Zukunftsvisionen. Sein Freund Courtland wird dank ihnen zum Millionär. Als Triton den Tod seiner Verlobten voraussieht, verlässt er sie und zieht sich aus der Gesellschaft zurück. Nach vielen Jahren zieht Triton in dieselbe Stadt wie Courtland. Dieser hatte nach Tritons Verschwinden dessen Verlobte geheiratet, die allerdings bei der Geburt der Tochter Jean verstarb. Als Triton die Vision eines Flugzeugabsturzes hat, bei dem Whitney Courtland ums Leben kommt, versucht er das zu verhindern und sucht dessen Tochter auf, um sie zu warnen. Das Unglück lässt sich allerdings nicht mehr verhindern.

Nun sieht Triton den Tod Jeans vor Ablauf einer Woche voraus. Jeans Verlobter Carson hält ihn für einen Betrüger und zieht die Polizei hinzu, die Triton misstraut. Diese stellt Jean in ihrem eigenen Haus unter Polizeischutz. Triton sieht verschiedene Ereignisse voraus, die vor Jeans Tod eintreten sollen. Eine Vorhersage nach der anderen erfüllt sich. Der Tod soll Jean abends um elf Uhr unter freiem Himmel ereilen. Dem Mörder, der auch für Courtlands Tod verantwortlich ist, gelingt es durch das Zurückstellen einer großen Wanduhr im Wohnzimmer die Polizei zu täuschen.

Als Jean glaubt, die Gefahr sei vorüber, verlässt sie alleine das Haus und geht in den Garten. Triton bemerkt den Trick und eilt Jean hinterher. Im letzten Augenblick gelingt es ihm den Mord zu verhindern. Die dazukommende Polizei begeht jedoch einen folgenschweren Irrtum. Sie erschießt Triton, weil sie ihn für den Angreifer hält..."


100 Jahre Rote Hilfe - 100 Jahre Solidarität: Ausstellung, Vortrag & Film in Stuttgart

Vortrag und Ausstellungseröffnung mit Silke Makowski (Hans-Litten-Archiv)

Das SharePic zum 100. Jahrestag der Roten Hilfe zeigt eine Collage verschiedener Stationen in der Geschichte der Roten Hilfe sowie den Hinweis auf die AusstellungVor 100 Jahren wurde die Rote Hilfe Deutschlands als parteienübergreifende Solidaritätsorganisation gegründet. Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung von der Weimarer Republik und der Illegalität ab 1933 über die Neugründung von Rote-Hilfe-Strukturen in den 1970ern bis zur heutigen Roten Hilfe e. V.. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung in Stuttgart und der Region.

Dienstag, 17.12., 20 Uhr
Stadtteilzentrum Gasparitsch
Rotenbergstr. 125, S-Ost


Ausstellung von 17.12. – 10.01.2025:
Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Roten Hilfe(n) und deren Solidaritätspraxis.

Berlin: Demo gegen Gewalt an Frauen

Das Foto zeigt viele Grabkerzen auf einer Treppe. Rechts davon liegt eine Papptafel mit dem Text "Stop Femizide" und einem roten Handabdruck. Der Buchstabe "O" ist als Zeichen mit Kreuz nach unten für weiblich geschrieben. Eine Frau schaut auif die Szene, eine weitere zündet eine Kerze an, weitere Personen im Hintergrund der Treppe stellen weitere Kerzen auf.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen demonstrierten mehr als 1.500 Menschen in Berlin vom Abgeordnetenhaus zur Senatsverwaltung für Finanzen. Mit Kerzen, Schildern und in Redebeiträgen wurde auf Femizide und Gewalt gegen Frauen, insbesondere gegen Frauen mit Rassismuserfahrung, aufmerksam gemacht. 2024 sind in Berlin bereits 28 Frauen von Männern getötet worden. Femizide, psychische Gewalt, Diskriminierung – klar ist: Frauen und Mädchen sind nicht ausreichend geschützt. Die Demonstrant:innen forderten die Umsetzung der Istanbul Konvention und eine Aufstockung der Förderung für Frauenhäuser und Unterstützungsangebote. Diese sind ebenfalls von den aktuellen Sparmaßnahmen des Senats betroffen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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7000 Menschen fordern auf Demonstrationen in Berlin und Karlsruhe die Legalisierung von Abtreibung

Plakat der Kampagne: 3 Menschen schieben den §218 bergab. Darunter der Text Abtreibung legalisieren jetzt!und die Spiegelstriche Wir sind viele / Wir sind mehr / Wir sind die 75% und ein QR Code zum einscannen neben einer geballten Faust, die am Handgelenk mit einem grünen Tuch umwickelt ist.Berlin, 07.12.2024. In Berlin und Karlsruhe haben heute 7000 Menschen aus ganz Deutschland die Legalisierung von Abtreibungen gefordert. Die Demonstrationen zeigen erneut, dass eine breite Mehrheit für die Legalisierung von Abtreibungen ist. Sie senden ein starkes Signal an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, dass noch vor der nächsten Bundestagswahl die Rechte ungewollt Schwangerer gestärkt und die vielfältigen Hürden beim Zugang zu sicheren Abtreibungen abgebaut werden müssen.

Die Demonstrationen wurden von einem breiten Bündnis aus über 100 Organisationen, Verbänden und Initiativen aus ganz Deutschland organisiert. Sie fordern die ersatzlose Streichung von § 218 aus dem Strafgesetzbuch, ein Recht auf freiwillige Beratung statt einer Beratungspflicht und die vollständige Kostenübernahme für alle.

Die Organisator*innen begrüßen den interfraktionellen Gesetzentwurf zur Neuregelung von Abtreibungen, welcher am 5.12.2024 erstmalig im Bundestag beraten wurde. Sie fordern die Abgeordneten dazu auf den Gesetzentwurf noch vor der nächsten Bundestagswahl zur Abstimmung zu stellen – und mit der nötigen Mehrheit für eine Abschaffung des § 218 zu stimmen. Der Gesetzentwurf ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu reproduktiver Gerechtigkeit. Gleichzeitig machen sie darauf aufmerksam, dass der aktuelle Entwurf weit hinter internationale Standards, wie den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation, zurückbleibt, wenn die Beratungspflicht wie auch die 12-Wochen-Frist bestehen bleiben. Sie fordern, dass die Abgeordneten an dieser Stelle nachjustieren.

Die Demonstrationen starteten am 7.12.2024 parallel um 13:00 Uhr am Alexanderplatz in Berlin und am Kronenplatz in Karlsruhe mit Redebeiträgen, musikalischen Live-Acts und Infoständen. Sie bildeten den Höhepunkt der zivilgesellschaftlichen Kampagne "Abtreibung legalisieren – jetzt!" und reihten sich ein in eine Vielzahl von Bestrebungen zur Legalisierung von Abtreibung in diesem Jahr, u.a. der Bericht der Expert*innen-Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin, die Ergebnisse der ELSA-Studie und der zivilgesellschaftliche Gesetzentwurf zur Legalisierung von Abtreibungen.

„Die Demonstrationen zeigen ganz deutlich: Das Recht auf Abtreibungen spaltet nicht die Gesellschaft. Im Gegenteil: Die ganz große Mehrheit in Deutschland will die Legalisierung von Abtreibungen. Sie will reproduktive Selbstbestimmung für ungewollt Schwangere – und zwar noch in dieser Legislaturperiode. Die Abgeordneten sind nun in der Pflicht der Kriminalisierung von ungewollt Schwangeren endlich ein Ende zu setzen." Leonie Weber, Pressesprecherin Abtreibung legalisieren - jetzt!

„Es ist ein Menschenrecht, über den eigenen Körper zu entscheiden. Dass dieses Recht immer noch missachtet wird, bringt weltweit viele Menschen auf die Straße – und das zurecht! Noch immer ist der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen keine Selbstverständlichkeit. Das sollte es aber sein! Dass Deutschland Abtreibungen kriminalisiert, kritisieren die Vereinten Nationen, Expert*innen und wir als Menschenrechtsorganisation. Sichere Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht. Die Bundesregierung sollte endlich handeln!" Julia Duchrow, Generalsekretärin Amnesty International in Deutschland

„Die aktuelle Regelung im Strafgesetz kriminalisiert und stigmatisiert ungewollt schwangere Menschen. Seit 150 Jahren stellt der § 218 Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe, seit mehr als hundert Jahren kämpfen Frauen, Aktivistinnen, Frauenverbände, Bündnisse dagegen an. Schwangerschaftsabbrüche müssen endlich entkriminalisiert werden, § 218 muss ersatzlos gestrichen werden! Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Frauen haben das Recht über ihren Körper selbst zu entscheiden!" Ceyda Tutan, Vorsitzende Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e.V.

„Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags müssen den interfraktionellen Gesetzentwurf zur Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs, der Mitte November vorgestellt wurde, schnellstmöglich auf ihre Tagesordnung setzen und beschließen. Dies ist ein Meilenstein für reproduktive Gerechtigkeit in Deutschland." Ursula Matthiessen-Kreuder, Präsidentin Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb)

„Die Abgeordneten im Bundestag haben nun die historische Gelegenheit, die Gesundheit von ungewollt Schwangeren und die Arbeit von uns Ärzt*innen spürbar zu verbessern. Die ELSA-Studie hat gezeigt: dreiviertel der Gynäkolog*innen sind für die Legalisierung. Aber auch die Wissenschaft, die Menschenrechte und die Empfehlung einer Expertinnenkommission drängen auf die Umsetzung des Gesetzesentwurfs." Dr. med. Alicia Baier, Vorstand Doctors for Choice Germany

„Der Schwangerschaftsabbruch ist Teil der Gesundheitsversorgung und gehört nicht ins Strafgesetzbuch. Schwangeren eine Art Austragungspflicht aufzuerlegen ist schlicht unmenschlich. Aber: wir müssen uns dringend damit auseinandersetzen, was Abbrüche nach pränataldiagnostischen Untersuchungen für uns als Gesellschaft bedeuten, wohin wir damit steuern. Diese Debatte darf aber nicht in den Uterus Einzelner verlegt werden. Es geht um die Behindertenfeindlichkeit unserer Gesellschaft als Ganzes." Jonte Lindemann, Referent*in für Medizin Gen-ethischen Netzwerk

„Das Zeitfenster wird knapp. Aber noch können wir in Deutschland die Weichen stellen: in Richtung Menschenrechte und gute Gesundheitsversorgung. Die Entkriminalisierung von Schwangerschafts-abbrüchen schützt schwangere Personen und entlastet Ärzt*innen, die die Eingriffe durchführen oder durchführen wollen. Wir müssen endlich davon wegkommen, Menschen, die sich gegen das Austragen einer Schwangerschaft entschieden haben, diesen Weg schwer zu machen. Stattdessen muss es eine vollumfängliche Unterstützung für schwangere Personen geben, egal wie die Entscheidung ausfällt." Monika Börding, Bundesvorsitzende pro familia

„Die Politik muss endlich handeln und die Bevormundung von Frauen beenden. Die jetzige Gesetzesinitiative ist ein guter erster Schritt. Schwangerschaftsabbrüche müssen endlich entkriminalisiert werden!" Karin Schwendler, Leiterin ver.di Frauen- und Gleichstellungspolitik.

Quelle: PM 07.12.2024
Weitere Informationen zu den Demonstrationen.

Über 100 Organisationen, Verbände und Initiativen fordern die Legalisierung von Abtreibung und rufen zu Großdemonstrationen am 7.12.2024 in Berlin und Karlsruhe auf

Ein breites Bündnis aus über 100 Organisationen, Verbänden und Initiativen aus ganz Deutschland ruft zu Großdemonstrationen am 7.12.2024 in Berlin und Karlsruhe auf. Sie fordern die ersatzlose Streichung von § 218 aus dem Strafgesetzbuch, ein Recht auf freiwillige Beratung statt einer Beratungspflicht und die vollständige Kostenübernahme für alle.

Das Plakat zeigt neben dem Logo der Kampagne die Termine der beiden Demos Die unterzeichnenden Organisationen, Verbände und Initiativen fordern die Abgeordneten der demokratischen Parteien des Deutschen Bundestages dazu auf, noch in dieser Legislaturperiode die Rechte ungewollt Schwangerer zu stärken und die vielfältigen Hürden beim Zugang zu sicheren Abtreibungen abzubauen. Sie kritisieren politische Versuche dieses Vorhaben zu blockieren und verurteilen Verlautbarungen die Rechte ungewollt Schwangerer in Zukunft noch weiter einschränken zu wollen.

Die Unterzeichner*innen begrüßen den interfraktionellen Gesetzentwurf zur Neuregelung von Abtreibungen, welcher heute erstmalig im Bundestag beraten wird. Dieser ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu reproduktiver Gerechtigkeit. Sie fordern die Abgeordneten dazu auf sich jetzt für das Selbstbestimmungsrecht ungewollt Schwangerer einzusetzen. Gleichzeitig machen sie darauf aufmerksam, dass der aktuelle Entwurf weit hinter internationale Standards, wie den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation, zurückbleibt, wenn die Beratungspflicht wie auch die 12-Wochen-Frist bestehen bleiben. Sie fordern, dass die Abgeordneten an dieser Stelle nachjustieren.

Die Demonstrationen starten am 7.12.2024 parallel um 13:00 Uhr am Alexanderplatz in Berlin und am Kronenplatz in Karlsruhe mit Redebeiträgen, musikalischen Live-Acts und Infoständen. Sie bilden den Höhepunkt der zivilgesellschaftlichen Kampagne "Abtreibung legalisieren – jetzt!" und reihen sich ein in eine Vielzahl von Bestrebungen zur Legalisierung von Abtreibung in diesem Jahr, u.a. der Bericht der Expert*innen-Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin, die Ergebnisse der ELSA-Studie und der zivilgesellschaftliche Gesetzentwurf zur Legalisierung von Abtreibungen.

Weitere Informationen zu den Demonstrationen.