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»Unsere Gesellschaft scheint nicht mehr verstehen zu können, dass es möglich ist, anders als unter der Herrschaft des Gesetzes zu existieren, das von einer repräsentativen Regierung ausgearbeitet und von einer Handvoll Herrschern verwaltet wird.« Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

Die schönsten Attentate des letzten Jahrhunderts Nr. 14: Anteo Zamboni vs. Benito Mussolini

Das Foto zeigt Anteo Zamboni als Kind um 1918
Anteo Zamboni, um 1918
Anteo Zamboni versuchte am 31. Oktober 1926 auf der Via Rizzoli in Bologna, Mussolini zu erschießen, während dieser an einer Parade zur Erinnerung an den Marsch auf Rom teilnahm.

Zambonis Schüsse verfehlten den Diktator leider; er selbst wurde sofort von nahestehenden Schwarzhemden attackiert und gelyncht. Der Mann, der ihn zuerst festhielt, war Pier Paolo Pasolinis Vater, der Kavallerieoffizier Carlo Alberto Pasolini.

Zwei Straßen in Bologna tragen Anteo Zambonis Namen: Die Mura Anteo Zamboni und die Via Anteo Zamboni. In einem Film von Gianfranco Mingozzi über das Attentat, Gli ultimi tre giorni (1978), wurde Zamboni von Franco Lotterio verkörpert.

Quellen: WikiPedia

143. Geburtstag von Béla Lugosi: Schauspieler, Gewerkschaftsführer, Antifaschist

Der ungarische Schauspieler Béla Lugosi wurde wegen seiner Rolle als Vampir Graf Dracula in mehreren Filmen als „Hollywoods Prinz der Dunkelheit” bekannt. Aber heute wissen nur noch wenige, dass er ein Gewerkschaftsführer und Antifaschist war, der gegen echte Monster gekämpft hat.

Vom Schauspieler zum Aktivisten

Bela Lugosi beim Ausüben seiner hypnotischen Fähigkeiten
Bela Lugosi als "Dracula", 1931
Quelle: Screenshot / archive.org
Lugosi wurde am 20. Oktober 1882 als Béla Ferenc Dezső Blaskó in Lugos, Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn (heute Lugoj, Rumänien), 50 Meilen vom Schloss von Vlad III (Vlad Dracula) entfernt, geboren. Der junge Lugosi fühlte sich zur Kunst hingezogen. Er erzählte seinem Vater, einem konservativen Bankier, von seinen Theaterambitionen, der die Berufswahl seines Sohnes ablehnte. Lugosi, der schon immer ein Rebell war, lief mit 12 von zu Hause weg, um seinen Träumen zu folgen.

Nachdem er verschiedene Gelegenheitsjobs hatte und als Bergmann und Maschinist gearbeitet hatte, gab Lugosi 1902 im Alter von 20 Jahren sein Bühnendebüt und nahm im folgenden Jahr den Künstlernamen Béla Lugosi an. Kritiker nannten ihn „den Laurence Olivier Ungarns” und er wurde eingeladen, dem Nationaltheater von Budapest beizutreten.

Während des Ersten Weltkriegs trat Lugosi in die österreichisch-ungarische Armee ein und erreichte den Rang eines Hauptmanns in der 43. Division der Skipatrouille. Im Kampf wurde er verletzt. Nach Beendigung seines Dienstes kehrte er zur Schauspielerei zurück.

Als das Kino als Kunstform an Popularität gewann, spielte Lugosi in einigen der ersten ungarischen Stummfilme mit. Er blieb bis 1918 am Nationaltheater, bis er dem Ruf zur Arbeiterrevolution folgte.

Das tägliche Leben in Ungarn war ein Albtraum, dem nur wenige entkommen konnten. Lugosi hatte schon lange gegen die niedrigen Löhne, die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und die unfaire Behandlung junger Schauspieler protestiert. Er erkannte schnell, welchen Beitrag Künstler zu politischen Kämpfen leisten konnten.

Ungarn: Unterstützer der Revolution von 1919

Lugosi unterstützte die im Dezember 1918 gegründete Kommunistische Partei Ungarns und ihren Führer Béla Kun. Nach dem Vorbild des revolutionären Russlands stürzte ein Massenaufstand das alte Regime, das der herrschenden Klasse verpflichtet war. Am 21. März 1919 wurde die Ungarische Sowjetrepublik gegründet.

Während die rote Flagge der jungen Republik nur 133 Tage lang über dem Parlamentsgebäude wehte, führte die Regierung von Kun die ersten gesetzlichen Schutzmaßnahmen für ethnische Minderheiten, den 8-Stunden-Arbeitstag und höhere nationale Löhne ein.

Lugosi führte im März 1919 eine Demonstration von Schauspielern an und wurde zu einem bekannten Organisator. Er war maßgeblich an der Gründung der Freien Organisation der Theaterangestellten beteiligt, aus der später die erste Filmschauspielergewerkschaft der Welt, die Nationale Gewerkschaft der Schauspieler, hervorging.

Don Rhodes schrieb in „Lugosi: His Life in Films, on Stage and in the Hearts of Horror Lovers“, dass „Lugosi dazu beitrug, die Freie Organisation der Theaterangestellten und Mitglieder der Filmindustrie in der National Trade Union of Actors zusammenzuführen, und als deren Generalsekretär fungierte“.

Der erste satzungsmäßige Kongress der NTUA begann am 17. April 1919.

In seiner Rede sagte Lugosi: „Vor einem halben Jahr habe ich den Kampf mit der Entscheidung begonnen, dass eine nationale Gewerkschaft sozialistischer Schauspieler gegründet werden sollte.” (Arthur Lenning, „The Immortal Count: The Life and Films of Béla Lugosi”)

Unter den Artikeln von Lugosi, die in „Szinészek Lapja” („Die Seite des Schauspielers”) veröffentlicht wurden, war einer, der sich mit der Ausbeutung von Schauspielern befasste: „Die ehemalige herrschende Klasse hielt die Gemeinschaft der Schauspieler durch verschiedene Lügen in Unwissenheit, korrumpierte sie moralisch und materiell und verachtete und verachtete sie schließlich für das, was aus ihren eigenen Lastern resultierte. Der Schauspieler, der von Hungerlöhnen lebte und demoralisiert war, wurde oft, wenn auch widerwillig, dazu getrieben, sich der herrschenden Klasse zur Verfügung zu stellen. Das Martyrium war der Preis für die Begeisterung für die Schauspielerei.“

Die Träume einer neuen Nation waren nur von kurzer Dauer, als die Ungarische Räterepublik am 6. August 1919 gestürzt wurde. Der Historiker Eugen Weber, Autor von „Varieties of Fascism: Doctrines of Revolution in the Twentieth Century“ (Varianten des Faschismus: Revolutionstheorien im 20. Jahrhundert), beschrieb die nachfolgende Regierung als „äußerst konservative Herrschaft aristokratischer Kabinette, die meist von großen Landbesitzern angeführt wurden“.

Als eine brutale Gegenreaktion in Form des „Weißen Terrors“ das Land erfasste, floh Lugosi nach Wien und arbeitete in der deutschen Filmindustrie, unter anderem in Berlin. Im Dezember 1920 wanderte er dann in die Vereinigten Staaten aus.

Unterdessen wurden in Ungarn Tausende von Kommunisten und Juden inhaftiert, gefoltert und/oder ermordet. Die Kommunisten führten ein prekäres Leben im Untergrund und traten erst nach dem Einmarsch der Roten Armee in Ungarn 1944 wieder in Erscheinung.

USA: Gewerkschaftsorganisator, Stimme gegen den Faschismus

Nachdem er in New Orleans angekommen war, lernte Lugosi Englisch und ging nach New York, wo er weiter als Schauspieler arbeitete. 1927 spielte er die Rolle des Grafen Dracula in der Broadway-Bühnenversion von Bram Stokers Roman. 1931 spielte er die Rolle in einer Verfilmung erneut und wurde damit zum internationalen Star.

Während der Weltwirtschaftskrise spielte Lugosi eine aktive Rolle in der Screen Actors Guild. Als Gründungsmitglied der SAG war er Mitglied des Beirats der Gewerkschaft. Lugosi organisierte die Gewerkschaft am Set von „The Raven“, in dem 1935 Boris Karloff mitspielte, ein SAG-Mitglied, das für seine Darstellung des Frankenstein-Monsters berühmt war.

Im Zweiten Weltkrieg verbündete sich der ungarische Diktator Miklos Horthy mit Adolf Hitler und den Nazis. Lugosi war dagegen und half bei der Gründung des Hungarian-American Council for Democracy, der forderte, „den Nationalsozialismus überall auszurotten“.

Als Mitglied der American-Hungarian Relief Inc. war Lugosi Hauptredner bei einer Kundgebung am 28. August 1944 in Los Angeles. Er forderte Washington auf, ungarische jüdische Flüchtlinge zu retten, Druck auf Horthys Nazi-Marionettenregime auszuüben und die Einwanderungsbeschränkungen zu lockern.

Dr. Rafael Medoff und J. David Spurlock schrieben: „Er mag zwar auf der Leinwand brutale Bösewichte gespielt haben, aber im wirklichen Leben erhob Béla Lugosi seine Stimme, um gegen die brutale Verfolgung der Juden in seiner Heimat Ungarn zu protestieren.” (Jewish Ledger, 3. Januar 2011)

Jahrelange Typisierung führte dazu, dass Lugosi immer weniger Rollen bekam. Der Mangel an Einkommen in Verbindung mit einer Morphinsucht, die durch körperliche Beschwerden verursacht wurde, brachte ihn fast in die Armut. Lugosi starb am 16. August 1956 in seinem Haus in Los Angeles. Er wurde in einem seiner „Dracula“-Umhänge beigesetzt.

Lugosi ist vor allem für seine Haupt- und Nebenrollen in über 100 Filmen bekannt. Aber seine Beiträge zum Kampf für Arbeitnehmerrechte und zur antifaschistischen Bewegung müssen als Teil seines bleibenden Vermächtnisses in Erinnerung bleiben.

Weitere Quellen: Stephen J. Lee, „European Dictatorships 1918-1945“.

Quelle: Beitrag von Mike Kuhlenbeck, gepostet am 5. März 2019
Übersetzung: Thomas Trueten

12 Jahre Gasparitsch – Ein Fest der Selbstorganisation und Gemeinschaft in Stuttgart-Ost

Hochformatiges Veranstaltungsplakat zum Jahresfest des selbstverwalteten Stadtteilzentrums Gasparitsch in Stuttgart-Ost. Auf cremefarbenem Hintergrund dominieren große schwarze und rote Schriftzüge sowie orangefarbene Flächen. Das Fest findet am Samstag, 17. Oktober, ab 14 Uhr in der Rotenbergstraße 125 statt. Angekündigt werden Kinderprogramm, Kaffee und Kuchen, Essen, Infostände, Tombola und Livemusik mit Post Pacific und James Bar Bowen. Ab 22 Uhr folgt eine Aftershow-Party mit DJs. Das Plakat lädt die Nachbarschaft ein, gemeinsam das Bestehen des Stadtteilzentrums zu feiern.

Plakat zum diesjährigen Fest

Das Stadtteilzentrum Gasparitsch feiert 2026 nicht nur ein weiteres Jahr seines Bestehens, sondern auch 12 Jahre voller Engagement und Selbstorganisation in Stuttgart-Ost. Gemeinsam mit der Nachbarschaft möchte das Gasparitsch am Samstag, den 17. Oktober 2026, von 14:00 bis 22:00 Uhr ein großes Straßenfest in der Rotenbergstraße 125 veranstalten – und alle sind herzlich eingeladen, mitzufeiern!

Das Gasparitsch ist längst mehr als nur ein Ort – es ist ein Raum, der von der Nachbarschaft selbst gestaltet wird, ein lebendiger Treffpunkt für alle Generationen. Hier kommen Menschen zusammen, um Ideen zu entwickeln, sich zu vernetzen und aktiv an der Gestaltung des Stadtteils teilzuhaben. In diesem Jahr geht es nicht nur um ein weiteres Jubiläum, sondern auch um die Wertschätzung all derjenigen, die das Gasparitsch in den vergangenen Jahren mit Leben erfüllt haben.

„12 Jahre Gasparitsch – das ist 12 Jahre gelebte Selbstorganisation und viele Begegnungen, die unsere Nachbarschaft so vielfältig und lebendig machen. Es ist ein Raum, in dem Kreativität auf politisches Engagement trifft.“, sagt Annemarie Zinser, Vorsitzende des Trägervereins. „Wir freuen uns sehr, dieses Jahr mit unserer Nachbarschaft und allen Interessierten zu feiern.“

Das erwartet Sie beim Straßenfest 2025:

  • Kinderprogramm: Spaß und kreative Aktivitäten für die jüngsten Besucher*innen.

  • Pianomusik: Live-Musik am Nachmittag mit Abdul

  • Festrede: 12 Jahre Gasparitsch und warum Zentren wie das Gasparitsch gerade heute so wichtig sind 
  • Kaffee & Kuchen: Leckere Kaffeespezialitäten und hausgemachte Kuchen.

  • Tombola: Mit tollen Preisen, die von lokalen Geschäften und Initiativen gespendet wurden.

  • Warme Speisen: Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt!

  • (Live-)Musik:

    • James Bar Bowen (Acoustic Folk-Punk/Singer-Songwriter)

    • Post Pacific (Melodic Pop-Punk)

  • Aftershow-Party: Ab 22 Uhr geht es mit einer energiegeladenen Party weiter!

Details zum Fest:

  • Datum: Samstag, 17. Oktober 2026

  • Zeit: 14:00 Uhr – 22:00 Uhr (Aftershow-Party ab 22:00 Uhr)

  • Ort: Stadtteilzentrum Gasparitsch, Rotenbergstraße 125, Stuttgart-Ost

  • Anfahrt: U4 Ostendplatz, U9 Raitelsberg (gegenüber Gaststätte Friedenau)

Besuchen Sie uns und feiern Sie mit uns die letzten 12 Jahre und all das, was noch kommen wird. Weitere Informationen und das komplette Programm finden Sie auf unserer Website: www.gasparitsch.org