Die Pianistin Irène Schweizer wird zwar erst in ein paar Tagen 75 Jahre jung, der Schweizer WOZ gab sie aber schon mal vorab ein Interview: "Mit Volksmusik begann sie, bei der radikalen Improvisation ist sie gelandet. Zu ihrem 75. Geburtstag erzählt die Pianistin Irène Schweizer, wie das erste Freejazzkonzert sie umgehauen hat, wie sie Frauenpolitik in die Musik getragen und sich ihr Verhältnis zur Musik entspannt hat. (...)"
Zum Reinhören: Irène Schweizer und Pierre Favre - Schaffhauser Jazzfestival 2011
Massive Repression gegen die TeilnehmerInnen der Proteste gegen den Bundesparteitag der AfD in Stuttgart: Spendet für die Betroffenen!
Konsequent versuchte die Polizei jeden Protest gegen den AfD Bundesparteitag am 30. April in Stuttgart zu verhindern. Bereits im Vorfeld wurde eine Kundgebung in Seh- und Hörweite der Rechtspopulisten faktisch verboten. Am Tag selber setzte die Polizei hunderte DemonstrantInnen fest. Über 600 Ingewahrsamnahmen wurden dem Ermittlungsausschuss der Roten Hilfe gemeldet.
Die Bedingungen, unter denen die Betroffenen den Tag verbringen mussten, waren katastrophal: Mehrere AktivistInnen kollabierten in der Gefangenensammelstelle und mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden. Doch damit nicht genug. Auch jetzt, im Nachgang der Proteste, ist mit Kriminalisierungsversuchen und Strafverfahren zu rechnen.
Die Rote Hilfe e.V. unterstützt als strömungsübergreifende Solidaritätsorganisation die Betroffenen staatlicher Repression. Selbstverständlich werden wir auch diejenigen unterstützen, die am 30. April gegen die AfD auf der Straße waren. Hierfür sind wir auf Eure Spenden angewiesen. Lassen wir die Betroffenen nicht allein. Solidarität ist eine Waffe!
Spendenkonto: Empfänger: Rote Hilfe OG Stuttgart
IBAN: DE66 4306 0967 4007 2383 13 BIC: GENODEM1GLS
Infos unter stuttgart.rote-hilfe.de
Berlin: United Neighbours - organize!

So gab es bereits vor Beginn der eigentlichen Demonstration am U-Bhf Osloer Str. verschiedene Zubringer-Demos von Bündnissen. Aus Neukölln schlossen sich die Bewohnerinnen und UnterstützerInnen des unkommerziellen Kiezladens Friedel 54 an, aus Moabit setzte sich der "Runde Tisch Moabit" mit vielen Menschen in Bewegung. Auf Höhe der Koloniestraße übernahmen die BewohnerInnen, die gegen teilweise 100%ige Mieterhöhungen kämpfen, die Spitze der Demonstration. Ein Zusammenschluss von geflüchteten Menschen und Nachbar*innen kamen von dem antirassistischen Sportfest in der Böttgerstraße als Spontandemonstration dazu.
Verschiedene soziale Kämpfe unterschiedlichster Projekte wurden thematisiert. Mit Sprechchören, Transparenten und Schildern machte die Demo auf ihre Forderungen aufmerksam. "Es gibt Alternativen! Wir wollen eine Stadt für alle. Statt Leerstand, Luxussanierungen und Ferienwohnungen in Mietshäusern wollen wir bezahlbaren Wohnraum, soziale Zentren und Jugendclubs".
Eine Fotoseite beim Umbruch Bildarchiv, Berlin
Buchtipp: "Wege durch die Wüste"
Was tun, wenn die Repression uns in Form von Ermittlungen, Platzverweisen, Festnahmen, Überwachung, Durchsuchungen, Vorladungen trifft? Grundlegend überarbeitet bietet der Ratgeber "Wege durch die Wüste" nicht nur einen schnellen Überblick. Er vermittelt zu allen Themen auch die weitergehenden Zusammenhänge, verweist auf Erfahrungen aus der politischen Praxis und Diskussionen, die für einen Umgang mit Repression unverzichtbar sind.
Die Neuherausgabe durch die edition assemblage ist sicherlich auch ein schöner Anlass für eine Buchvorstellung und -diskussion im eigenen politischen Umfeld.
Autorinnenkollektiv
Wege durch die Wüste
Antirepressionshandbuch
Broschur, 140×205 mm
überarbeitete Neuauflage
ca. 256 Seiten, ca. 9.80 Euro
ISBN 978-3-942885-81-2 | WG 973
Neuerscheinung Juli 2016
Schon mal bei unrast vorbestellen
Die Autor*innen: Bundesweites Redaktionsteam unabhängiger Antirepressionsgruppen.
Free Leonard Peltier!
Der lateinamerikanische Sender Telesur hat vor einiger Zeit ein Kurzvideo zum politischen Gefangenen Lenoard Peltier veröffentlicht, mit dem der Sender an dessen 40. Jahr der Inhaftierung erinnern will. Anlässlich dieses traurigen Jahrestages hatte ich einen kurzen Beitrag zu Leonard Peltier geschrieben:
"Seit 40 Jahren sitzt der inzwischen 71 jährige politische Gefangene Leonard Peltier im Gefängnis. Er ist ein zu lebenslänglicher Haft verurteilter indianischer Aktivist des American Indian Movement (AIM) in den USA. Genau wie bei dem wohl bekanntesten Gefangenen der USA, Mumia Ab -Jamal, ist ihm der Mord an zwei FBI-Agenten in der Nähe von Oglala, South Dakota auf der Pine Ridge Reservat offensichtlich untergeschoben worden.
Zwei Jahre nach der Belagerung von Wounded Knee, war die Atmosphäre in dem Reservat geprägt von Angst: In den Jahren nach der Auseinandersetzung wurden 60 getötet oder verschwanden. Auch heute noch ist die Lage in Pine Ridge geprägt von der Arbeitslostigkeit von 85 % der dortigen Bevölkerung, und grassierendem Alkoholismus. Die soziale Lage wirkt sich auch direkt auf die Lebenserwartung der Menschen aus, sie liegt mit 47 Jahren für Männer und nur etwas mehr als 50 Jahren für Frauen und ist damit eine der kürzesten aller Gruppen der westlichen Hemisphäre. (Wikipedia)
Bis heute weiss niemand, wer am 26. Juni 1975 die FBI Agenten Ronald A. Williams und Jack R. Coler auf dem Gelände der Jumping Bull Ranch erschossen hat. Die anderen angeklagten American Indian Movement (AIM) Aktivisten wurden freigesprochen, weil sie in Notwehr handelten. Es musste ein Schuldiger gefunden werden und mit manipulierten Beweisen traf es Leonard Peltier. Zwei Jahre nach der Tat wurde Leonard Peltier, ein Stammesangehöriger der Turtle Mountain Band of Chippewa Indians, wegen der Tötung der beiden Agenten verurteilt und verbringt seitdem eine lebenslange Haftstrafe in der USA Penitentiary in Coleman, Florida. Nicht wenige Menschen betrachten Peltiers Haft als Kriegsgefangenschaft.
Leonard Peltier leidet inzwischen an Diabetes und muss sofort aus der Haft freigelassen werden! (...)"
Berlin: Solidarisch gegen Nazis - Proteste am 7. Mai 2016

Die Polizei, mit 1.700 Beamten im Einsatz, schirmte die Demo der Rechten weitläufig von den Protesten ab. Pro Deutschland und Pro Berlin hatten, wie schon im März unter dem Motto: "Merkel muss weg" zum Hauptbahnhof mobilisiert, um von dort aus gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Aus dem ganzen Bundesgebiet waren die Teilnehmer angereist, unter ihnen viele gewaltbereite Hooligans und Neonazis. Statt der erwarteten 5.000 kamen jedoch nur ca. 1.800 Teilnehmer. Wiederholt kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, als Gegendemonstranten versuchten, auf die Route der Rechten zu gelangen. Dabei setzte die Polizei Pfefferspray ein und nahm insgesamt 40 Personen fest.
Eine Fotoreportage beim Umbruch Bildarchiv, Berlin