Ich hoffe, die Dunkelheit umgibt Dich genauso sanft wie das Licht oder: Ich habe diesen krassen Titel für ein paar Gedanken über das Schreiben und das Leben verschwendet
Quelle: Polyflux, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Schaut mir diese und nächste Woche bei Behind the Bastards zu, wo ich von Robert lerne, wie schlimm das globale nukleare Vernichtungssystem (sorry, nukleare Abschreckungssystem) ist.
Ich hoffe, die Dunkelheit umgibt dich genauso sanft wie das Licht.
Ich hoffe, du verzeihst mir, wenn ich diesen Monat etwas weniger oder weniger formell hier schreibe. Wir werden sehen. Ich liebe die Dunkelheit dieser Jahreszeit, weil sie sich wie eine Erlaubnis anfühlt. Die Erlaubnis, mich zurückziehen zu wollen.
Ich kann meinem Hund nicht böse sein, dass er seit Zehntausenden von Jahren gezüchtet wird, um Vieh und Menschen zu bewachen und Rehe und Eichhörnchen zu jagen. Deshalb kann ich auch nicht sauer auf mich selbst sein, wenn ich mich am Ende des Herbstes nach innen wende. Durch Zehntausende von Jahren der Evolution oder Anpassung oder was auch immer (wir nennen es bei Menschen nicht „Züchtung”, weil es weniger bewusst ein Projekt war) ist dies die Zeit des Jahres, in der ich in einen Energiesparmodus gehen möchte.
Wir alle sollten jetzt eigentlich weniger Energie verbrauchen. Als Viehzüchter würden unsere Tiere von den Sommerweiden zurückkommen und näher an unserem Zuhause sein, und als Landwirte hätten wir unsere Ernte eingebracht. So oder so würden wir alles für den kommenden Winter trocknen, einmachen, einlegen und konservieren. Ein paar Leute, die ich kenne, machen das, meistens als Hobby. Stattdessen arbeiten wir, als hätten die Natur und ihre Jahreszeiten überhaupt keinen Einfluss auf uns.
Das ist Grund genug für uns, den Kapitalismus zu zerstören. Aber ich suche immer nach Ausreden, um die Zerstörung des Kapitalismus zu rechtfertigen.
Die Wirtschaft verlangt aus irgendeinem seltsamen Grund, dass wir weiterarbeiten, also werde ich weiterarbeiten, aber ich möchte weniger mit meiner Zeit anfangen.
Deshalb werde ich diesen Monat weniger formell für euch schreiben.
Ich habe aber wieder angefangen, Belletristik zu schreiben, und das nimmt erfreulicherweise einen Großteil meiner Zeit in Anspruch. Belletristik zu schreiben ist für mich seltsam: Die Hälfte der Arbeit besteht darin, auf den Bildschirm zu starren, die andere Hälfte darin, meine Gedanken im Hintergrund Probleme lösen zu lassen, während ich mit dem Hund spazieren gehe, Auto fahre oder dusche. In letzter Zeit bin ich viel mit dem Hund spazieren gegangen und habe viel Auto gefahren, und ich habe mir Dutzende und Hunderte von Sprachmemos hinterlassen, die ich später transkribieren muss.
Es hat aber Spaß gemacht. Ich weiß, dass ich allen Kickstarter-Unterstützern eine weitere Geschichte schuldete, die in „Immortal Choir“ hätte enthalten sein können, und ich hatte das immer wieder aufgeschoben, aber dann bin ich letzte Woche nach North Carolina gefahren, habe das Radio ausgeschaltet und einfach die groben Umrisse der Handlung durchgespielt. Dann kam ich an meinem Ziel an und habe mit jemandem, der mir wichtig ist, ausführlich über meine Ideen gesprochen und die Gliederung ausgearbeitet.
Dann habe ich vier Stunden im Bett verbracht und sie geschrieben. Dann habe ich sie eine Woche lang ignoriert, um mir eine Pause zu gönnen, bevor ich mich an die Überarbeitung gemacht habe.
Dann habe ich ... eine seltsame Art von peinlicher Magie angewendet, die ich beherrsche. Fast die Hälfte der Magie, über die ich aus der Antike gelesen habe, drehte sich darum, Muster im Chaos zu suchen. Von Teeblättern über geworfene Knochen bis hin zu verschütteten Eingeweiden. Und ich habe meine eigene Art, das zu tun. Es ist nicht blutig, nur peinlich. (Eigentlich hatte ich nicht vor, den heutigen Beitrag hinter einer Paywall zu verstecken, aber ja, manche Dinge sind mir doch etwas peinlich. Keine Sorge, den größten Teil des Beitrags habt ihr vor der Paywall gelesen. Es folgt nur noch ein bisschen Geschwafel. Ich werde bald wieder rationaler schreiben, das verspreche ich fast.)
Seht ihr, ich habe viele Haare. Und sie sind sehr lockig. Und ich bürste meine Haare unter der Dusche mit einer nassen Bürste und viel Entwirrer. Daher landen viele Haare an der Wand meiner Dusche.
Und äh ... diese Haare?
Bilden Muster.
Ich bürste meine Haare und betrachte dann die Haare an der Wand, als würde ich nach Formen in Wolken suchen. Diese Gewohnheit habe ich nicht bewusst entwickelt. Ich habe einfach angefangen, Gesichter und Formen zu sehen und über sie nachzudenken, und jeder weiß ja, dass man unter der Dusche sowieso am besten denken kann.
Ich nutze das hauptsächlich als Meditation. „Oh, da ist ein freundlich aussehendes Gesicht. Ich muss freundlicher zu mir selbst sein.“ So etwas in der Art.
Ich schreibe allerdings viele meiner Geschichten unter der Dusche. Wenn ich mit meiner Handlung nicht weiterkomme und duschen gehe, finde ich meistens eine Lösung.
Und neulich, nachdem ich einen Entwurf für diese Kurzgeschichte hatte, mit dem ich größtenteils zufrieden war, war da ein Mann mit einem Vogelschädel, der einen Mantel trug und einen Ascot im Haar an der Wand hatte.
Also habe ich den Dämon in der Geschichte geändert, und dadurch ist die Geschichte viel besser geworden.
Wie auch immer, ich hoffe, sie gefällt euch.
Und ich hoffe, die Dunkelheit umgibt euch genauso sanft wie das Licht.
Quelle: Margaret Killjoy, I Hope the Darkness Holds You as Sweetly as the Light or: I wasted that sick title on just some ramblings about writing and life, 03. Dezember 2025
Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.
Übersetzung: Thomas Trueten [authorisiert]
Reise mit einem Zauberer - ein schöner Traum. Bilder und Lesung von und mit Johanna Teske
Emma Goldman sagte einmal: „Wenn wir nicht mehr träumen können, sterben wir.“ Soweit darf es nicht kommen. Ok, ich fange Mal an. Mit einem Traum. Einem schönen Traum. Hier treffe ich auf alte Bekannte und neue Gesichter. Wir wandern in Verbundenheit zu Orten, über Schichten, mit Geschichten und Spuren. In unseren Herzen tragen wir eine neue Welt. Und ich bringe sie nach Hause zurück.
von Johanna Teske
Kunst und Comic Ausstellung 6.12.25 – 31.1.26
Vernissage und Lesung 6.12.25 ab 14 Uhr
Während Veranstaltungen geöffnet
Homepage der Künstlerin: www.johannateske.com
Demokratisches Zentrum, Wilhelmstrasse 45/1, 71638 Ludwigsburg www.demoz-Ib.de
Über Vergebung
Captain Macheath tritt die sowohl in John Gays The Beggar's Opera (1728) und dessen Fortsetzung Polly (1777) als auch 150 Jahre später in Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper (1928) auf.
Dort bittet er um Verzeihung...
Die Kerle, die in Häuser brechen
Dieweil sie keine Bleibe kennen;
Die Lästermäuler, selbst die frechen
Sie könnten eure Mütter sein!
’s mag ihnen nur an Härte fehlen –
Ich bitt euch, ihnen zu verzeihn.
Habt da mehr Nachsicht mit den kleinen
Und weniger mit den großen Dieben
Die euch in Krieg und Schande trieben
Und betten euch auf blut’gen Steinen.
Die euch erpreßt zu Mord und Raube
Und nunmehr winseln ihr „Vergib!“ –
Stopft ihnen’s Maul und mit dem Staube
Der von eur’n schönen Städten blieb!
Und die da reden von Vergessen
Und die da reden von Verzeihn –
All denen schlage man die Fressen
Mit schweren Eisenhämmern ein.
Bertolt Brecht in: Gesammelte Gedichte Bd. 4, Ffm 1976, S. 1124 f.
k9 » größenwahn » politischer fiimabend: „Finding Fela“- Dokumentarfilm über Fela Anikulapo Kuti
Sonntag 16. November 2025 - 19 Uhr:"Finding Fela"
Dokumentarfilm über Fela Anikulapo Kuti (1938-97) aus Nigeria.
Alex Gibney erzählt die Geschichte von Felas Leben - 2014 — 119 min.
Fela Kuti war ein engagierter Künstler, Unbeugsamer Freiheitskämpfer und Politaktivist, der sich selbst als „antikolonialistischen Panafrikaner“ verstand. Mit AFROBEAT, die Funk+Jazz mit traditionellen westafrikanischen Klängen u. Yoruba-Rhythmen verband machte Kuti den neuen Stil zum Sound der Rebellion.
Bei seinem Aufenthalt in den USA 1969 lernte Fela Kuti bekannte Musiker wie James Brown, Miles Davis u. Sly Stone kennen. Er traf Angela Davis, Stokely Carmichael und The Last Poets und fand die Black Panther gut.
Nach seiner Rückkehr nach Lagos gründete Fela Kuti den (Afrika) Shrine Club, einen Nachtclub, der bald zum Mittelpunkt seiner musikalischen und politischen Aktivitäten wurde. Der Laden war die wichtigste und zeitweilig einzige Live-Spielstätte im Zwölf-Millionen-Einwohner-Großraum von Lagos. Er arbeitete mit dem südafrikanischen Trompeter und Sänger Hugh Masekela zusammen. James Brown, Stevie Wonder und Paul McCartney besuchten ihn im Shrine.
Er gründete dort seine "Republic Of Kalakuta" mit Tonstudio (als Provokation erklärte Fela seine Republic zur einzigen Freien Republik des Landes).
Zunehmend kritisierte Fela Kuti in seinen Texten die durch die Kolonialisierung deformierten Gesellschaftssysteme in Afrika und verurteilte das diktatorische Militärregime Nigerias. 1977 griffen rund 1000 Soldaten Kalakuta an, setzten es in Brand und zerstörten das Musikstudio.
Fela war mehrfach Jahre im Knast, zeitweise in Ghana im „Exil“ Trotz der immer wiederkehrenden Drohungen, Verfolgungen, Verhaftungen und körperlicher Gewalt durch die nigerianische Regierung, setzte er seine Kritik fort, prangerte immer wieder die unterdrückenden Zustände in seiner Heimat an. Seine Musik sorgte in der Bevölkerung für viel Furore u. Kritik am herrschenden System. Die Zeitschrift Rolling Stone bezeichnete ihn als den „gefährlichsten Musiker der Welt“.
Der Film enthält auch Interviews mit Fela Kutis Familie, Freunden, ehemaligen Bandmitgliedern sowie Archivmaterial u. einige seiner bekanntesten Songs, aus Konzertmitschnitten der Band „Africa '70* Ein komplexes und faszinierendes Bild eines charismatischen Künstlers, kämpferischen Aktivisten und eines sextrunkenen Egomanen.
In den 1990er Jahren erkrankte Kuti an AIDS, an dessen Folgen er am 2. August 1997 starb. Als die Leiche von Fela Kuti am 11. August 1997 in einem gläsernen Sarg durch Lagos gefahren und am bedeutendsten Platz aufgebahrt wurde, strömten mehr als eine Millionen Menschen auf die Straße. Chöre sangen Klagelieder; Bands spielten seine Stücke.
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