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»Wir sind Maurer, Maler, Elektriker, wir brauchen den Staat nicht, für nichts.« Lucio Urtubia

Revolution an der Tanzbar: EKTOMORF - Black Flag

Die ungarische Thrash Metal Band Ektomorf, die neben Hardcore Elemente traditioneller Romamusik in ihrem Liedern verbinden. Als Angehörige der Roma (Zoltán Farkas, Csaba Farkas) hatten und haben die Mitglieder von Ektomorf gerade in ihrer Heimat mit Vorurteilen und rassistisch motivierten Übergriffen zu kämpfen. Viele der Diskriminierungen beschreiben sie in ihren Liedern wie Black Flag vom gleichnamigen Album.

Nach dem Video ein Lesevorschlag aus der "Zeit": "Die Mär von den Roma-Clans".

TV Tipp: Ocupa Barcelona - Der Kampf um Wohnraum

"Spanien ist in Europa das Land mit den meisten Zwangsräumungen und mit den meisten leerstehenden Wohnungen. Eine Folge der Wirtschaftskrise und einer gigantischen Immobilienblase. Die Spekulation geht weiter. Aber die Menschen wehren sich. Das "Re:"-Team war eine Woche in der "europäischen Hauptstadt der Hausbesetzer", Barcelona."

Sendetermine: Donnerstag, 23. März um 19.45 Uhr
Livestream: Online vom 23. März bis zum 22. April 2017

Now spinning: Miles Davis & John Coltrane, Copenhagen March 24th, 1960. (Limited Edition, Nr. 129/500)

Ein Hörtipp: Ein Bootleg des Konzertes von Miles Davis & John Coltrane, das sie in Kopenhagen am 24. März 1960 im Rahmen der Abschlusstournee des Miles Davis Quintetts gaben. Die Soundqualität ist gut, die Qualität der durchsichtigen Pressung ist ausgezeichnet. Die Scheibe bekommt man bei Amazon oder auch bei Discogs.
Trackliste:
A1 So What
A2 On Green Dolphin Street (Part One)
B1 On Green Dolphin Street (Part Two)
B2 All Blues > The Theme


R.i.P. Chuck Berry

Chuck Berry ist tot. Er ist schon lange unsterblich. Carl Sagan und Ann Druyan wünschten ihm im Jahre 1986 alles Gute zu seinem 60. Geburtstag. Sie schrieben, dass seine Musik für immer leben wird, weil seine 1958 veröffentlichte Single "Johnny B. Goode" auf der Voyager Golden Record mit den Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 Sonden auf der Reise zu den Sternen ist. Zu dem Zeitpunkt waren die Sonden bereits zwei Milliarden Meilen von der Erde entfernt und sie würden weiter mehr als eine Milliarde Jahre unterwegs sein...


Quelle: Library of Congress

Revolution an der Tanzbar: Toccata and Fugue in D Minor (On Floppy Drive Organ)

Heute mal wieder etwas Klassik, Toccata und Fuge d-Moll, "wohl das mit Abstand bekannteste Orgelwerk europäischer Kunstmusik. Es wird traditionell Johann Sebastian Bach zugeschrieben." (WikiPedia). Die etwas ungewöhnliche Orgel sprang mir sofort in die Ohren, als ich mir das anschließend folgende Kunstwerk, die Musik zu スーパーマリオãƒ-ラザーズ ansah, auf das mich ein Freund in einem Kommentar hingewiesen hatte. Das ist alles ziemlich krass und kommt beinahe an die Murmelmaschine der schwedischen Combo Wintergatan ran. Die hatte ich das erste Mal drüben bei Ronny gesehen und hier auch schon mal gebloggt, ist aber ein völlig anderer Stil. ;-)



Vielen Dank, F. K. für den Tipp!

Weltpremiere von „Django“ eröffnet Berlinale 2017

Django Reinhardt im New Yorker Jazzclub Aquarium, Ende Oktober 1946.
Foto: William P. Gottlieb [Public domain], via Wikimedia Commons
Der Eröffnungsfilm ist ein Signal, dass die Situation von Minderheiten immer auch die Situation einer Gesellschaft beschreibt

Wenn die Nazis den Völkermord an den Sinti und Roma mit ihren rassistischen Werkzeugen vorbereiten, dann ist damit gleichzeitig die Zerstörung Deutschlands und Europas eingeschlossen -“ dieser Dimension wird der Film Django nicht gerecht, aber vielleicht war das auch nicht der Anspruch des Films. Um so wichtiger, dass im Film dann aber gezeigt wird, wie sich junge Sinti und Manouche der Résistance in Frankreich anschließen, als die Mordpolitik der Nazis offenkundig wurde; eine Tatsache, die in der Geschichte der Résistance allzuoft ausgeblendet wird.

Reda Kateb verkörpert die Rolle von Django Reinhardt kongenial. Er macht in den Musikszenen des Films deutlich, wie stark der Einfluß von Django Reinhardt auf die Entwicklung des Jazz war. Bis heute prägen Sinti diese originäre Form des Jazz in der Tradition von Django Reinhardt.

Für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma dankt Romani Rose dem Festivaldirektor und Intendanten der Internationalen Filmfestspiele Berlin, Dieter Kosslick, für die Aufmerksamkeit, die er in den letzten Jahren dem Thema -šSinti/Roma-˜ im Programm der Berlinale gegeben hat. Filme wie Aferim, Just the Wind und eine Reihe anderer bemerkenswerter Produktionen sind ein wichtiger Beitrag für die Wahrnehmung und die Selbstwahrnehmung von Sinti und Roma in Deutschland und in Europa. Gerade angesichts der gegenwärtigen Rückkehr von Nationalismus und der (Selbst-)Abgrenzung von Gesellschaften bekommt die Spiegelung eben dieser Gesellschaften in den Filmen über Sinti und Roma eine neue Bedeutung.

(Presseerklärung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zum Eröffnungsfilm der Berlinale)

Revolution an der Tanzbar: KREATOR - Destroy What Destroys You

"Bemerkenswert sind wieder einmal die Texte von Sänger Mille Petrozza, die seit langem linke Themen mit der brutalen Zombie-Ästhetik des Genres mischen. Ein Song gegen Rassismus hieß dann "All of the Same Blood", einer gegen Umweltverschmutzung "Death to the World" und die Griechenlandkrise läuft bei Kreator unter "Civilization Collapse" -“ das ist weder besonders subtil noch hochintellektuell und doch ­außergewöhnlich. Schon in der BR-Dokumentation "Thrash Altenessen" von 1989 kann man den damaligen Bassisten Rob Fioretti "Ich will nicht werden, was mein Alter ist" von Ton, Steine, Scherben singen hören. 2009 folgte mit dem Song "Destroy What Destroys You" dann auch die metallische Verneigung vor Rio Reiser und Co. Das aktuelle Album steigt lyrisch in den Urschlamm der Aufklärung, in die die babylonisch-griechische Antike. Mit "Totalitarian Terror" gibt es einen Song, der sich direkt auf Hannah Arendt bezieht, welche die Idee der griechische Polis zeitlebens als demokratisches Ideal gepredigt hatte. Im Lied "Fallen Brother" tritt der Schlagersänger Dagobert vom Buback-Label als Gast auf, das dürfte sogar die Spex freuen.

[..]

In einer Subkultur, in der jeder irgendwie warrior sein will, hat Mille Petrozza sich dafür entschieden, social justice warrior zu sein -“ und das ist gut so."

Jungle World Nr. 6, 9. Februar 2017

Esslingen: Mono für Alle!

Mono für Alle! kommen nach langjähriger Abstinenz mal wieder nach BaWü. Und wer meint, dass die Konzerteskalation vom letzten Mal nicht mehr zu überbieten ist, der hat vielleicht recht, vielleicht aber auch nicht.

Denn die Lage hat sich dramatisch zugespitzt. Der griechische Frühling ist tot, die Zäune um Europa wachsen, die Rechte triumphiert, AfD, Brexit, Trump, Gentrifizierung, Klimawandel, S21... alles geht plötzlich ganz schnell. Mono für Alle! liefern im dritten und letzten Teil ihrer Tour einen wütenden und radikalen Rundumschlag gegen die kapitalistische Katastrophe und zeigen gleichzeitig, wie Alternativen aussehen können:

Selbstorganisation, DIY-Konzerte in höchster Vollendungsform, handgenähte Shirts und Eintritt auf Spendenbasis, wo niemand ausgeschlossen wird.

Als Spezialgäste stehen außerdem auf der Bühne zwei besonders interessante Vertreter der post-modernen Punk- und Beatmusik: Zystem (Esslingen) und Triple T.H (Hannover). Es wird spannend!

Freitag, 13. Januar 20:00

KOMMA Kultur Esslingen
Maillestraße 5-9, 73728 Esslingen

*Spenden-VVK gibt es unter Mono für Alle!

Zystem - Punk aus Esslingen

Triple T. H. in your face core Hannover

"Rassismus ist das Übel unserer Welt. Nazi sein bedeutet, dass du verloren hast, bevor du anfängst. Du kannst nicht gewinnen. Du bist nur dumm."

Heute vor einem Jahr ist Ian Fraser "Lemmy" Kilmister gestorben. Aus dem Anlass: "I Ain't No Nice Guy"

Das Zitat, das wir als Titel verwendet haben, stammt aus dem 2003 entstandenen Interview im SZ-Magazin