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»Unsere Gesellschaft scheint nicht mehr verstehen zu können, dass es möglich ist, anders als unter der Herrschaft des Gesetzes zu existieren, das von einer repräsentativen Regierung ausgearbeitet und von einer Handvoll Herrschern verwaltet wird.« Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

Shared Fights - Take back the night 2026

Das Foto von Björn Obmann zeigt die Demo von der Seite gesehen im Bengaloschein.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Am Vorabend des 1. Mai beteiligten sich in der Walpurgisnacht am 30. April 2026 rund 3.000 Menschen an einer queer-feministischen Demonstration gegen Patriarchat, Staat und Kapital durch Berlin-Kreuzberg und Neukölln.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

„Lasst uns zurückschlagen gegen den zunehmenden imperialistischen Autoritarismus und Militarismus in der Gesellschaft: gegen die rassistische und patriarchale Polizeigewalt in unserer Stadt, gegen Pink Lists, die darauf abzielen, trans- und queere Menschen zu überwachen. Gegen Wehrpflicht, KI-Überwachung und Zäune in unseren Kiezen, gegen die Kriminalisierung von Sexarbeit, gegen Nazi-Angriffe auf uns, wenn wir nachts nach Hause gehen, gegen brutale Razzien und gegen die falsche Schuldzuweisung an Migrant*innen-Gemeinschaften. Wir sagen: ABOLISH FRONTEX, ABOLISH ICE, ABOLISH GEAS! (…)

Wir werden niemals schweigen, wenn es um unsere toten und inhaftierten Geschwister geht. Unser gemeinsamer Kampf lässt sich nicht durch Gefängnismauern aufhalten!

In diesem Jahr widmen wir diese Demo Devran, einer Genossin, die ihr ganzes Leben lang Teil unserer gemeinsamen Kämpfe war. Sie war Teil der Antifa Genclik, kämpfte für die Freedom of movement Bewegung rund um den Oranienplatz und nahm jedes Jahr an der „Take Back the Night“-Demo teil. Wir haben sie letzten November im Kampf gegen die Dämonen verloren, die die Systeme der Unterdrückung in unsere Köpfe und Seelen pflanzen – Einsamkeit und Entfremdung. Aber wie Rio Reiser sagte: Die letzte Schlacht gewinnen wir.“

(aus dem Aufruf zur Demo)


Weitere Ereignisse zu diesem Thema

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Abgesagte Stationierung von US-Raketen: Kampagne sieht große Chance für Rüstungskontrolle

Das Logo der Kampagne zeigt eine weiße Friedenstaube, die vor einer zerbrochenen Rakete fliegt.

Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ begrüßt die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, keine Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren. Nach Einschätzung des Bündnisses bietet sich jetzt die Chance für neue Fortschritte in der Rüstungskontrolle. Die Bundesregierung müsse diese nutzen.

Die Pläne zur Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Deutschland waren vor rund zwei Jahren bekannt geworden und hatten bundesweit Proteste ausgelöst. Mit seiner Ankündigung, einen Teil der US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, hat Trump nun am vergangenen Wochenende auch die Stationierung der Waffen in Deutschland abgesagt.

Bestärkt durch diese Entwicklung ruft die Kampagne für den 30. Mai 2026 gemeinsam mit einem breiten Bündnis zu Protesten unter dem Motto „Keine Mittelstreckenwaffen – nirgends!“ in Wiesbaden und Grafenwöhr auf, um Druck für neue Abrüstungsinitiativen zu machen.

Absage der Stationierung ist eine gute Nachricht
„Die Absage der Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland ist eine gute Nachricht für die Sicherheit in Europa!“, sagt Simon Bödecker, Referent von Ohne Rüstung Leben und Sprecher der Kampagne. „Landgestützte Mittelstreckenwaffen sind darauf ausgelegt, strategische Ziele in sehr kurzer Zeit anzugreifen. Sie wirken destabilisierend, führen zu einem Klima der ständigen Unsicherheit und hätten Deutschland zu einem potenziellen Ziel russischer Präventivschläge gemacht.“

Sehr kritisch bewertet die Kampagne die ersten Reaktionen aus der deutschen Politik. Forderungen nach der Entwicklung oder Beschaffung eigener Mittelstreckenwaffen würden die bestehenden Risiken eher verschärfen als reduzieren.

„In der aktuellen Weltlage ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und kluge, weitsichtige Entscheidungen zu treffen. Der Verzicht der USA auf die Stationierung weitreichender Angriffswaffen in Deutschland bietet dafür jetzt eine große Chance“, erklärt Simon Bödecker. „Reflexartige Rufe nach dem Kauf eigener Marschflugkörper und der Entwicklung europäischer Mittelstreckenwaffen bringen uns aber nicht weiter. Auch die vielbeschworene ‚Fähigkeitslücke‘ ist längst widerlegt!“

Rüstungskontrolle und Abrüstungsinitiativen jetzt nötig!
„Wir fordern die Bundesregierung auf, neue Initiativen für internationale Rüstungskontrolle auf den Weg zu bringen. Der INF-Vertrag hat in den 1980er-Jahren gezeigt, dass das Verbot von Mittelstreckenwaffen einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Eskalationsrisiken leistet und Grundlage eines weiterführenden Dialogs sein kann. Damals war der Vertrag ein wichtiger Schritt zum Ende des Kalten Krieges. Solche Impulse brauchen wir heute wieder!“ fügt Simon Bödecker hinzu.

Protest gegen Mittelstreckenwaffen in Ost und West am 30. Mai
Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig“ mobilisiert daher für den 30. Mai 2026 zu Demonstrationen in Grafenwöhr und Wiesbaden. „Mit den großen Demonstrationen wenden wir uns gegen alle Mittelstreckenwaffen in Ost und West. Und wir protestieren gegen die Pläne zum Kauf und zur Entwicklung europäischer Marschflugkörper. Gerade jetzt ist es wichtig, dass tausende Menschen mit uns Verhandlungen über Rüstungskontrolle fordern,“ erläutert Marvin Mendyka, Mitglied im Kampagnenrat und im Vorbereitungskreis der Demo. „Daher rufen wir bundesweit zur Teilnahme an den beiden großen Demonstrationen am 30. Mai auf. Unsere Botschaft ist klar: Keine Mittelstreckenwaffen – nirgends!“

Über die Kampagne
Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ ist ein Zusammenschluss von mehr als 55 Organisationen aus der Zivilgesellschaft. Die Kampagne protestiert gegen die Rückkehr der Raketen und Marschflugkörper nach Europa, klärt über ihre Risiken und Gefahren auf und fordert ein internationales Abkommen zur Begrenzung landgestützter Mittelstreckenwaffen.

Quelle: Pressemitteilung, 4. Mai 2026. Weitere Informationen zur Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ finden sich unter: friedensfaehig.de.

1. Mai: Sie bauen den Sozialstaat ab – Wir bauen die Gewerkschaft auf

Das SharePic zeigt alle relevanten Eckdaten aus dem Textbeitrag zu den Aktivitäten der FAU am 1. Mai

Unter dem Motto »Sie bauen den Sozialstaat ab – Wir bauen die Gewerkschaft auf.« sind wir am 1. Mai in Stuttgart auf der Straße.

Wir treffen uns um 10:00 Uhr am Stadtteilzentrum Gasparitsch und bringen gemeinsam unser Material zur Demo und zeigen bei der Auftaktkundgebung am Marktplatz Präsenz.

Ab 11:30 Uhr laufen wir gemeinsam bei der Gewerkschaftsdemo mit, beginnend am Marktplatz.

Anschließend sind wir beim 1. Mai Fest im Stadtteilzentrum Gasparitsch.

Und um 17:00 Uhr startet dort die Stadtteildemo.

Quelle: FAU Stuttgart

1000 Krisen – eine Antwort: Sozialismus! Heraus zum revolutionären 1. Mai 2026!

Das SharePic zeigt das Plakat zum revolutionären 1. Mai 2026 in Stuttgart, sowie den Verweis auf die Webseite des Bündnisses sowie einen QR Code

Achte Anarchistische Buchmesse Mannheim vom 14. bis 17. Mai 2026

Das SharePic zur 8. anarchistischen Buchmesse in Mannheim zeigt das Jugendzentrum Forum auf der rechten Seite und links 3 Wellen, deren Schaumkronen aus lauter Anarchie Ⓐ besteht sowie Angaben zur Messe und den Veranstalter:*Innen

Ostermarsch 2026

Das Foto zeigt eine Weitwinkelaufnahme eines Teils des Ostermarsches mit verschiedenen Transparenten, unter anderem Freiedensglocke, DKP, IG MEtall, BSW,
Foto: © Soldiner Kiez Kurier via Umbruch Bildarchiv
In rund 100 Städten gab es über die Feiertage antimilitaristische Aktionen und Demonstrationen gegen Kriege, Aufrüstung und die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft. In Berlin beteiligten sich mehrere tausend Menschen am diesjährigen Ostermarsch durch Prenzlauer Berg. Aufgerufen hatte die Berliner Friedenskoordination (FriKo).

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Der Berliner Ostermarsch 2026 versammelte ein breites Bündnis an Organisationen. Das Spektrum reichte von traditionellen Friedensgruppen bis hin zu diversen linken und kommunistischen Gruppierungen. Es fiel deutlich auf, dass der Marsch vor allem von der älteren Generation getragen wurde. Jüngere Menschen waren eher in der Minderheit, setzten aber markante Punkte. Ein Beispiel war eine junge Rednerin aus dem Wedding von der neu gegründeten Initiative „Nein zur Wehrpflicht“, die mit einer scharfen Kritik an der Politik von Friedrich Merz mit dem Ausruf „Friedrich Merz Leck meine Eier!“ und dem Aufruf zum nächsten Schulstreik am 8. Mai den Abschluss bildete.

Die Friedenskoordination Berlin (Friko) zeigte sich in einer ersten Einschätzung sehr zufrieden und sprach von einer stabilen Resonanz, die auf dem Niveau des Vorjahres lag. Während die Polizei die Teilnehmerzahl mit rund 1.600 Personen angab, liegen die Schätzungen der Veranstalter traditionell etwas höher, wobei sie vor allem das „breite und entschlossene Bündnis“ unter dem Motto „Nein zum Irrsinn der Kriegspolitik“ hervorhoben. In ihrem offiziellen Fazit betonten die Organisatoren, dass der Marsch trotz der kontroversen Debatten im Vorfeld ein wichtiges Zeichen gegen Aufrüstung und die neue Wehrpflicht gesetzt habe.

„Die Politik der deutschen Regierung ist nicht „komplex“, sondern komplett unverantwortlich und irre. Sie setzt auf unbegrenzte Aufrüstung. Sie propagiert Kriegswirtschaft als alternativlos. Bis 2029 soll so weit aufgerüstet sein, dass die Bevölkerung bereit und die Bundeswehr fähig ist, nicht nur zu kämpfen, sondern auch zu siegen. Die Regierung hat begeistert zugestimmt, 5% des BIP für das Militär auszugeben! Die Rüstungskonzerne jubeln, die sozialen Bereiche verkümmern. Die Lage für die Beschäftigten und Arbeitslosen, für die Jugend, die Familien und Alten wird immer prekärer.“

(Aufruf zur Demo)


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Filmvorführung zu Hans Gasparitsch: „Ich bin ja jetzt der Letzte“

Der Flyer zum Film zeigt neben einem Foto des älteren Hans Gasparitsch die Angaben zur Filmvorführung
Flyer zum Film
FILMVORFÜHRUNG im Gasparitsch:

Arbeiterkultur - Jugendwiderstand - Konzentrationslager.
Hans Gasparitsch, geboren 1918 in Stuttgart, erzählt.
„ICH BIN JA JETZT DER LETZTE“

📅 FREITAG, 10. APRIL, 20.30 UHR
🎥 Filmdauer: 40 min.
📍 Stadtteilzentrum Gasparitsch, Rotenbergstr. 125, Stuttgart

Mit 16 Jahren schrieb Hans Gasparitsch am 14. März 1935 mit roter Farbe „Hitler = Krieg“ auf den Sockel der Rossebändiger im Stuttgarter Schlosspark. Er und seine Freunde von der „Gruppe G“, in der Hans organisiert war, wurden von der Gestapo verhaftet. Es folgte der größte Prozess gegen Jugendliche in Württemberg während der NS-Zeit. Für Hans begann ein zehnjähriger Weg durch deutsche Gefängnisse und Konzentrationslager - ein Weg tiefen Leidens, aber auch ein Weg der Erfahrung großer Menschlichkeit und Solidarität seitens vieler Mithäftlinge.
Im Film berichtet Hans Gasparitsch:
• über seine Jugend in der Arbeiterkultur der 1920er Jahre,
• über das Erstarken der Nazis in Ostheim vor und nach
1933,
• über seine Politisierung und erste Widerstandsaktionen,
• über die Aktion bei den Rossebändigern,
• über Prozess, Verurteilung und Inhaftierung,
• über seine Zeit in den Konzentrationslagern,
• und über die Jahre danach.
Die Erzählungen von Hans Gasparitsch werden durch historische Fotos und Dokumente eindrucksvoll ergänzt.

Ab 20 Uhr lädt die Kneipe zum entspannten Miteinander ein - mit gutem Essen, kühlen Getränken und Gelegenheit zum Austausch 🥗🍝🍞


This Saturday: All Out for No Kings Day 3!

Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Masked secret police are terrorizing our communities. An illegal, catastrophic war is putting us in danger and driving up our costs of living. Attacks on our freedom of speech, our civil rights, and our freedom to vote are happening on a daily basis. Costs are pushing families to the brink. #Trump is acting like a tyrant. But this is America, and power belongs to the people - not to wannabe kings or their billionaire cronies.

This Saturday, March 28th, we will show up together to demand, No Kings!


Please plan to join what promises to be the largest democracy, human rights, and peace demonstration in U.S. history. More than 3,000 events are planned.

FIND A NO KINGS EVENT NEAR YOU!

As President Trump escalates his attempts to control us, it is on us, the people, to show that we will fight to protect one another and our country. If he believes we will roll over and allow him to take our freedoms, he is mistaken. We are coming together on March 28 across issues, ages, races, and religions, because we know we can overcome this repression when we unite.



(In #Germany also in #Munich / #München #Nuremberg / #Nürnberg #Frankfurt #Wiesbaden #Düsseldorf #Bremen & #Hamburg)

#NoKings! #NoWars! #NoNukes! #NoICE


Anstieg um 42 Prozent: Bundeswehr ist eine der Armeen mit den meisten minderjährigen Soldatinnen und Soldaten weltweit

Das Logo der Kampagne "Unter 18 nie!" zeigt eine grafisch dargestellte junge Person mit Stahlhelm, die mit angezogenen und umarmten Knien auf dem Boden hockt und auf dem Rücken ein Gewehr trägt. Dazu der Text: "Unter 18 nie! Keine minderjährigen in der Bundeswehr" und ein Link auf die Webseite www.unter18nie.de
Mehr Informationen zur Kampagne: Bild anklicken.
In einem offenen Brief fordern 18 Organisationen und 6 Dachverbände mit über 230 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Menschenrechte, Frieden, Umwelt, Kirche und Gewerkschaft mit zusammen über einer halben Million Mitgliedern Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius auf, das Rekrutierungsalter für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf 18 Jahre anzuheben und Bundeswehrwerbung bei Minderjährigen zu beenden. Der Minister könnte dies sofort durch eine Dienstanweisung umsetzen.

„Im Jahr 2025 hat die Bundeswehr 3.131 Jungen und Mädchen im Alter von 17 Jahren als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert - das ist ein trauriger neuer Höchstwert und ein Anstieg um 42% gegenüber dem Vorjahr, jeder achte neueingestellte Soldat war minderjährig. Damit ist die Bundeswehr eine der Armeen mit den meisten minderjährigen Soldatinnen und Soldaten weltweit“, sagt Ralf Willinger von der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes, Sprecher vom Bündnis Unter 18 Nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr. Nur wenige Armeen weltweit rekrutieren überhaupt noch Minderjährige, über 150 Länder halten den sogenannten Straight18-Standard ein und rekrutieren nur Volljährige als Soldatinnen und Soldaten.

„Die von der Bundeswehr rekrutierten Jungen und Mädchen kommen direkt von der Schule, wo strenge Kindesschutzregeln gelten, sie dürfen als Minderjährige nicht selbst Auto fahren und keine Computer-Schießspiele spielen“, so Willinger. „Als Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten durchlaufen sie dann aber zusammen mit Erwachsenen ein hartes militärisches Kampftraining an der Waffe, sie fahren Panzer und müssen in Übungen und Kampfsimulatoren virtuell Menschen töten. Dabei werden weder das Jugendschutzgesetz, das Jugendarbeitsschutzgesetz, die Kinderrechtskonvention, die ILO-Konvention 182 noch andere wichtige Schutzregeln eingehalten. Jedes Jahr werden viele von ihnen Opfer sexueller Gewalt, erleiden Unfälle und erkranken psychisch, wie Regierungszahlen belegen. Auch unter den Opfern sexueller Gewalt in einer Bundeswehrkaserne in Zweibrücken, wo aktuell gegen 55 Soldaten ermittelt wird, war mindestens eine minderjährige Soldatin.“

„Wer wie die Bundesregierung Respekt für Soldatinnen und Soldaten einfordert, muss vor allem die Kinderrechte und Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen respektieren“, sagt Martina Schmerr von der GEW, Sprecherin von Unter 18 Nie. „Wir als Bildungsgewerkschaft kritisieren scharf, dass immer mehr Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten, sogenannte Jugendoffiziere und Karriereberater, an Schulen geschickt werden und dort Schülerinnen und Schüler beeinflussen. Schulen müssen ein geschützter Raum zum Lernen sein, kein Rekrutierungsfeld für Soldaten. Die Werbeoffensive der Bundeswehr an Schulen besorgt und verärgert auch viele Eltern, Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen.“

Hintergrund: Kinderrechtsverletzungen, internationale Kritik und negatives Vorbild

Daten des Verteidigungsministeriums belegen, dass minderjährige Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr regelmäßig Opfer von sexueller Gewalt (in 2023: 15), Unfällen (in 2023: 35) und psychischer Erkrankungen werden. Deutschland wird für die Rekrutierung Minderjähriger als Soldatinnen und Soldaten vom Kinderrechteausschuss der Vereinten Nationen und vielen Staaten wie dem NATO-Land Schweden im UN-Menschenrechtsrat kritisiert. Die große Mehrheit, über 150 Länder weltweit (darunter 24 NATO-Länder), halten den 18-Jahre-Standard der Vereinten Nationen ein. Die Rekrutierung unter 18-Jähriger als Soldat:innen ist international geächtet und wird nur noch von wenigen Ländern praktiziert. Kindersoldat:innen sind nach der Definition der Vereinten Nationen in den Pariser Prinzipien, die auch Deutschland unterschrieben hat, alle minderjährigen Mitglieder von Armeen oder bewaffneten Gruppen, egal in welcher Funktion oder Rolle. Armeen und bewaffnete Gruppen in anderen Ländern, die noch Kindersoldat:innen rekrutieren, rechtfertigen dies mit Verweis darauf, dass Deutschland dies auch tut – statt die internationale Ächtung der Rekrutierung von Jugendlichen unter 18 Jahren als Soldat:innen zu stärken, untergräbt sie Deutschland und wirkt als negatives Vorbild.

Weitere Informationen


Quelle: Netzwerk Friedenskooperative, 27. Februar 2026


Wehrpflicht? Wehr dich! – Raus zum Schulstreik am 5. März

Aktionsschild aus stabilem Offsetkarton, beidseitig bedruckt. Aufschrift: "Wir wollen nicht in euren Kriegen sterben / Power to the Peaceful"
Dieses Aktionschild und andere Materialien können bei der Friedenskooperative bestellt werden. Klicke auf die Grafik, um zur Aktionsseite zu kommen.
In zwei Wochen steht am Donnerstag*, 5. März, der nächste große Schulstreik an. Viele Schüler*innen werden an diesem Tag bundesweit ein starkes Zeichen gegen die Wehrpflicht setzen. Das Netzwerk Friedenskooperative lehnt eine Wiedereinführung der Wehrpflicht entschieden ab und sieht im neuen Wehrdienst einen weiteren Schritt hin zur Militarisierung der deutschen Gesellschaft. Auf dieser Sonderseite wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Debatte und Beratungsmöglichkeiten angeboten.