Heute werden wir in unserer Reihe Blogkino mal wieder pädagogisch.In " lernt der gleichnamige 11jährige Held, wie er seine Interessen gemeinsam mit seinem Bruder auslebt. Also so die Klassiker; Baumhaus bauen, Kuchen backen und Ostereier bemalen. Spielen ist eben die Vorwegnahme der Lohnarbeit.
Blogkino: Muhammad Ali vs. Floyd Patterson (September 20, 1972)
An unserer beliebten Reihe Blogkino wird immer wieder kritisiert, dass wir uns zuwenig um den Breitensport kümmern. Dagegen kann etwas getan werden. Gesagt - getan: Heute zeigen wir den legendären Boxkampf von Muhammad Ali gegen Floyd Patterson, was dessen letzter Profikampf war.
kritisch-lesen.de Nr. 28: Sport - Zwischen Unterwerfung und Emanzipation
Foto: Michael Gäbler
Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported
In diesem Schwerpunkt stellen wir drei (Auto)Biografien und drei wissenschaftliche Beiträge vor, die sich dem breiten Themenfeld aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Die Autobiografie „Mir wird nichts geschenkt“ von Susi Kentikian, der mehrfachen Profi-Boxweltmeisterin, bewertet die Rezensentin Cora Schmechel als gute Möglichkeit, sich mit der Verwobenheit deutscher Asylpolitik, Geschlecht und Sport auseinanderzusetzen, wenn die Lesenden bereit sind, mit einer gewissen Abstraktionsleistung an die Lektüre zu gehen. Die Rezension „Deutscher Faustkampf“ beschäftigt sich ebenfalls mit dem Boxsport. Bente Gießelmann kommt darin zu dem Schluss, dass es sich bei der Doppelbiografie des Sinto und Boxers Johann Trollmann und des SS-Manns und Fußballers Otto Harder um ein wichtiges Buch handelt, da es eine Geschichte der Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus erzählt. Mit „Die Brüder Boateng – Drei deutsche Karrieren“ bespricht Moritz Merten eine dritte Sportbiografie. Wie schon Cora Schmechel in ihrer Besprechung zur Boxweltmeisterin Kentikian, hebt auch Merten kritisch auf die dort romantisierte Erfolgsgeschichte und liberale Lüge des „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ ab. Neben dem Buch über die Boateng-Brüder steht ein weiteres Fußball-Buch im Mittelpunkt. Im Sammelband „Fussball, deine Fans: Ein Jahrhundert deutscher Fankultur“ geht es allerdings nicht in erster Linie um die Sportler_innen, sondern um ihre Fans. Der Rezensent Jan Tölva sieht das Ziel des Buchs, eine umfassende Darstellung deutscher Fankultur zu leisten, als gescheitert an. Martin Brandt kritisiert in seiner Rezension „Sport und Feminismus“ der Sport-Ausgabe der Feministischen Studien die feministische Vereinseitigung von Sport als Körperdisziplinierung. Schließlich lobt Laura Janßen die bereits 1989 erstveröffentlichte Dissertation „Zwischen Turnschuh und Stöckelschuh“ als einen wenn auch nicht widerspruchsfreien, so doch wichtigen Beitrag zur lesbisch-feministischen Sportgeschichtsschreibung.
An unsere letzte Ausgabe erinnert in den weiteren Rezensionen das Thema des neu erschienenen Sammelbands „Banale Kämpfe? Perspektiven auf Populärkultur und Geschlecht“. In „Geschlecht in Pop revisited“ hebt peps perdu deren gelungene intersektionale Analysen hervor. Auch die Besprechung von Toni und Slade Morrisons „Die Kinderkiste“ knüpft an das Thema einer vergangenen kritisch-lesen-Ausgabe an: Die Rezensentinnen betrachten das Kinderbuch der Pulitzer-Preisträgerin und ihres Sohnes durch die Anti-Bias-Lupe. Ein von Sibille Merz rezensierter Sammelband des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung nimmt diskursive Verschiebungen in der Artikulation von Rassismen in den Blick. Sebastian Friedrich stellt abschließend einen Band zum Verhältnis von politischer Bildung und Befreiung vor, das erfreulicherweise den Faden zu einem traditionell linken Auseinandersetzungsfeld wieder aufnimmt.
Vor fast genau zwei Jahren am 31.03.2011 startete das Projekt kritisch-lesen.de. 27 Ausgaben später gibt es uns immer noch – auch dank der Unterstützung durch unseren Autor_innen- und Sympathisant_innenkreis sowie durch andere vernetzungsfreudige Medienmacher_innen. Zwei Neuigkeiten wollen wir euch zum Jubiläum mitteilen: Wir freuen uns, dass seit Januar 2013 Sara Madjlessi-Roudi und Martin Brandt Teil der Redaktion sind. Außerdem wird ab sofort kritisch-lesen nur noch vierteljährlich statt bisher monatlich erscheinen – wundert euch also nicht, wenn ihr im Mai und Juni nichts von uns hört. Die nächste Ausgabe wird am 2.7. erscheinen und sich mit Neoliberalismus und seinen Einflüssen auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche beschäftigen. Der neue Rhythmus ermöglicht uns, die jeweiligen Schwerpunkte intensiver und zufriedenstellender vorzubereiten. Auch möchten wir in Zukunft aus repräsentationstechnischen Gründen verstärkt weibliche Autor_innen dazu ermutigen, bei uns Rezensionen einzureichen.
Zur vollständigen Ausgabe.
Rap gegen Repression - Pyro One und Microphone Mafia
Am Freitag den 5. April macht Pyro One auf seiner Apriltour Halt im Linken Zentrum Lilo Herrmann in Stuttgart – Heslach. Der Berliner Rapper verbindet persönliches, politisches und soziales mit einer gehörigen Portion Wut zu stets treibenden und basslastigen Klängen. Mit im Gepäck hat er Leiji One und Christian von den Kaput Krauts an den Drums. Außerdem werden an diesem Abend das multilinguale Ensemble der Microphone Mafia auf der Bühne stehen. Musik ist für sie international, ein internationales Sprachrohr um Menschen zusammen zu führen und das leben sie auch außerhalb ihrer Alben und Konzerte.Der gesamte Erlös des Abends kommt dem so genannten Arbeitskreis Kesselklage zu gute, der zur Zeit politisch und juristisch gegen die kriminalisierung von AntifaschistInnen vorgeht. Am 1. Mai 2011 wurden mehrere hundert NazigegnerInnen, die einen überregionalen Neonaziaufmarsch verhindern wollten am Heilbronner Hauptbahnhof ohne ersichtliche Gründe gekesselt und mussten den ganzen Tag in einem „Freiluftkessel“ verbingen, während 4000 Cops den Nazis die Straßen frei machten.
Infos: www.kesselklage.wordpress.com
Linkes Zentrum Lilo Herrmann, Böblinger Str. 105, 70199 Stuttgart
U1 + U14 und Bus 42, Haltestelle Erwin Schöttle Platz
+++Aftershowparty mit elektronischer Musik von DJ Fusznoten und P2K+++
Blogkino: To New Horizons (1940)
Heute in unserer Reihe Blogkino: "To New Horizons". Wie der letzen Dienstag gezeigte Film "The Middleton Family at the New York World's Fair" stellt auch dieser Propagandastreifen eine Attraktion der New Yorker Weltausstellung von 1939 vor: das Futurama. Hier erwartete den Besucher ein Einblick in die Welt des Jahres 1960 und die erhofften Segnungen des technischen Fortschritts.
trueten.de macht die Pforten dicht!
zum heutigen Tag beenden wir unsere Aktivitäten auf diesem Blog und in diesem Land. Wir haben ein Wohnangebot bekommen, zu dem wir nicht "NEIN" sagen konnten. Leider ist dies mit einem fehlenden Internetanschluss verbunden, da die Leitung von Vayrac zu unserem Server zu lang geworden wäre.

Buchtipp: Der NSU-VS-Komplex. Wo fängt der Nationalsozialistische Untergrund an, wo hört der Staat auf?
13 Jahre blieb der Nationalsozialistische Untergrund/NSU unentdeckt. Mindestens neun Morde wurden begangen. Jedes Mal verschleppten die Behörden verschiedener Bundesländer die Mordhintergründe ins ›ausländische Milieu‹. Jedes Mal will man keine ›heiße Spur‹ gehabt haben. Jedes Mal hinderte das die Behörden nicht daran, alle neun Morde in die Blutspur des ›organisierten Verbrechens‹ zu legen.Nachdem die Existenz der NSU nicht mehr zu leugnen war, reihte sich eine Panne, ein Versagen, ein Versäumnis an das andere. Ab wie viel Pannen muss man von einem System sprechen?
Wenn in allen Behörden, ob bei der Polizei oder beim Verfassungsschutz, ob auf unterster oder auf oberster Ebene Hunderte von Akten geschreddert werden, Beweise verschwinden, Falschaussagen gemacht werden, herrscht(e) weder ›Behördenwirrwar‹ noch ›Kommunikationschaos‹, sondern der gemeinsame Wille, unter allen Umständen zu verhindern, dass etwas ans Licht kommt, was den bisherigen Erklärungen widersprechen würde.
Wenn erwiesenermaßen unzählige V-Männer hervorragende Kontakte zur neonazistischen Organisation ›Thüringer Heimatschutz‹ (THS) und zu den späteren Mitgliedern des NSU hatten, dann bestanden diese Verbindungen auch fort, als der NSU 2000 mit der Mordserie begann.
Wenn staatliche Stellen gar nicht auf dem ›rechten Augen blind‹ waren, sondern damit extrem gut sehen konnten, ließen sie sehenden Auges zu, dass über sieben Jahre hinweg über neun Morde begangen werden konnten.
Wenn die staatlichen Verfolgungsbehörden mit und nach dem ersten Mord 2000 mögliche Festnahmen von UnterstützerInnen und Mitgliedern des NSU unterließen, dann ist das Beihilfe zu Mord.
Man darf davon ausgehen, dass bisher vielleicht fünf Prozent von dem öffentlich geworden ist, was den Komplex ›NSU‹ umfasst. Dieses Buch verliert sich nicht in den 95 Prozent, sondern stützt sich auf die fünf Prozent.
Das erschreckend positive ist: Es reicht.
Eine Spurensuche.
Der NSU-VS-Komplex
Wo fängt der Nationalsozialistische Untergrund an, wo hört der Staat auf?
Wolf Wetzel, Unrast Verlag 2013
ISBN: 978-3-89771-537-0
ca. 150 Seiten, ca. 13 Euro
Erscheinungsdatum: 17. April 2013
Vorbestellungen beim Verlag sind erwünscht: kontakt@unrast-verlag.de
Blogkino: The Middleton Family at the New York World's Fair (1939)
Die Wahl wird kaum schwer fallen, da der Film von Westinghouse Electric prozuziert wurde...
Blogkino: "Asphalt" (1929)
Heute in unserer Rubrik Blogkino: Eine Perle des deutschsprachigen Stummfilms: "Asphalt" von 1929. Dazu weiß wikipedia:
"Der junge Polizeiwachtmeister Holk geht ganz in seinem Beruf auf und nimmt seine Aufgaben mit großer Beflissenheit wahr. Eines Tages verhaftet er eine schöne junge Frau wegen Juwelendiebstahls. In der Unterwelt ist die enigmatische, schwarzhaarige Diebin als Brillantenelse bekannt. Doch sie weiß ihre fraulichen Reize geschickt einzusetzen und überredet Holk noch vor dem Revier, sie in ihre Wohnung zu begleiten, um zur Identitätsfeststellung ihren Pass zu holen. Dort verführt Else Holk nach allen Regeln der Kunst.
Holk wird schwach, lässt die Anzeige gegen sie fallen und entlässt sie in die Freiheit. Diese Entscheidung soll er bald bitter bereuen. Holk ist der schönen Fremden rasch verfallen und sucht sie tags darauf wieder auf. Else gesteht ihm, dass ihr Freund ein steckbrieflich gesuchter Verbrecher ist. Plötzlich kommt dieser Mann, der sich hochtrabend Konsul Langen nennt, hinzu und attackiert den Wachtmeister. In dem anschließenden Handgemenge schlägt der junge Holk den Schurken so unglücklich nieder, dass dieser dabei zu Tode kommt. (...)" (Lizenz: „Creative Commons Attribution/Share Alike“)
