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»Die ersten Menschen waren nicht die letzten Affen.« Erich Kästner

Sterndemo zur Berlinwahl

Farbfotografie einer großen Demonstration in Berlin. Tausende Menschen ziehen bei sonnigem Wetter über eine breite Straße zwischen prächtigen historischen Gebäuden. An der Spitze des Demonstrationszuges werden zwei große dunkelblaue Transparente getragen. Auf dem linken steht „Hand in Hand für Berlin“, auf dem rechten „Zeit, dass sich was dreht!“. Zahlreiche Demonstrierende tragen Plakate und bunte Fahnen, darunter Regenbogenflaggen. Im Vordergrund steht eine Person mit einer blauen Ordnerweste. Der Demonstrationszug erstreckt sich bis weit in den Hintergrund.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Ein Bündnis aus rund 100 Organisationen rief kurz vor der Berlinwahl zu einer Sterndemo auf unter dem Motto: „Zeit, dass sich was dreht“. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten zogen am 12. September 2026 aus sieben unterschiedlichen Richtungen rund 30.000 Menschen zum Roten Rathaus, um für eine solidarische und weltoffene Stadt zu protestieren.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Berlin: Marsch für das Leben 2026

Farbfotografie einer Demonstration auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Im Hintergrund versammelt sich eine große Menschenmenge vor einer Bühne mit der Aufschrift „Lebensrecht ist Menschenrecht“. Über der Menge schweben rote und grüne Luftballons. Im Vordergrund stehen Demonstrierende mit schwarzen und rosafarbenen Transparenten einer Gegenprotestaktion. Ihnen gegenüber hat sich eine Reihe von Polizeibeamten in schwarzer Einsatzkleidung mit Schutzhelmen aufgestellt. Die Aufnahme zeigt das Aufeinandertreffen einer Demonstration gegen Schwangerschaftsabbrüche und ihres Gegenprotests.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Mit kreativen Aktionen entlang der Strecke protestierte am 19. September 2026 das queerfeministische Bündnis „What The Fuck“ gegen den christlich-fundamentalistischen „Marsch fürs Leben“, an dem sich wie im letzten Jahr ca. 2.000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten.
Ein Bannerdrop an der Charite wurde durch martiales Eingreifen der Polizei in letzter Sekunde verhindert. Viele Kleingruppen begleiteten den Marsch und Gegenprotest erschallte an fast jeder Kreuzung der Strecke.

Zu den Fotos beim Umbruch Bidlarchiv.

Am 19. September wollen christliche FundamentalistInnen, Konservative und extreme Rechte bei dem  sogenannten „Marsch für das Leben“ (MfdL) wieder durch Berlin-Mitte laufen. Für diese Menschen bedeutet „Für das Leben sein“ und „Lebensschutz“: Hass  gegen queeres Leben schüren, Schwangerschaftsabbrüche verbieten und vorgeben, was Familie ist. Sie geben sich als unschuldige KirchengängerInnen aus, aber bringen faschistische Forderungen aus der Hölle mit. Unterstützt werden sie dabei von prominenten AfD-PolitikerInnen wie z.B. Beatrix von Storch oder Franz Schmid.  (…)
Die Verstrickung von Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und Faschismus wird ideologisch immer deutlicher. Eine emanzipatorische Gesellschaft beinhaltet die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, ein Leben ohne Angst für alle geschlechtlichen Identitäten und Formen des Begehrens. Dafür werden wir im September kämpfen! Schließt euch uns an! Gemeinsam stellen wir uns christlichen FundamentalistInnen und FaschistInnen in den Weg!

(aus dem Aufruf zu den Protesten)


Black Lives Matter Kundgebung am Volksbad

Das Foto von © Björn Obmann zeigt eine Frau mit Kind. Die verpixelte Frau hält eine Papptafel mit dem Text "Die Einladung / Ausladung galt auch meinen Kindern" in die Höhe, das Kind hält eine kleine Papptafel mit dem Text "Rassismus ist blöd" vors Gesicht. Im Hintergrund ist die Volksbühne zu sehen.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Nachdem ein Schwimmnachmittag von EOTO (Each One Teach One) für schwarze Kinder und Jugendliche nach rechten Drohungen und einer Hetzkampagne abgesagt werden musste, demonstrierten am Freitag, den 21. August 2026, mehr als 200 Menschen vor der Volksbühne in Solidarítät mit schwarzen Menschen, die täglich von Rassismus betroffen sind.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Bereits die rechte Hetzkampagne wurde von rechten Streamern befeuert, die auch bei der Kundgebung massiv provozierten und eine ordnungsgemäße Kundgebung zeitweise nahezu unmöglich machten. Statt der Streamer nahm die Polizei eine schwarze Person fest. Nachdem die Streamer weiter provozierten, nahm die Polizei auch einen der Streamer kurzzeitig in Gewahrsam.

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Die Leute reißen wirklich massenhaft Flock-Kameras ab. Oder: Die öffentliche Unterstützung krimineller Handlungen ist ein Hauptantrieb für gesellschaftlichen Wandel

Vor drei Wochen haben in Winona, Minnesota, eine oder mehrere unbekannte Personen jede einzelne Flock-Kamera in der Stadt abgerissen und gestohlen. Vier Paare mit je zwei Kameras, die auf die Ein- und Ausfahrtsstraßen der Stadt gerichtet waren.

Die Polizei veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite einen Aufruf, in dem sie die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Aufklärung des Verbrechens bat – nur um von Menschen überschwemmt zu werden, die die Vandalen unterstützten.

Letzte Woche in Winona, Minnesota, erklärte die Polizei ihre Kapitulation.

Das Vertrauen unserer Gemeinschaft ist die Grundlage für eine effektive Polizeiarbeit, und wir haben hart daran gearbeitet, dieses Vertrauen aufzubauen und zu bewahren. Zwar war Flock ein wertvolles Instrument, doch glauben wir, dass sein Einsatz zu wachsenden Bedenken hinsichtlich des Vertrauens in die Polizeiarbeit beigetragen hat – sowohl vor Ort als auch landesweit und landesweit. Nach reiflicher Überlegung hat die Polizei von Winona beschlossen, keine Flock-Kameras mehr in der Stadt Winona zu installieren.

Und ich habe mindestens zwei weitere Gerichtsbezirke ausgemacht, die dem gleichen Muster gefolgt sind.

Eine Flock-Sicherheitskamera mit Solarpanel im Jahr 2025

Eine Flock-Sicherheitskamera mit Solarpanel im Jahr 2025 Foto: Julian Focareta Lizenz: CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Soziale Bewegungen sind gerade dann wirksam, wenn Solidarität zwischen ihrer breiten Basis und den Menschen herrscht, die kriminelle direkte Aktionen begehen. Wenn soziale Bewegungen hinter ihren „Kriminellen“ stehen, gewinnen sie.

Winona, Minnesota, ist kein Einzelfall. Gerade in diesem Jahr haben Menschen im ganzen Land – egal ob in „roten“ oder „blauen“ Bundesstaaten – den Überwachungsstaat angegriffen und wurden dafür als Helden gefeiert.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich jemals eine populärere Verbrechenswelle gesehen habe.

Letzte Woche habe ich in einer Stadt im „Rust Belt“ meine Reifen wechseln lassen und mich eine Weile mit den Leuten dort unterhalten. Im Gespräch kam das Thema Überwachungskameras zur Sprache.

„Wo sind denn all unsere mit Mais gefütterten Arschlöcher? Die müssen endlich was gegen diesen Scheiß unternehmen“, sagte mir ein Mann.

„Du weißt doch, die haben Schrotflinten“, stimmte ich zu.

Im Nachhinein habe ich gute Nachrichten für den Reifenmann. Mit Schrotflinte und Winkelschleifer (und Handbandsäge), mit Expansionsschaum und Sprühfarbe sind die Leute tatsächlich da draußen und zerstören diese Kameras massenhaft. Viele werden dabei erwischt (meistens von anderen Kameras), aber nicht alle. Am 13. August veröffentlichte die Stadt Charlotte in North Carolina einen Beitrag auf ihrer offiziellen Facebook-Seite, in dem sie die Öffentlichkeit um Hilfe bat, um diejenigen aufzuspüren, die Expansionsschaum auf ihre Kennzeichenlesekameras gesprüht hatten. Dabei gaben sie versehentlich zu, dass diese Kameras mehr als nur Kennzeichen erfassen. Bislang gibt es mehr als 70.000 Kommentare zu diesem Beitrag, die überwiegend die Zerstörung dieser Kameras befürworten.

In Monterey, Kalifornien, wurde ein 40-jähriger Mann namens Marcus Bee festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, einfach mit seinem Pick-up (der mit Frontschutzbügeln ausgestattet ist, die beim Rammen helfen) über drei Flock-Kameras gefahren zu sein und/oder ein Abschleppseil angebracht zu haben, um sie aus dem Boden zu ziehen. Er wurde von anderen Überwachungskameras in der Gegend erfasst.

Auf der anderen Seite des Landes und mit Hilfe eines im Grunde gegensätzlichen Fahrzeugs muss sich ein 21-Jähriger nun vor Gericht verantworten, da er angeblich mit einem Baseballschläger auf einen Subaru Forester geklettert ist, um mehrere Kameras zu zerstören.

Vor zwei Wochen berichtete die „New York Post“, dass Long Island von einer Welle von Vandalismus gegen die Kameras heimgesucht wurde, wobei jeweils unterschiedliche Angriffsmethoden zum Einsatz kamen (was auf verschiedene Täter hindeutet). Einige wurden abgeschnitten. Eine wurde überfahren. Bei einer anderen wurden die Kabel abgezogen. Zwei wurden mit Sprühfarbe besprüht. Eine wurde einfach in die andere Richtung gedreht. Selbst auf dieser rechtsgerichteten Seite stehen die Kommentare voll und ganz hinter den Vandalen.

Am 21. Juli wurde ein Teenager in Jacksonville Beach, Florida, festgenommen, weil er die Linsen von drei Kameras mit Sprühfarbe besprüht hatte.

Aus Houston, Texas, wurde berichtet, dass in einer Nacht vier Kameras heruntergeschnitten wurden, nachdem es im vergangenen Monat bereits eine Reihe weiterer Angriffe gegeben hatte. Die Masten wurden einfach dort liegen gelassen, wo sie hingefallen waren.

Ein 37-jähriger unabhängiger Kandidat für das Repräsentantenhaus von Tennessee, Adam Lee Heimerman, wurde festgenommen, weil er angeblich vier Kameras zerschossen haben soll. Einmal, so lässt der Bericht vermuten, war er beim Gottesdienst, ging auf den Parkplatz hinaus und schoss eine Überwachungskamera kaputt, während andere drinnen beteten.

Ein besonders aktiver (beschuldigter) Vandale ist ein 41-jähriger Ingenieur der Luftwaffe, Jeffrey Sovern, der sich in Bezug auf die Zerstörung von 13 „Flock“-Kameras in Virginia im letzten Jahr für nicht schuldig erklärt hat. Ihm wird vorgeworfen, die Masten mit einer Zange demontiert zu haben.

Ein Mann namens Ed Kahle aus Pinal County, Arizona, zeigt keine Reue dafür, dass er mit seinem Arbeits-Lkw rückwärts in eine „Flock“-Kamera gefahren ist. „Wir leben hier draußen, weil wir Ruhe wollen. Wir wollen keinen Ärger machen. Und jetzt werde ich überwacht?“. Die Sheriffs von Pinal County kündigten an, dass sie den Vertrag für die Kameras nicht verlängern werden.

In Fairbault, Minnesota, wird ein 41-jähriger Mann namens Justin Lee Campbell wegen des Durchschneidens der Kabel einer „Flock“-Kamera in drei Fällen strafrechtlich verfolgt. Er wurde von einigen Ladenmitarbeitern verpetzt, denen er damit geprahlt hatte, die Kamera zerstört zu haben. Aber anderswo im selben Bundesstaat wurden in Edina drei Kameras übermalt, und in Plymouth wurden zwei Kameras deinstalliert.

In mindestens fünf Gemeinden in Michigan wurden Kameras deinstalliert oder zerstört. In Westland, Michigan, hat die Polizei ebenfalls kapituliert.

Die Flock-Kamera in Ash Grove, Missouri, wurde von Unbekannten entfernt, die sich ihr von hinten näherten, sodass sie keine Aufnahmen des Angriffs machen konnte.

Der 21-jährige Alex Rattenborg aus Iowa City wurde wegen Sachbeschädigung dritten Grades angeklagt, weil er eine Flock-Kamera abmontiert hatte; er wurde anschließend von anderen Überwachungskameras erfasst, doch die Polizei in Iowa fahndet weiterhin nach den Tätern, die für zwei weitere zerstörte Kameras verantwortlich sind.

Der Sheriff von Lumpkin County, Georgia, versucht verzweifelt, denjenigen zu finden, der eine Kamera zerstört hat. Sein Facebook-Beitrag dazu hat 17.000 Kommentare, die den Vandalismus gutheißen.

Das Foto zeigt die Flock Sock, montiert an einer Kamera auf einem Stock.

Die "Flock Sock" Quelle: SquidLink (MakerWorld)

Ein 3D-Designer namens SquidInk hat den „Flock Sock“ entwickelt, eine 3D-druckbare Hülle, die man über einen Besenstiel stülpen und damit Flock-Kameras zerstörungsfrei abdecken kann.

Der vielleicht höflichste aller Menschen, die direkte Aktionen durchführen, ist ein 77-jähriger Republikaner im Ruhestand aus Florida, der „Flock Blocker“, der seine reichlich vorhandene Freizeit damit verbringt, in einem Campingstuhl zu sitzen – mit einem Anti-Flock-Schild an einer 10-Fuß-Stange – und so die Kameras zu blockieren. Als ich zum ersten Mal Videos in den sozialen Medien sah, in denen Methoden zur Zerstörung dieser Kameras verglichen wurden, fielen mir zwei Dinge besonders auf. Erstens, dass der Hass auf diese Kameras universell ist. Da gibt es zum einen eine stark tätowierte Person wie diese hier, die im Black-Bloc-Look gekleidet ist, und zum anderen ein Unternehmen, das Sicherheitsausrüstung für Schweißer herstellt – beide liefern dieselbe Art von Inhalten an ihr vermutlich unterschiedliches Publikum. (In den Kommentaren zu beiden Beiträgen wird jedoch die Schnittgeschwindigkeit und die leise Leistung der handgeführten Bandsäge empfohlen.)

Das andere, was mir auffiel … als ich diese Art von Inhalten zum ersten Mal sah, befürchtete ich, dass es sich nur um theatralische Social-Media-Beiträge handelte. Klar, vielleicht haben ein paar Leute mal eine oder zwei Kameras zerstört, aber ich ging davon aus, dass das nicht weit verbreitet war.

Doch dann habe ich angefangen zu recherchieren.

Und diese Kameras werden tatsächlich eine nach der anderen, zu zweit, von Einzelpersonen und kleinen Gruppen im ganzen Land zerstört. Die meisten kommen damit durch. Viele werden erwischt, und manche haben bereits eine Gefängnisstrafe verbüßt. Mir ist noch keine einzige Quelle bekannt, die all diese Angriffe erfasst und/oder den Leuten die Möglichkeit bietet, diejenigen zu unterstützen, die erwischt wurden, aber hoffentlich wird so etwas noch auftauchen (oder existiert bereits und wird mir irgendwann auffallen). Ursprünglich hatte ich vor, mehr über die Entstehung von ALPRs (automatische Kennzeichenleser) und Flock sowie dessen Konkurrenten wie Axon zu schreiben. Das werde ich in Zukunft tun. Aber ich vertraue euch genug, um zu verstehen, dass diese Kameras auf entsetzliche Weise missbraucht wurden, immer und immer wieder; dass selbst wenn Städte beschließen, keine ALPR-Daten an die ICE weiterzugeben, die örtliche Polizei die Informationen trotzdem an ihre Kumpels bei der ICE weitergibt; dass fehlerhafte KI-Informationen bereits zu brutalen Übergriffen durch die Polizei geführt haben; und dass diese Kameras – sofern die Demokratie in den USA fortbesteht – wahrscheinlich als Verstoß gegen den vierten Verfassungszusatz eingestuft werden – für die meisten ähnlichen Technologien ist mittlerweile ein Durchsuchungsbefehl erforderlich.

Zu lange schon haben die Menschen in diesem Land die Ausweitung des Überwachungsstaates mitangesehen. Es scheint, als hätten die Leute nun wirklich, endlich genug davon. Und dass alle Versuche, die Arbeiterklasse entlang der Linien des Kulturkriegs zu spalten, gerade scheitern – und das ist gut so. Beide Seiten geben sich weiterhin gegenseitig die Schuld an der Überwachung – in den Kommentaren der „New York Post“ werden diese Kameras als Kommunismus bezeichnet. Anderswo nennen die Leute sie Faschismus. Was sie tatsächlich sind, ist Autoritarismus. Und das ist etwas, das wir gemeinsam zerstören müssen.

Ich werde niemals, wirklich niemals, Menschen dazu ermutigen, Dinge zu tun, zu denen ich persönlich nicht bereit bin. Ich bin nicht da draußen und zerstöre Flock-Kameras. Aber ich werde öffentlich meine Unterstützung für die Menschen bekunden, die das tun – und genau das werde ich von euch verlangen: Seid offen und öffentlich in eurer Verurteilung des Überwachungsstaats und in eurer Unterstützung für diejenigen, die direkt dagegen kämpfen.

Ich war noch nie ein großer Anhänger von Online-Aktivismus, aber es scheint, als sei „direkte und ehrliche Unterstützung für Menschen, die Straftaten begangen haben“ die wirksamste Form davon, die ich je gesehen habe. Luigi Mangione hat den Gesundheitsverantwortlichen Angst gemacht, aber nicht so sehr wie der Aufschrei der Unterstützung, den er erhielt.

Und diese Kameras? Sie werden abmontiert, wenn ein paar mutige Seelen sie abreißen, und sie bleiben abmontiert, wenn es eine massive Welle der Unterstützung durch die Bevölkerung gibt. Wenn der Staat erkennt, dass seine Legitimität auf dem Spiel steht. Dann geben sie dem Volk nach.

Wie Frederick Douglass es formulierte:

Macht räumt nichts ein, ohne dass es gefordert wird. Das war noch nie so und wird auch nie so sein. Finde heraus, was ein Volk stillschweigend hinnimmt, und du hast das genaue Maß an Ungerechtigkeit und Unrecht erkannt, das ihm auferlegt wird – und das wird so lange andauern, bis es entweder mit Worten oder mit Schlägen oder mit beidem bekämpft wird. Die Grenzen der Tyrannen werden durch die Ausdauer derer bestimmt, die sie unterdrücken.

Quelle:  "People Really Are Cutting Down Flock Cameras En Masse or: public support for criminal activity is a primary driver of social change" von Margaret Killjoy, 19. August 2026

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Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

Sonnenfinsternis auf dem Tempelhofer Feld

Das Foto von © Björn Obmann zeigt die vom Mond teilweise verdeckte Sonne in Richtung der Flughafengebäude gesehen
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Eine partielle Sonnenfinsternis zog Tausende Menschen auf das Tempelhofer Feld, um das Naturschauspiel zu bestaunen. Mit Sonnenfinsternisbrillen, Lochkameras, Videokameras und anderen Utensilien beobachteten sie, wie der Mond sich zwischen Sonne und Erde schob und einen Großteil der Sonne verdeckte.

Auch in anderen Teilen der Stadt versammelten sich Tausende Menschen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.


 

Rheinmetall stoppen. Wedding ohne Waffen, gemeinsam gegen Krieg!

Das Foto von © heba zeigt eine Demonstration vor Fabrikhallen mit einem Fronttransparent auf dem der Text "Deutsche Waffen deutsches Geld morden mit in aller Welt" sowie das Logo von "Rheinmetall entwaffnen" zu lesen ist. links im Vordergrund ein Polizist mit Sonnenbrille, der Richtung Demo schaut, hinter dem Transparent sind einige Menschen sowie eine Palästina Fahne zu sehen.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv

Mehrere tausend Menschen protestierten am 11. Juli 2026 gegen den Start der Rüstungsproduktion bei Rheinmetall im Wedding. Im ehemaligen Pierburg-Werk an der Scheringstraße soll ab diesem Sommer wieder Artilleriemunition vom Band laufen – zum ersten Mal seit 1945 in Berlin. Die Demonstration war Teil von Aktionstagen vom 10.- bis zum 12. Juli mit einem antimilitaristischen Protestcamp im Humboldthain, Kundgebungen vor dem Jobcenter, dem Rheinmetall-Werk und dem DRK-Klinikum in Berlin-Mitte sowie weiteren spontanen Protestaktionen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Zur Demonstration „Wedding ohne Waffen – gemeinsam gegen Krieg“, die am Gesundbrunnen startete, hatte das „Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion“, bestehend aus über 30 Gruppen, aufgerufen. Die Polizei hielt den Zug wiederholt auf und änderte spontan die Route. Schon zu Beginn mussten die Auflagen grundlos ein zweites Mal verlesen werden. Später ließ die Polizei die Demo mehr als 30 Minuten nicht weiter, bis Regen- und Sonnernschirme im Antifa-Block eingepackt wurden. Die Teilnehmer*innen ließen sich davon nicht beeindrucken und zogen mit viel Power durch den Wedding in Richtung des Rheinmetall-Werks.

Unser Kiez braucht bezahlbare Mieten und Lebensmittel, gute Sozial- und Gesundheitsvorsorge und echte Möglichkeiten zur Beteiligung. Wir verlangen den Erhalt der Arbeitsplätze im Wedding durch die Umstellung auf eine Produktion, die unsere tatsächlichen Bedürfnisse decken würde. Wir fordern: 500 Milliarden für Gesundheit, Bildung und Soziales!

Ob Gaza, Kurdistan, Jemen: Die Waffen von Rheinmetall bringen für Millionen von Menschen weltweit Leid, Elend und Tod. Wir werden uns dieser tödlichen Produktion hier und überall in den Weg stellen. Vielfältige Aktionen und eine bundesweite Demonstration werden deutlich machen: Geld für den Kiez, statt Waffen für den Krieg! Schluss mit der Militarisierung und Kriegsvorbereitung! Der Kampf geht weiter – schließt euch uns an!
 

(Aufruf zu den Aktionstagen)

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Afd widersetzen in Erfurt

Das Foto von: © Kinkalitzken zeigt einen Block der Demo mit Seiten und Fronttransparenten. Der Text "Antifaschsimus selber machen - rechte Strukturen bekämpfen" dahinter mehrere Dutzend Demnstrant*innen, die zum Teil mit roten Fahnen dahinter laufen.
Foto: © Kinkalitzken via Umbruch Bildarchiv

Über 30.000 Menschen protestieren am 4. Juli 2026 gegen einen AfD-Bundesparteitag in Erfurt. Laut dem Aktionsbündnis „widersetzen“ beteiligten sich 17.000 Menschen mit rund 250 Bussen an über 12 Blockadepunkten. Damit handelte es sich um eine der größten antifaschistischen Mobilisierungen der Bundesrepublik.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Polizei fuhr ein Großaufgebot auf und ging an einigen Stellen mit Gewalt gegen den Protest vor. Am Rand versuchten rechte Medienaktivisten zu provozieren. Trotz Blockaden konnte der Parteitag ohne große Verzögerung starten, da viele Teilnehmende frühzeitig anreisten.

„Wir sind gekommen, um den Parteitag zu verhindern. Das ist uns nicht gelungen. Der Grund dafür ist, dass der SPD Innenminister Georg Maier und seine Polizei es ihnen möglich gemacht hat. […] Bei all der Berichterstattung, wer früher an der Messe war: Das. Ist. Kein. Spiel. Wir meinen es ernst. Dieser Parteitag durfte nicht stattfinden“, resümierte Suraj Mailitafi von „widersetzen“.

„Der Kampf gegen Faschismus ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir mobilisieren jetzt nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Am 25.07. laden wir zur Konferenz in Magdeburg ein. Dort planen wir unsere Aktionen für den Herbst. Für den 1.8. ruft widersetzen zu Aktionen gegen den Aufmarsch der AfD-Jugend in Schwerin auf“, ergänzte Noa Sander auf der abschließenden Pressekonferenz.

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Dann halt mit ckeditor...

Der Screenshot zeigt das Versionsfenster von ckeditor und einen Entwurf des Beitragstextes, so wie er sich in der Benutzerschnittstelle unseres Blogsstems Serendipity 2.6.0 zeigt.
ScreenShot

Jetzt habe ich jahrelang mit dem ScribeFire Browserplugin die Formatierung von Blogbeiträgen geregelt und bei Copy & Paste Passagen die Originalformatierung von Beiträgen etc. problemlos und 1:1 übernehmen können. Die Tage wurde dann die Unterstützung des Plugins in Brave oder anderen Brosern eingestellt, die damit dem Beispiel von Firefox folgen. Verständlich einerseits, ist doch das Plugin seit 2018 nicht mehr aktiv entwickelt worden.

Ärgerlich andererseits, daß ich armer Tropf nun auf der Suche nach einem anständigen WYSIWYG HTML Editor bei ckeditor r 4.14.0 (revision 8a12b04171) gelandet bin, der bei unserem Blogsystem schon immer dabei ist. Auch das ist nicht gerade taufrisch, aber irgendwie bin ich gerade zu faul, um da eine aktuelle Version reinzuprökeln, zumal die ziemlich sackteuer ist.

Man kann eben nicht immer gewinnen...


 

Ausstellung "Neukölln-Komplex auflösen!"

Das Plakat zur Ausstellung zeigt eine gezeichnete Wäscheleine mit verschiedenen daran aufgehängten Plakaten und Angaben zur Ausstellung

Freitag 3. Juli bis Sonntag 5. Juli 2026: Ausstellung "Neukölln-Komplex auflösen!" | Sonnenallee 124, Berlin-Neukölln

Fr. 17 bis 22 Uhr
Sa. 15 bis 22 Uhr
So. 13 bis 18 Uhr

Infos zum PUA "Neukölln-Komplex", Comic-Ausstellung, Burak-Ausstellung, Audio-Stationen

Der Neukölln-Komplex: Mehr als 200 Straftaten. Jahrzehntelange Bedrohung. Zwei rassistisch motivierte Morde. Systematisches Versagen der Sicherheitsbehörden. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss geht nach vier Jahren zu Ende. Doch ohne die Aufklärung und Konsequenzen, die Betroffene und die Zivilgesellschaft gefordert haben.

Verschiedene Initiativen öffnen ihre Archive und erzählen von ihrem zum Teil jahrzehntelangen Kampf für Aufklärung. Es geht um das Engagement vor Ort, die Menschen, die sich einsetzen, und die Bündnisse, die sich der rechten Gewalt entgegenstellen.

Informationen zum PUA "Neukölln-Komplex", Comic-Ausstellung, Burak-Ausstellung, Audio-Stationen und die Broschüre "Handeln statt Reinwaschen! Betroffene und Zivilgesellschaft zum Parlamentarischen Untersuchungsausschuss ‚Neukölln-Komplex’, die sich auch online findet.

Außerdem erzählt am Freitag um 20 Uhr die ASP - Agentur für soziale Perspektiven e.V. von ihrem Comic-Projekt zum Neukölln-Komplex. Ihr bekommt Einblicke in den Comic und den Prozess seiner Entstehung.

Während des Öffnungszeiten sind Menschen von verschiedenen Initiativen vor Ort, mit man ins Gespräch kommen kann.

Weitere Informationen.



Stop Geas - Bleiberecht für alle!

Das Foto zeigt eine Frau, die eine Papptafel mit dem Text "(Gemeinsames) Grausames Europäisches (Asylsystem) Asylverweigerungs System" hält. Einige Meter dahinter ist das Transparent mit dem Text "From Tegel to all Camps united we fight" zu sehen.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Seit dem 12. Juni gelten die menschenrechtsfeindlichen Regelungen des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“ (GEAS). Gegen die massive Verschärfung des Asylrechts demonstrierten an diesem Tag mehrere hundert Menschen vor dem Roten Rathaus in Berlin.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Mit dem nationalen GEAS-Anpassungsgesetz hat die Bundesregierung sogar noch schlimmere Verschärfungen im Asylrecht beschlossen als von der EU vorgesehen. Der Zugang für geflüchtete Menschen zu Schutz ist damit massiv eingeschränkt. Ist die Anerkennungsquote aus einem Herkunftsstaat beispielsweise europaweit unter 20%, werden individuelle Asylgründe in einem beschleunigten Verfahren geprüft. Hinzu kommen Grenzverfahren, mehr gewollte Abschiebungen, ein massiv ausgerüsteter Polizei- und Grenzschutzapparat, mehr Überwachung, drastische Sozialleistungskürzungen, weitere Entrechtungen und Kriminalisierung von Schutzsuchenden.

Besonders deutlich werden die Verschärfungen durch die Ausweitung der Inhaftierungen von Schutzsuchenden: Menschen sollen daran gehindert werden Camps zu verlassen, es kann eine sogenannte „Asylverfahrenshaft“ eingeführt werden, die auch für Kinder gilt. Menschen im Dublinverfahren werden in gesonderen Zentren noch mehr isoliert. Gerade erst hat sich die EU zudem auf sogenannte „Return Hubs“ geeinigt, Abschiebezentren in Drittstaaten – eines der Prestigeprojekte des deutschen Innenministeriums.

Die Ausweitung von Inhaftierungen und Lagerinfrastrukturen bedeutet immer mehr Isolation und Verdrängung der Menschen aus der Gesellschaft. Damit ist GEAS und die deutsche Interpretation davon ein großer weiterer Eskalationsschritt einer menschenfeindlichen, rassistischen Politik.

Es gibt jedoch Spielräume für die Bundesländer, was die Anordnung von Haft und Bewegungsbeschränkungen und die Lagerisierung angeht. Wir wollen deshalb das Land Berlin hier nicht aus der Verantwortung entlassen und fordern daher:

– kein Lager für Menschen mit angeblicher schlechter Bleibeperspektive auf dem ehemaligen Flughafen Tegel und andernorts
– das eindeutige Recht auf Besuch, Präsenz von NGOs und Beratungsstrukturen in jeder Unterkunft und Einrichtung in Berlin
– die konsequente Umsetzung der Schutzansprüche von besonders schutzbedürftigen geflüchteten Menschen

Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Berlin ist eine Solidarity City und hat sich deshalb damit zur solidarischen Aufnahme geflüchteter Menschen verpflichtet – dieses Versprechen kann nicht auf Grund „der politischen WetterLage“ gebrochen werden.

Gemeinsam stehen wir auf für eine offene Gesellschaft für alle Menschen!
Deswegen wollen wir am 12.6. unseren Protest auf die Straße tragen.
Gerade jetzt bleiben wir laut: gegen alle Lager, gegen Inhaftierungen, gegen Abschiebungen und Frontex. Bleiberecht für alle! Stop GEAS!

(aus: Aufruf zur Kundgebung)

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