trueten.de

»Jede Gesellschaft bekommt die Revolution, die sie verdient.« Michail Bakunin

Knorkator - Tut uns leid

Externer Inhalt von YouTube Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt. Dabei können personenbezogene Daten, insbesondere Ihre IP-Adresse, übertragen werden.

Berlin: Polizei entwaffnen! Aktion gegen tödliche Polizeigewalt

Demonstrant:*innen tragen ein Transparent mit der Aufschrift "Polizei entwaffnen! Vier rassistische Morde durch die Polizei in einer Woche! In Gedenken an Amin 2.8., Jouzef 6.8., Mann aus Recklinghausen 8.8., Mouhamed 8.8."
Foto: © neukoellnbild via Umbruch Bildarchiv Berlin
Rund 100 Personen versammelten sich am Sonntagmittag bei einer Aktion auf der Adalbertstraße in Kreuzberg gegen die geplante Polizeiwache am Kottbusser Tor. Mit Transparenten blockierten sie dabei die Adalbertstraße in Höhe des Neuen Kreuzberger Zentrums, in dessen Räumen die Wache entstehen soll. Der Protest richtete sich gegen tödliche Polizeigewalt. Vier Menschen waren allein in der Woche vom 2.8- bis 8.8. bei polizeilichen Einsätzen ums Leben gekommen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv

  • Am Dienstag, dem 2. August, erschossen SEK-Beamte im Frankfurter Bahnhofsviertel einen obdachlosen 23-jährigen Somalier mit einem Kopfschuss.

  • Am 3. August wurde bei einer Zwangsräumung in Köln der stadtbekannte russische Musiker Jozef Berditchevski (48) von Polizeikugeln tödlich getroffen. Er soll gegen die Zwangsräumung seiner Wohnung Widerstand geleistet haben. Polizisten griffen ihn mit Pfefferspray an und machten dann von der Schusswaffe Gebrauch.

  • In der Nacht des 7. August nahm ein Polizeieinsatz bei Recklinghausen ein tödliches Ende. Ein 39-Jähriger Mann soll in seiner Wohnung randaliert haben. Die herbeigerufenen Polizisten gingen mit Pfefferspray auf ihn los und „fixierten“ ihn, worauf er das Bewusstsein verlor und kurze Zeit später verstarb.

  • Am Montagnachmittag des 8. August erschoss die Polizei den 16jährigen Geflüchteten Mouhammed Lamine Dramé in Dortmund. Er saß mit einem Messer im Innenhof seiner Jugendeinrichtung. Ein Betreuer rief die Polizei, weil er befürchtete, das sich der psychisch labile Jugendliche selbst das Leben nimmt. Wenig später starb Mouhamed durch Schüsse aus einer Maschinenpistole der Polizei.

Soviele Einzelfälle haben System. Schluss mit tödlicher Polizeigewalt!
Kundgebung Donnerstag, den 13. Oktober auf dem Oranienplatz um 18 Uhr

Wir teilen hier den Aufruf zur Kundgebung. Für aktuelle Informationen, schaut am besten auf den Kanälen von Reach Out Berlin nach.

Kupa Ilunga Medard Mutombo, das war Mord!


Schon wieder ist ein Mensch durch die Polizei gestorben, schon wieder zeigt sich auf unendlich tragische Weise, dass die Polizei keine Sicherheit ist. Am 6. Oktober ist Kupa Ilunga Medard Mutombo im Krankenhaus den Verletzungen erlegen, die die Polizei ihm 3 Wochen zuvor zugefügt haben. Nur durch seinen Bruder und die Arbeit von ReachOut (Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus) und KOP (Kampange für Opfer rassistischer Polizeigewalt) wurde der Fall bekannt. Eine Woche danach möchten wir an den Tod erinnern und mit unserer Wut über einen weiteren Mord durch die Polizei zusammenkommen.
ReachOut hat hat das in ihrer Pressemitteilung treffend formuliert: „Die Nachricht von Kupa Ilunga Medard Mutombo-™s Tod schmerzt uns, gleichzeitig steht er aber auch für eine systematische Praxis der Polizei, die durch ihre Eingriffe, in diesem Fall bei einem Schwarzen, psychisch krank gemachten Menschen, den Tod verursacht. Kupa Ilunga Medard Mutombo-™s Tod ist kein Einzelfall.“
Links

Blogkino: Asturias - La Ultima Revolucion Obrera (2004)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "Asturias - La Ultima Revolucion Obrera" aus dem Jahre 2004. die Dokumentation von Xuan Candario beschäftigt sich mit der Revolution in Asturien, "(...) einem Arbeiteraufstand im Oktober 1934, der Teil des von den Sozialisten in ganz Spanien organisierten revolutionären Generalstreiks war, der als Oktoberrevolution von 1934 bekannt wurde und nur in Asturien voll zum Tragen kam, vor allem, weil sich dort die anarchistische CNT dem von den Sozialisten der UGT und der PSOE vorgeschlagenen Arbeiterbündnis anschloss, anders als im übrigen Spanien. Die soziale und politische Organisationsform der asturischen Kommune - der Name, unter dem die asturische Revolution wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Pariser Kommune von 1871 auch bekannt ist - war also die Errichtung eines sozialistischen Regimes in den Orten, in denen die Sozialisten (oder Kommunisten) vorherrschten, wie in Mieres, wo die Sozialistische Republik ausgerufen wurde, oder in Sama de Langreo; oder freiheitlich-kommunistisch, wo die Anarcho-Syndikalisten der CNT vorherrschten, wie in Gijón und vor allem in La Felguera. Die asturische Kommune wurde von der CNT und der asturischen Kommune hart unterdrückt.

Er wurde von der radikal-zedistischen Regierung von Alejandro Lerroux, gegen die der Aufstand angezettelt worden war, weil drei Minister der nicht-republikanischen CEDA-Partei in die Regierung aufgenommen worden waren, mit aller Härte unterdrückt, und auf Beschluss von General Franco, der die militärischen Operationen von Madrid aus leitete, wurde auf die marokkanischen Kolonialtruppen - die regulären Truppen der Armee von Afrika - und die Legion aus Spanisch-Marokko zurückgegriffen. Trotz ihrer Niederlage wurde die Asturien-Revolution für die spanische und europäische Arbeiterlinken fast zu einem Mythos, auf einer Stufe mit der Pariser Kommune oder dem Petrograder Sowjet von 1917, da sie die "letzte, wenn auch gescheiterte, soziale Revolution Westeuropas" war. (...)" wikipedia.es

Externes VideoDas Video liegt auf einem fremden Server. Beim Öffnen wird eine Verbindung zum Anbieter hergestellt.Video beim Anbieter öffnen

IMI-Kongress 19./20. November 2022: Zeitenwenden. Ukraine-Krieg und Aufrüstung

Logo der IMIIm Jahr des russischen Angriffs auf die Ukraine wird sich der Kongress der Informationsstelle Militarisierung mit der Vorgeschichte des Konflikts und den Folgen insbesondere in Deutschland auseinandersetzen. Abseits der konkreten Gefechte und Frontverläufe wird der Krieg in der Ukraine als Konflikt der Großmächte und Stellvertreterkrieg analysiert und ein genauerer Blick auf westliche Sanktionen und Waffenlieferungen geworfen. Auch die zahlreichen Reformen der NATO- und Bundeswehrstrukturen und die Verwendung der deutlich erhöhten Rüstungsausgaben werden ausführlich aufgearbeitet. Schon jetzt ist zudem absehbar, dass interessierte Kreise auf eine Verstetigung des Bundeswehr-Sondervermögens drängen werden, eine Auseinandersetzung, die in wenigen Jahren von zentraler Bedeutung sein wird und auf die es bereits heute gilt, sich vorzubereiten. Wir wollen jedoch auch einen Blick auf die möglichen Alternativen werfen: Welche Konzepte bestehen für den gewaltfreien Widerstand gegen Krieg und Besatzung, welche „Sicherheitsarchitekturen“ können ein friedliches Zusammenleben in Europa ermöglichen und welche Aufgaben bestehen aktuell für die Friedensbewegung?

Der Kongress findet von Samstagmittag (19.11.) bis Sonntagnachmittag (20.11.) in der Hermann-Hepper-Halle in Tübingen, Westbahnhofstraße 23, statt. Die Räumlichkeiten sollten für alle Eventualitäten ausreichend Platz bieten. Über etwaige sonstige pandemiebedingte Auflagen informieren wir kurz vor Beginn des Kongresses auf dieser Seite: https://www.imi-online.de/2022/09/26/kongress2022/

IMI-Kongress 19./20. November 2022:
Zeitenwenden: Ukraine-Krieg und Aufrüstung
Ort: Hermann-Hepper-Halle, Westbahnhofstraße 23, 72072 Tübingen

Samstag 19. November: Ukraine, Russland, NATO und die Rückkehr der Machtpolitik

12h-12h15 Begrüßung

12h15-14h Ukraine-Krieg: Vorgeschichte, Interessen, Verlauf
- Auf Kollisionskurs: NATO, Russland und die Ukraine (Jürgen Wagner)
- Schwere Waffen und westliche Stellvertreter-Strategie (Claudia Haydt)

14h30-16h30 Die Auswirkungen des Krieges

Über den Tellerrand I:
- Konflikte um die Arktis (Ben Müller)
- Die Ostsee als NATO-Binnenmeer? (Merle Weber)

Über den Tellerrand II:
- Der Krieg und die Arabische Welt (Jacqueline Andres)
- Der Ukrainekrieg und der Globale Süden (Pablo Flock)

17h00-19h00 Alternativen
- Sand im Getriebe: Kriegsdienstverweigerung, Desertion und Asyl im Ukraine-Krieg (Franz Nadler)
- Soziale Verteidigung als Alternative (N.N)
- Konturen einer alternativen Sicherheitsarchitektur (René Jokisch)

Im Anschluss: Punk-Rock-Lyrik-Lesung -“ Make Punk Not War!

Sonntag 20. November: Zeitenwende Aufrüstung

10h-12h Das Sondervermögen: Projekte -“ Struktur -“ Ideologie
- 100 Mrd.: Das Gesetz und die Projekte (Tobias Pflüger)
- Der Totalumbau der Bundeswehr: Aufrüstung für Großmachtkriege (Martin Kirsch)
- Zeitenwende oder Kontinuität deutscher Militär- und Machtpolitik? (Jürgen Wagner)

12h15-12h45 Auf dem Weg zum Rüstungskomplex: Das Handbuch Rüstung (Andreas Seifert)

13h-14h30 Podium: Die Zeitenwende und die Folgen -“ Herausforderung für die sozialen Bewegungen

Erfahrung Rojava. Berichte aus der Solidaritätsarbeit in Nord-Ostsyrien

Erfahrung Rojava - SharePic zur Veranstaltung mit Buchcover und VeranstaltungstextLesung und Vortrag zum Buch

mit Elke Dangeleit, Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg - Dêrik und Dr. Michael Wilk, Notarzt/Psychotherapeut.

Das Gesellschaftsmodell Nordostsyriens, die Organisierung basisdemokratischer Selbstverwaltung, der Anspruch einer Gleichberechtigung der Geschlechter ist eine Herausforderung, die großen Einsatz, Mut und Kraft auf Seiten der Menschen der Region erfordert. Das Ringen um Autonomie gegenüber dem Assad-Regime, der Kampf gegen den IS und die massive Bedrohung durch das türkische Regime belasten den Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung. Solidaritätsarbeit ist ein wichtiger unterstützender Faktor in diesem Prozess.

Freitag, 14. Oktober, 19:00 Uhr, im Mehrgenerationenhaus, Gneisenaustr. 12, 10961 Berlin

Blogkino: JIN! JIYAN! AZADI! - The history of the Kurdish Women's Movement (2021)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus die Dokumentation "JIN! JIYAN! AZADI! - The history of the Kurdish Women's Movement". In den letzten Jahren hat die kurdische Frauenbewegung, die gegen Unterdrückung und Faschismus kämpft, in der ganzen Welt große Aufmerksamkeit erregt. Sie ist die am besten organisierte und dynamischste Frauenbewegung im Nahen Osten geworden. Sie wurde zu einer Quelle der Inspiration und Hoffnung für viele Bewegungen auf der ganzen Welt, die für Freiheit kämpfen.
Wie konnte das geschehen? Wie konnte eine so inspirierende Bewegung in einer der am meisten unterdrückten Gesellschaften entstehen?
Um die kurdische Frauenbewegung wirklich zu verstehen, müssen wir die Geschichte der Bewegung und die Bedingungen, unter denen sie sich entwickelt hat, näher beleuchten.

Externer Inhalt von PeerTube (kolektiva.media) Beim Laden wird eine Verbindung zu PeerTube (kolektiva.media) hergestellt. Dabei können personenbezogene Daten, insbesondere Ihre IP-Adresse, übertragen werden.

k9 - combatiente zeigt geschichtsbewußt: Erwin Jöris

Einladungsflyer: Vorderseite
1928 mit 16 im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD). 1932 verbreitete er Flugblätter: „Hitler - das bedeutet Krieg“ Nach der Machtergreifung im März 1933 wurde er verhaftet, kam in Untersuchungshaft, wurde zu Schutzhaft verurteilt, danach kam er ins KZ Sonnenburg, wurde 1934 entlassen, emigrierte im Auftrag der inzwischen illegalen KPD in die Sowjetunion. In Anbetracht der stalinistischen Schauprozesse distanzierte er sich. Januar 1935 zur Bewährung in einen Industriebetrieb nach Swerdlowsk geschickt. Herbert Wehner u.a. warfen ihm vor, den Nationalsozialisten nicht genug Widerstand geleistet zu haben. 1937 verhaftete ihn dann das NKWD unter dem Vorwurf, trotzkistischer Spion zu sein, liefert ihn ins Lubjanka-Gefängnis. Die Sowjetunion schob Jöris im April 1938 ins Deutsche Reich direkt an die Gestapo ab, war bis Februar 1939 inhaftiert. März 1940 die Einberufung in die Wehrmacht. Ab 1941 an der Ostfront, kam in sowjetische Gefangenschaft, wurde 1945 nach Ost-Berlin, entlassen, 19. Dezember 1949 von sowjetischer Geheim polizei verhaftete, ins „U-Boot“ in Berlin-Hohenschönhausen, 1950 verurteilt von sowjetischem Militärtribunal 25 Jahren Zwangsarbeit, der Richter: „Deine Schnauze wird dir in Sibirien zufrieren“, war in den Arbeitslagern RetschLag/Arbeitslager Workuta, wurde 1955 mit Heimkehr der Zehntausend nach Ost-Berlin entlassen. Von dort floh er direkt mit seiner Frau Gerda nach Köln wo er bis 2013 lebte.

Sonntag, 09. Oktober 2022 - 19 Uhr
kg + größenwahn " politischer filmabend

Erwin Jöris spricht über sein Leben - Gefangener unter Hitler und Stalin

Interview von Andreas Petersen, 2002, 35:15 Minuten

"Das ganze Leben - könnte man nur sagen - war eine Odyssee. Aber es war auch sehr lehrreich für mich gewesen. Ich habe alles überstanden, alles durchlebt, aber nur deswegen, weil ich immer den Willen hatte, alles zu überleben. Und nachdem ich alles überlebt hatte, bin ich noch heute der Meinung, den Menschen immer wieder klarzumachen, was Diktaturen sind - ob die rot oder braun ist"

combatiente zeigt geschichtsbewußt: revolucion muß sein! filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen
kinzigstraße 9 + 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee

Friedensbewegung demonstriert am Samstag, 1. Oktober für ein Ende des Ukraine-Krieges, Diplomatie und Abrüstung

Foto: Netzwerk Friedenskooperative Das Foto zeigt eine Friedensdemonstration. EinE Demonstrant:*in trägt eine als Friedenstaube stilisierte TafelBonn/Frankfurt: Mit Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen für ein Ende des Ukraine-Krieges, für Diplomatie und Abrüstung geht die Friedensbewegung am Samstag, 1. Oktober, auf die Straße. In Berlin, Kassel, Braunschweig, Frankfurt, Köln, Stuttgart und an zahlreichen anderen Orten organisieren regionale Friedensorganisationen, Gewerkschaften und Parteien unter dem Motto „Schluss mit dem Krieg, sofortiger Waffenstillstand -“ Verhandeln statt Schießen. Keinen Euro für Krieg und Zerstörung, sondern Milliarden für eine weltweite soziale, gerechte und ökologische Friedenspolitik!“ diesen bundesweiten dezentralen Aktionstag. Sie folgen damit einem Aufruf der beiden bundesweiten Netzwerke „Bundesausschuss Friedensratschlag“ und „Kooperation für den Frieden“, entschieden den Politikwechsel hin zu Frieden und Abrüstung zu fordern.

Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine fürchten die Friedensorganisationen eine Eskalation des Krieges, der sich auf dem Hintergrund geopolitischer Machtkämpfe abspielt: Die Gefahr eines Einsatzes von Atomwaffen oder gar eines Atomkrieges ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In Deutschland und weltweit werden ungeheure Summen in Aufrüstung investiert, die für Klimaschutz und soziale Ausgaben fehlen. Nahrungsmittelknappheit gefährdet das Leben von Menschen auf der ganzen Welt.

Für ein sofortiges Ende des Krieges in der Ukraine sind Waffenstillstand und Friedensverhandlungen unumgänglich und müssen so schnell wie möglich angestrebt werden. Maßnahmen wie Waffenlieferungen drehen die militärische Eskalationsspirale weiter.

Die Forderungen im Einzelnen:

  • Waffenstillstand und Verhandlungen -“ Waffenlieferungen eskalieren und verlängern den Krieg -“ nur Diplomatie, Dialog und Kooperation können den Krieg in der Ukraine und die Kriege überall auf der Welt beenden und weitere verhindern

  • Gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen der Ukraine

  • Keine 2% des Bruttoinlandsprodukts für den jährlichen Rüstungshaushalt sowie Umwidmung des 100 Milliarden Aufrüstungspakets in ein Investitionsprogramm für Soziales, Umwelt, Gesundheit und Bildung

  • Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags durch die Bundesregierung

  • Internationale Kooperation in Europa und weltweit als Grundlage für eine Politik der gemeinsamen Sicherheit und zur notwendigen Bekämpfung der Klimakatastrophe und der Armut

  • Stopp der katastrophalen Wirtschafts- und Finanzblockaden, unter denen die Menschen weltweit leiden

Redner:innen am 1. Oktober sind u.a.

  • Stuttgart: Sidar Carman (Ver.di Bezirk Stuttgart), Michael Müller (Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, ehem. Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt), Helmut Lohrer (Vorstand IPPNW), Dekanin Susanne Büttner

  • Berlin: Ekkehard Sieker (Journalist, Autor), Nastja Liedke (Sammelbewegung Aufstehen), Christoph Krämer (IPPNW)

  • Kassel: Lutz Getzschmann (Stadtverordneter)

  • Köln: Ulrich Frey, (ehem. Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden, Mitorganisator der Friedensdemonstration 1981 im Bonner Hofgarten), Rene Röspel, ehem. MdB der SPD, Mitunterzeichner des Aufrufs „Die Waffen müssen schweigen“


Hier die Veranstaltungsliste: https://www.friedenskooperative.de/themen/aktionstag-1-oktober

Blogkino: The Spanish Earth (1937)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "The Spanish Earth" von Joris Ivens nach dem (Dreh)buch von John Dos Passos und Ernest Hemingway. Zum Plot eine Besprechung von Sean Gilman. "Geht es nur mir so oder klingt der Hemingway-Erzähler in den Köpfen aller anderen immer wie Orson Welles? Jedenfalls spricht Welles den Text von Hemingway und Jon Dos Passos in diesem Dokumentarfilm, den der niederländische Filmemacher Joris Ivens mitten im Spanischen Bürgerkrieg drehte. Als ob das nicht schon genug Starpower wäre, stammt die Musik von Marc Blitzstein (Cradle Will Rock) und Virgil Thomson, einem der ersten großen amerikanischen Komponisten der Klassik (neben Charles Ives, Aaron Copland und George Gershwin). Thomson gewann den Pulitzer-Preis für seine Filmmusik zu Robert Flahertys Louisiana Story, und obwohl dieser Film nicht so gut ist (im Gegensatz zu Thomsons üblichem, ganz und gar amerikanischem Stil ist er sehr spanisch angehaucht), ist er doch recht charmant. Der Film ist im Stil einer Wochenschau gedreht und später mit Toneffekten und Voice-over unterlegt, aber Ivens hat ein Auge für eindrucksvolle Bilder und einige seiner Schnitte sind ziemlich clever (ich erinnere mich an einen bestimmten Schnitt von einem Gewehrschuss zu einem Loch im Sonnenlicht, das durch die Ellenbogenbeuge eines Soldaten scheint).

Der Film spielt während des Marsches der Faschisten auf Madrid und konzentriert sich auf zwei Geschichten: die der Bevölkerung der Hauptstadt, die sich auf den möglichen Angriff vorbereitet (Evakuierung der Kinder, Bildung von Milizen aus Fußballspielern und Stierkämpfern), und die eines nahe gelegenen Dorfes, das einen Bewässerungsgraben baut, um sein unbewohntes Brachland für die Ernährung der belagerten Stadt zu nutzen. Das Drehbuch ist voller prägnanter "Hemingwayismen", die manchmal wie die Hemingway-Parodie in Woody Allens Midnight in Paris klingen.

Mein Favorit: ein Riff nach der Schlacht, in dem es darum geht, dass Sechser rausgingen und nur Zweier und Dreier zurückkamen. Die Szenen auf dem Bauernhof sind in Ordnung, aber sie verblassen im Vergleich zu den ähnlichen Bauarbeiten in King Vidors kommunitärem Klassiker Unser tägliches Brot, der drei Jahre zuvor veröffentlicht wurde. Vielleicht hätten die Schlussszenen, in denen das Wasser fließt, um die ausgetrocknete spanische Erde zu lindern, eine triumphalere Wirkung gehabt, wenn wir nicht bereits das endgültige Schicksal der Loyalisten und dieser Bauern kennen würden. Andererseits verleiht das dem ganzen Film eine ungewollte Schärfe, und Vidors kommunistischen Bauern erging es wahrscheinlich nicht viel besser, als der McCarthyismus und Gruppen wie Vidors eigene randianische antikommunistische Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals sie in die Finger bekamen.

Es ist diese scheinbar offensichtliche Tatsache, die Ivens' Dokumentarfilm für mich deutlich macht: dass es sich um einen Krieg handelte, der von Menschen geführt wurde, die tatsächlich an die extremsten Varianten der modernen politischen Theorie glaubten und sie in die Tat umsetzten. Er konzentriert sich auf die Linke, die loyalistische Seite mit ihren armen Leuten, die sich in einem kommunitären Ideal zusammenschlossen, um sich vor den eindringenden Faschisten zu schützen (mit Hilfe, wie er immer wieder anmerkt, des ausländischen Einflusses der Deutschen und Italiener, wobei die Unterstützung, die die loyalistische Seite von den Sowjets erhielt, unerwähnt bleibt), aber indem er diese Loyalisten als Individuen betrachtet, wird die Tatsache deutlich, dass die Faschisten auch eine Massenbewegung waren.

Ich kann mir vorstellen, dass Ivens es vorziehen würde, die Faschisten nicht als Individuen, sondern als abstrakte Kräfte des Bösen zu sehen, aber in ihrer auffälligen Existenz aus dem Off ist ihre Präsenz, ihre Bedrohung, unausweichlich. Spanien wurde seine Demokratie nicht gestohlen oder der Totalitarismus aufgezwungen: Ein beträchtlicher Teil der spanischen Bevölkerung wollte so sehr in einer Diktatur leben, dass sie für das Recht, einen faschistischen Staat zu schaffen, kämpften, töteten und starben.

Ich finde diese Wahrheit absolut erschreckend. Das war der erste Film, den meine Tochter gesehen hat, und sie hat ihn fast bis zum Ende der 55 Minuten Laufzeit durchgehalten. Ich weiß nicht, was genau sie daran so fasziniert hat. Normalerweise bevorzugt sie farbige Bilder und schrillere Schnitte und hat nur wenige interessante Meinungen zu Politik oder Geschichte. Vielleicht war es die Filmmusik (sie hat in den 13 1/2 Wochen ihres Lebens schon viele Thomson-Filme gehört), oder vielleicht mag sie einfach Orson Welles' Stimme (wer mag sie nicht?). Wie dem auch sei, sie war ganz hingerissen, bis sie einschlief. Soweit sie weiß, hatte der Krieg ein glückliches Ende."

Externes VideoDas Video liegt auf einem fremden Server. Beim Öffnen wird eine Verbindung zum Anbieter hergestellt.Video beim Anbieter öffnen