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»Wir sind Maurer, Maler, Elektriker, wir brauchen den Staat nicht, für nichts.« Lucio Urtubia

Reise in die USA? NoWay!

Das Foto zeigt die Schuhe einer Person, die vor einem auf dem Boden gesprayten "Willkommen" Graffiti steht.
Foto: Jon Tyson auf Unsplash
Wir wussten, dass dies kommen würde, aber jetzt läuft die Uhr. Von Privacy International:

„Gestern hat die Trump-Regierung eine vorgeschlagene Änderung der Politik für Reisende in die USA angekündigt. Sie betrifft die Befugnisse der Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) zur Datenerhebung.“

„Wenn die vorgeschlagenen Änderungen nach der 60-tägigen Konsultationsphase angenommen werden, werden Millionen von Reisenden in die USA gezwungen sein, eine mobile App der US-Regierung zu nutzen und ihre Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre sowie ihre E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre, einschließlich derjenigen von Familienmitgliedern, offenzulegen. Außerdem wird die Erfassung von DNA vorgeschlagen.“

Privacy International verlinkte auf einen Eintrag im Federal Register, in dem die vorgeschlagenen Anforderungen beschrieben werden, und fasste diesen zusammen:

• Alle Besucher müssen „ihre Social-Media-Aktivitäten der letzten 5 Jahre“ einreichen.
• ESTA-Anträge (Electronic System for Travel Authorization) werden „hochwertige Datenfelder“ enthalten, „sofern dies möglich ist“.
• „Telefonnummern, die in den letzten fünf Jahren verwendet wurden“
• „E-Mail-Adressen, die in den letzten zehn Jahren verwendet wurden“
• „In den letzten fünf Jahren verwendete Telefonnummern von Familienangehörigen (sic)“.
• Biometrische Daten – Gesicht, Fingerabdruck, DNA und Iris.
• In den letzten fünf Jahren verwendete geschäftliche Telefonnummern.
• In den letzten zehn Jahren verwendete geschäftliche E-Mail-Adressen.

Der Eintrag im Bundesregister besagt, dass Kommentare erwünscht sind und (spätestens bis zum 9. Februar 2026) eingereicht werden müssen, um berücksichtigt zu werden.

Danke an Quaewpos für das Teilen des Beitrages von Brian Krebs.

Übersetzung / Bearbeitung: Thomas Trueten

153. Netzpolitischer Abend: Re:Banking: Rote Hilfe

Das Sharepic zum 153. netzpolitischen AbendIm Dezember wurde der Roten Hilfe e.V. (RH) und Anderen die Konten gekündigt. Gegen die Sparkasse konnte die RH im Eilverfahren erstinstanzlich erfolgreich klagen und die GLS steht unter Druck und sollte sich als soziale Bank hinter eine antifaschistischen Zivilgesellschaft stellen. Das Debanking hat über Weihnachten Hunderte aktiviert ein Netzwerk zu bauen und auch den 39c3 geprägt.  Der Bundesvorstand der Roten Hilfe wirft einen Blick zurück und schaut mit uns in eine Zukunft, in der Resilienz gegen Repression und Faschismus entscheidend wird.

Quelle und weitere Themen: 153. Netzpolitischer Abend – Digitale Gesellschaft


The Heartbreak Machine: Nazis in the Echo Chamber

Der folgende Text beschreibt die Hintergründe und den Hackvorgang bei drei Nazi Plattformen, unter anderem zu Dating unter Rechten. Den dabei verwendete und hinsichtlich Nazis unscharfen Begriff "Extremismus" mache ich mir nicht zu eigen, er ist Teil der "Hufeisentheorie" und könnte auch gegen Links gewendet werden. Aber genug der Vorrede:

"WhiteDate ist eine Plattform weißer Suprematist:innen, die sich an Rassist:innen und Antisemit:innen richtet – und auf veralteter Infrastruktur basiert. Was die 8000 Mitglieder nicht wussten: Einige der Nazis flirteten dieses Jahr mit realistisch wirkenden Chatbots - und verliebten sich sogar in sie. Mit einer Kombination aus automatisierter Konversationsanalyse, Web-Scraping und klassischen OSINT-Methoden verfolgten wir öffentliche Spuren und identifizierten die Personen hinter der Seite. Dieser Vortrag zeigt, wie KI-Personas und investigatives Denken extremistische Netzwerke aufdecken und wie Algorithmen gegen Extremismus eingesetzt werden können.

Monatelang tauchte Martha in die verborgene Welt von WhiteDate, WhiteChild und WhiteDeal ein, drei Plattformen, die von einer Rechtsextremistin aus Deutschland betrieben werden. Sie glaubt an die Verschwörung einer weißen Vorherrschaft und einer „rassisch reinen“ weißen Gemeinschaft. Was als Neugier begann, entwickelte sich schnell zu einem Experiment über menschliches Verhalten, Technologie und Absurdität.

Martha infiltrierte das Portal mit „realistischen“ KI-Chatbots. Die Bots waren so überzeugend, dass sie die Überprüfungen umgingen und sogar als „weiß“ verifiziert worden. Durch die Gespräche und Recherche von digitalen Spuren dieser Gemeinschaft, die sich in Sicherheit wähnte, konnte sie Nutzer identifizieren.

Gemeinsam mit Reporter:innen der „Die Zeit“ konnten wir die Person hinter der Plattform enttarnen und ihre Radikalisierung von einer erfolgreichen Pianistin zu einer Szene-Unternehmerin nachzeichnen. Um ihr Dating-Portal hat sie ein Netzwerk von Websites aufgebaut, dass seinen Nutzern Liebe, Treue und Tradition vermarktet. WhiteDate verspricht romantische Beziehungen, WhiteChild propagiert Familien- und Abstammungsideale und WhiteDeal ermöglicht berufliches Networking und „gegenseitige Unterstützung“ unter einem rassistischen Weltbild. Gemeinsam zeigen sie, wie Ideologie und Einsamkeit auf bizarre Weise miteinander verwoben sein können.

Nach monatelanger Beobachtung, klassischer OSINT-Recherche, automatisierter Gesprächsanalyse und Web-Scraping haben wir herausgefunden, wer hinter diesen Plattformen steckt und wie ihre Infrastruktur funktioniert. Dabei deckten wir die Widersprüche und Absurditäten extremistischer Gemeinschaften auf, verdeutlichten ihre Anfälligkeit für technologische Eingriffe und brachten sogar den einen oder anderen Nazi zum Weinen.

Dieser Vortrag erzählt von Beobachtung, Schabernack und Einblicken in die digitale Welt extremistischer Gruppen. Er zeigt, wie Algorithmen, KI-Personas und investigatives Denken Hass entlarven, seine Narrative hinterfragen und seine Echokammern aufbrechen können. Wir zeigen, wie Technologie im Kampf gegen Extremismus eingesetzt werden kann."

Quelle

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