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»Es ist besser stehend zu sterben als auf Knien zu leben.« Emiliano Zapata Salazar

Neukölln: Keine Zwangsräumung der Familie SC!

Das schwarzweiss Foto von © neuköllnbild zeigt Protestierende vor einer Geschäftsstelle der Covido GmbH, Transparente mit dem Text "Stop Zwangsräumungen!", sowie "Wohnen darf keine Ware sein!".
Foto: © neuköllnbild via Umbruch Bildarchiv
Seit 2013 beschwert sich Familie SC aus der Erkstrasse in Neukölln bei ihrem Vermieter über Schimmel und eine defekte Heizung in ihrer Wohnung. Aber nichts wird repariert. Es ist nicht nur ärgerlich, wenn auf einmal das Licht oder die Waschmaschine ausgeht. Schimmel ist gesundheitsschädlich. Für eine Familie mit zwei kleinen Kindern (4 und ein Jahr alt) eine herbe Belastung.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Covivio Immobilien GmbH, mit 17000 Wohnungen allein in Berlin, übernimmt 2020 das Mehrfamilienhaus. Statt die angemahnten Reparaturen vorzunehmen droht sie der vierköpfigen Familie in Neukölln mit Räumung, weil sie den Schimmel in ihrer Wohnung nach jahrelangen Beschwerden selber beseitigt hat. Das Bündnis Zwangsräumung verhindern schaltet sich ein: Sie schreiben Briefe und fordern, der Familie zumindest einige Wochen Räumungsaufschub zu gewähren. Covivio antwortet formal und mit einer Ablehnung. Deshalb gibt es am 7. Mai eine Kundgebung vor dem Covivio-Büro in der Sonnenallee 160. Dreißig Leute sind dazugekommen, aus dem Haus, über dem Büro, werden den Demonstrierenden Daumen-hoch-Gesten gezeigt. Covivio ist bei seinen Mieter*innen offenbar wenig beliebt. Aber anstatt Gesprächsbereitschaft zu zeigen, schließt Covivio ihr Büro.

Nach 4 ungültigen Versuchen konnte Covivio beim fünften Mal die Kündigung gegen Familie SC gerichtlich durchsetzen. Ende Mai droht die Zwangsräumung und die Familie hat keine neue Wohnung in Aussicht. Ihr droht Wohnungslosigkeit. Das Bündnis fordert, dass die Kündigung zurückgenommen wird oder der Familie aus dem Bestand der Immobiliengesellschaft eine neue Wohnung zur Verfügung gestellt wird.

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Berlin: Feministischer 1. Mai 2026

Das Foto von © kinkalitzken zeigt das Fronttransparent mit dem Text: "Täter, Krieg, Kapital - Widerstand unsere Wahl",, rechts vom Text eine Weiße Taube
Foto: © kinkalitzken via Umbruch Bildarchiv
Rund 1.500 Menschen nahmen sich am 1. Mai 2026 die Straßen von Berlin-Charlottenburg, um gegen Patriarchat, Kapitalismus, Faschismus und Imperialismus zu protestieren.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

In den Vorjahren stellten die Veranstalter*innen einen feministischen Block bei der „revolutionären“ 1. Mai-Demonstration Berlin. Die eigenständige feministische Demonstration um 13:12 Uhr wollte keine Konkurrenz zum Abendprogramm darstellen, sondern insbesondere mit Blick Awareness-Strukturen und Umgang mit Täterschutz-Vorwürfen einen Raum für klassenbewussten Feminismus schaffen.

Heraus, Geschwister, zum feministischen ersten Mai! Steigende Preise im Super- und Wohnungsmarkt, ein zerspartes Gesundheitssystem, Krieg in Europa, Nahost und Ostafrika, Wiedereinführung der Wehrpflicht. Eine Krise scheint auf die nächste zu folgen, und wir sind mittendrin. Was ist das für ein Leben, wo wir nie sicher sind, uns auf jeglichen Ebenen Gewalt wiederfährt oder droht? Gewalt, die sich in Kriegen manifestiert, die uns in schlecht bezahlten Berufen ausbeutet, die uns von der Straße prügeln und einsperren will. Vor der wir nicht einmal Zuhause sicher sind. Auch in unseren eigenen Strukturen sind wir oft patriarchalen Mechanismen ausgesetzt.

Scheiß auf Eure Blumen, leere Versprechungen und Girl-Boss-Feminismus. Wir verlangen Veränderung. Wir werden weiterhin patriarchale Strukturen aufbrechen und bekämpfen.
Kein Klassenkampf ohne Feminismus, kein Feminismus ohne Klassenkampf!“

(Aufruf zur Demo)

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Re: Kein Recht, Mutter zu sein?

In zwölf EU-Ländern können Frauen mit Behinderung noch immer ohne ihre Zustimmung sterilisiert werden. Die Autistin Sara Rocha kämpft in Portugal für ein gesetzliches Verbot dieser Praxis – und vernetzt sich mit Betroffenen aus ganz Europa, um das Tabuthema sichtbar zu machen. Ein Wohnprojekt in Berlin zeigt, wie Elternschaft mit Behinderung gelingen kann.

Zwangssterilisation ist eine Praxis, die in Europa eigentlich der Vergangenheit angehören sollte. Denn in der sogenannten Istanbul-Konvention haben sich die meisten EU-Länder verpflichtet, Frauen vor Gewalt zu schützen. Und doch ist es in zwölf Ländern nach wie vor legal, Frauen mit Behinderung ohne deren Einwilligung unfruchtbar zu machen. Für Sara Rocha ist das ein Riesenskandal: „Niemand hat das Recht zu entscheiden, ob jemand eine gute Mutter sein kann.“ Die autistische Aktivistin kämpft in Portugal für ein gesetzliches Verbot und vernetzt sich europaweit mit Betroffenen. Als schwangere Frau mit mehrfacher Behinderung ist ihr Engagement auch ein persönlicher Kampf.

Eine der Frauen, die mit Sara sprechen, ist Natacha. Mit 24 Jahren wurde die Belgierin gegen ihren Willen sterilisiert. Ihre Mutter traute ihr nicht zu, eigene Kinder großzuziehen. Erst heute findet Natacha Worte für ihren Schmerz und ihre Wut über das, was ihr widerfahren ist. Wie vielen anderen wurde ihr lange eingeredet, der Eingriff sei nur zu ihrem Besten. Heute bricht sie das Schweigen – gemeinsam mit anderen Betroffenen.

In Berlin lebt Sunny Stemmler mit ihrem dreijährigen Sohn Matteo in einer betreuten Wohngemeinschaft für Eltern mit Behinderung. Die 34-Jährige mit Lernschwierigkeiten hat lange gegen Vorurteile und Widerstände gekämpft. Heute zeigt ihr Beispiel: Elternschaft mit Behinderung ist möglich – wenn man sie zulässt und richtig unterstützt.




Berlin: Revolutionäre 1. Mai- Demonstration 2026

Fronttransparent der Demo mit dem Text "gegen die Gesamtscheiße - Die Zukunft gehört uns!" und einem Roten Stern mit Antifaflaggen auf der linken Seite getragen von verschiedenen Personen, dahinter eine Masse von Menschen am späten Abend.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Unter dem Motto „Gegen die Gesamtscheiße“ startete die diesjährige revolutionäre 1. Mai-Demonstration unter der Beteiligung mehrerer 10.000er Teilnehmer*innen vom Oranienplatz in Kreuzberg. Marxistische Jugendgruppen, Pali-Solidaritäts-Bewegung und ein großer Antifablock bildeten den Anfang. Ein sich schon am Mittag bildener „Menschenteppich“, durch verschiedenste angemeldete und auch nicht angemeldete Party- und Feierangebote in großen Teilen von Kreuzberg erschwerte den Start und einen geschlossenen Demozug. Stundenlange Verzögerungen waren die Folge. Ein Teil der Demo schaffte es die Route einzuhalten, der andere Teil blieb erstmal stecken. Ab dem Görlitzer Park wurde der Antifa-Block von einem dichtem Bullenspalier begleitet. Am Rande der Demo wurden Nazi-Influencer vertrieben, es gab zahlreiche Solidaritätsgrüße von Balkonen und der Bordsteinkante. Gegen 23.00 Uhr erreichte die Demonstration den Abschlußkundgebungsplatz am Südstern. Dort ließen es sich die Bullen nicht nehmen, Teile des Antifablocks anzugreifen, durch Geschlossenheit konnte dieses abgewiesen werden. Was bleibt von diesem Tag? 10.000de waren auf der Straße, organisiert und auch weniger organisiert, und ein Gefühl, das Mensch nicht allein ist mit der Gesamtscheiße um uns herum.

„Wir feiern das Leben, die Rebellion und die Befreiung. Weg damit: Wehrpflicht, Militarisierung und Kriegsregime. Feminizide, Männlichkeit und Patriarchat. Nationalismus, Faschismus und AfD. Wasserprivatisierung, Autobahnausbau und Klimakatastrophe. Regierende Bürgermeister, Zäune und nächtens geschlossene Parks. Autoritarismus, Dogmatismus und scheinbar einfache Wahrheiten. Angriffe auf Rojava, Krieg in der Ukraine und Genozid in Gaza. Racial Profiling, »kriminalitätsbelastete Orte« und neue Polizeigesetze. Finanzielle Kürzungen, Demontage des Sozialstaats und der restliche Monat am Ende des Geldes. Gefangennahme von Cilia Flores mit Ehemann, von Antifaschist*innen und unserer langjährigen Nachbarin Daniela Klette. Private Wohnungsunternehmen, steigende Energiekosten und hohe Mieten. Merz, Pistorius und alle anderen da oben. Alles Würg!

Wir finden das Leben viel zu interessant, um es für all das herzugeben. Deshalb soll die ganze Scheiße zerfallen, wie es einst Karl Marx formulierte, und dazu werden wir beitragen. Wir spielen nicht mit, wir rebellieren, wir widersetzen uns. Wir verweigern uns den auferlegten Pflichten. Wir desertieren aus diesen Verhältnissen. Wir brechen aus und nehmen uns am Ersten Mai die Straße. Denn wenn schon die Gegenwart verloren ist, so wollen wir doch die Zukunft erobern.Mit Zehntausenden werden wir am Abend des 1. Mai in Berlin zur jährlich größten Manifestation der radikalen Linken zusammenkommen. Uns eint unsere Unzufriedenheit mit dem Bestehenden und der Widerspruch zum Herrschenden, das kein Versprechen mehr für uns hat. Mit rebellischer Munterkeit laden wir zu einem Block auf der revolutionären 1.Mai-Demo alle ein: Wütende und Traurige, Lohnabhängige und vermeintlich Überflüssige, Kind und Kegel, Schlawinerinnen und Rabauken, Militante und die gesamte Bagage. In unserer Vielfalt finden wir die Einheit.“

(aus: Aufruf des Antiautoritären Blocks)


Eine gute Übersicht mit Infos zur Demo und allen anderen Aufrufen findet ihr auf der Seite von erstermai.nostate.net/

Weitere Ereignisse zu diesem Thema
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Brick Pride oder: Ich bin froh, so zu sein, wie ich bin

Das Foto von Andrew Lister zeigt einen Hohlziegel mit 3 Löchern auf einem Holzfußboden
Ein Ziegel allein...
Jeder hasst einen Ziegelstein – bis es darum geht, ein Haus zu bauen oder Polizisten damit zu bewerfen. In der Sub-Subkultur, in der ich als trans-anarchistischer Punk lebe, gibt es ein Wort, das oft verwendet wird, um Transfrauen zu beschreiben, die nicht besonders gut als Frauen durchgehen. „Brick.“

Es stammt aus der Ballroom-Kultur, soweit ich das beurteilen kann, aus den 70er- und 80er-Jahren in New York City, von den Street Queens, die eine Tanzkultur aufgebaut haben, wie sie die Welt noch nie gesehen hatte. Es ist ein so seltener Slangbegriff, dass er noch nicht einmal im Urban Dictionary auftaucht, aber in meinem Leben ist er durchaus geläufig.

Ein Brick ist „clocky“. Wir können entlarvt werden. Die Leute sehen uns an und wissen, dass wir bei der Geburt als männlich zugewiesen wurden. Vielleicht haben wir breite Schultern, vielleicht sind wir groß. Vielleicht haben wir keine Stimmbildung gemacht. Vielleicht können wir uns keine Elektrolyse leisten. Vielleicht nehmen wir keine Hormone. Vielleicht haben wir alles getan und sind trotzdem noch „clocky“. Vielleicht sind wir einfach dumm wie ein Ziegelstein.

Es ist kein nettes Wort, zumindest ursprünglich nicht. Es ist kein Wort, das man aus Höflichkeit sagt. Ich habe noch keine Aufkleber oder T-Shirts gesehen, auf denen „Bewaffnet die Ziegelsteine“ oder „Schützt die Ziegelsteine“ steht. (Wir sind bereits bewaffnet und wir schützen uns selbst.)

Vielleicht will ich keine Dichotomie zwischen den Puppen (die als Frauen durchgehen oder dem nahekommen) und den Ziegelsteinen (die das nicht tun und es vielleicht nie tun werden) aufstellen. Vielleicht dürfen wir alle auch „Puppen“ sein. Ich weiß es nicht. Aber in dieser winzigen, winzigen Szene, in der ich mich befinde, ist die Zweiteilung bereits vorhanden. Niemand hat mich jemals eine Puppe genannt.

Und weißt du was? Das ist in Ordnung.

Ich bin ein Ziegelstein. Ich bin aus Erde gemacht. Ich bin schwer, selten verziert, stark und nützlich.

Das Foto von  Kim Traynor zeigt eine Mauer aus Ziegelsteinen
... kommt selten allein

Quelle: Bricks in Buccleuch Street, Edinburgh by Kim Traynor
Lizenz: CC BY-SA 2.0

Mit Ziegelsteinen kann man eine Mauer bauen und alles schützen, was man liebt. Mit Ziegelsteinen kann man ein Haus bauen, das Jahrhunderten von Wind und Regen standhält. Der moderne LGBT-Stolz begann, als die Polizei das Stonewall Inn in New York City stürmte und (die Details sind hier wahrscheinlich apokryph) eine Transfrau den ersten Ziegelstein auf die Polizisten warf.

Die beiden am häufigsten genannten Anwärterinnen für „warf den ersten Ziegelstein“ sind Marsha P. Johnson, eine schwarze Frau, und Slyvia Rivera, die aus Puerto Rico stammte. Ich möchte nicht in die Vergangenheit reisen und unsere modernen Slang-Begriffe auf sie anwenden. Ich möchte sie nicht in die eine oder andere Schublade stecken. Aber der moderne Pride begann, als jemand einen Ziegelstein auf die Polizisten warf. Wie könnte ich „Ziegelstein“ denn als Beleidigung auffassen?

Die Schönheitsideale für Frauen tun niemandem gut, weder Cis- noch Trans-Personen. Egal, welche Figur du hast, welche Größe du hast, du wirst es nie richtig machen.

Ich habe das Glück, aus einer Linie von Punk-Mädchen und -Frauen zu stammen, die sich sowohl an Schönheitsidealen ergötzten als auch gegen sie rebellierten. Von Menschen, die sich nie rasierten. Von Leuten, die abgeschnittene Jeans trugen, die ihre Dehnungsstreifen und Bäuche zeigten. Von Rebellen, die sowohl Make-up trugen als auch nicht, die aber mit den Besten von ihnen ins Mikrofon schrien und Flaschen auf Nazis warfen.

Erinnerungstafel an die Riots am Stonewall Inn
Foto: Grace Mahony
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die ersten Transfrauen, die ich kannte, waren schlaksig und groß und nicht passend und wunderschön. Tattoos schienen genauso Teil ihrer Transition zu sein wie alle Operationen, die sie hatten oder nicht hatten, oder Hormone, die sie nahmen oder nicht nahmen. Sie waren Anarchistinnen, reisten per Anhalter und Güterzug durch das Land, lebten im Freien, organisierten, protestierten, randalierten, klauten in Läden, feierten und führten wilde queere Leben. Sie nannten sich selbst Trannies, und niemand sonst darf sie so nennen, aber sie durften und dürfen sich verdammt noch mal selbst so nennen.

Sie sangen mit lauten Stimmen. Sie schrien die Polizei mit lauten Stimmen nieder. Sie machten sich nicht klein. Genauso wenig wie die Cis-Frauen in unserer Szene (einer Szene, die das Wort „cis“ noch gar nicht kannte). Ob Femme oder Butch (eine Dichotomie, die sich noch nicht in uns durchgesetzt hatte) – die anarchistischen Punk-Frauen, die ich kannte und kenne, machten sich nicht klein. Sie traten in nichts in den Hintergrund.

Sie waren und sind wunderschön. Jeder wusste das und weiß es.

Ich könnte dir nicht sagen, was es bedeutet, eine Frau zu sein, aber ich kann dir sagen, dass es nicht bedeutet, sich in irgendeine Schachtel, irgendeinen Käfig zu zwängen, der für uns gebaut wurde. Ich hatte schon immer Angst davor, eine Transfrau zu werden, schon seit ich ein Kind war. Ich hatte schreckliche Angst vor meiner eigenen Weiblichkeit und ich hatte schreckliche Angst davor, als eine dieser traurigen Frauen in den Freakshow-Dokumentationen der 90er zu enden. Keine der Frauen in diesen Sendungen kam auch nur ansatzweise durch, und sie waren Objekte des Spottes. Sie wurden nicht als Frauen gezeigt, sondern als Männer, die sich als Frauen verkleidet hatten. Sie wurden als hässlich dargestellt. Die Spielfilme waren noch schlimmer: Wir waren nicht nur hässlich, wir waren monströs.

Wenn ich eine Transfrau würde, würde ich hässlich werden. Vielleicht sogar monströs.

Die Leute sagten mir das ganz offen. Ein Freund, der dachte, er täte mir einen Gefallen, sagte mir: „Du solltest dich nicht outen, denn du bist ein heißer Typ, aber du würdest eine hässliche Frau abgeben.“

Ich habe mich trotzdem geoutet, nach dem Ghost-Ship-Brand in Oakland, bei dem eine Transfrau namens Feral zusammen mit 35 anderen Menschen ums Leben kam. Ich war am anderen Ende des Landes, aber das war meine Szene. Ich hätte in diesem Feuer sein können, und ich hätte als Mann sterben können. Ich würde lieber als Monster in Erinnerung bleiben als als Mann.

Ich habe mich trotzdem geoutet und mir gesagt, dass ich nicht einmal versuchen würde, mich als Mann auszugeben, und daran habe ich festgehalten. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon seit fünfzehn Jahren Punk, und auf keinen Fall würde ich anfangen, mich nur um meiner Sicherheit willen zu verstecken. Es ist keine Schande, als Transfrau „entlarvt“ zu werden, denn das ist es, was ich bin. Wenn die Leute mich hässlich finden, ist das ihre Schuld, ihr Problem.

Ich verdanke den Frauen viel, die sich in diesen Dokumentarfilmen gezeigt haben, die so unverschämt waren, dass sie sich von der ganzen Welt auslachen ließen. Sie waren wunderschön, und es ist mir peinlich, dass ich so lange gebraucht habe, das zu erkennen. Lasst uns alle so ehrlich und ohne Scham leben. Ich fürchte, ich verfestige hier eine Dichotomie zwischen „Bricks“ und „Dolls“, zwischen „Butch“ und „Femme“. Das ist nicht meine Absicht. Wir alle bewegen uns durch die Welt mit unseren eigenen Geschlechtererfahrungen, unseren eigenen Körpern, unseren Wegen, sicher zu bleiben und (wenn wir wollen) die schönste Version von uns selbst zu werden, die wir sein können.

Es gibt hier eigentlich keine Trennlinie. Es gibt nicht nur einen Weg, trans-femme zu sein. Brick-Pride ist keine Brick-Vorherrschaft, und es sollte verdammt noch mal besser keine Femmephobie sein.

Aber die Gesellschaft sagt mir, ich solle mich schämen, so zu sein, wie ich bin, und das tue ich nicht. Ich bin ein Brick. Ob aufgedonnert oder leger gekleidet, ich bin immer noch ein Brick.

Ich gebe mich dem dieser Tage hin. Gewichte zu stemmen fühlt sich genauso geschlechtsbejahend an wie ein Kleid und ein Schal. Wenn ich ein bauchfreies Top trage, sehe ich eher aus wie ein schwuler Mann aus den 1980ern als wie ein Raver-Girl aus den 1990ern, und das ist okay. Ich weiß, wer ich bin. Wenn es ein passenderes Etikett für mich gibt (und ich bin skeptisch), dann ist es „langhaarige Butch“. Ich mag meinen Truck. Ich repariere gerne Sachen. Ich sorge gerne für die Sicherheit anderer. Ich mag auch meine langen Haare.

Ich muss niemandem etwas beweisen.

An die Ziegelsteine, die vor mir kamen, an die Ziegelsteine, die nach mir kommen, sage ich: Lasst uns gemeinsam eine Mauer bauen. Lasst uns ein Haus bauen. Außerdem können unsere Bewunderer behaupten, in der Maurergewerkschaft zu sein, und das ist auch cool.

Quelle: "Brick Pride or: I'm happy to be what I am", 06. Mai 2026 von Margaret Killjoy.

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Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

USA - Zwangssterilisation hinter Gittern

In Kaliforniens größtem Frauengefängnis werden Frauen jahrelang ohne ihre Zustimmung sterilisiert. Besonders oft betroffen: Women of Color. Eine Betroffene und eine Anwältin brechen das Schweigen, sammeln Beweise und konfrontieren die Verantwortlichen. Der Film zeigt, wie hartnäckig sich eugenische Denkmuster bis heute halten, und begleitet die Frauen bei ihrem mühsamen Kampf für Gerechtigkeit.

Stuttgart: 1. Mai Straßenfest im Stadtteilzentrum Gasparitsch

Das SharePic zeigt die Eckdaten zum 1. Mai Fest mit den Angaben aus dem Textbeitrag

Programmübersicht für das 1. Mai Fest im und am Stadtteilzentrum Gasparitsch:

Ablauf
ab 14 Uhr: Festbeginn
  • Kaffee & Kuchen, Fingerfood
  • Popcorn
  • Quiz
  • Info- und Aktionsstände
  • Kinderprogramm
  • Kurzvorstellungen der beteiligten Initiativen & Organisationen
  • Live-Musik

16 Uhr: Kurz-Lesung von Geschichten zum Thema Frauensolidarität (vom Frauenkollektiv Stuttgart)

17 Uhr: Stadtteildemonstration (vom Fest aus): Dort kämpfen, wo das Leben ist! Gegen Krieg, Sozialabbau und Rechtsentwicklung! (von der Organisierten Autonomie)

ab 18:30 Uhr: warmes leckeres Essen
bis 18:30 Uhr: Quizabgabe

19 Uhr: Quizauflösung

ab 19:30 Uhr: Live Musik mit

ab 22 Uhr: Aftershow-Party mit

  • Jens O Matic
  • Markus Railroad (Early Reggae, Ska, Latin, Cumbia)

Quelle und mehr Informationen

Vergiss die Verschwörungstheorien oder: Der Reichstagsbrand war kein Insider-Job

Jemand hat vielleicht gestern Abend versucht, den Präsidenten zu töten.

Gestern Abend beim Dinner der White-House-Korrespondenten hat jemand versucht, mit Schusswaffen die Sicherheitsvorkehrungen zu durchbrechen, und wahrscheinlich einen Polizisten in die Schutzweste geschossen. Heute früh nannten die Medien einen 31-jährigen Verdächtigen, der sich in Gewahrsam befindet: Cole Tomas Allen. Cole ist ein schwarzer Lehrer aus Kalifornien mit einem Master-Abschluss in Informatik.

Ich bin nicht hier, um dir von ihm zu erzählen. Ich bin kein investigativer Reporter.

Die Grafik zeigt die Silhouette eines Aluhutträgers
Eine Verschwörung zur Umsetzung eines üblen Plans vermuten, wie das Verbergen der Wahrheit oder das Weitergeben von Falschinformationen. Die verlinkte Grafik zeigt, wo die Technik in der Taxonomie eingeordnet ist.

Grafik: SkepticalScience - Eigenes Werk
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Ich bin heute Morgen aufgewacht, um auf Bluesky nachzuschauen (das ist wohl mein erstes Problem), und sah einen Verschwörungsbeitrag nach dem anderen. „Da stimmt etwas nicht“, behaupten sie. „Die Sicherheitsvorkehrungen können unmöglich so lax gewesen sein“, behaupten sie.

Vielleicht lebst du in einem anderen Informationsökosystem / einer anderen Echokammer als ich, und wenn ja, bin ich ein bisschen neidisch. Denn sich vorschnell auf eine Verschwörungstheorie zu stürzen, ist peinlich, und diejenigen, die das öffentlich auf großen Plattformen tun, sollten sich schämen. Es ist bei weitem wahrscheinlicher, dass jemand Menschen (oder einen bestimmten Mann) erschießen wollte, als dass das Ganze einer dieser gefürchteten und in Anführungszeichen zu setzenden „False-Flag-Angriffe“ war.

In den 1970er Jahren führte das FBI eine Art Krieg gegen Linke in den Vereinigten Staaten. Der Name ihres verdeckten Programms lautete COINTELPRO, und wir wissen davon, weil einige Aktivisten, die mit der katholischen Antikriegsbewegung in Verbindung standen (obwohl sie selbst größtenteils jüdisch waren – ich liebe einen guten multikulturellen Widerstand), in ein FBI-Büro einbrachen und die Beweise stahlen. (Ja, ich habe darüber in meiner Sendung berichtet, Teil eins und Teil zwei.)

COINTELPRO war ein meisterhaftes Werk der Bewegungszerstörung, und ein Teil ihres Spielbuchs war die Infiltration. Aber ein expliziter Teil des Sinns dieser Infiltration bestand darin, unter den Aktivisten Paranoia zu schüren. Die Angst vor der Infiltration war bei der Zerschlagung unserer Bewegungen wirksamer als die Infiltration selbst. Die Angst brachte uns dazu, ihre Arbeit für sie zu erledigen: Wir säten unser eigenes Misstrauen und wandten uns gegeneinander.

So ist es auch mit Verschwörungstheorien. Wenn jede Aktion als „False Flag“ angesehen wird (ich werde nicht aufhören, Anführungszeichen zu setzen, tut mir leid), dann macht es überhaupt keinen Sinn, irgendetwas zu unternehmen. Verschwörungstheorien lehren die Menschen, dass Menschen keine Handlungsmacht haben, sondern nur der Staat.

Gibt es echte Verschwörungen? Auf jeden Fall. Die meisten Verschwörungen kommen irgendwann ans Licht. Wie der riesige Ring von Pädophilen, der einen Großteil der Welt beherrscht.

Der brennende Reichstag am 27./28. Februar 1933
Der brennende Reichstag am 27./28. Februar 1933
Lizenz: Public domain, via Wikimedia Commons

Ist es möglich, dass diese oder jene bestimmte Aktion eine Verschwörung oder ein False-Flag-Angriff war? Auf jeden Fall. Das ist schon früher passiert. Es wird wieder passieren. In den meisten Situationen ist das bei weitem das Unwahrscheinlichere, und wir müssen den Impuls verstehen, voreilig Verschwörungsannahmen anzunehmen. Ich habe schon früher darüber geschrieben, aber die meisten Aktionen, denen vorgeworfen wird, False-Flag-Angriffe zu sein, sind es nicht. Der berühmteste „False-Flag-Angriff“ der Geschichte war der Reichstagsbrand, der Brand des deutschen Parlamentsgebäudes, im Jahr 1933. Diese Aktion wurde von den Nazis als Vorwand genutzt, um ihre Macht zu festigen, aber sie wurde nicht von ihnen geplant oder ausgeführt. Ein junger niederländischer Rätkommunist namens Marinus van der Lubbe legte das Feuer, in der Hoffnung, die deutschen Arbeiter zum Aufstand gegen die Faschisten anzustacheln. (Podcast Teil eins und Teil zwei)

Die Geschichte hat ihn schlecht behandelt und ihn als alles Mögliche dargestellt – vom Sündenbock bis zum nützlichen Idioten –, statt als das, was er war: einer der wenigen Menschen in Deutschland, die die Bedrohung durch die Nazis ernst nahmen. Hätte es 1933 noch hunderttausend Menschen wie ihn gegeben, hätte es vielleicht nicht die rund 75 Millionen alliierten Soldaten zehn Jahre später gebraucht.

Marinus wurde von der Geschichte schlecht behandelt, aber die Nazis hätten ihre Macht ohnehin gefestigt. Jeder spielt mit den Karten, die ihm ausgeteilt wurden, also versucht jeder, Angriffe gegen sich zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. Die Nazis suchten nach einer Rechtfertigung, um das Kriegsrecht zu verhängen, und sie nutzten sie. Sie hätten so oder so irgendeinen Vorwand gefunden.

Wir lieben es, den Menschen die Schuld zu geben, die radikale Taten begehen, denn indem wir sie verurteilen, vergeben wir uns selbst unsere relative Untätigkeit. Verschwörungsdenken ist in diesen Fällen eine Art, sich der moralischen Verantwortung zu entziehen. Verschwörungstheoretiker vergeben sich nicht nur, dass sie nichts unternommen haben, sie vergeben sich auch, dass sie zu feige waren, zu sagen: „Wer kann es dem Kerl verübeln?“, wenn jemand einen verzweifelten Versuch wie Brandstiftung (oder ein Attentat) unternimmt.

Wir müssen Handlungen nur nach zwei Kriterien beurteilen: War es moralisch vertretbar und war es strategisch sinnvoll? Wenn eine Handlung moralisch gerechtfertigt ist, sollten wir sie nicht verurteilen. Wenn sie moralisch gerechtfertigt, aber nicht strategisch war, sollten wir sie weder verurteilen noch feiern. (Und man kann den strategischen Wert einer Sache nicht daran messen, ob sie erfolgreich war oder nicht, sondern daran, ob sie die beste verfügbare Chance war.)

Aber wir können nicht auf andere schauen (und du kannst nicht auf mich schauen), um Fragen der Moral oder Strategie für dich zu beantworten.

Es ist ein schmaler Grat zwischen „Fedposting“ (öffentliches Lob für diejenigen zu posten, die schwere Vergehen begehen, und zwar so, dass du unerwünschte Aufmerksamkeit seitens der Regierung auf dich ziehst) und der Frage: „Nun, was hast du denn erwartet, als sich herausstellte, dass der mächtigste Mann der Welt ein Pädophiler ist, der gerade dabei ist, die Weltwirtschaft zu zerstören, und keine rechtlichen Institutionen effektiv daran arbeiten, ihn aufzuhalten?“ Persönlich sehe ich solche Handlungen so: als Konsequenz. Natürlich musste das passieren. Es wird weiterhin passieren. Ob „gut“ oder „schlecht“ ist dabei eher nebensächlich.

Es ist schwer zu wissen, was man in Momenten wie diesen sagen soll. Es ist schwer zu wissen, was man sicher sagen kann, oder wie sicher im Vergleich zu mutig wir wirklich versuchen sollten zu sein. Angst ist ein wichtiges Gefühl, und wir sollten die Gefahr berücksichtigen, wenn wir unsere Entscheidungen treffen. Angst kann unser Ratgeber sein, aber sie sollte niemals unser Herrscher sein. Nicht persönlich, nicht politisch. Aber ich sage dir: Der Teil von dir, der sich in Verschwörungstheorien stürzt, ist der Teil von dir, der ein Feigling ist.

Wir sollten daran arbeiten, Ruhe statt Angst zu verbreiten. Verschwörungstheorien verbreiten sich in den sozialen Medien, weil Angst ansteckend ist und die Algorithmen ansteckende Gedanken belohnen – deshalb bekommen Verschwörungstheorien die Klicks. Die nützlichsten und erfahrensten Aktivisten in der Menge bei einer Demonstration rufen „Geht!“, wenn die Leute in Panik zu rennen beginnen.

Entthront die Angst. Verbreitet Ruhe. Hört auf, alles als Verschwörung anzusehen.

Quelle: "Forget the Conspiracies or: the Reichstag Fire was not an inside job", 26. April 2026 von Margaret Killjoy.

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Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Ein Jahr ohne Lorenz

Das Foto von M. Goldschmidt zeigt einen Ausschnitt der vorderen Reihe der Demo mit Fronttransparenten - eines mit einem Bild von Lorenz A. dem Text "No Justice - no Peace - Disarm the Police"
Foto: © M. Goldschmidt via Umbruch Bildarchiv
Am 19. April 2026 demonstrierten in Oldenburg rund 2000 Menschen in Gedenken an den 21-jährigen Lorenz A., der vor einem Jahr in Oldenburg von einem Polizisten erschossen wurde. Die Initiative „Gerechtigkeit für Lorenz“ erinnerte auch an weitere Opfer tödlicher Polizeigewalt, Qosay Khalaf, Ibrahima Barry und Mouhamed Lamine Dramé und forderten Aufklärung und Konsequenzen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Obwohl die Anklage bereits am 5. November 2025 erfolgte, gibt es bis heute noch keinen Gerichtsprozeß gegen den Polizisten der Lorenz am 20. April 2025 mit mehreren Schüssen in den Rücken erschossen hatte. (mehr zur Vorgeschichte)

Die Begründung der Justiz: Überlastung. Für die Angehörigen und Freund*innen von Lorenz ist dieser Verzug unerträglich. In den Redebeiträgen wurde betont, dass die Verzögerung rassistische Kontinuitäten widerspiegle, ein schwarzes Leben scheint in der Priorisierung der Behörden weniger Gewicht zu haben. ​Während die Ermittlungen gegen das Opfer unzulässigerweise forciert wurden, bleibt die Hauptverhandlung gegen den Schützen aus.

– M. Goldschmidt –


"Was passiert ist, steht nicht für sich allein. Rassistische Polizeigewalt trifft immer wieder Schwarze, rassifizierte und geflüchtete Menschen und danach folgen Entmenschlichung, Schuldverschiebung und fehlende Konsequenzen."

Pena Ger e.V., Teil der Initiative „Gerechtigkeit für Lorenz“


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1. Mai: Sie bauen den Sozialstaat ab – Wir bauen die Gewerkschaft auf

Das SharePic zeigt alle relevanten Eckdaten aus dem Textbeitrag zu den Aktivitäten der FAU am 1. Mai

Unter dem Motto »Sie bauen den Sozialstaat ab – Wir bauen die Gewerkschaft auf.« sind wir am 1. Mai in Stuttgart auf der Straße.

Wir treffen uns um 10:00 Uhr am Stadtteilzentrum Gasparitsch und bringen gemeinsam unser Material zur Demo und zeigen bei der Auftaktkundgebung am Marktplatz Präsenz.

Ab 11:30 Uhr laufen wir gemeinsam bei der Gewerkschaftsdemo mit, beginnend am Marktplatz.

Anschließend sind wir beim 1. Mai Fest im Stadtteilzentrum Gasparitsch.

Und um 17:00 Uhr startet dort die Stadtteildemo.

Quelle: FAU Stuttgart