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»Time to ban Viagra. Because if pregnancy is "god´s will", then so is your limp dick.« Bette Midler

Das gute Leben im Punkrock oder: ein ästhetisches Leben führen

Der Beitrag dieser Woche ist ein bisschen länger als sonst, aber ich bin auch stolz darauf. Ich habe ziemlich lange daran gearbeitet. Ich habe beschlossen, dass das Jahresende der richtige Zeitpunkt dafür ist, denn ehrlich gesagt kommt es einer Liste mit Vorsätzen für das neue Jahr am nächsten.

Ich muss euch sagen, dass ihr, wenn ihr eine gedruckte Zine-Version meiner neuesten Danielle-Cain-Geschichte „And the Bones Clean Gone“ haben wollt, bis zum 31. Dezember Zeit habt, euch für das monatliche Zine von Strangers in a Tangled Wilderness auf Patreon anzumelden.

Das gute Leben im Punkrock

Eine Badewanne steht auf der Veranda eines sehr grob gezimmerten Dreieckhauses im Wald.
Grafik: Thomas Trueten
Vielleicht fängt das mit einer alten Freundin von mir an. Nennen wir sie Ember. Ich hab Ember vor zwanzig Jahren in Asheville, North Carolina, kennengelernt, als sie in einer 8 x 8 Fuß großen, unisolierten Hütte lebte, die sie im Hinterhof eines gemieteten Punkhauses gebaut hatte. Im Erdgeschoss der Hütte stand nur ein Schreibtisch mit ihrer Schreibmaschine und ihren Büchern. Darüber befand sich ein Loft mit einer Futonmatratze. Die Bude war sauber, aber vollgestopft, und ich verbrachte viele Nächte mit ihr am Feuer im Hinterhof dieses Hauses und wir quatschten über das Leben.

Sie war ein paar Jahre älter als ich, und ich war total in sie verliebt, oder besser gesagt, in die Vorstellung von ihr, obwohl das überhaupt nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Sie trug ein selbstgenähtes Carhartt-Overallkleid und hatte bessere Grenzen und eine klarere Kommunikation als jeder andere, den ich je getroffen hatte. Sie war so direkt, dass sie streng und abweisend wirkte. Sie trank zwar, aber nicht das Gesöff, das ich gewohnt war – obwohl sie fast kein Geld hatte, trank sie nur gutes Bier. „Lieber ein gutes Bier als sechs billige“, sagte sie mir, vielleicht die einzige Lebensweisheit, die sie mir direkt mitgegeben hat. Ich sah sie und ich sah einen Hinweis darauf, wie man trotz Armut ein schönes Leben führen kann.

Ich schrieb meine erste Kurzgeschichtensammlung, ein Zine, das ich nicht neu auflegen werde, als Gutenachtgeschichten für Ember. Wir sind nicht wirklich zusammen gekommen – sie hatte diese klaren Grenzen und wusste, was sie wollte –, aber Jahre später lebte sie auf der anderen Seite des Landes, studierte Bibliothekswissenschaft und arbeitete im Infoshop, und sie zeichnete und siebdruckte ein Poster für eine Veranstaltung zu meiner ersten Buchtournee.

Das ist keine Geschichte über sie, nicht wirklich. Es ist eine Geschichte über das romantische Ideal des guten Punkrock-Lebens. Es ist eine Geschichte über Zines und DIY, über einfaches Kochen, über Festessen aus dem Müll mit Freunden und Feinden, über Kuchen und Plattenspieler und Tee und Punk-Post und Brieffreunde. Es ist eine Geschichte darüber, öfter mal das Handy auszuschalten, nackt in Flüssen zu baden, Hütten zu bauen oder zusammenzuziehen, Geschichten zu erzählen und Kellerkonzerte zu geben. Es ist eine Geschichte über Sozialzentren und Infoläden. Es ist eine Geschichte über Punkhäuser und Hütten im Wald und Wohnungen in Städten des Rust Belt. Es ist eine Geschichte über die Liebe zu halbwilden Hunden und halbwilden Freunden, eine Geschichte über Food Not Bombs und Community Organizing. Es ist eine Geschichte darüber, Kunst zu machen, in der man schlecht ist, Musik zu machen, in der man schlecht ist. Es ist eine Geschichte darüber, Kunst zu machen, in der man gut ist, Musik zu machen, in der man gut ist. Es ist eine Geschichte über Zimmerpflanzen und Bücher und das Herausholen von Möbeln aus dem Müll und den Besitz von so vielen Strickmützen, dass man nicht mehr weiß, welche von welchem Freund stammen.

Das heißt: Es ist eine Geschichte über das gute Leben. Ein Leben, das du haben kannst. Ein Leben, das ich haben kann. Oder zumindest ein Ideal, das wir verfolgen können. Ich weiß, dass ich es mein ganzes Leben lang verfolgt habe – wie alle guten Träume liegt es gemütlich am Horizont und gibt uns eine Richtung vor, in die wir gehen können. Wir werden es nie wirklich erreichen, aber die Freude liegt im Gehen.

Ich mache keine moralische Aussage über dieses Leben. Es ist objektiv nicht besser als jedes andere. Stattdessen mache ich eine ästhetische Aussage: Das ist eine schöne Art zu leben.


In den ersten zwei Jahren der Pandemie lebte ich in einer 12 x 12 Meter großen Hütte ohne Stromanschluss, die ich auf dem Grundstück von Freunden gebaut hatte. Ich hatte sie mehr oder weniger als Schlafzimmer gebaut, ohne Strom, Wasser, Küche oder Bad. Es gab nur ein Queensize-Bett, ein paar Bücher und eine Propangasheizung – auf dem Grundstück gab es eine Gemeinschaftsküche und eine Dusche, und ich habe meine Arbeit in Cafés in der Stadt erledigt. Als der Lockdown begann, verbrachte ich meine Tage damit, in aller Eile alles zu bauen, was ich brauchte, um im Winter allein in diesem Haus während der Pandemie zu überleben. Ich hatte nur sehr wenig Geld zur Verfügung. Es war verdammt schwer.

Zu Beginn der Pandemie, im Februar und März, wusch ich meine Kleidung mit einem Eimer und einem Waschbrett im nahe gelegenen Bach und trocknete sie dann langsam auf einer Wäscheleine. Ich duschte mit einer Solardusche, 80 Grad warmes Wasser bei 50 Grad Lufttemperatur. Ich benutzte einen Campingkocher, um Chili aus der Dose zu erhitzen, und mischte es mit Wildkräutern aus dem Wald. Ich las Bücher, spielte Musik, starrte in den Himmel und verlor langsam meinen Verstand. Es war mehr oder weniger schrecklich. Ich hatte monatelang kaum menschlichen Kontakt und arbeitete die meiste Zeit an meiner Hütte. Als ich es nach Monaten endlich schaffte, Wasserfässer an eine 12-Volt-Pumpe (mit Solarpanels betrieben) anzuschließen, die mit einer Propangasdusche auf meiner Veranda verbunden war, stand ich unter echtem heißem Wasser und weinte buchstäblich vor Erleichterung. Ich schluchzte einfach, während mein Körper warm und sauber wurde.

War das das einfache Leben, das die Leute romantisierten? All diese Tiny-House-Videos auf YouTube sagten mir, dass man sich ein solches Leben wünschen sollte.

Aber im zweiten Jahr der Pandemie hatte ich einen Propangasherd und genug Strom und eine seltsame, billige, zusammenklappbare Badewanne und einen kleinen Schuppen voller Mäuse, Spinnen und Holzbearbeitungswerkzeuge, und die Dinge liefen so gut, dass ich mein eigenes Leben wieder romantisieren konnte. Die Romantisierung machte es erträglicher. An manchen Tagen lag ich in meiner Hängematte, las Bücher und lauschte den Vögeln und Insekten. Ich lernte, Holzlöffel zu schnitzen, und hörte mir auf meiner Veranda Hörbücher an, während ich schnitzte. Eine Woche lang tauchte jeden Tag, wenn ich auf meiner selbstgebauten Kantele spielte, eine Eule vor meinem Haus auf. Ich hatte Freunde zu Besuch, und wir hatten die Pandemie so gut im Griff, dass wir wussten, was wir riskierten.

Es ist gut, das eigene Leben zu romantisieren. Es ist gut, die Ästhetik des eigenen Lebens anzunehmen und sich darauf einzulassen. Wir sollten versuchen, so viel Schönheit wie möglich aus unserem Leben herauszuholen. Einige der Ästhetiken, die wir romantisieren, sind aus Leiden entstanden. Aber wenn es dein eigenes Leiden ist, das du romantisierst, dann ist das kein so großes Problem. Gefährlich ist es, das Leiden anderer zu romantisieren. Nervig ist es, wenn andere dein Leiden romantisieren.

Es ist sinnvoll, für sich selbst zu entscheiden, was ein gutes Leben ausmacht, und danach zu streben, so zu leben. Ich persönlich möchte ein gutes Leben im Stil des Punkrock. Ich möchte nicht wieder in diese Hütte zurückziehen – ich habe mich nie mit der Feuchtigkeit und dem Schimmel arrangieren können, und mein Hund ist so wild, dass er einen eingezäunten Garten braucht. Aber ich möchte bewusst Bilanz ziehen, wer ich bin und was mir Spaß macht. Welche Gewohnheiten mir gut tun und welche nicht.

Bäder auf meiner Veranda tun mir gut. Doomscrolling nicht. Vor dem Schlafengehen Bücher zu lesen tut mir gut. Doomscrolling nicht. Herzhafte, proteinreiche, einfache Mahlzeiten zu kochen tut mir gut. Doomscrolling nicht. Neue Sachen zu kaufen tut mir selten gut, während es mir im Allgemeinen gut tut, alte Sachen wiederzuverwenden oder meine eigenen Sachen herzustellen.

Vielleicht ist das durch und durch Nostalgie für die frühen 2000er Jahre. Das ist mir eigentlich egal. Die Punks der frühen 2000er Jahre, deren Leben ich nostalgisch betrachte, waren selbst nostalgisch gegenüber dem Punk der 90er Jahre, der wiederum nostalgisch gegenüber dem Punk der 80er Jahre war, und so weiter, über Jahrzehnte und Subkulturen hinweg. Nostalgie ist gefährlich, wenn sie uns davon abhält, die Gegenwart zu schätzen, aber nützlich, wenn sie uns zeigt, wie wir Schönheit in der Gegenwart finden können.

In meinem Freundeskreis gibt es seit einiger Zeit einen Running Gag darüber, wie eine „anarchistische Tradwife”-Kultur aussehen würde. Vielleicht ist dieses „Punkrock-Gute-Leben” meine übertrieben ernsthafte Antwort auf diesen Witz. Es reimt sich sogar auf Tradwife. Tradwife ist Nostalgie für eine imaginäre, einfachere Vergangenheit, und das ist es auch. Das Punkrock-Gute-Leben ist jedoch nicht geschlechtsspezifisch. Es geht nicht darum, sich einem patriarchalischen Beschützer zu unterwerfen. Aber zum Glück geht es immer noch ums Nähen, Basteln und Kuchen backen.

Ich beschreibe hier nicht wirklich das Leben, das ich führe, sondern eher das Leben, das ich anstrebe. Ich schreibe das als Herausforderung an mich selbst, als Herausforderung, die Gewohnheiten anzunehmen, die ich haben möchte, die Ästhetik, der ich mich hingeben möchte. Es ist eine Herausforderung, mein bestes Leben zu leben, ein schönes Leben. Es ist eine Herausforderung, das gute Punkrock-Leben zu leben.


Das gute Punkrock-Leben sieht wohl für jeden anders aus. Aber das hier ist meins. Die meisten dieser Ideen basieren auf einigen Grundprinzipien: Es ist am besten, Dinge mit Absicht zu tun und kleine Rituale in unser Leben einzubauen. Es ist am besten, ästhetisch zu leben und sich selbst und seinen Raum zu dekorieren. Man kann seinen eigenen Raum schaffen und seine eigene Identität und seinen eigenen Körper entwickeln. Wir sollten die physische Welt feiern und die digitale Welt nur nutzen, wenn sie die physische Welt bereichert. Und wir sollten unsere Freunde und unsere Verbindungen zu anderen so gut wie möglich feiern.

Schaffe aus Freude am Schaffen, teile deine Kreationen aus Freude am Teilen. Die meisten Punkbands kommen eher mit ernsthafter Leidenschaft als mit Talent durch, und wir können diese Einstellung auf alles übertragen, was wir tun ... auch auf das Musizieren in Genres, die wir vielleicht mehr mögen als Punk. Die Freude am Punk besteht darin, Menschen zu feiern, die etwas tun, unabhängig davon, ob sie darin großartig sind oder nicht. Wir feiern unsere Freunde, die Musik machen, Essen zubereiten, Kleidung herstellen oder Geschichten schreiben, unabhängig davon, ob diese Menschen in diesem Bereich professionell erfolgreich sein können oder nicht. Klar, manche Punkbands gehen auf Welttournee, aber wir können mindestens genauso viel Spaß bei einem Kellerkonzert haben, bei dem lokale Bands einfach alles geben. Manche Zines werden überall fotokopiert und beeinflussen Hunderttausende von Menschen, während andere vielleicht von zehn Leuten gelesen werden. Das ist egal. Was zählt, ist, Dinge zu machen und sie zu teilen.

Schreibt Briefe. Die Zeit und Absicht, die in einen Brief gesteckt werden, zeigen, dass man sich kümmert, und es ist immer aufregend, etwas mit der Post zu bekommen. Du kannst deinen Freunden Briefe schreiben, egal ob du eine Antwort erwartest oder nicht. Du kannst Punk-Post verschicken – wenn du einen Freund hast, der irgendwohin reist, wo du Leute kennst, lass diesen Freund Briefe, Zines oder Geschenke an Leute am Zielort mitnehmen. Du kannst Gefangenen schreiben, sowohl politischen Gefangenen als auch denen, die einfach nur in einem schrecklichen Gefängnissystem gefangen sind. Wenn du eingesperrt wärst, würdest du dir nicht wünschen, dass die Leute dir zeigen, dass sie an dich denken?

Koche mehr. Ein Teil eines bewussten Lebens ist das Kochen. Du musst kein guter Koch sein, um Spaß am Kochen zu haben oder das Essen zu genießen, das du zubereitest – Potlucks sind wie Punkkonzerte, jeder bringt mit, was er kann, und die großartigen Köche werden genauso gefeiert wie die Leute, die nur ein einziges Gericht zubereiten können. Einige gute Punk-Grundnahrungsmittel sind: die „Forever Soup”, ein großer Topf Suppe auf dem Herd, in den täglich neue Zutaten hinzugefügt werden; das, was deutsche Punks „Reis mit Scheiß'” nennen, also Reis mit allem Gemüse und allen Proteinen, die du hinzufügen möchtest; Tofu-Rührei; Bratkartoffeln. Alles, was du mit Siracha, Nährhefe und/oder Braggs Liquid Aminos würzen kannst, ist gutes Punk-Essen. Alles, was du als „gutes Punk-Essen“ bezeichnen möchtest, ist gutes Punk-Essen. Iss zu den meisten Mahlzeiten Proteine, dann hast du mehr Energie. Vermeide es, zwischen den Mahlzeiten Kohlenhydrate zu naschen, dann hast du mehr Energie. Iss weniger verarbeitete Lebensmittel, dann hast du möglicherweise mehr Energie. Jeder Körper ist anders und braucht andere Dinge. Veganismus funktioniert für mich – mich weiter unten in der Nahrungskette zu ernähren, hat mir sehr gut getan. Anderen Freunden geht es mit tierischen Produkten viel besser. Mach deine Mahlzeiten zu etwas, das du bewusst isst, wenn möglich zusammen mit Freunden. Lerne zu kochen, nicht nur für deine eigenen Ernährungsbeschränkungen, sondern auch für die deiner Freunde.

Baue Lebensmittel an. Gärtnern ist eine der offline-lastigsten Aktivitäten, die du machen kannst, und der Grundstein vieler DIY-Praktiken. Du musst nicht gut darin sein. Bau einfache Lebensmittel an, vielleicht in Eimern, vielleicht auf Fensterbänken, vielleicht in Hochbeeten, vielleicht auf zurückgewonnenem öffentlichem Land, vielleicht bei Freunden, vielleicht in Gemeinschaftsgärten. Bau einfach Lebensmittel an, iss sie und teil sie mit anderen. Kartoffeln, Tomaten, Grünkohl, all die Grundnahrungsmittel. Spar Geld, ernähre dich besser und mach dir die Hände schmutzig.

Lass dich von Ästhetik begeistern. Dekoriere deinen Raum, egal ob du vorhast, lange dort zu wohnen oder nicht. Selbst wenn du in einer besetzten Wohnung lebst und jeden Moment rausgeworfen werden könntest, dekoriere deinen Raum trotzdem. Häng Flyer für Konzerte, Kunstwerke deiner Freunde oder Kunst und Bilder, die du im Müll gefunden hast, auf. Sammle Zimmerpflanzen – es ist immer gut, kleine Dinge zu finden, für die man verantwortlich ist. Häng getrocknete Blumen auf. Sammle Bücher. Häng Instrumente an die Wand. Sammle kleine Kreuzsticharbeiten von deinen Freunden. Kerzen sind auch schön, aber das ist nur was für erfahrene Punks: Lass Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen, zu viele Punks sind schon durch ihre Kerzen ums Leben gekommen. Stell deine mittelalterlichen Waffen zur Schau – vielleicht bin das nur ich. Schreib vielleicht an die Wände, oder nur an einige Wände. Leg Stifte bereit, damit deine Freunde das Gleiche tun können. Hab keine Angst vor maximalistischer Ästhetik, hab keine Angst, jede Oberfläche mit Kunst zu bedecken. Hab keine Angst, deine Dekorationen dann wieder auf etwas weniger Unordnung zu reduzieren; lass deine Dekorationen kommen und gehen. Streich die Wände. Streich sie mit Wandmalereien oder streich sie mit tiefen Farben, dunklen Farben, hellen Farben, kontrastierenden Farben, was immer du willst.

Verändere, repariere und fertige deine eigene Kleidung an. Du musst nicht gut nähen können, um deine Kleidung zu verändern oder zu flicken. Du kannst mit der Zeit besser werden, aber auch schlechte Reparaturen haben ihre eigene Ästhetik. Schneide die Ärmel deiner T-Shirts ab (befolge die zwei Regeln für T-Shirt-Ärmel: „Sun's out, guns out“ und die logische Folge „Sun's gone, sleeves gone“, um zu entscheiden, ob dein T-Shirt Ärmel haben sollte oder nicht). Bauchfreie Shirts sind für jeden Körper geeignet. Mach deine Kleidung zu deiner eigenen. Lass sie von den Elementen beeinflussen. Flick deine Hosen. Wenn du es old school magst, näh schwarze Flicken mit weißer Zahnseide auf schwarzen Stoff. Aus alten Hosen lassen sich ganz einfach Punk-Miniröcke machen. Overalls eignen sich hervorragend als Kleider. Mit T-Shirts kann man alles Mögliche machen. Lern Siebdruck oder unterstütze deine Freunde, die das können, und bedrucke Shirts, Westen, Kleider und Flicken mit Siebdruck.

Dein Körper ist kein Gefängnis, dein Körper ist kein Tempel – dein Körper ist dein Zuhause. Du kannst und solltest dein Zuhause so dekorieren, wie du möchtest, mit Piercings, Tattoos und Schmuck oder auch ohne all diese Dinge. Du solltest deine Haare so stylen, wie es dir gefällt. Du solltest die Form deines Körpers oder das Geschlecht deines Körpers durch Hormone, Operationen, Sport oder was auch immer du möchtest verändern. Du solltest deinen Körper kennenlernen und mit ihm arbeiten. Akzeptiere deine körperliche Form. Bleib so fit, wie es dir passt. Trainiere jeden Morgen. Heb Gewichte. Mach Yoga. Geh joggen. Mach nach dem Abendessen kleine Spaziergänge. Lass dich massieren. Oder auch nicht.

Unterstütze andere DIY-Künstler. Du musst nicht alles selbst machen. Geh auf Handwerksmessen oder Punkrock-Flohmärkte oder finde Künstler online. Kauf Töpferwaren, kauf Kleidung, kauf Aufnäher, kauf Seife, kauf Kerzen, kauf Kunst. Wenn jede Tasse in deiner Küche anders ist, machst du es richtig.

Schreib Dinge auf. Mach dir Notizen in einem physischen Notizbuch. Schreib in ein echtes Tagebuch. Schreib deine Träume auf, schreib Ideen für Geschichten auf, schreib deine Gartenpläne und deine Holzbaupläne auf. Schreib Rezepte auf. Schreib Dinge auf.

Das Physische ist besser als das Digitale. Triff deine Internetfreunde im echten Leben. Knüpfe persönliche Kontakte. Reise und sieh dir Dinge an.

Das Internet ist nicht der Feind. Online geknüpfte Kontakte sind nicht von Natur aus weniger echt als persönliche Kontakte. Soziale Medien sind nicht grundsätzlich schlecht. Freundschaften, Gemeinschaft und Aktivismus können auch online entstehen. Es ist nur ein Raum, der mit mehr Gefahren und Fallstricken behaftet ist.

Veranstalte und besuche DIY-Events aller Art. Kellerkonzerte sind ein perfektes ästhetisches Erlebnis. Es gibt DIY-Theater, Storytelling, Comedy und Tanz. Es gibt Teach-ins und Scheunenbau-Events, Apfelweinpressen und Saatgut-Tauschbörsen. Potlucks und Buchclubs. Vogelbeobachtungsclubs, Astronomieclubs. Was auch immer du magst, es gibt Leute, die das in kleinem und großem Rahmen machen. Unterstütze deine Freunde. Es lohnt sich.

Erzähl deinen Freunden von deinen Träumen. Wenn du von einem Freund träumst, erzähl es ihm. Mach es dir zur Gewohnheit, anderen von deinen Träumen zu erzählen, und hör dir an, was andere dir von ihren Träumen erzählen. Unsere Träume sind wichtig, aber unser Gehirn arbeitet morgens hart daran, sie aus unserem Gedächtnis zu löschen – weil sie sonst mit der Realität verwechselt werden könnten. Deshalb ist es am besten, sie aufzuschreiben oder einander zu erzählen.

Sag deinen Freunden, dass du sie liebst. Jeder, den du kennst, wird sterben. Du wirst sterben. Lass nichts ungesagt.

Halt das Internet aus deinem Bett raus. Schau nicht als Erstes morgens oder als Letztes vor dem Schlafengehen auf dein Handy. Achte im Bett auf deine Gedanken, lies ein Buch oder kuschel mit der Person, den Personen oder Tieren, die vielleicht mit dir im Bett liegen.

Lies Zines und Bücher. Filme, Fernsehen und soziale Medien sind zwar auch Möglichkeiten, etwas über die Welt zu lernen und Kultur zu erleben, und es ist okay, mit ihnen zu interagieren (oder sie selbst zu gestalten!), aber sie dienen einem anderen Zweck als Zines und Bücher. Zines schaffen eine horizontale Kultur, ähnlich wie soziale Medien, aber physisch und im Allgemeinen ehrlicher und weniger darauf ausgerichtet, Einfluss und Klicks zu generieren. Bücher öffnen uns die Welt mit Geschichte, Theorie und Erzählungen. Das geschriebene Wort ist wichtig. Niemand überwacht, was du in gedruckter Form liest, im Gegensatz zu dem, was du in den sozialen Medien liest. Wenn du gedruckte Texte liest, kannst du deine Gedanken dazu auch nicht in Echtzeit teilen, und der ganze Vorgang wird weniger performativ, sodass du dich ernsthafter mit dem beschäftigen kannst, was du liest. Es ist natürlich in Ordnung, ab und zu eine Fernsehserie zu binge-watchen. Es ist in Ordnung, Videospiele zu spielen. Lies einfach auch Bücher und Zines.

Schreib Zines und Bücher. Du musst nicht gut schreiben können, um ein Zine zu schreiben. Durch Übung wirst du besser, aber wahrscheinlich hast du unabhängig davon, wie gut du deine Fähigkeiten entwickelt hast, einzigartige Dinge zu sagen. Mach Zines. Mach Bücher.

Übernimm Verantwortung für andere, egal ob Zimmerpflanzen, Haustiere oder Freunde. Wenn wir uns umeinander oder um andere nicht-menschliche Lebewesen kümmern, hilft uns das, für uns selbst zu sorgen. Wenn du einen Hund hast, gehst du jeden Tag spazieren, ob du willst oder nicht. Wenn du eine Katze hast, räumst du hinter ihr auf, auch wenn du kaum hinter dir selbst aufräumen kannst. Du gießt deine Pflanzen, egal ob du selbst genug trinkst oder nicht. Uns um Dinge zu kümmern hilft uns, unser bestes Selbst zu sein. Uns um Freunde zu kümmern hilft uns, nicht isoliert zu werden, und versetzt uns in ein Netz der Verbundenheit und gegenseitigen Abhängigkeit.

Mach es dir zur Gewohnheit, Dinge zu tun, die dir nicht liegen. Leute, die nur das machen, was sie gut können, sind Feiglinge. Mach Dinge, die dir nicht liegen – aber versuch, besser darin zu werden. Sing falsch, bis du eines Tages richtig singst. Lern Fähigkeiten, die dir nicht von Natur aus liegen. Hab immer etwas, das dir nicht liegt und an dem du arbeitest, dann bleibt dein Gehirn flexibel und du wirst wahrscheinlich nie sterben. Nun, zumindest bin ich noch nicht gestorben, also funktioniert es bisher.

Trink Tee. Ich weiß nicht warum. Es scheint einfach etwas zu sein, was Menschen tun, die ein gutes Leben führen. Vielleicht weil Teetrinken ein kleines Ritual ist. Tee ist eine kleine Belohnung, die man sich gönnt. Darin bin ich schlecht.

Sei ein Anarchist. Ich war mir nicht sicher, ob ich ein ideologisches Gerüst in das Punkrock-Gute-Leben aufnehmen sollte, aber ich denke, es wäre unaufrichtig, es wegzulassen. Der Anarchismus ist ein Gerüst, das uns lehrt, dass wir unsere eigenen Herren sind, aber dass wir auch tief mit allen um uns herum verbunden sind. Der Anarchismus glaubt an dich und an deine Gemeinschaft. Der Anarchismus glaubt, dass wir die Welt verbessern können und dass wir keine Angst haben sollten, ehrlich zu sagen, was wir wirklich wollen: eine Welt, die auf gegenseitiger Hilfe und Solidarität basiert, eine Welt der Gleichberechtigten, in der Unterschiede gefeiert statt ausgelöscht werden. Das Etikett ist hier nicht wichtig, aber es ist ein Etikett, das mir geholfen hat, fokussiert zu bleiben.

Engagiere dich in lokaler gegenseitiger Hilfe oder Aktivismus. Koch mit Food Not Bombs oder verteile Sachen an Leute, die sie brauchen. Such dir Gruppen von Leuten aus deiner Umgebung (egal, ob sie deine Ideologie in allen Punkten teilen oder nicht), die sich für Dinge einsetzen, die dir wichtig sind, und hilf ihnen dann.

Hör dir Kassetten und Schallplatten oder sogar Bandcamp-Downloads an, statt Musik zu streamen. Musik ist kraftvoll und wunderbar. Sie ist Teil eines ästhetischen Lebens. Mach das Musikhören zu einer bewussten Handlung. Physische Medien sind dafür gut geeignet. Das Auflegen einer Schallplatte sollte ein Ereignis sein, ein kleines Ritual für deinen Tag. Manche Musik ohne Text ist dafür gedacht, im Hintergrund zu laufen, aber lass Musik mit Text niemals halb leise im Hintergrund laufen – entweder hörst du Songs oder du hörst sie nicht. Hör Musik beim Kochen, Autofahren und Putzen. Nicht während du dich unterhältst.

Lass soziale Medien weniger Raum in deinem Leben einnehmen. Das ist kein Aufruf zu Absolutem oder Abstinenz in irgendeiner Form, sondern ein Aufruf, zu verstehen, welche Gewohnheiten uns gut tun und welche nicht. Soziale Medien machen süchtig und können zwar viel zu unserem Leben beitragen (sie halten uns über das Weltgeschehen und unsere Freunde auf dem Laufenden, unterhalten uns, lehren uns), aber es ist sehr leicht, den Punkt zu überschreiten, an dem der Nutzen abnimmt, und länger als gut für uns ist in die Leere unserer Bildschirme zu starren.

Sei emotional verantwortlich gegenüber deinen Partnern. Unser Liebesleben sollte, wie alles andere auch, bewusst und überlegt sein. Wir sollten unsere Partner gut behandeln und sie als gleichwertig respektieren. Wir sollten immer versuchen, unsere Versprechen ihnen gegenüber zu halten und ehrlich zu ihnen zu sein, egal ob wir monogam oder polyamorös sind oder welche Bezeichnungen wir auch immer verwenden mögen. Wir sollten auch unseren Freunden gegenüber emotional verantwortlich sein.

Lass Rauschzustände weniger Raum in deinem Leben einnehmen. Vielleicht besteht der Kern dieses gesamten Lebensstils darin, bewusst zu leben und Dinge bewusst zu tun. Rauschzustände, egal in welcher Form, können Teil eines bewussten und schönen Lebens sein. Aber sie können leicht zur Gewohnheit werden und führen bald zu sinkenden Erträgen. Ich habe das gute Leben des Punkrocks von jemandem gelernt, der an den meisten Abenden ein gutes Bier trank, aber fast nie betrunken war. Ich selbst bin im Laufe der Jahre „hexenmäßig nüchtern” geworden und denke nur noch über Alkohol oder Drogen für rituelle Zwecke nach. Diese Rituale können so aufwendig sein wie ein Samhain-Abendessen mit Essen und Wein, das für die Toten auf dem Tisch gedeckt wird, oder so einfach wie „Ich möchte heute Abend unter dem Sternenhimmel trinken, um über meinen Platz im Universum nachzudenken”. Aber es ist immer bewusst, und für mich kommt es nur sehr selten vor.


Vielleicht ist Trunkenheit ein wichtiger Teil deines guten Lebens, und das ist in Ordnung – lass es nur immer bewusst sein, auch wenn es üblich ist. Das gute Leben im Punkrock kann auf so viele verschiedene Arten gelebt werden. Es kann von einem Gummitramp gelebt werden, der in einem Van oder einem Schulbus lebt und von Stadt zu Stadt zieht.

Es kann von Menschen gelebt werden, die in Punk-Häusern in der Stadt leben, die mit Menschen überfüllt sind, Häuser, in denen jemand in einem Zelt im Garten lebt und jemand einen Platz unter dem Küchentisch mietet, um dort zu schlafen. Es kann von Menschen gelebt werden, die in Hütten im Wald oder im Garten ihrer Freunde leben.

Es kann von Leuten gelebt werden, die alleine in Wohnungen oder Häusern wohnen, oder von Paaren, Dreierbeziehungen, Kernfamilien in Vororten oder Haushalten mit drei oder vier Generationen. Wahrscheinlich kann man das gute Punkrock-Leben aber nicht in einer Villa leben, es sei denn, man hat diese Villa bis zum Rand mit Menschen gefüllt. Ironischerweise ist das gute Punkrock-Leben von Natur aus nicht performativ.

Es ist nicht kompetitiv. Sich damit zu beschäftigen, wer das authentischste Punkrock-Leben führt, oder sich ständig mit anderen zu vergleichen, trennt einen vom authentischen Punkrock-Leben. Jeder Influencer im Bereich des Punkrock-Lebens (wie wir es uns vorstellen können) muss ständig mit dieser Spannung kämpfen, ähnlich wie eine Content-Erstellerin, die als traditionelle Ehefrau lebt, ihr authentisches Leben als traditionelle Ehefrau nicht lebt, während sie an der Erstellung von Inhalten arbeitet.

Beim guten Punkrock-Leben geht es darum, bewusst und ästhetisch zu leben, ganz wie es einem passt. Niemand lebt dieses Leben wirklich perfekt. Wir werden nie alle Gewohnheiten meistern, die wir uns vorgenommen haben. Wir werden immer wieder auf einfachere Routinen zurückfallen. Aber im Leben geht es nicht um das Ziel, sondern um den Weg dorthin. Mein Ziel ist es, den Prozess des Versuchs, ein ästhetisches Leben zu führen, anzunehmen und mich nicht für all die Dinge zu geißeln, bei denen ich regelmäßig scheitere. Denn ich werde scheitern. Aber wie die großen anarchistischen Barden der Band Chumbawamba einst prophezeiten: „Ich werde niedergeschlagen, aber ich stehe wieder auf. Ihr werdet mich niemals unterkriegen.“

Also werde ich vorerst mein Haus mit Blumen füllen, jeden Morgen mit meinem Hund spazieren gehen und versuchen, mehr Zeit mit Klavierspielen zu verbringen und weniger Zeit mit Doomscrolling. Ich werde kochen und Gäste beherbergen, ich werde das Haus putzen, während Godspeed auf dem Plattenspieler läuft, und ich werde versuchen, daran zu denken, den Sonnenuntergang oder die Morgendämmerung zu beobachten oder die Mondphase zu beachten. Und ich werde Erfolg haben, und ich werde scheitern, und ich werde Erfolg haben, und ich werde scheitern, und eines Tages werde ich sterben, und das ist auch in Ordnung. Meine Freunde werden wissen, dass ich sie geliebt habe.

Quelle: Margaret Killjoy, The Punk Rock Good Life or: living an aesthetic life, 26. Dezember 2025

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Übersetzung: Thomas Trueten [authorisiert]


Deine Einsamkeit war eine bewusste Entscheidung deines Gegners oder: Sie wollen uns isolieren, weil es so einfacher ist, uns irgendwelchen Mist zu verkaufen

Caspar David Friedrich, "Der Wanderer im Nebel" ca. 1817
Synonym für Einsakeit: Caspar David Friedrichs "Der Wanderer im Nebel" ca. 1817
An den besten Tagen meines Lebens merke ich mein Handy kaum. Wenn ich den Tag draußen in der Welt verbringe, vergesse ich, dass ich Social-Media-Konten habe, die ich checken könnte, und Nachrichten, die ich durchscrollen könnte. An den besten Tagen meines Lebens bin ich meistens, aber nicht immer, mit Leuten zusammen (oder meinem Hund, der auch als Mensch zählt), und es kommt mir einfach nicht in den Sinn, auf einen kleinen Bildschirm zu schauen. Einige der besten Tage meines Lebens verbringe ich in meiner Hängematte und lese gedruckte Bücher.

Ich glaube, jeder, den ich kenne, hat die Fantasie, sein Handy oder seinen Computer zu zerstören. Jeder hat eine andere, aber seltsam spezifische Art, wie er das tun würde: mit einem Stein zerschlagen, von einem Wolkenkratzer werfen, auf die Bahngleise legen. Ich selbst – und ich weiß, dass das nicht umweltfreundlich ist – stelle mir vor, ich wäre auf einem kleinen Segelboot irgendwo auf dem Ozean (obwohl ich nicht segele) und würde meine Geräte über Bord werfen. Ich will nicht einfach nur mein Handy oder meinen Computer zerstören, ich will diese Geräte den Göttern des Ozeans opfern.

Wir haben diese Gedanken, aber wir irren uns, warum wir sie haben. Meistens, wenn ich mir vorstelle, wie die Tiefe mein Handy verschluckt, denke ich, dass es daran liegt, dass ich aus der Gesellschaft verschwinden will, dass ich die Welt der Menschen hinter mir lassen will. Ich möchte den Computer auf die Gleise legen und dann für immer in den Wald gehen.

Die Sache ist nur, dass ich diese Fantasie falsch umsetze, sogar in meinem eigenen Kopf. Wir haben irgendwie beschlossen, dass unsere Telefone mit ihrem Versprechen der ständigen Vernetzung Repräsentationen von Menschen, von Gesellschaft und von Gemeinschaft sind. Wir glauben, dass wir mit unseren Telefonen fertig sein wollen, weil wir mit den Menschen fertig sein wollen. Aber das ist einfach nicht der Fall. Was wir hinter uns lassen wollen, sind oberflächliche, unverbindliche Interaktionen. Wir wollen keine Benachrichtigungen und keine Interaktionen mehr. Wenn Geselligkeit Essen wäre, würden wir eine Mahlzeit wollen, aber wir bekommen nur leere Kalorien.

Denn fast das gesamte (aber nicht das gesamte) Online-Ökosystem ist so konzipiert, dass es uns nicht zusammenbringt, sondern uns voneinander trennt.

Das ist kein Zufall. Es wurde so konzipiert. Es wurde von unseren Feinden so konzipiert.

Ich weiß, dass es einfach ist, alle unsere Probleme dem Kapitalismus zuzuschreiben, aber dieses Problem wurde vom Kapitalismus geschaffen.

Opfer, so wie ich es verstehe (ein guter Freund hat mir das erzählt, als er die Arbeit von Georges Bataille beschrieb), hat weniger mit Blut zu tun als vielmehr damit, Dinge (oder Tiere oder Menschen, wenn wir von Opfern alter Schule sprechen) unproduktiv zu machen. Wir machen Dinge heilig (Opfer und heilig haben denselben etymologischen Ursprung), indem wir sie aus dem Bereich der produktiven Wirtschaft herausnehmen. Indem wir Dinge einfach nur existieren lassen und sie niemals „nützlich” sein lassen. Historisch gesehen war der Sabbat gerade deshalb heilig, weil er unproduktiv war.

Die Kelten in Gallien (dem heutigen Frankreich) gruben einfach Löcher, schufen Kunstwerke und warfen diese Kunstwerke in die Löcher. Das klingt zunächst albern, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr reizt mich diese Idee. Ich beobachte meine Freunde, wie sie Schals stricken, nur um sie wieder aufzutrennen. Ich spiele Klavier in einem leeren Raum und schreibe Lieder, die ich nie wieder spielen werde. Ich habe dieses Jahr viel zu viele Tomaten angebaut und hatte mehr Freude daran, sie anzubauen, als sie zu konservieren, und irgendwann habe ich sie einfach an den Pflanzen verrotten lassen.

Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, Lebensmittel anzubauen, die niemand isst, aber manchmal serviere ich ein „dummes Abendessen” und stelle einen Teller mit Essen für die Toten bereit, den ich dann in den Wald zu den Feen bringe. Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, Schals zu stricken, die man nie tragen wird. Aber die meisten der besten Momente unseres Lebens liegen außerhalb der produktiven Wirtschaft.

Partys sind im besten Fall keine wirtschaftlich produktiven Aktivitäten. Geselligkeit ist im besten Fall kein Multitasking wie Networking.

Dennoch schätze ich auch Produktivität. Ich liebe es, Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen. Ich liebe es, Geschichte zu schreiben und zu lehren. Ich liebe es, Kleidung zu nähen, die ich trage, ich liebe es, Regale und Schreibtische aus Holz zu bauen, ich liebe es, Songs zu schreiben, die auf Vinyl gepresst werden.

Aber was uns verkauft wird, ist etwas, das sich irgendwie wie Produktivität anfühlt, aber keine ist. Wir entspannen uns nicht und produzieren auch nichts – kein Wunder, dass wir erschöpft und entfremdet sind.

Die Gig-Economy verkauft uns Isolation und sagt uns, dass das Freiheit ist. Man macht den ganzen Tag einen normalen Scheißjob und bekommt dann mehr „wirtschaftliche Freiheit”, indem man die ganze Nacht Gig-Arbeit macht. (Die „Freiheit”, um die es hier geht, ist in der Regel die Freiheit, nicht zu verhungern.) Und wenn man mit seinen vielen Jobs fertig ist, hat niemand Lust, nur für sich selbst zu kochen, und niemand geht gerne allein ins Restaurant, also bestellt man sich etwas online nach Hause liefern. Essen ohne jegliche soziale Interaktion.

Die Arbeiterbewegung kam durch die Organisation am Arbeitsplatz an die Macht. Vor etwa hundert Jahren las ein Arbeiter in den Fabriken allen anderen während der Arbeit die neueste radikale Zeitung (meist anarchistisch, sozialistisch oder kommunistisch) vor, und selbst weitgehend analphabetische Arbeiter lernten, wie das kapitalistische System sie ausbeutete.

Eine Version davon gibt es natürlich immer noch. Wir haben Instagram-Erklärer, wir haben TikTok-Posts und wir haben Bluesky-Threads, und vielleicht sind wir heute genauso gut darin, Klassenbewusstsein zu verbreiten, aber was wir nicht haben, zumindest nicht so leicht, sind einander. Wir haben keine Genossen; wir haben Leute, denen wir folgen, und Leute, die uns folgen. Wir nennen es „Engagement”, wenn wir einen Beitrag kommentieren, aber es ist kein Engagement, nicht wirklich. Es ist eine seltsame Nachahmung.

Der Algorithmus belohnt kontroverse Meinungen und er belohnt Streitigkeiten, weil beides das Engagement fördert. Der Algorithmus belohnt uns dafür, dass wir uns gegenseitig schlecht behandeln, und das war eine bewusste Entscheidung. Die Leute verbringen ihre begrenzte Zeit auf dieser Erde damit, in Sitzungssälen (jetzt in Zoom-Räumen) zu sitzen, sich Diagramme mit Interaktionstypen auf ihren Plattformen anzusehen und zu sagen: „Die Leute aufzuregen fördert das Engagement für unsere App und bedeutet mehr Marktanteil.”

Je isolierter wir sind, desto mehr werden wir dazu getrieben, gemein zueinander zu sein, desto mehr geben wir das Wenige, das wir haben, für das aus, was uns beworben wird.

Als ich anfing, Podcasts für ein werbefinanziertes Netzwerk zu machen, hatte ich Angst, dass alle sauer auf mich sein würden, weil ich Inhalte produziere, die ein Unternehmen nutzt, um Werbung zu verkaufen. Aber ich glaube, die meisten Leute verstehen, dass sie das auch tun, egal ob sie dafür bezahlt werden oder nicht. Alle unsere Posts und Kommentare sorgen dafür, dass wir Apps, die uns Werbung zeigen, im Blick behalten.

Ich bin nicht sauer auf euch deswegen, ich bin auch nicht sauer auf mich selbst deswegen.

Ich bin sauer auf die Leute, die diese Designentscheidungen treffen. Ich bin sauer auf die Milliardäre und die angehenden Milliardäre, die sich buchstäblich von unserer Verzweiflung und Einsamkeit ernähren und die sich die Finger lecken, wenn sie sehen, wie wir uns im Internet gegenseitig fertigmachen.

Die Leute reden über die „Epidemie der männlichen Einsamkeit” und andere sagen, dass es so was nicht gibt, weil jeder mal einsam ist, und warum Männer so besonders im Fokus stehen.

Es stimmt aber, dass Männer einsam sind. Frauen auch. Andere Leute auch. Wir sind alle einsam, und zwar auf einzigartige und sich überschneidende Weise. Wir könnten gemeinsam einsam sein, aber stattdessen streiten wir darüber, wer am einsamsten ist.

Dass wir darüber streiten, ist eine bewusste Entscheidung.

Ich will nicht angeben, aber ich bin nicht einsam, nicht wirklich. Das liegt nicht daran, dass ich introvertiert bin. Ich sehne mich nach Einsamkeit, aber ich verstehe, dass Einsamkeit nicht Isolation ist, nicht Einsamkeit. Einsamkeit funktioniert für mich gut, weil ich weiß, dass es eine Entscheidung ist. Ich möchte einen Großteil meiner Zeit allein oder in sehr begrenzter Gesellschaft verbringen. Ich war schon immer so, und der Rest meiner Familie ist auch so. Es braucht schon einiges, um mich einsam zu machen.

Ich bin aber misstrauisch gegenüber jeder Dichotomie und jeder Persönlichkeitskategorisierung. Wir alle haben unterschiedliche Eigenschaften in unterschiedlichem Maße. Ich bin introvertiert, weil Einsamkeit meine Batterien wieder auflädt. Aber ich bin auch extrovertiert, weil ich einen separaten Satz Batterien habe, den ich durch soziale Interaktion aufladen muss. Diese Batterien laden sich viel schneller auf und halten viel länger, aber sie sind da. Ich sehne mich auch nach sozialen Kontakten.

Ich habe diese „Batterie”-Metapher schon immer gehört und verwendet, aber ich halte sie für nur begrenzt brauchbar. Denn wir sind keine Maschinen, wir sind Tiere. Wir haben keine Batterien, wir haben Muskeln. Wir verbessern uns durch Übung. Sozialisieren ist also ein Muskel. Einer, den wir stärken können. Als ich während der Pandemie in Isolation geriet (echte Isolation, nicht nur Einsamkeit), sind diese Muskeln verkümmert. Jetzt stärke ich sie wieder. Deshalb bin ich nicht einsam.

Aber, und das ist entscheidend, ich mache das nicht alleine. Ich mache das mit anderen Menschen. Mit Freunden, mit meiner Gemeinschaft. Das sind Muskeln, die wir gemeinsam entwickeln. Ähnlich wie Solidarität, ein weiterer Muskel, den wir stärken müssen. Die Fähigkeit, Unterschiede zu akzeptieren (und zu feiern) ist die Grundlage für Solidarität.

Wenn du mich kennst, wusstest du, dass ich vorschlagen würde, dass Solidarität die Lösung dafür ist, wie wir alle systematisch voneinander isoliert werden. Wir brauchen echte soziale Interaktion (die auch online stattfinden kann, das ist nur schwieriger). Wir müssen uns treffen und wir müssen reden. Wir müssen über unser Leben reden, über unsere Probleme reden und über Lösungen für unsere Probleme reden. Wir müssen Menschen dort treffen, wo sie sind, und wir müssen Menschen treffen, die anders sind als wir.

Wir müssen zusammenkommen, denn es stellt sich heraus, dass wir dieselben Feinde haben: die Leute, die versuchen, uns einsam zu machen – dieselben Leute, die versuchen, uns arm zu machen, die dieselben Leute, die die Seen trockenlegen, um Rechenzentren zu bauen, die dieselben Leute, die versuchen, Grenzen zu schließen, die dieselben Leute, die diese Grenzen überhaupt erst gezogen haben.

Mein Handy ins Meer zu werfen, ist keine Lösung für meine Probleme, weil es eine individuelle Lösung für ein systemisches Problem ist. Ohne deine Hilfe kann ich die Probleme in meinem Leben nicht lösen, und ohne meine Hilfe kannst du sie auch nicht lösen.

Außerdem werde ich mein Handy nicht ins Meer werfen, weil die Fische nichts so Schlimmes getan haben, dass sie auf Instagram gezeigt werden sollten.

Quelle: Margaret Killjoy, Your Loneliness Was a Design Decision Made by Your Enemy or: they want us isolated because it's easier to sell us shit, 28. November 2025

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung: Thomas Trueten [authorisiert]


Tesla X Glencore: Globale Ausbeutung für die Elektromobilität - Film Vorführung und Diskussion

🗓️27.11.2025 ab 18:30 Uhr
📍Im Regenbogencafé Neukölln Lausitzer Straße 22A

Die Grafik zeigt grafisch mit einem Filmstreifen aufbereitet die Daten zum Filmabend
Filmabend im Regenbogencafe
Der multinational agierende Rohstoffgigant Glencore beutet weltweit Ressourcen aus.
Besonders dramatisch sind die Folgen in Peru: Durch die Kupferminen des Schweizer Konzerns werden ganze Landstriche verwüstet, Wasserquellen vergiftet und Menschen verfolgt, inhaftiert oder in den Tod getrieben.

Das in Peru gewonnene Kupfer landet u.a. in der Tesla Gigafactory im Süden Berlins, wo es in Elektroautos verbaut wird.

Glencore und Tesla sind so eng miteinander verknüpft, dass Musk zeitweise erwog, einen erheblichen Anteil an Glencore-Aktien zu kaufen.

Beide Konzerne kooperieren außerdem in fragwürdigen Rohstoffunternehmungen mit mehr als fragwürdigen Geschäftspartnern auf dem afrikanischen Kontinent.

Der Aktivist und Journalist Vidal Merma begleitet seit Jahren die Kämpfe um Land und Wasser in Peru und hat einen Dokumentarfilm über die Zerstörung des lokalen Ökosystems gedreht, den wir mit euch schauen wollen.

Danach wird es noch einen kurzen Vortrag über die globalen Verstrickungen der beiden Konzerne und ein Q&A mit Vidal geben.

Der Film ist in spanisch, deutsch und einer indigenen Sprache mit deutschen Untertiteln.

– vegane Küfa ab 18:00 und heiße & kalte Getränke, danach gibts den Film.… im Solicafé Klatsche in der Regenbogenfabrik.

Das Café ist mit Rollstuhl über eine Rampe zugänglich; die Toiletten sind leider nicht rollstuhlgerecht.

*********************

The multinational commodities giant Glencore exploits resources worldwide.
The consequences in Peru are particularly dramatic: the Swiss corporation’s copper mines are devastating entire regions, poisoning water sources, and persecuting, imprisoning, or driving people to their deaths. The copper mined in Peru ends up, among other places, at the Tesla Gigafactory in southern Berlin, where it is used in electric cars.

Glencore and Tesla are so closely linked that Musk at one point considered buying a significant stake in Glencore. The two companies also cooperate in questionable raw materials ventures with more than questionable business partners on the African continent.

Activist and journalist Vidal Merma has been following the struggles over land and water in Peru for years and has made a documentary about the destruction of the local ecosystem, which we want to watch with you. Afterwards, there will be a short lecture on the global entanglements of the two corporations and a Q&A with Vidal.

The film will be in spanish, german and an indigenous language with german subtitles.

– Vegan dinner from 6 p.m., as well as hot & cold drinks followed by the film… at Solicafé Klatsche in der Regenbogenfabrik.

With wheelchair you can reach the café via a ramp, but the toilets are not wheelchair-accessible.


Über Schulden

David Graeber auf einem Boot bei Fire Island
David Graeber
"Money always has the potential to become a moral imperative unto itself. Allow it to expand, and it can quickly become a morality so imperative that all others seem frivolous in comparison. For the debtor, the world is reduced to a collection of potential dangers, potential tools, and potential merchandise. Even human relations become a matter of cost-benefit calculation."

David Graeber, from: Debt: The First 5000 Years

Berlin: Alles oder nichts! Eine Zaubershow im Görlitzer Park

Das Foto zeigt einen Ausschnitt der Bühne mit der Band im Hintergrund vor dem Transparent mit dem Text "Alles oder nichts". Auf der Bühne singt eine mit einem wallenden weißen Ganzkörperkostüm verkleidete Person während im Vordergrund ein Dutzend kostümierte weitere Mitglieder des Ensembles sitzen.
Foto: © Umbruch Bildarchiv
Am Samstag, den 12. Juli brachte das Kollektiv Lauratibor eine politische Performance mit Musik und Magie in den Görlitzer Park. Es ging um Reichtum und Armut, Verdrängung, Zäune und leere Symbolpolitik.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Mit der Musik-Performance ALLES ODER NICHTS – DIE ZAUBERSHOW widmet sich Lauratibor e.V. der extremen Armut und dem extremen Reichtum, die sich um und im Görlitzer Park immer deutlicher zeigen. Während sich immer reichere Menschen um den Park ansiedeln, kämpfen andere tagtäglich um ihre Existenz. Nicht wenige arbeiten in mehreren Jobs gleichzeitig und können sich ihre Wohnungsmiete trotzdem nicht mehr leisten. Immer mehr Menschen werden wohnungs- und schließlich obdachlos. Zelte am Kanal und unter der U-Bahnbrücke werden mehr. Auch der Konsum von harten Drogen nimmt weiter zu. Doch statt einer nachhaltigen Antwort setzt Wegner und die Berliner Regierung auf Symbolpolitik: Ein Zaun soll den Park abschirmen, während es an Mitteln für echte Hilfe fehlt. Was wir wirklich brauchen, sind Investitionen in die Suchtkrankenhilfe, in Sozial- und Jugendarbeit, in medizinische Versorgung und Kultur. Doch genau dort wird gekürzt – nicht das Elend wird bekämpft, sondern die, die darunter leiden.

Wir lassen uns weder unseren Park noch unser Leben im Kiez nehmen. Wir fordern ein entschlossenes, umfassendes Programm, das unser Zuhause wieder zu einem lebenswerten Ort für alle macht – und nicht nur für jene, die es sich leisten können.

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Super Return – Demo gegen Finanzinvestoren

Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus der Demontration während eines Stopps. Mehrere Transparente sind zu sehen, unter anderem eines mit der Forderung nach einem bundesweiten Mietendeckel.
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Mehrere hundert Menschen und ein widerständiger Chor demonstrierten am 4. Juni 2025 gegen das Treffen der Finanzinvestoren „Super Return“ und der Immobilienlobby (ZIA). Beides sind Profiteure des Mietenwahnsinns und kurbeln durch Mondpreise auf dem Mietmarkt, die Verdrängung der Mieter und Mieterinnen in Berlin und die Verwertung der Wohnungen für Profitmaximierung an.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Aus dem Aufruf zur Demo:

„Vom 2. bis 6. Juni findet im Hotel InterContinental Berlin das weltweit größte Treffen des Finanzmarktkapitals statt. Es heißt „SuperReturn“, das bedeutet „Super-Rendite“. Genau die suchen die 1.800 dort vertretenen Investmentgesellschaften für ihre reichen Kund:innen. Mit mehr als 50 Billionen Dollar Anlagevermögen haben sie enorme Macht. Ob Immobilien, Waffen oder Gummibärchen ist ihnen egal – Hauptsache die Rendite stimmt. Für uns Mieter:innen heißt das weiter steigende Mieten und Angst um die Wohnung. Dem stellen wir uns entschieden entgegen!

Immobilienlobby-Treffen „Tag der Immobilienwirtschaft“

Passend zur Reichen-Geldquelle „SuperReturn“ findet am 4. Juni im Friedrichstadt-Palast der „Tag der Immobilienwirtschaft“ statt. Es ist Deutschlands größtes Lobbytreffen der Branche, ausgerichtet von ihrem größten Lobbyverband, dem ZIA (Zentraler Immobilienausschuss). Dort vernetzen sich die Profiteure der Wohnungsnot mit den Spitzen aus Politik und Verwaltung. Dort wird der Rahmen gesetzt um uns Mieter:innen noch effektiver auszubeuten. Dort wird der Mietenwahnsinn produziert. Es ist einer der Orte der ökonomischen Gewalt und politischen Verachtung gegenüber der Mehrheit der Bevölkerung, hier gegenüber uns Mieter:innen.

Wir laden euch ein, mit uns gemeinsam eine radikale Kehrtwende in der Wohnungspolitik zu fordern. Zeigen wir der profitorientierten Wirtschaft und der mit ihr verbandelten Politik die rote Karte. Kommt mit uns zur Demonstration vom InterContinental Berlin zum Friedrichstadt-Palast, vorbei an der CDU-Zentrale des BlackRock-Kanzlers Friedrich Merz.“

www.mietenwahnsinn.info

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Leben auf dem Land, Leben am Rande, gutes Leben oder: Margaret mag das Foghorn Mag

Zuerst mal möchte ich klarstellen, dass ich die aktuellen Ereignisse nicht ignoriere, ich sehe mich nur nicht als jemand, der heiße Takes schreibt. Ich hab unendlich viel Liebe und Unterstützung für die Anti-ICE-Rebellen, und die Proteste im ganzen Land geben mir Kraft. Ich glaube, dass wir gewinnen werden. Ich glaube, dass wir viele sind und sie wenige. Ich glaube, dass wir alle das Gedicht „First they came for“ gelesen haben und wissen, dass wir den Faschismus hier und jetzt stoppen müssen, mit den ersten Menschen, die sie holen, und dass es alles ein Kampf ist.

Außerdem möchte ich gleich zu Beginn sagen, dass ich zwei neue Bücher herausgebracht habe. Das eine ist The Immortal Choir Holds Every Voice, über das ich schon eine Weile gesprochen habe, das dritte Buch in der Danielle-Cain-Reihe. Das andere heißt „The Defenders Almanac“ („Der Almanach der Verteidiger“) und ist ein Begleitrollenspiel zum Brettspiel „Defenders of the Wild“ („Verteidiger der Wildnis“). Der Almanach und das Rollenspiel funktionieren völlig unabhängig vom Brettspiel. Ich habe das Spielsystem nicht geschrieben, aber zusammen mit ein paar anderen habe ich Jahre damit verbracht, die Welt zu entwickeln und darin zu schreiben. Ich durfte viele Geschichten über Tierhexen schreiben, die gegen riesige Maschinen kämpfen, und ich denke, es wird euch gefallen. Es ist auch so konzipiert, dass es für Leute, die das Rollenspiel nicht spielen werden, lesbar und unterhaltsam ist.

Leben auf dem Land, Leben am Rande, gutes Leben

Heute Morgen, gegen 11:40 Uhr, fiel mir ein, dass die Postämter auf dem Land samstags mittags schließen. Das war ein Problem, weil ich jemandem eine Expresssendung schicken musste und ich im Wald wohne und das Postamt, zu dem ich normalerweise gehe, etwa 20 Minuten Fahrtzeit entfernt ist. Google Maps sagte mir, dass es noch eine andere Post in einer winzigen Stadt nur 11 Minuten entfernt gibt, also zog ich meine Real Tree Crocs an, sprang in meinen Van, raste die kurvigen Straßen entlang und fand mich schließlich ... auf einem großen Bauernhof inmitten der Berge wieder. Anstelle einer Post gab es einen kleinen, unbeaufsichtigten Hofladen, in dem Tomaten auf Vertrauensbasis verkauft wurden.

Ich parkte kurz und näherte mich einer blonden Frau mittleren Alters, die einen Side-by-Side-Bike fuhr. Ich trug eine schwarze taktische Hose, eine Punkweste mit einem brennenden Polizeiauto darauf und ein Hello Kitty-Shirt mit der Aufschrift „Free Palestine“. Ich trug Goldschmuck im Gesicht, hatte glitzernde lila Fingernägel und meine Haare waren offen und wild. „Google Maps hat mir gesagt, dass es hier ein Postamt gibt“, sagte ich ihr, „aber ich schätze, es gibt keins.“

Sie lachte und wir unterhielten uns eine Weile darüber, wie Google Maps von Zeit zu Zeit Leute vor ihrer Tür absetzt. Sie hatte angenommen, ich sei wegen eines Bluegrass-Festivals dort, das kilometerweit entfernt in einem anderen County stattfand und zu dem Google Maps jedes Jahr Leute vor ihrer Haustür absetzt. Dass ich vielleicht zu einem Festival wollte, war angesichts meiner Kleidung und des Vans, den ich fuhr, eine durchaus naheliegende Vermutung. Nachdem wir uns eine Weile freundlich unterhalten hatten, fuhr ich weiter. Ich habe heute zwar nicht das bekommen, was ich brauchte, aber ich habe eine schöne Erinnerung daran gewonnen, dass ich das Landleben mag und dass die Menschen in den Appalachen keine Angst vor Fremden haben. Die Leute hier sagen mir oder meinen Gästen ziemlich regelmäßig, dass sie „alle Arten von Menschen hier mögen“.

Natürlich mögen nicht alle hier „alle Arten von Menschen“, und die meisten Leute hier wählen nicht so, dass man sagen könnte, sie mögen alle Arten von Menschen, aber im Großen und Ganzen wollen die Menschen in den Appalachen einfach nur leben und leben lassen.

Das Foto zeigt die Titelseite des Foghorn Mag, ein grob gezimmertes Holzzhaus und ein Holzofen im Vordergrund. Das Dach besteht aus Wellblech, die Wände aus Schindeln.
Foto: Margaret Killjoy
Als ich nach Hause kam, warteten in meinem Briefkasten meine Autorenexemplare des Foghorn Mag, „ein anarchistisches Dokument des Lebens am Rande der Gesellschaft“. Kurz gesagt, es ist eine gedruckte Zeitung für ländliche Anarchisten. Ich habe über meine Erfahrungen beim Bau und Leben in einer 12 x 12 Meter großen, netzunabhängigen A-Frame-Hütte geschrieben, und dieser Artikel steht neben Einführungen darüber, wie man ein Landprojekt startet, wie man Couchsurfing macht, wie man Lehmfarbe verwendet, Ratschlägen für den Umgang mit Bezirksinspektoren, Memoiren darüber, wie das Vorbereiten von Brennholz der Felsbrocken ist, den man immer wieder den Berg hinaufschleppt (vielleicht kann man oben einen Deal mit Gott aushandeln?), und vielem mehr.

Um die Zeitung selbst zu zitieren:

Foghorn Mag ist ein halbjährlich erscheinendes Printmagazin, eine anarchistische Chronik des Lebens am Rande der Gesellschaft. Es richtet sich an Hausbesetzer, Off-Grid-Freaks, Landverteidiger, Waldbewohner, kommunale Sonderlinge und alle, die außerhalb der Grenzen leben, außerhalb der Reichweite von Vermietern, Behörden und Staat. An diejenigen, die schon seit Generationen so leben, und an diejenigen, die gerade erst damit anfangen. Foghorn wird im traditionellen Gebiet der Twana & S’klallam auf der sogenannten Olympic Peninsula veröffentlicht.

Ich denke, es ist auch für alle Menschen mit unstillbarer Neugier, für Menschen, die immer gerne erfahren, wie andere Menschen Dinge tun, für Menschen, die sich alle Optionen in ihrem Leben offen halten wollen.

Als ich mit dem Reisen anfing, zog ich von Stadt zu Stadt. Nach ein paar Jahren, als ich mich vom globalisierungskritischen Aktivismus zum Waldschutz wandte, zog ich stattdessen von Dorf zu Dorf. Ich fand mich in Landprojekten wieder, die sowohl funktionierten als auch dysfunktional waren, statt nur in besetzten Häusern und Punk-Häusern (die in etwa zu gleichen Teilen funktionierten und dysfunktional waren ... nichts ist besser als das andere). Ich fing an, draußen zu duschen und auf Komposttoiletten zu kacken und lernte die feinen Unterschiede zwischen Hippies an der Ost- und Westküste und zwischen ländlichen Hippies und ländlichen Punks kennen, aber auch einfach zwischen Menschen, die schon immer draußen oder in der Nähe der Natur gelebt haben und sich nicht wirklich in eine subkulturelle Schublade stecken lassen.

Behold, the Power of the Triangle or: A-Frames for the Power of the Adventourous
Der im Beitrag erwähnte Artikel von Margaret Killjoy: "Behold, the Power of the Triangle or: A-Frames for the Power of the Adventourous"
Als ich zum ersten Mal mit dem Landleben in Berührung kam, kam es mir nicht wirklich zugänglich vor. Ich war immer nur auf der Durchreise in diesen verschiedenen Landprojekten und hatte kein festes Einkommen, weil Aktivismus mein Vollzeitjob war. Es ist viel schwieriger, auf der Straße Akkordeon zu spielen, um Geld zu verdienen, wenn man auf dem Land lebt. (Allerdings muss ich hier den Bauernmarkt auf Pender Island in British Columbia erwähnen, wo ich ein paar kanadische Dollar verdient habe, während ich mit den anderen Punks schreckliche Lieder geschrien habe. Ich kann nicht glauben, dass ich so viele Jahre lang so getan habe, als würde ich nicht Folk-Punk spielen.)

Die einfache Wahrheit war, dass die meisten Landprojekte, in denen ich gelebt habe, zwar von vielen Menschen mit geringem Einkommen bewohnt waren, das Land selbst aber fast immer mit dem Vermögen mehrerer Generationen gekauft worden war. Und es ist meistens schwieriger, einfach so in ein Landprojekt zu ziehen als in ein Punkhaus in der Stadt. Es ist schwieriger, Leute auf dem Land kennenzulernen, wenn man nicht schon dort lebt, und es ist ein größeres Risiko, einen neuen Mitbewohner auf dem Land aufzunehmen, als jemandem für 50 Dollar oder so den Waschraum in deinem städtischen Punkhaus zu vermieten (ein großes Dankeschön an das Haus in Santa Cruz, das mir für eine Weile den Waschraum vermietet hat).

Ich weiß nicht, ob sich die Art und Weise, wie Landprojekte ins Leben gerufen werden, tatsächlich verändert hat oder ob ich einfach Glück hatte, aber als ich endlich aus meinem Van auszog, traf ich jemanden, der ein Landprojekt gestartet hatte, indem er einfach bei verschiedenen Jobs hart gearbeitet und sich um verschiedene Fördermittel für Erstbauern beworben hatte.

Es ist seltsam, denn das Leben auf dem Land, abseits der Zivilisation, ist bemerkenswert günstig, wenn man es einmal eingerichtet hat. Es ist nur nicht immer einfach, es einzurichten.

Ich liebe das Leben auf dem Land. Ich denke, das ist der Kern dieses Beitrags. Ich liebe es, den Trauertauben und den Windspielen zuzuhören. Ich liebe es, dass körperliche Arbeit Teil meines Alltags ist, Mulch zu schaufeln, im Garten zu arbeiten oder auf das Dach zu klettern. Ich liebe es, Platz zu haben, ich liebe meine Privatsphäre und ich liebe es, dass es sich wie ein besonderes Ereignis anfühlt, wenn ich Besuch habe.

Ich liebe es, wie nahtlos das Landleben mit dem „marginalen Leben” zusammenpasst, um den Slogan des Foghorn Mag zu zitieren. Ich liebe es, dass das Bauen von Bücherregalen und das Planen einer Außenküche für Zusammenkünfte sich wie eine logische Fortsetzung meiner Zeit als Couchsurfer und Vollzeit-Tramper anfühlt.

Diese Woche habe ich mich mit Bread & Puppet beschäftigt, einem radikalen Theater, das 1963 in New York City gegründet wurde und sieben Jahre später nach Vermont zog, wo es den verfügbaren Freiraum für groß angelegte Spektakel nutzt. Eine der Gründerinnen von Bread & Puppet, Elka Schumann, wurde in der UdSSR geboren, aber ihr Großvater war ein amerikanischer Sozialist aus der Zeit der Jahrhundertwende, der (zusammen mit seiner Frau, die selten erwähnt wird) ein Buch über das „gute Leben” auf dem Land schrieb, das die Back-to-the-Land-Bewegung der 60er und 70er Jahre stark inspirierte.

Es gibt so viel über dieses Buch und die „Back to the Land”-Bewegung zu denken, dass ich es nicht einfach so zusammenfassen kann. Elkas Ururgroßvater, der Großvater ihres Großvaters, war ein Kohlebaron in Pennsylvania, und das Geld der Familie half ihrem Großvater, dieses „gute Leben” zu führen und darüber zu schreiben. Aber ihr Großvater und vor allem Elka selbst halfen so vielen anderen Menschen, genauso zu leben. Die überwiegende Mehrheit der Menschen, die ich kenne und die abseits der Zivilisation (oder einfach nur in abgelegenen ländlichen Gegenden) in diesem „marginalen Leben” leben, tun dies nicht, weil sie auf den Reichtum ihrer Vorfahren zurückgreifen können, sondern weil sie sich auf das anarchistische soziale Netz verlassen, das wir füreinander aufbauen. Das anarchistische soziale Netz ist real, weil wir an Solidarität glauben. Es ist der Kern unserer Politik.

Die Leute machen seltsame und schreckliche Jobs, um ein bisschen Geld zu sparen, um sich winzige Hütten zu bauen, aber sie können ein fantastisches (oder zumindest nicht langweiliges) Leben führen, indem sie das in einer Gemeinschaft miteinander tun. Die Arbeit wird geteilt, das Essen wird geteilt. Wir versuchen, wo wir können, dass niemand durch das Raster fällt.

Das letzte Landprojekt, in dem ich gelebt habe (mein jetziger Wohnort ist eher „ein Haus auf einem Berg“ als ein Landprojekt), fühlte sich nicht wie eine Kommune an, sondern wie eine Gemeinschaft. Ich konnte von meiner Hütte zum Wohnwagen den Hügel hinunterlaufen und eine Tasse Zucker ausleihen – oder, was noch wichtiger war, in der Scheune abhängen und gemeinsam Tabletop-Rollenspiele spielen. Wir haben Projekte miteinander gestartet, aber als Nachbarn und Freunde und nicht alle zusammen als eine Einheit. Wir trafen uns ab und zu, um über die anstehenden Gemeinschaftsarbeiten zu reden. Wir waren manchmal frustriert voneinander. Eine Person hat den Großteil der Arbeit im angeblich gemeinschaftlichen Garten gemacht. Wer passt auf die Hühner auf? Ich war regelmäßig genervt, weil ich das Gefühl hatte, dass ich der Einzige war, der die Außendusche reparierte, und andere waren regelmäßig genervt von mir (obwohl sie natürlich immer im Unrecht waren und ich in jedem Konflikt völlig unschuldig war).

Wir konnten uns nicht mal auf einen Namen für das Landprojekt einigen. Die Hälfte von uns nannte es so, die andere Hälfte anders. Es hat funktioniert. Es fühlte sich an wie Anarchie, wie Anarchismus. Natürlich hat es irgendwann nicht mehr funktioniert. Aber das ist nicht wirklich eine Erinnerung an dieses Landprojekt, deshalb werde ich nicht ins Detail gehen.

Der Klimawandel war wahrscheinlich der größte Faktor – der Bach überschwemmte das Gelände immer schlimmer, und es überstieg bei weitem unsere Möglichkeiten, ihn so zu befestigen, dass die Gebäude auf dem Feld, das niemals eine Überschwemmungsfläche hätte sein dürfen, gerettet werden konnten. Covid und die damit einhergehende Isolation waren wahrscheinlich der größte Faktor für mich und führten mich ein Stück weiter nach Norden, immer noch in den Appalachen, in ein Backsteinhaus mit Stromanschluss.

Kontaktdaten und Preis für das Mag
Kontaktdaten und Preis für das Mag
Mir wird auch immer mehr bewusst, was das Schöne an Städten ist. Was schön ist, wenn einfach mehr Menschen zusammen sind, die besser in der Lage sind, komplexe soziale Ökosysteme aufzubauen. Was mein Leben angeht, bin ich gierig. Ich möchte beides haben. Ich möchte zu Konzerten gehen und mit queeren Menschen zu Post-Punk tanzen, und ich möchte nackt auf der Veranda sonnenbaden und dem Windspiel und den Trauertauben lauschen.

Solange ich lebe, werde ich also beides nach besten Kräften tun.

Und wenn euch Foghorn Mag anspricht, einschließlich meines Essays über Dreieckshäuser, könnt ihr Exemplare für 6 Dollar (das ist günstig!) bestellen, indem ihr eine E-Mail an foghornmag@riseup.net schreibt.

Quelle: Margaret Killjoy, in Birds Before the Storm: Rural Life, Marginal Life, Good Life or: Margaret likes Foghorn Mag,  28. Juni 2025

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, sollten Sie ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung [Autorisiert]: Thomas Trueten

Tower to the people: Neues Wandbild in der Köpi

Das Foto von heba zeigt das Wandbild vom Boden aus gesehen, zwei Personen hängen davor und malen es gerade. Zu lesen ist "Feministische Freiräume erkämpfen" und "Ding Dong Umverteilen!"
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Anfang Mai veranstaltete eine Unterstützerinnengruppe im autonomen Wohn- und Kulturprojekt Köpi ein großes Haus- und Hoffest. Dazu luden sie Künstlerinnen ein, eine der letzten noch ungestalteten großen Wandflächen im Innenhof zu bemalen. Vor fast genau vier Jahren entstand auf der Seitenwand des Hauses das Wandbild „Hands off our Homes“, um auf die damals drohende Räumung des Köpi-Wagenplatz aufmerksam zu machen. Diesmal war der Anlass, die Aufmerksamkeit auf die Räume im Haus zu lenken, die nach wie vor für nichtkommerzielle Veranstaltungen genutzt werden können und von vielen verschiedenen Kollektiven bespielt werden.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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UnplugTrump: Mach dich digital unabhängig von Trump und Big Tech

Vom 1. Februar bis zum 2. März 2025 hat es die Mastodon-Serie #UnplugTrump gegeben, in der Mike Kuketz & Co. täglich eine neue Anregung vorgestellt hatten. Mit dieser Serie wollten sie zeigen, wie viele kleine, aber wirkungsvolle Möglichkeiten es gibt, sich digital von Trump und den großen Tech-Oligarchen abzukoppeln und gleichzeitig eine gerechtere, unabhängige Digitalwelt zu fördern.

Nun sind alle 30 Tipps in seinem Blog versammelt, für die wir uns an der Stelle bedanken wollen und wünschen viel Spaß beim Stöbern und Umsetzen!




Berlin: Der Görli bleibt auf!

Das Foto von © Björn Obmann zeigt einen Menschen, der mit einer Flex einem Absperrzaun zu Leibe rückt. Im Hintergrund sind zahlreiche Menschen zu sehen, denen das ganz offensichtlich Freude bereitet. Im weiteren Hintergrund sieht man die U-Bahn und eine Häuserzeile
Foto © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Hunderte Menschen demonstrierten am 1. März 2025 erneut gegen eine Umzäunung und nächtliche Schließung des Görlitzer Parks durch Kreuzberg. Sie forderten soziale Lösungen für soziale Probleme und keine Symbolpolitik.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die schwarz-rote Regierung unter Kai Wegner plant im Sommer den Bau eines Zaunes, um den Park nachts zu schließen. Trotz angespannter Haushaltslage sollen für Zaun und Beleuchtung fast zwei Millionen Euro ausgegeben werden. Die Durchsetzung und Bewachung wird ca. weitere 800.000€ pro Jahr kosten. Viele Menschen haben Widerstand angekündigt, wenn der Zaun gebaut werden soll. So wurde auf der Demo symbolisch ein Zaun zersägt und der Park wurde mit einer Pappmauer und menschlichen Drehkreuzen versperrt.

"Das war heute erst der Auftakt für einen heißen Protest-Sommer, wenn die Bauarbeiten im Juni wirklich starten sollten!"

(Görli zaunfrei)


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