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»La propriété, c'est le vol« Pierre Joseph Proudhon

Blogkino: The Killers (1946)

Heute zeigen wir im Blogkino den Thriller The Killers. Der erste Akt des Films, in dem der Ex-Boxer Ole „Der Schwede“ Anderson Opfer von zwei Auftragsmördern wird, basiert auf Ernest Hemingways Kurzgeschichte Die Killer. Ab dem zweiten Akt untersucht der Versicherungsdetektiv Reardon anhand von in Rückblenden präsentierten Zeugenaussagen die Gründe von Andersons Tod und erfährt, dass die Femme fatale Kitty Collins eine verhängnisvolle Rolle in dessen Schicksal spielte. The Killers gilt sowohl visuell als auch formal als ein Paradebeispiel für den Film noir. Für die Hauptdarsteller Burt Lancaster und Ava Gardner markierte der Film den Startpunkt ihrer Karrieren. The Killers wurde für vier Oscars nominiert und etablierte Robert Siodmak als einen der führenden Hollywood-Regisseure der 1940er Jahre.



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Gefahr noch nach 60 Jahren: Atomwaffentests in der Atmosphäre wurden 1963 verboten

Kampagnenlogo Büchel AtomwaffenfreiKürzlich erschien in der Fachzeitschrift "Environmental Science and Technology" eine Studie 1 zur hohen Cäsium-Belastung von Wildschweinen in Bayern. Ein Teil dieser Cäsiumlast ist auf die Havarie des AKW in Tschernobyl 1986 zurückzuführen. Die Forscher*innen aus Hannover und Wien waren allerdings verblüfft, dass ein erheblicher Teil, und zwar bis zu 60%, des Cäsiums auf oberirdische Atomwaffentests zurückzuführen ist, die Jahrzehnte zurückliegen.

Nachdem mit Hiroshima und Nagasaki 1945 das Atomzeitalter eingeläutet war, führten die USA, die Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und China viele Hundert oberirdische Atomwaffentests durch. Die Bomben waren fast alle deutlich größer als die von 1945, einzelne hatten sogar die tausendfache Sprengkraft. Entsprechend viel Radioaktivität wurde im Lauf der Jahrzehnte über die Erde verbreitet. Die Gefahren für Mensch und Umwelt waren durchaus bekannt, viele Menschen machten sich Sorgen um ihre Gesundheit. Dies brachte US-amerikanische und sowjetische Atomforscher und Politiker ab Ende der 1950er Jahre dazu, über ein Verbot solcher Tests nachzudenken. Im August 1963 einigten sich die USA, Großbritannien und die Sowjetunion auf einen Vertragstext. Der "Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser" (Partial Test Ban Treaty, PTBT) trat bereits am 10. Oktober 1963 in Kraft. Frankreich und China testeten noch kurze Zeit oberirdisch weiter. Seither haben alle Atomwaffenstaaten ihre Tests unter die Erde verlegt.

Im Wissen, dass Tests die Entwicklung und Optimierung von Atomwaffen und somit die Weiterverbreitung und das Wettrüsten fördern, verabschiedeten die Mitgliedstaaten der Genfer Abrüstungskonferenz 1996 ein weiter reichendes Abkommen. Der "Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen, auch Kernwaffenteststopp-Vertrag (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) untersagt nun auch unterirdische Tests und wird von einer eigenen UN-Behörde in Wien überwacht. Obgleich dieser Vertrag nach wie vor nicht in Kraft ist, weil ihn wichtige Staaten wie die USA und China nicht ratifiziert haben, halten sich seit 1998 mit Ausnahme von Nordkorea alle Staaten an den Vertrag.

Allerdings ist ein solcher Vertrag kein Selbstläufer. Vor wenigen Tagen berichteten internationale Medien über Beobachtungen 2, dass in den USA (Wüste von Nevada), China (Lop Nur) und selbst im CTBT-Mitgliedstaat Russland (Nowaja Zemlja) erhebliche Aktivitäten stattfanden, die dem infrastrukturellen Ausbau und der Einsatzbereitschaft von Atomtestgeländen dienen. Am 6. Oktober teilte der russische Botschafter in Wien unverblümt mit, Russland werde seine Vertragsmitgliedschaft demnächst kündigen und damit, so die Begründung, mit den USA gleichziehen.

Das Verbots von Tests ist nur ein kleiner, aber entscheidender Schritt auf dem Weg in eine Welt ohne Atomwaffen. Deutschland ist wie alle EU-Staaten dem Umfassenden Teststoppvertrag beigetreten und trägt zur Finanzierung der Wiener Teststoppbehörde bei. Die deutsche Regierung sollte sich auf internationaler Ebene, auch bei den Verbündeten in Washington, unbedingt für die Aufrechterhaltung des Teststoppmoratoriums, den Beitritt der noch fehlenden Staaten zum CTBT und ein Ende der nordkoreanischen Tests stark machen.
1 Disproportionately High Contributions of 60 Year Old Weapons-137Cs Explain the Persistence of Radioactive Contamination in Bavarian Wild Boars. Felix Stäger, Dorian Zok, Anna-Katharina Schiller, Bin Feng, and Georg Steinhauser. Environmental Science and Technology, Vol. 57, Nr. 36, S. 13601-13611; https://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/acs.est.3c03565#.

2 Zur deutschen Rezeption der Studie siehe z.B. spektrum.de, 30.8.2023: Wildschweine wegen Atomwaffentests stark mit Cäsium belastet. Vor allem bayerische Wildschweine sind immer noch stark radioaktiv kontaminiert. Doch das Cäsium stammt nicht nur aus Tschernobyl, sondern ist Jahrzehnte älter; https://www.spektrum.de/news/wildschweine-wegen-atomwaffentests-stark-mit-caesium-belastet/2175486. Siehe z.B. CNN: Satellite images show nuclear test sites expansion of superpowers, 23.9.2023; https://edition.cnn.com/2023/09/22/asia/nuclear-testing-china-russia-us-exclusive-intl-hnk-ml.

Weitere Informationen:

Quelle: Presseerklärung 09. Oktober 2023


Über Sisyphus

Sisyphos-Darstellung Tizians
Sisyphos-Darstellung Tizians
„Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. [...] Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf. Wenn es ein persönliches Geschick gibt, dann gibt es kein übergeordnetes Schicksal oder zumindest nur eines, das er unheilvoll und verachtenswert findet. Darüber hinaus weiß er sich als Herr [recte: den Herrn] seiner Tage. In diesem besonderen Augenblick, in dem der Mensch sich seinem Leben zuwendet, betrachtet Sisyphos, der zu seinem Stein zurückkehrt, die Reihe unzusammenhängender Handlungen, die sein Schicksal werden, als von ihm geschaffen, vereint unter dem Blick seiner Erinnerung und bald besiegelt durch den Tod. Derart überzeugt vom ganz und gar menschlichen Ursprung alles Menschlichen, ein Blinder, der sehen möchte und weiß, daß die Nacht kein Ende hat, ist er immer unterwegs. Noch rollt der Stein. […] Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder [recte: jedes] Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos: 6. Aufl., Reinbek, 2004. S. 159f.
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Draußen vor der Tür

Wolfgang Borchert, letztes Foto als Zivilist im Sommer 1941
Wolfgang Borchert, letztes Foto als Zivilist im Sommer 1941
Die Ursendung des Hörspiels Draußen vor der Tür von Wolfgang Borchert (* 20. Mai 1921 in Hamburg; † 20. November 1947 in Basel) beim NWDR löste 1947 ein enormes Echo aus. Der Unteroffizier Beckmann wurde zur phänotypischen Gestalt des späten Kriegsheimkehrers. Mit seinem verzweifelten Ruf "Gibt denn keiner Antwort?", stellte er die Frage nach der Verantwortung für die Schuld der jüngsten Vergangenheit und sprach damit Millionen aus der Seele. Den Erfolg seines am 21. November, dem Totensonntag des Jahres 1947, an den Hamburger Kammerspielen uraufgeführten und zwei Jahre später verfilmten Dramas erlebte Borchert nicht mehr.

Der Unteroffizier Beckmann kehrt aus Sibirien zurück und stürzt sich in die Elbe, weil er seine Frau mit einem anderen antrifft. Die Elbe möchte ihn nicht haben. Sie wirft ihn bei Blankenese an Land. Aufnahme findet er bei einer Frau, deren Mann vermißt ist. Nachdem der Andere zurückkehrt, muß auch er wieder gehen. Danach folgen drei weitere Begegnungen: ein Oberst, der einen unsinnigen Befehl gegeben hat und den Tod von elf Kameraden zu verantworten hat. Ihn möchte er zur Verantwortung ziehen. Der aber verhöhnt ihn nur. Dann folgt der Kabarettdirektor, dem Beckmann seine Erlebnisse vergeblich anbietet. Die gleichgültige Frau Kramer schließlich erzählt ihm, daß sich seine Eltern wegen ihrer Mitläuferschaft im NS-System das Leben genommen haben. Dennoch findet Beckmann kein Verständnis bei den Mitmenschen. Im Traum erscheint ihm der schwache, hilflose Gott und der Tod, ein Straßenfeger, den er bittet, ihm eine Tür offenzuhalten. Noch einmal tauchen seine Mörder auf: der Oberst, der Direktor, Frau Kramer und seine Frau mit ihrem Freund. Als der Einbeinige ihn zur Rechenschaft zieht, weil auch er in die Elbe gesprungen ist, erkennt Beckmann, daß er selbst zum Mörder geworden ist.

Quelle: ARD




Blogkino: Double Indemnity (1944)

Heute zeigen wir im Blogkino den Thriller „Double Indemnity”. Der Film von Regisseur Billy Wilder nach dem Drehbuch von Raymond Chandler, der dieses basierend auf dem Roman Doppelte Abfindung von James M. Cain verfasste, beginnt damit, dass der Versicherungskaufmann Walter Neff (Fred MacMurray) spätabends in sein Büro kommt - mit einer Schussverletzung an der Schulter. Er kann sich vor Schmerzen kaum aufrechthalten, greift aber dennoch zu seinem Diktaphon und nimmt ein Geständnis auf. Die Geschichte wird daraufhin vorrangig in Flashbacks erzählt.



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Nochmals Heinrich Heine zum 3. Oktober

Heinrich Heine (Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim, 1831)
Heinrich Heine (Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim, 1831)
"Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren."

Heinrich Heine

in Deutschland. Ein Wintermährchen. In: Ders.: Neue Gedichte, 1. Auflage. Hamburg, 1844.

Besuch der argentinischen Abgeordneten Natalia Souto, Buenos Aires/ Argentinien.

SharePic zur Veranstaltung: 3 Fotos von Protesten in Argentinien und die Eckdaten zur Veranstaltung mit den Veranstalterlogos im unteren Bereich. Die Linke Stuttgart, Frauenbündnis 8. März
Argentinien sagt BASTA!
Am 06. Oktober 2023 um 19.00 Uhr besucht uns Natalia Souto, um über die schwierige und komplexe Situation in Argentinien und Südamerika zu berichten.

Natalia ist eine aktive Politikerin in der Kommission für Menschenrechte. In ihrer Arbeit nehmen insbesonders die Rechte der Pueblos Originarios (indigene Bevölkerung) und die Ausbeutung von Lithium in der Provinz Jujuy (Nordargentinien), welche durch die kapitalistischen Länder vorangetrieben wird, eine hohe Bedeutung ein.

Weitere politische Schwerpunkte von Natalia sind Frauen, Gender und Gewalt sowie die prekäre Lage der Mitarbeitenden in Pflege und Bildung.

Sie hat bei verschiedensten feministischen Aktionen, zum Beispiel bei Mobilisierungen gegen Feminizide mitgewirkt. Sie setzt sich zudem für die Anliegen der mehrheitlich in Armut lebenden Frauen und Kinder (60%) in Argentinien ein.

Durch ihren Einsatz macht Natalia uns auf die verheerenden Konsequenzen aufmerksam, die durch die Ausbeutung der argentinischen Natur und Bevölkerung entstehen. Denn die Folgen für die lokale und globale Ökologie und Ökonomie treffen uns alle.

Um mehr globale Gerechtigkeit zu erreichen, werden derzeit in Südamerika und Argentinien sowohl die Einheit des südamerikanischen Kontinents wie auch dessen Beziehung zu Europa intensiv diskutiert.

Natalia gibt uns somit am 06. Oktober nicht nur Einblicke in ihre Arbeit, sie bringt auch ein großes Interesse an einem Austausch mit uns mit. Zentrale Fragen sind, wie gemeinsame Abkommen und Anstrengungen aussehen können, um unsere Welt sozialer und fairer zu gestalten.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

6. Oktober 2023 | 19 Uhr
Linkes Zentrum Lilo Herrmann
Böblinger Str. 105
70199 Stuttgart